Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk, das eine entscheidende Rolle für die Steuerung und Koordination aller Körperfunktionen spielt. Erkrankungen und Verletzungen des Nervensystems können weitreichende Folgen haben und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Daher ist es von großer Bedeutung, dass Fachkräfte im Gesundheitswesen über fundierte Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, um Patienten mit neurologischen Erkrankungen optimal zu behandeln und zu betreuen. Dieser Artikel bietet einen Überblick über verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Nervensystem Heilmittel, die es Fachkräften ermöglichen, ihr Wissen zu erweitern und ihre Kompetenzen zu verbessern.
Bedeutung von Fortbildungen im Bereich Nervensystem Heilmittel
Die Neurologie ist ein sich ständig weiterentwickelndes Feld, in dem neue Forschungsergebnisse und Therapieansätze kontinuierlich entwickelt werden. Um auf dem neuesten Stand zu bleiben und Patienten eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten, ist es für Fachkräfte unerlässlich, sich regelmäßig fortzubilden. Fortbildungen bieten die Möglichkeit, neue diagnostische und therapeutische Verfahren kennenzulernen, bestehende Kenntnisse zu vertiefen und sich mit anderen Experten auszutauschen.
Fortbildungsmöglichkeiten im Überblick
Es gibt eine Vielzahl von Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Nervensystem Heilmittel, die sich an unterschiedliche Zielgruppen und Interessensgebiete richten. Im Folgenden werden einige ausgewählte Angebote vorgestellt:
Fachtherapeut der Intensivstation
Diese Fortbildungsreihe richtet sich an Physiotherapeuten, die ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in der Behandlung von Intensivpatienten erweitern möchten. Die Reihe umfasst neun Module, die verschiedene Aspekte der Intensivtherapie abdecken, darunter:
- Indikationen und Interventionen auf der Intensivstation: In diesem Modul werden verschiedene Indikationen (respiratorisch, metabolisch, post OP) und Interventionen auf der Intensivstation mit Beispielen dargestellt und erklärt.
- Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF): In diesem Modul wird die ICF vorgestellt und der praktische Nutzen an vielen Beispielen erklärt.
- Medikamentenindikationen und Wirkweisen: Medikamentenindikationen, Wirkweisen und der Einfluss auf die Therapie werden in diesem Modul dargestellt.
- Atmung und Beatmung: In diesem Modul wird das wichtige Thema der Atmung und Beatmung beleuchtet. Es werden Beatmungsparameter und deren Wechselwirkung mit therapeutischen Interventionen praktisch vorgestellt und erarbeitet.
- Mobilisationstechniken: In diesem Modul werden Techniken zur Mobilisation praktisch vermittelt. In Abhängigkeit vom Aktivitätsgrad des Intensiv Patienten werden angepasste Möglichkeiten zur Mobilisation und Bewegung vorgestellt und erarbeitet.
- Anatomie und Physiologie des Zwerchfells: In diesem Modul werden anatomische und physiologische Grundlagen des Zwerchfells dargestellt. Es wird speziell auf die Thematik des beatmeten Patienten und die Auswirkung der Beatmung auf das Zwerchfell eingegangen.
- Blutgasanalyse: In diesem Modul werden alle relevanten Werte aus der Blutgasanalyse besprochen. Es werden physiologische Grundlagen und praktischer Nutzen für die Therapie erarbeitet.
- Nierenersatzverfahren: In diesem Modul werden die Möglichkeiten unterschiedlicher Nierenersatzverfahren besprochen.
- Einflussnahme auf das vegetative Nervensystem: Dieses Modul beschäftigt sich den Möglichkeiten der Einflussnahme auf das vegetative Nervensystem. Schwerpunkte werden das kardio-pulmonale und das gastrointestinale System sein und deren Regulation durch Para- und Orthosympathikus.
Nach Abschluss aller neun Module kann eine schriftliche Prüfung abgelegt werden, um das Zertifikat "Fachtherapeut der Intensivstation" zu erlangen.
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CME-Fortbildungen aus der Neurologie
Die Plattform bietet eine breite Auswahl an Fortbildungskursen, die speziell auf die Bedürfnisse von Hausärzten und Allgemeinmedizinern zugeschnitten sind. Jeder Kurs ist akkreditiert und bietet die Möglichkeit, CME-Punkte zu sammeln, die für die berufliche Weiterbildung unerlässlich sind.
Einige Beispiele für CME-Fortbildungen im Bereich Neurologie sind:
- Update: Diabetische Neuropathie erfolgreich diagnostizieren und therapieren: Diese Fortbildung vermittelt Kenntnisse zur Diagnose und Therapie der diabetischen Neuropathie, einer häufigen Komplikation bei Diabetespatienten.
- Ausgewählte Bewegungsstörungen und ihre Behandlungsoptionen: Diese Fortbildung gibt einen Überblick über verschiedene Bewegungsstörungen und ihre Behandlungsoptionen, einschließlich der intramuskulären Injektion von Botulinumtoxin A.
- Die Bedeutung der Vitamine B6, B12 und Folat für den Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit: Diese Fortbildung beleuchtet die Rolle von B-Vitaminen für die kognitive Funktion und die Möglichkeiten der Substitution bei älteren Menschen mit kognitiven Einschränkungen.
- Update Schmerzmedizin: Aktuelle Empfehlungen und neue Therapieoptionen: Diese Fortbildung behandelt die Behandlung von tumorassoziierten Schmerzen und die opioidinduzierte Obstipation.
- Neurogene Detrusorüberaktivität: Diese Fortbildung befasst sich mit der Diagnostik und Therapie der neurogenen Detrusorüberaktivität, die häufig bei Querschnittlähmung und Multipler Sklerose auftritt.
- Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen erkennen und multimodal behandeln: Diese Fortbildung vermittelt Kenntnisse zur Diagnose und Behandlung von Clusterkopfschmerz und anderen trigeminoautonomen Kopfschmerzen.
- Häufig übersehen: Komorbiditäten bei Typ-2-Diabetes: Diese Fortbildung behandelt die Komorbiditäten des Diabetes wie Polyneuropathie, Kardiomyopathie, zerebrale Durchblutungsstörungen und Nephropathie.
- Update Cannabisbasierte Therapie in der Praxis: Diese Fortbildung bietet einen Überblick über die neurobiologischen Wirkmechanismen, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die klinische Evidenz zur medizinischen Anwendung von Cannabispräparaten.
- Management der spastischen Bewegungsstörung der unteren Extremität: Diese Fortbildung behandelt die Therapie der spastischen Bewegungsstörung der unteren Extremität, insbesondere die Injektionstherapie mit Botulinumtoxin Typ A.
- Prädiktoren und Therapie der spastischen Bewegungsstörung: Diese Fortbildung befasst sich mit der Früherkennung und Therapie der spastischen Bewegungsstörung nach Schlaganfall.
- Verbesserung der Versorgung von Patienten mit spastischer Bewegungsstörung nach Schlaganfall: Diskussion des deutschen Konsensus und seiner Umsetzung
N.A.P. (Neuro-aktive Plastizität) Fortbildungen
N.A.P. ist ein Therapiekonzept, das die Plastizität des Nervensystems nutzt, um funktionelle Verbesserungen zu erzielen. Es gibt verschiedene N.A.P. Fortbildungen, die sich an Therapeuten richten, die ihre Kenntnisse in diesem Bereich erweitern möchten.
Einige Beispiele für N.A.P. Fortbildungen sind:
- Chronische Schmerzen: Diese Weiterbildung bietet eine fundierte Auseinandersetzung mit den komplexen Zusammenhängen zwischen chronischen Schmerzen und den zugrunde liegenden physiologischen und neurophysiologischen Prozessen.
- Manuelle Schlucktherapie: In der Manuellen Schlucktherapie verbindet sich das Vorgehen aus der NAP® mit den sequentiellen Betrachtungen von Schlucken und Atmung und ihre Koordination aus der Facio-Oralen Trakt Therapie (F.O.T.T.®). Dieses Vorgehen ist ebenso erfolgreich anwendbar bei Patienten mit Sprech- und Stimmstörungen zentraler und peripher Genese, u.a. bei myofunktionellen Störungen.
- Parkinson: Diese Fortbildung befasst sich mit den Ursachen und Symptomen von Parkinson und den therapeutischen Möglichkeiten zur Verbesserung der posturalen Kontrolle und Mobilität.
- Multiple Sklerose: Diese Fortbildung behandelt die Entzündungsprozesse im zentralen Nervensystem bei Multipler Sklerose und die Auswirkungen auf Alltagsaktivitäten.
- Neuroyoga: Die Weiterbildung Neuroyoga nach NAP zeigt Therapeutinnen und Therapeuten, wie klassische Yogaelemente gezielt für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen adaptiert werden können.
Weitere Fortbildungsmöglichkeiten
Neben den genannten Beispielen gibt es noch zahlreiche weitere Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Nervensystem Heilmittel, darunter:
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- Reflektorische Atemtherapie: Die Reflektorische Atemtherapie ist eine ganzheitliche, neurophysiologische Therapie. Durch gezielten Einsatz thermischer Reize, manueller Techniken und therapeutischer Übungen kommt es zur Regulation des gesamten Organismus.
- Access Bars® und Access Facelift: Die Access Bars® Technik zielt darauf ab, durch die gezielte Aktivierung von 32 definierten Energiepunkten am Kopf, die unterschiedliche Lebensbereiche repräsentieren, limitierende Gedanken, fest verankerte Glaubenssätze und emotionale Blockaden zu lösen. Der Access Facelift basiert auf sanften Berührungen bestimmter Punkte im Gesicht und am Körper, um die Zellen zu aktivieren und deren Regeneration zu fördern.
- Neurotraining/Neuroathletiktraining: Das Neurotraining oder Neuroathletiktraining wurde Anfang der 2000er durch Dr. Eric Cobb, basierend auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen, entwickelt. Das Novum in diesem Konzept ist, dass erstmals nicht nur athletische Übungen im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die neurowissenschaftlichen Aspekte.
- Manuelle Therapie bei Kindern: In dieser kompakten Präsenz‑Weiterbildung erwerben Sie grundlegende und vertiefende Kenntnisse in Manuelle Therapie und manueller Reflextherapie bei Kindern bis zur Pubertät.
- CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion): Betrachten wir das Krankheitsbild der CMD muss ein Blick auf die Komplexität der zugrundeliegenden Anatomie geworfen werden. Der Craniomandibuläre Bereich beherbergt alle Sinnessysteme und unterliegt im faziooralen Bereich einer einzigartigen Biomechanik.
- Manuelle Lymphdrainage/Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (MLD/KPE): Eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung in der Manuellen Lymphdrainage / Komplexe Physikalische Entstauungstherapie ist das Hauptanliegen der Lymphakademie Deutschland.
- Schmerzentstehung und Schmerzhemmung: Diese dreiteilige Online-Seminarreihe zum Thema „Schmerzentstehung und Schmerzhemmung für Fortgeschrittene“ gibt vertiefende Einblicke in die Entstehung von Schmerzsignalen im Körper, zu den unterschiedlichen Schmerztypen, welche Rolle das sogenannte „Schmerzgedächtnis“ spielt und wie Sie daraus abgeleitet zielgerichtete Schmerztherapieschemata erstellen.
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