Die Eifeler Reha-Klinik in Nettersheim-Marmagen, einst ein wichtiger Pfeiler der regionalen Gesundheitsversorgung und ein bedeutender Arbeitgeber, steht vor dem endgültigen Aus. Nach jahrelangen Herausforderungen, die in einem Insolvenzantrag gipfelten, wird die Klinik voraussichtlich Ende Februar ihre Tore schließen. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung.
Eine Klinik mit Geschichte
Die Eifelhöhen-Klinik in Nettersheim-Marmagen blickt auf eine lange Tradition zurück. Gegründet im Jahr 1970 als Eifelhöhen-Sanatorium, wurde sie 1976 umbenannt und 1987 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Als Stammhaus des Konzerns Eifelhöhen-Klinik AG verfügte sie über 364 Betten und spezialisierte sich auf die Bereiche Neurologie, Orthopädie und Innere Medizin.
Im Laufe der Jahre erweiterte die Eifelhöhen-Klinik AG ihr Portfolio um weitere Standorte, darunter die Kaiser-Karl-Klinik in Bonn, die Aatalklinik in Bad Wünnenberg und den Herzpark in Mönchengladbach. Während die Standorte in Bonn und Bad Wünnenberg von der Insolvenz nicht betroffen sind, markiert die Schließung in Marmagen einen schmerzhaften Einschnitt.
Der Weg in die Krise
Die Krise der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen spitzte sich im Herbst zu. Auslöser war eine Anordnung der Bezirksregierung Köln zur vorläufigen Schließung aufgrund massiver Hygienemängel. Beanstandet wurden unter anderem verschmutzte Trinkwasserbehälter und ungenügende Schutzmaßnahmen gegen multiresistente Keime.
Die Schließungsanordnung versetzte der Klinik einen schweren Schlag. Die Geschäftsführung sah keine positive Prognose mehr für die Fortführung des Betriebs und stellte im November Insolvenzantrag.
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Als wesentliche Ursache für die Probleme wurde die personelle Unterbesetzung der Klinik ausgemacht. Sowohl der Verwaltungsleiter der Klinik, Stephan Potthoff, als auch der Betriebsratsvorsitzende, Mike Milz, betonten diesen Umstand.
Hoffnung auf Rettung
Trotz der schwierigen Lage gab es zunächst Hoffnung auf eine Rettung der Klinik. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Mark Boddenberg von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte, zeigte sich zuversichtlich, die Klinik stabilisieren, die Arbeitsplätze erhalten und den Klinikbetrieb fortführen zu können.
Um die Hygieneprobleme in den Griff zu bekommen, wurde Professor Martin Exner, der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Bonner Uniklinik, als Berater hinzugezogen. Zudem wurde eine Erhöhung des Personalschlüssels als entscheidende Maßnahme zur Behebung zahlreicher Probleme angekündigt.
Boddenberg informierte die rund 300 Mitarbeiter über das weitere Verfahren und sicherte die Zahlung der Löhne und Gehälter für die kommenden drei Monate zu. Gemeinsam mit dem Ärztlichen Direktor Professor Claus Weiss, Verwaltungsleiter Stephan Potthoff und dem Nettersheimer Bürgermeister Wilfried Pracht wollte Boddenberg darauf hinwirken, dass der Patientenbetrieb kurzfristig wieder aufgenommen werden kann.
Das Scheitern der Rettungsbemühungen
Trotz aller Bemühungen konnte die Eifelhöhen-Klinik in Marmagen nicht gerettet werden. Wie Insolvenzverwalter Mark Boddenberg mitteilte, fand sich kein Investor, der bereit war, die Klinik zu übernehmen. Ein Investor hätte erhebliche Finanzmittel in die Einrichtung aus den 1970er Jahren investieren müssen, was letztlich das Risiko für potenzielle Käufer zu hoch erscheinen ließ.
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Damit besiegelte sich das Schicksal der Klinik. Die insolvente Eifeler Reha-Klinik in Marmagen muss nun Ende Februar schließen.
Die Folgen der Schließung
Die Schließung der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen hat weitreichende Folgen.
- Verlust von Arbeitsplätzen: Alle 226 Mitarbeiter der Klinik haben die Kündigung erhalten. Dies ist ein herber Schlag für die betroffenen Familien und die ohnehin strukturschwache Region.
- Eingeschränkte Gesundheitsversorgung: Die Schließung der Klinik bedeutet einen Verlust von Reha-Plätzen in den Bereichen Neurologie, Orthopädie und Innere Medizin. Dies kann sich negativ auf die Versorgung von Patienten in der Region auswirken.
- Wirtschaftliche Auswirkungen: Die Schließung der Klinik hat auch wirtschaftliche Auswirkungen auf die Gemeinde Nettersheim und die umliegende Region.
Ein Sozialplan für die Mitarbeiter
Insolvenzverwalter Mark Boddenberg führt derzeit Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Interessensausgleich und einen Sozialplan. Ziel ist es, die negativen Folgen der Schließung für die Mitarbeiter so weit wie möglich abzumildern.
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