Netzwerk Demenz Oberhausen: Informationen, Unterstützung und Engagement für ein demenzfreundliches Oberhausen

Der demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen, auch in Oberhausen. Das „Netzwerk Demenz Oberhausen“ versteht sich als verlässlicher Ansprechpartner für alle Menschen, die Hilfe und Rat zum Thema Demenz suchen. Seit 2007 arbeiten Akteure des Netzwerks eng zusammen, um die Versorgungsstrukturen vor Ort zu verbessern. Mit rund 200.000 Einwohnern liegt Oberhausen mitten im Ruhrgebiet. Vertreter unterschiedlicher Berufsgruppen haben sich vor Ort zusammengeschlossen, um sich für die Versorgung von Menschen mit Demenz, ihrer Angehörigen und den Bürgern der Stadt einzusetzen.

Was ist Demenz? Eine Definition

Demenz bedeutet wörtlich übersetzt „Ohne Geist sein“. Damit ist bereits das wesentliche Merkmal von Demenzerkrankungen beschrieben: der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Betroffene Personen verlieren die im Leben erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Demenzerkrankte Menschen brauchen vielfach Betreuung und Pflege rund um die Uhr. Die meisten der Betroffenen werden in der Familie versorgt. Pflegende Angehörige brauchen fast immer genauso dringend Hilfe wie der Betroffene selbst. Beteiligte müssen Entschlüsse zur künftigen Versorgung und Pflege des Betroffenen treffen.

Ziele und Aufgaben des Netzwerks Demenz Oberhausen

Das Netzwerk Demenz Oberhausen verfolgt ambitionierte Ziele:

  • Lebensqualität: Steigerung der Lebensqualität von Betroffenen und ihren Begleitern durch Unterstützung und Beratung.
  • Sicherheit: Vermittlung von Sicherheit im Umgang mit demenziell veränderten Menschen.
  • Enttabuisierung: Enttabuisierung der Krankheit Demenz und Wecken von Verständnis für Menschen mit Demenz, Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema.
  • Demenzfreundliche Kommune: Schaffung einer demenzfreundlichen Kommune mit dem Recht auf individuelle Entwicklung und soziale Teilhabe, ungeachtet persönlicher Unterstützungsbedürfnisse.

Um diese Ziele zu erreichen, bündelt das Netzwerk Ressourcen und Strukturen zugunsten gemeinsamer Ziele, fördert Synergien in der Netzwerkarbeit und Angebotsvielfalt für die Bürger und stärkt Kooperationsbeziehungen untereinander, die sich an gemeinsamen Ideen und Entwicklungen orientieren und durch persönliches Vertrauen gestützt werden.

Aktivitäten und Angebote des Netzwerks

Das Netzwerk Demenz Oberhausen ist vielfältig aktiv, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen. Zu den zentralen Aktivitäten gehören:

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  • Regelmäßige Netzwerktreffen: Auf den quartalsweise stattfindenden Netzwerktreffen wird gemeinsam reflektiert, wie der Status Quo vor Ort ist und auch besprochen, wie die gemeinsam im Netzwerk organisierten Aktionen von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen angenommen werden. Hier werden Informationen ausgetauscht und Synergien erzeugt. Das Wissen und die Kompetenzen der Vertreter werden gebündelt und an gemeinsamen Zielen ausgerichtet.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Das Netzwerk engagiert sich in der Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung für das Thema Demenz zu sensibilisieren und Vorurteile abzubauen.
  • Broschüre "Was ist Demenz?": Das Netzwerk Demenz Oberhausen hat die Broschüre „Was ist Demenz?“ überarbeitet und neu aufgelegt. Die Broschüre bietet erste Informationen und Hilfen für demenziell erkrankte Menschen und deren Angehörige. Krankheitsanzeichen und Diagnosemöglichkeiten werden beschrieben. Weiterhin werden Hinweise zur Betreuung und Alltagsgestaltung genannt. Eine Übersicht mit Beratungsstellen und Angeboten für Menschen mit Demenz und deren Angehörige nennt Kontakte, die kompetente Auskünfte geben können. Die Broschüre ist neben der deutschen auch in türkischer Sprache erhältlich. Mit der Broschüre möchte das Netzwerk Demenz Oberhausen demenziell erkrankten Menschen und Ihren Angehörigen eine Unterstützung bieten, damit der Umgang mit dieser schwierigen Krankheit erleichtert wird. Die kostenlose Broschüre ist u. a. bei den Beratungsstellen der Stadt Oberhausen und weiteren Ausgabestellen erhältlich.
  • Sommerfest: Einmal jährlich veranstaltet das Netzwerk ein Sommerfest, um Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und interessierte Bürger zusammenzubringen. Viele Akteure des Netzwerks haben sich auf dem Sommerfest zusammengeschlossen und Stände organisiert. Hier konnten sich zum einen Besucher zu verschiedenen Themen wie beispielsweise Pflege und Versorgung informieren und beraten lassen, zum anderen gab es an vielen Ständen Mitmachaktionen. So unter anderem ein Rollatortraining, einen Stand für Handmassagen oder die Möglichkeit, gemeinsam an einem großen Bild zu malen.
  • Beratungsangebote: Das Netzwerk bietet eine Vielzahl von Beratungsangeboten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Experten stehen den Besuchern zur Seite und bieten individuelle Beratungen zu Themen wie Gesundheit, Hilfs- und Unterstützungsangeboten, Pflegebedarf sowie Sport- und Freizeitgestaltung an.

Sommerfest 2024: Gemeinsam aktiv, gemeinsam glücklich

Bei schönstem Wetter haben am Freitag, den 28. Juni 2024, Jung und Alt auf dem Martha-Schneider-Bürger-Platz gefeiert. Unter dem Motto „Gemeinsam aktiv, gemeinsam glücklich“ hat das Netzwerk Demenz, der Verein Lebensqualität bei Demenz e.V. und die Stadt Oberhausen die Stadtgesellschaft eingeladen zu feiern und sich zu informieren. 18 Oberhausener Institutionen, Vereine, Senioreneinrichtungen und Unternehmen haben neben Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke vor allem Angebote, Spiele und Beratungen zum Thema Demenz präsentiert. Oberbürgermeister Daniel Schranz sprach ein Grußwort an die Anwesenden und begrüßte die Besucher des Sommerfestes sowie die Mitglieder des Netzwerks.

Erstmals in diesem Jahr hatte das „Netzwerk Demenz“ unter der Federführung des Referats für Sozialplanung der Stadt Oberhausen ein sommerliches Seniorenfest geplant. Besucher fanden am 28. Juni auf dem Platz vor dem Technischen Rathaus in Sterkrade ein buntes Unterhaltungsprogramm mit verschiedenen Aktionsständen der Mitglieder des Netzwerkes vor. Auch das Haus Abendfrieden war mit einem Stand zum Thema „Musik mit älteren Menschen“ vertreten. Jacqueline Prettenthaler, Pflegedienstleiterin und pflegerische Geschäftsführerin, und die Leiterin der Sozialen Betreuung Barbara Altmiks stellten verschiedene Rhythmus- und Klanginstrumente vor, die zum Mitmachen und Mitmusizieren einluden - auch ohne musikalische Vorkenntnisse. Zahlreiche Besucher ließen sich sehr gerne darauf ein, die Livemusik mit verschiedenen Percussion-Instrumenten rhythmisch zu begleiten und sich selbst in Schwung zu bringen.

Das Sommerfest zeigte, dass für alle Beteiligten - Besucher und Akteure - das Sichtbarmachen und Enttabuisieren von Krankheitsbildern wichtig ist. Besonders mit einer demenziellen Erkrankung kann in die Öffentlichkeit gehen und ins Gespräch kommen eine Barriere sein. Ein solches Format schafft daher einen anderen Zugang, denn in einer entspannten Atmosphäre lasse es sich besser über diese Themen sprechen. Außerdem wüssten viele Menschen nicht, dass es das Beratungsangebot des Netzwerk Demenz Oberhausen gibt.

Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat das Programm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ aufgelegt. In diesem Rahmen hat pro wohnen international e.V. Sowohl unter den türkischstämmigen Oberhausenern als auch in anderen Zuwanderergruppen befinden sich alte und kranke Menschen, die über die verschiedenen Sozialleistungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote rund um das Thema Pflege und Alltagshilfen oft nur unzureichend Kenntnis haben. Die Broschüre „Was ist Demenz?“ bündelt zahlreiche Informationen und Angebote, die für Menschen mit Demenz und deren Angehörige wichtig sind. Besonders ist an dieser Broschüre, dass die vorgestellten Angebote für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte auch in der Muttersprache, zunächst in Türkisch, zusammengestellt wurden. Die Broschüre liegt an den Beratungsständen von pro wohnen international e.V.

Netzwerk Demenz: Ein wichtiger Baustein für Oberhausen

Das Netzwerk Demenz Oberhausen leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Oberhausen. Durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure, die vielfältigen Angebote und die engagierte Öffentlichkeitsarbeit wird die Lebensqualität der Betroffenen verbessert und die Bevölkerung für das Thema Demenz sensibilisiert. Das Netzwerk ist ein wichtiger Baustein für eine demenzfreundliche Kommune, in der Menschen mit Demenz ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben führen können.

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