Die Neue Deutsche Welle (NDW) spaltete Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre die musikalische Nation. Während einige sie als zu schräg oder abgefahren empfanden, sahen andere darin den Aufbruch zu neuen musikalischen Ufern, einen belebenden Aspekt in der Musiklandschaft oder einen Energie-Stoß für eine gesamte Branche. Wieder andere hielten sie schlichtweg für albern oder übelsten Kommerz.
Ursprünge und Entwicklung
Bis Anfang der 80er Jahre war die NDW, vor ihrer kommerziellen Entdeckung durch die Major-Labels, eine authentische Untergrundbewegung. Ihre Ursprünge lagen direkt in der britischen Punk- und New Wave-Bewegung. Ende der 70er war es höchste Zeit, dass sich in der deutschen Musikszene etwas bewegte. Jahrzehntelang wurde fast ausschließlich die englische und US-amerikanische Musik kopiert. Die einzigen deutschen/deutschsprachigen Stars hießen Udo Lindenberg, Peter Maffay oder Marius Müller-Westernhagen.
Die NDW war das "einzige nennenswerte Pop-Ereignis in Deutschlands populärer Musik seit dem Zweiten Weltkrieg" (Thomas Schwebel v.d. "Fehlfarben"). Daraus wuchs eine Independent-Szene, die noch heute einen Marktanteil von ca. 20% hat und die sich seit weit über 30 Jahren gegen die Major-Labels behaupten kann.
Allerdings wurde kaum eine Musik-Szene von der Musikindustrie so verschlafen, anfangs bekämpft, dann blitzartig übernommen, so brutal-rücksichtslos vermarktet und so schnell so eiskalt wieder fallen gelassen. Keine Musikrichtung war vor dem Etikett "NDW" sicher - Pop, Rock, Blues, Punk, Dilettanten, Volksmusik, Atonal, Schlager, Rockabilly - alles wurde eingemeindet und mit dem Etikett "Neue Deutsche Welle" versehen. Was Mitte der 80er in seichten Schlagerpop überging, hatte mal als Aufstand gegen eine erstarrte Musikwelt begonnen, als Gegenwehr gegen die schwerfällige internationale Popmusik.
Eigenproduktion und Eigenvertrieb
Die Musiker und Bands produzierten plötzlich mit den einfachsten Mitteln und begannen selbst eigene Strukturen aufzubauen, um sich gegen die Gigantomanie der übermächtigen Major-Labels aufzulehnen, sich nicht hineinreden zu lassen und selbst die Kontrolle über ihr "Produkt" zu behalten ("Rondo"-Werbespruch: "Höre Staune gute Laune"). Eigenproduktion und Eigenvertrieb von Singles in kleinen Stückzahlen, kleine unabhängige "DIY" (Do It Yourself) - und Selbstverlags-Labels wie "Schallmauer", "Rondo", "No Fun", "Pure Freude", "Rip Off", "Atatak", "Zick Zack", "Konneckschen" und alternative Plattenläden schufen die Voraussetzungen dafür.
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Die Verwendung von deutschen Texten
Die Verwendung von deutschen Texten, die ein neues bislang unbekanntes Zusammengehörigkeitsgefühl schuf, hatte schon die deutsche Punkszene erfolgreich eingeführt. Sowohl junge, als auch gestandene Musiker, die in der damaligen Zeit kaum etwas zu verlieren hatten, ließen sich von der Philosophie und von den Erfahrungen der Punks anstecken. Wie schon in der Mitte der 70er war plötzlich alles machbar und möglich („Das Kannst Du Auch“). Die ausgeknobelten Arrangements, die überladenen Produktionen, die "zentnerschweren Botschaften" (ICHWILLSPASS) wurden einfach über Bord geworfen, um der spartanischen Instrumentierung und den einfachen Akkordfolgen Platz zu machen.
Jeder spielte so, wie er konnte, komponierte so wie er wollte und produzierte in der Küche, einer Ecke des Schlafzimmers oder - fast schon professionell - in der Garage. Die Bands nahmen in Eigenregie Platten oder Musik-Cassetten auf, die sie dann anfänglich eigenhändig, dann im Eigenvertrieb in die Läden brachten und waren darauf angewiesen, sich und ihre Musik zu vermarkten (Es Geht Voran).
Kleine Labels und wachsende Vertriebsstrukturen
Auf jeden Fall war die "NDW" eine Initialzündung der kleinen Labels mit ihren wachsenden Vertriebsstrukturen und den neuen Vertriebswegen. Mit den einfachsten und simpelsten Produktionen, die teilweise bis heute Bestand haben, obwohl so einige Innovationen auf der Strecke blieben. Die große Musikindustrie wurde damals regelrecht ausgekontert und bestaunte anfänglich nur dieses Phänomen. Schuld daran waren nicht zuletzt die sogenannten Talentscouts, die Musikindustrienasen in Nadelstreifen und Hipsterbärten, die schon Jahrzehnte keinen Musikclub mehr von innen gesehen hatten.
Die großen Plattenfirmen setzten immer nur auf die Topverdiener der Branche, ohne dafür zu sorgen, dass neue Acts heranwachsen konnten und setzten auf die Trends, die garantiert bereits am Abebben waren. Auf jeden Fall bestimmte die "NDW" eine kurze und entscheidende Zeit der deutschen Rockmusik. Die "Neue Deutsche Welle" brachte furchtbare Songs hervor, die äußerst ernst gemeint waren, furchtbar belanglose Stücke, die nicht so ernst gemeint waren, extrem gute Titel, die auch so gemeint waren und Songs, die die Zeit überdauert haben und die heute als echte Klassiker gelten.
Punkrock und der "New Wave"
Die Bezeichnung "Neue Deutsche Welle" bezeichnete die (fast ausschließlich) deutschsprachige Variante des Punkrock und der "New Wave", die ab der zweiten Hälfte der 70er die internationale Rockmusikszene umkrempelte. 1977/78 tauchten auch in Deutschland etliche lokale neue Bands auf, die nach dem Vorbild des englischen Punkrock eine eigenständige Rockentwicklung in Gang setzten und dabei erstmals völlig unverkrampft die deutsche Sprache für ihre Songs nutzten. Bis dahin hatten sich nur Udo Lindenberg, Reinhard Mey, "Ihre Kinder", Marius Müller-Westernhagen und Peter Maffay um deutsche Texte verdient gemacht. Ansonsten sangen in den 70ern die westdeutschen Bands in englischer Sprache. Der "NDW" ist es zu verdanken, dass die deutsche Sprache auf breitem Feld im Bereich der deutschen Rock- und Pop-Musik Einzug halten konnte.
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Dahinter standen auch die sich verschärfenden sozialen Spannungen und Konflikte der rapide wachsender Jugendarbeitslosigkeit der 70er und ein um sich greifendes Gefühl der sozialen Perspektivlosigkeit, die sich in dieser Musik einen unmittelbaren Ausdruck zu verschaffen suchte, statt wie bisher Rockmusik schon von vornherein mit englischsprachigen Texten auf den internationalen Vermarktungszusammenhang hin zu konzipieren. Dabei war die "NDW" eine vornehmlich westdeutsche Angelegenheit, denn in der DDR wurde schon von jeher deutsch gesungen. Dies lag aber nicht an einem "höheren Selbstbewußtsein oder einem schöpferischen Vorsprung" (MUNZINGER) der DDR-Rocker. Der DDR-Rockmusik wurde die deutsche Sprache von staatlicher Seite vorgeschrieben. Dass aber ausgerechnet mit Nina Hagen und ihrer ersten "West"-Band der erste "NDW"-Megastar aus der DDR kam, passte in die Aufbruchstimmung, die scheinbar alles ermöglichte.
Die Zeitschrift "Die 80er"
Der Begriff "Neue Welle" wurde erstmals 1977 vom Joseph-Beuys-Schüler Jürgen Kramer verwendet. In den 80ern setzte Kramer intensiv mit "Punk" und "New Wave" auseinander und brachte die Zeitschrift "Die 80er" heraus. Auf einem von ihm gestalteten Plakat für ein Konzert in Gelsenkirchen verwendete er den Begriff "Deutsche Welle". Der Begriff "Neue Deutsche Welle" tauchte erstmalig im August 1979 im Musikmagazin "Sounds" auf. Dort hatte der Westberliner Labelbetreiber und Plattenhändler "Zensor" (Burkhardt Seiler) eine Anzeige des Debüt-Albums der "Deutsch Amerikanischen Freundschaft" geschaltet und - gemeinsam mit dem "Sounds"-Journalisten Hans Keller die Bezeichnung "Neue Deutsche Welle" kreiert.
Alfred Hilsberg
Im Oktober 1979 wurde der Begriff dem Musikjournalisten, späteren "Zick Zack"-Labelchef und "Paten des deutschen 'New Waves'" (MUNZINGER) Alfred Hilsberg in einer wegweisenden und dreiteiligen Artikelserie von der "Sounds"-Redaktion gegen seinen Willen vor die Nase gesetzt; "Neue Deutsche Welle - Aus Grauer Städte Mauern". In Westdeutschland und Westberlin findet eine neue Musik statt. Sie wird gemacht und wird gehört. Einige nennen es immer noch 'Punk' und wollen es sein. Andere wissen mit diesem Begriff nichts mehr anzufangen.
Dutzende von Gruppen arbeiten in Wohnzimmern, Übungsräumen, Studios. Manche spielen, um sich und ihren Fans Spaß zu bringen. Andere haben ernstere Ansprüche, entwickeln Konzepte, neue Töne. Und arbeiten mit deutschen Texten. Sie spielen in wenigen Clubs, organisieren bereits erste Tourneen. Treten auf Lastwagen auf. Keiner lebt von der neuen Musik, Sie gehen arbeiten, zur Schule, studieren, nehmen Kredite auf, wohnen zu Hause oder in einer Kommune. Manche sind erst 15, andere bald 30. Die 'neue Welle' ist schon lange nicht mehr Anhängsel der angloamerikanischen 'Rock-/Punk'-Tradition. Die Auseinandersetzung mit sich selbst, mit dem Leben hier und heute, schafft neue Inhalte/Formen“ (Alfred Hilsberg in SOUNDS).
Die großen Plattenlabels
Die großen Plattenlabels ignorierten anfangs die Gruppen der "Neuen Deutschen Welle". Sie waren ihnen zu grob, zu ungestüm, galten als nicht kommerziell und nicht vermarktbar. Auf der anderen Seite gab es auch bei den Bands und beim Publikum größte Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit der Großindustrie. Die großen Plattenfirmen wurden von vielen jungen Bands abgelehnt, da man sich mehr als Subkultur sah und häufig nicht gemeinsame Sache mit den "Kapitalisten" machen wollte.
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Also wurden unabhängige Labels gegründet, um ganz nach dem englischen Vorbild neue Bands selbst zu vertreiben. Allerdings änderte sich dieser Zustand zusehends mit dem immer größer werdenden Interesse der Mediengiganten.
Die Neue Neue Deutsche Welle
Peter Schillings 80er-Jahre-Hit „Major Tom (Völlig losgelöst)“ feiert derzeit ein großes Comeback. Die Rückkehr dieses Ohrwurms markiert jedoch nicht den Anfang einer neuen musikalischen Ära, sondern weist viel eher auf die Tatsache hin, dass diese klammheimlich bereits eingetroffen ist. Seit ein paar Jahren erfährt die Neue Deutsche Welle aber eine Art Renaissance und diese neue Form heißt eben ganz kreativ: Neue Neue Deutsche Welle.
Der Unterschied zur Neuen Deutschen Welle ist jedoch, dass sich die Neue Neue Deutsche Welle auch der Popmusik, die nach der NDW entstand und von ihr beeinflusst wurde, bedient. So werden in der NNDW (Neuen Neuen Deutschen Welle) Themen wie Freiheit, Einsamkeit, Ziellosigkeit mit peppigem Synth-Pop behandelt.
In Zeiten der KI und des immerwährenden Perfektionismus versucht die NNDW wundervoll unperfekt daher zu kommen und auch die Artists aus dem Genre sind eher unaufdringlich. Der Vorreiter der NNDW ist Edwin Rosen, dessen Song „Vertigo“ schon sehr an Schillings „Major Tom (völlig losgelöst)“ erinnert. Aber auch Künstlerinnen und Künstler wie Salò oder BIBIZA, der übrigens auch 2025 mit seiner „bis einer weint“-Tour unterwegs ist, verkörpern die NNDW.
Die NNDW ist keine nostalgische Rückbesinnung auf die NDW, sie ist viel eher eine frische Interpretation der damaligen musikalischen Einflüsse. Auch wenn sich gemeinsame Komponenten in den gesellschaftlichen Sehnsüchten der damaligen und jetzigen Generationen finden, so sieht die heutige Zeit deutlich anders aus als die der 80er. So statuiert die heutige NNDW auch ein Exempel mit ihrer DIY-Musikproduktion. NNDW-Artists verwenden zwar auch moderne Technologien, aber setzen bewusst auf raue und authentische Produktionen, die Makel aufweisen. Sie nehmen eben die Musik der NDW und formen sie zu etwas Neuem. So wie die Neue Deutsche Welle es mit dem Punk gemacht hat.
Merkmale der NDW
Die Jugend hörte damals vor allem englischsprachige Pop- und Rockmusik. Deutsch wurde meist nur im Schlager gesungen. Doch inspiriert vom Punk gründeten sich Ende der 1970er zahlreiche neue Bands. Sie gaben sich provokant und rebellisch - und: Sie sangen auf Deutsch.
Bunt, schrill und beliebt
Die Pioniere der Neuen Deutschen Welle drängten bald lautstark in die Musikszene der Bundesrepublik. Schon bald wurde die Welle immer bunter, immer beliebter und schließlich zum Massenphänomen. Die Plattenindustrie suchte jetzt fieberhaft nach neuen Talenten. Selbst Rock'-n'-Roll-Bands wie die Münchener Spider Murphy Gang ("Skandal im Sperrbezirk") bekamen nun das Etikett NDW verpasst.
Auch jenseits der Mauer liebten viele Jugendliche die NDW-Hits aus dem Westen. DDR-Musiker nahmen den musikalischen Trend auf, doch ihre Texte wurden kritisch vom Staat beäugt. Bands wie Juckreiz sangen deshalb vor allem auf Livekonzerten Klartext.
Übermaß des Schrägen
1983 dominierte die NDW die bundesdeutschen Musikcharts. Aber auf den Boom in der Gunst des Publikums folgte schon bald der Überdruss. Die übermäßige Vermarktung der NDW durch die Plattenindustrie wurde zum Bumerang. Bands wie Ideal oder Spliff lösten sich auf. Künstler wie Joachim Witt mussten im Musikbusiness buchstäblich wieder ums Überleben kämpfen. Acts wie Kiz ("Die Sennerin vom Königssee"), Fräulein Menke ("Hohe Berge") oder Ixi ("Der Knutschfleck") blieben One-Hit-Wonder. Nur Shootingstar Nena überlebte den Overkill der Neuen Deutschen Welle. Ihr Titel "99 Luftballons" ging um die Welt und ist bis heute der erfolgreichste Hit der NDW im Ausland.
Die Originale und die Industrielle Welle
Es gab eine künstlerisch avanciertere Variante: die Original Neue Deutsche Welle (ONDW). Zu dieser ONDW gehörten Ende der Siebziger Bands wie Deutsch-Amerikanische Freundschaft und Der Plan, FSK und Gudrun Gut. Damals waren sie Untergrund-Phänomene, die in keinem Feuilleton erwähnt wurden.
Die Kulturindustrie erkannte das kommerzielle Potenzial des Begriffs Neue Deutsche Welle und vermarktete alles, was irgendwie bunt, schrill und deutschsprachig daherkam. NDW boomte mit Eintagsfliegen wie Hubert Kah und Frl. Menke, Markus und Nena wurden zum Traumpaar, aber nach den Flitterwochen war der Spaß vorbei. Nena zog weiter, der Rest verschwand.
Musik und Kunst
Bildende Kunst hatte in der Frühphase der NDW einen sehr hohen Stellenwert. So fand man viele Elemente des Dadaismus und Futurismus in den Texten, aber auch gestalterisch auf den LP-Covern wieder. Musiker, wie Markus Oehlen und Martin Kippenberger wandten sich der Kunst zu und gestalteten die Cover und Bühnenbilder der NDW Bands. Man konnte viele Parallelen zwischen der Kunst der Neuen Wilden und der Musik der NDW finden: Expressiv-abstrakt wurden elementare Themen wie Sex und Angst stilistisch naiv und spontan dargestellt. So wollten Künstler sowie Musiker sich „von den repressiven Zwängen des Intellekts […] der vergangenen Dekade befreien.“
Der Einfluss von Punk und New Wave
Die Neue Deutsche Welle war in ihren Anfängen eine Antwort auf die Punk-Musik aus England, die sich zur New Wave entwickelt hatte. Bekannte Vertreter waren die Talking Heads oder The Police. An diese Musik, aber eben mit deutschen Texten, lehnten sich Bands wie die "Deutsch-Amerikanische Freundschaft" oder "Der Plan" an. In Anlehnung an den Begriff New Wave entstand die "Neue Deutsche Welle".
Typisch NDW: Elektronisch
Typisch für viele New-Wave-Bands war die Verwendung von Synthesizern. Diese Instrumente erzeugen elektronische Töne. Auch die Bands der Neuen Deutschen Welle nutzten bevorzugt Synthesizer als eines ihrer Instrumente. Besonders "Kraftwerk" führte die elektronisch erzeugte Musik zur Vollendung.
Merkmale der Neuen Deutschen Welle
Mit der zunehmenden Vermarktung änderte sich auch der Charakter der Musik. Deutschsprachige Musik wurde, wenn sie nicht typisch für den Schlager war, unter den Begriff NDW gepresst. Oft wurden ironisch Elemente des Schlagers einbezogen. Wichtigstes Stilmittel waren die deutschen Texte. Die kamen oft frech und fröhlich und manchmal auch betont einfach daher. "Ich will Spaß" von Markus oder "Da da da" sind typische Beispiele.
Themen der NDW
Große Themen der NDW-Songs waren eine Resistance gegen zu viel Leistungsdruck und den Kapitalismus und den Blick auf mehr Vergnügen und Leichtigkeit im Leben richten.
Bekannte Vertreter und ihre Werke
Ein (keineswegs vollständiger!) Blick auf Protagonisten und Werke der NDW, von A bis Z:
- A wie Andreas Dorau: Sein Song „Fred vom Jupiter“ handelte von einem Alien, der sich zum Ärger der Männer als großer Frauenschwarm entpuppt.
- B wie „Bruttosozialprodukt“: Größter Hit der Bochumer Band Geier Sturzflug.
- C wie „Codo (… düse im Sauseschritt)“: Lied von DÖF über ein liebebringendes außerirdisches Wesen. Einer der Sommerhits mit Ohrwurmgarantie.
- D wie DÖF: Die Abkürzung der soeben erwähnten Band stand für Deutsch-Österreichisches Feingefühl.
- E wie Extrabreit: Eine der erfolgreichsten NDW-Bands mit Hits wie „Flieger, grüß mir die Sonne“ und „Hurra, hurra, die Schule brennt!“. Außerdem: E wie „Eisbär“: legendäres Lied der Schweizer Band Grauzone.
- F wie Frl. Menke: Sängerin, deren Song „Hohe Berge“ von 1982 viele als Parodie volkstümlicher Schlager werteten, und die damit einen der großen NDW-Hits landete.
- G wie „Gib Gas - Ich will Spaß“: Musikfilm von 1983 mit „Spaß“-Sänger Markus und Nena („99 Luftballons“).
- H wie Hubert Kah: Sein Hit „Sternenhimmel“ ist auf vielen NDW-Kompilationen ganz oben. Von ihm außerdem sehr populär: „Rosemarie“, „Einmal nur mit Erika“, „Engel 07“.
- I wie Ideal: Der West-Berliner Band Ideal gehörte auch Annette Humpe an. Bevor es mit DÖF weiterging, wirkte sie an Ideal-Hits wie „Berlin“ und „Blaue Augen“ mit.
- J wie Joachim Witt: Er sang die NDW-Klassiker „Goldener Reiter“ und „Tri tra trullala (Herbergsvater)“.
- K wie Kraftwerk: Die legendäre Düsseldorfer Band gilt nicht als Teil der NDW, legte mit ihrer Pionierarbeit in der elektronischen Musik aber wichtige Grundsteine auch für deren Sound.
- L wie Luftballons: „99 Luftballons“ von Nena ist einer der NDW-Hits schlechthin und eines der erfolgreichsten Lieder in deutscher Sprache überhaupt.
- M wie „Major Tom“: Mit Bezug auf die von David Bowie erschaffene Raumfahrer-Figur gelang Peter Schilling mit „Major Tom (völlig losgelöst)“ ein großer deutscher wie internationaler Hit.
- N wie „Neue Männer braucht das Land“: Der Titel von Ina Deter wurde von der Frauenbewegung aufgegriffen.
- O wie Otto: Der damals überaus populäre Komiker nahm viele ohnehin humoristische NDW-Hits unter dem Motto „Hänsel und Gretel“ aufs Korn („Hurra, hurra, die Hexe brennt“).
- P wie Peter Illmann: Erster Moderator der Musikfernsehsendung „Formel Eins“ mit jugendlicher Zielgruppe.
- Q wie Quatsch: Als solchen schmähten vor allem die Älteren im Publikum die humorigen Aspekte der NDW.
- R wie „Rock Me Amadeus“: einer der diversen Hits von Falco. Außerdem: R wie Rheingold: Der Song „Dreiklangs-Dimensionen“ war der erste NDW-Titel, der in den deutschen Charts die Top 20 erreichte.
- S wie Spliff: Der Band gelang der kommerzielle Durchbruch mit dem Ohrwurm „Carbonara“. Auch legendär: „Das Blech“. S wie Spider Murphy Gang: Die bayerische Band regte mit ihrem Hit „Skandal im Sperrbezirk“ manchen auf, weil das Wort „Nutten“ im Text vorkam.
- T wie Trio: „Da da da“ war der Gaga-Hit schlechthin von dieser Band mit Stephan Remmler.
- U wie UKW: eine Band, die vor allem mit dem Lied „Sommersprossen“ in den Charts auf sich aufmerksam machte.
- V wie Voran: „Ein Jahr (es geht voran)“ von Fehlfarben war ein großer Hit.
- W wie Waldsterben und Weltkrieg: Große Angst-Themen der 1980er-Jahre, welche die NDW in ihren ernsteren Momenten aufgriff. W wie „Wissenswertes über Erlangen“: Hit von Foyer des Arts, der Fremdenführer und Stadtrundfahrten parodiert.
- X wie Ixi: Ihr Ohrwurm aus dem Jahr 1983 war insbesondere bei Pubertierenden populär: „Mach mir doch kein‘ Knutschfleck“.
- Y wie „Yps“: das legendäre Comic-Magazin mit dem beigelegten Gimmick war zur Zeit der NDW ebenfalls auf dem Höhepunkt seiner Popularität.
- Z wie ZaZa: Peter La Bonté alias ZaZa schuf das Lied „Zauberstab“.
Das Ende der NDW
Durch die unzähligen Veröffentlichungen und Hits war der Markt bald übersättigt, waren die ursprünglichen Bands enttäuscht und die Zuhörer des Stils überdrüssig. So löste sich die Bewegung nach 1983 langsam auf.