Neue Entwicklungen in der Neurologie in Witten/Herdecke: Ein Überblick

Die Neurologie ist ein sich ständig weiterentwickelndes Feld, in dem kontinuierlich neue Erkenntnisse gewonnen werden, die die Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen verbessern. In Witten/Herdecke und Umgebung gibt es verschiedene Initiativen und Schwerpunkte, die zu diesem Fortschritt beitragen. Dieser Artikel bietet einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Schwerpunkte in der Neurologie in dieser Region, insbesondere unter Berücksichtigung der Universität Witten/Herdecke und der umliegenden Kliniken.

Neurogeriatrie am Evangelischen Krankenhaus Witten

Das Evangelische Krankenhaus (EvK) Witten hat einen neuen Schwerpunkt in der Neurogeriatrie aufgebaut, um den Bedürfnissen älterer Patienten mit neurologischen Erkrankungen gerecht zu werden. Dieser Bereich wird von den Neurologen Dr. David Minwegen und Anja Ranft geleitet.

Demografischer Wandel und neurodegenerative Erkrankungen

Immer mehr Menschen leiden im Alter an neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, Multipler Sklerose, Demenz, Delir, Schlaganfall, Schwindel, Bewegungsstörungen oder Schluckstörungen, oft in Kombination mit anderen Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz-, Lungen- und Nierenschwäche. Das EvK Witten reagiert auf diese Entwicklung mit einem spezialisierten Angebot in der Neurogeriatrie.

Fachübergreifende Diagnostik und Therapie

„Häufig kommen die Patienten aufgrund anderer Beschwerden zu uns, und die neurodegenerativen Erkrankungen müssen mitbehandelt werden oder werden hier erstmals festgestellt“, erklärt Dr. David Minwegen. Daher sind fachübergreifende Diagnosen und gemeinsame Therapiekonzepte von Neurologen und Altersmedizinern von großer Bedeutung. Dr. Minwegen und Anja Ranft verfügen über Expertise in beiden Fachgebieten, da sie Fachärzte für Neurologie und zusätzlich geriatrisch ausgebildet sind.

Schluckdiagnostik

Ein wichtiger Aspekt in der Neurogeriatrie ist die Schluckdiagnostik. Schluckstörungen treten häufig bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen auf und können zu einer lebensbedrohlichen Aspiration (Verschlucken von Nahrung oder Flüssigkeit in die Lunge) führen. Im EvK Witten wird die flexible endoskopische Evaluation des Schluckens (FEES) eingesetzt, um Schluckstörungen abzuklären. Dabei wird der Schluckvorgang über ein durch die Nase eingeführtes flexibles Endoskop in Echtzeit beobachtet.

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Weitere diagnostische Verfahren

Neben der Schluckdiagnostik werden bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie des Gehirns, neurophysiologische Tests wie Elektroenzephalographie (EEG) oder Elektroneurographie (ENG) sowie eine Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit eingesetzt, um neurodegenerative Erkrankungen sicher zu diagnostizieren.

Behandlung von Parkinson-Patienten

Ein Schwerpunkt der neurogeriatrischen Abteilung liegt auf der Behandlung von Parkinson-Patienten. Die Parkinsonkomplextherapie, die im EvK Witten angeboten wird, basiert auf einem interdisziplinären Ansatz. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen soll, spielen intensive therapeutische und pflegerische Maßnahmen eine wichtige Rolle: Physiotherapie, Ergotherapie, psychosoziale Unterstützung und Logopädie.

Frührehabilitation

Das Leistungsspektrum der Abteilung umfasst auch die Frührehabilitation nach einem Schlaganfall oder einer neurochirurgischen Operation, um die Funktionen des betroffenen Körperteils rasch wiederherzustellen oder zu verbessern.

Stiftungsprofessur für Narkolepsie- und Hypersomnolenzforschung an der Universität Witten/Herdecke

An der Universität Witten/Herdecke wurde eine Stiftungsprofessur für Narkolepsie- und Hypersomnolenzforschung eingerichtet, die von Univ.-Prof. Dr. Ulf Kallweit geleitet wird. Diese Professur widmet sich der Erforschung und Behandlung von Schlaf- und Wacherkrankungen.

Bedeutung von Schlafstörungen

Tagesschläfrigkeit und Müdigkeit betreffen einen erheblichen Teil der Bevölkerung und können als primäre Schlafstörungen oder als Symptome anderer Erkrankungen auftreten. Die Forschung an der Universität Witten/Herdecke zielt darauf ab, die Ursachen und Mechanismen dieser Störungen besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

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Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte umfassen:

  • Erkrankungen mit Hypersomnolenz zentralen Ursprungs, insbesondere Narkolepsie
  • Zentrum für seltene Schlaferkrankungen (CeSER)
  • Klinische Schlaf- und Neuroimmunologie

Aktuelle Forschungsergebnisse

Aktuelle Forschungsergebnisse der Universität Witten zeigen, dass ketogene Ernährung und Bewegung neue Chancen für Menschen mit Narkolepsie bieten können, um die extreme Tagschläfrigkeit auch ohne Medikamente zu verbessern.

Auszeichnungen

Die UW/H-Doktorandin Frederike Tepel wurde für ihre Forschung zur Behandlung von Narkolepsie ausgezeichnet.

Lehrstuhl für Neurologie I und Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie

Der Lehrstuhl für Neurologie I sowie die Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie haben wissenschaftliche Schwerpunkte in der Diagnostik und Therapie von neurodegenerativen Erkrankungen, der akuten Schlaganfallbehandlung und der Behandlung von neuroimmunologischen Erkrankungen.

Ausbildungsziel

Ausbildungsziel des Modellstudiengangs Humanmedizin und damit auch des Lehrstuhls für Neurologie ist die lernfähige Arztpersönlichkeit. Lebenslanges Lernen, Handlungskompetenz und Persönlichkeitsbildung sollen im Studium gefördert werden.

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Forschung

Neben der klinischen Arbeit ist die Forschung eine wichtige Aufgabe einer Universitätsklinik. Die Mehrzahl der Projekte beinhaltet klinische Forschung mit dem direkten Ziel, die Diagnostik und Therapie verschiedener neurologischer Erkrankungen zu verbessern.

Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke: Neurologie mit anthroposophischem Ansatz

Am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke hat Dr. med. Sebastian Schimrigk die Leitung der Abteilung für Neurologie übernommen. Er kombiniert hochkarätige Schulmedizin mit den besonderen Aspekten der anthroposophisch orientierten Behandlungsmöglichkeiten.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Abteilung für Neurologie ist zentraler Bestandteil des modernen Zentrums für Neuromedizin am Gemeinschaftskrankenhaus. Zehn Fachabteilungen arbeiten interdisziplinär zusammen.

Behandlungsspektrum

Zum Behandlungsspektrum gehören Schlaganfallerkrankungen, entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems, extrapyramidalmotorische Erkrankungen und Bewegungsstörungen, epileptische Syndrome sowie periphere Nerven- und Muskelerkrankungen.

Veranstaltungshinweis: Update Neurologie

Am 25. September 2023 fand eine Veranstaltung zum Thema "Update Neurologie" statt, die vom Klinikum Dortmund gGmbH in Kooperation mit der Universität Witten/Herdecke und der Helios Klinik Wuppertal organisiert wurde.

Programm

Das Programm umfasste Vorträge zu verschiedenen Themen der Neurologie, darunter:

  • Multiple Sklerose/Neuroimmunologie
  • Cerebrale Mikroangiopathie und Amyloid-Angiopathie
  • Epilepsie
  • Künstliche Intelligenz in der Neurologie
  • CIDP? MMN? MADSAM?
  • Neuroophthalmologische Erkrankungen
  • Update Neueinführungen 2024/25 (Auszug neuer Medikamente in der Neurologie: Lecanemab, Gepante (Rimegepant, Atogepant), Eplontersen, Tofersen, Zilucoplan, Rozanolixizumab, Ublituximab)

Referenten

Zu den Referenten gehörten:

  • Vanessa Behrens, Dr. (Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum GmbH)
  • Julia Biermann, Prof. (Augenärzte im Kreuzviertel, Praxis Dr. Simone Lücking-Lenkitsch, Münster)
  • Gisa Ellrichmann-Wilms, Prof. (Klinikum Dortmund gGmbH)
  • Juraj Kukolja, Prof. (Helios Universitätsklinikum Wuppertal)
  • Adrian Nasca, Dr. (Helios Universitätsklinikum Wuppertal)
  • Kalliopi Pitarokoili, PD Dr. (Katholisches Klinikum Bochum)

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