Epilepsie-Spezialisten in Deutschland: Diagnose, Behandlung und Anlaufstellen

Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen. Etwa ein Mensch von 100 ist davon betroffen. Die Schön Kliniken bieten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Epilepsie eine hoch spezialisierte Diagnostik und umfassende Therapie an. Als international renommierte Klinik gehört die Schön Klinik Vogtareuth zu den führenden Adressen bei der Behandlung einer Epilepsie. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Epilepsie, ihre Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und die Spezialisten in Deutschland, die Ihnen helfen können.

Was ist Epilepsie?

Die Epilepsie beschreibt Erkrankungen, bei denen es wiederholt zu epileptischen Anfällen kommt. Es handelt sich um die häufigste chronische Krankheit des zentralen Nervensystems.

Ein epileptischer Anfall ist eine zeitlich begrenzte Funktionsstörung der Hirnnervenzellen. Je nachdem, welche Nervenzellen betroffen sind, kommt es zu verschiedenen Symptomen. Das Spektrum kann von einem Krampfen des ganzen Körpers bis zu einem Zucken oder die Bewegung einzelner Körperteile gehen. Der Anfall kann sich aber auch in einer vorübergehenden Abwesenheit zeigen.

Epileptische Anfälle können bei jedem Menschen und in jedem Lebensalter auftreten. Ein einzelner Anfall bedeutet jedoch noch nicht gleich Epilepsie. Erst bei mehrfachen Anfällen in gewissen Zeiträumen oder epilepsietypische Signale im EEG spricht man von einer Epilepsie. Bei fast jedem dritten Patienten, der mit der Verdachtsdiagnose „Epilepsie“ vorgestellt wird, stellt sich heraus, dass die Anfälle eine andere Ursache haben.

Epilepsie Arten

Grundsätzlich unterscheidet man in der Medizin zwischen fokalen und generalisierten Anfällen.

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  • Fokale Anfälle: Bei fokalen Anfällen sind nur bestimmte Bereiche des Gehirns am Anfall beteiligt und entsprechend sind nur einzelne Körperregionen beteiligt. Zum Beispiel kann bei einem fokalen Anfall nur das Augenlid zucken. Außerdem werden fokale Anfälle in solche mit Bewusstseinsstörung und solche ohne Bewusstseinsstörung unterteilt. Eine Bewusstseinsstörung zeigt sich meist als kurze Eindämmerung, die so unauffällig für Außenstehende verläuft, dass es ihnen meist nicht auffällt. In der Regel haben Betroffene keine Erinnerung an den Anfall.

  • Generalisierte Anfälle: Bei generalisierten Anfällen ist das ganze Gehirn vom Anfall betroffen. Entweder von Anfang an oder aus einem fokalen Anfall ausgehend. Generalisierte Anfälle zeigen sich als sogenannte Absenzen, die kurze Zeit dauern und in denen die betroffene Person nicht ansprechbar ist. Des Weiteren werden auch myoklonischen Anfällen, die sich als plötzliche und kurze Zuckungen von ganzen Muskelgruppen zeigen, zu den generalisierten Anfällen gezählt. Außerdem zählen auch Anfälle, die zu einer Versteifung und dann zum Krampfen des ganzen Körpers führen, Grand Mal genannt, zu den generalisierten Anfällen.

Epilepsie Ursache

Für Epilepsien können verschiedene Ursachen verantwortlich sein. Doch in etwa der Hälfte der Fälle bleibt die Ursache ungeklärt. Mögliche bekannte Ursachen sind:

  • Andere neurologische Erkrankung mit Epilepsie als Symptom
  • Stoffwechselkrankheiten
  • Pränatale Fehlentwicklungen
  • Neurologische Schädigungen während Schwangerschaft und Geburt
  • Vergiftungen
  • Hirnverletzungen
  • Genetische Faktoren

Epilepsie Symptome

Bei einfachen fokalen Anfällen kommt es meist zu einem Muskelkrampf bei dem das Bewusstsein bleibt. Erst bei komplexeren Anfällen kann das Bewusstsein eingeschränkt sein oder kurz aussetzen.

Die generalisierten Anfälle werden in verschiedene Formen eingeteilt:

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  • Absenzen: Kurze Bewusstseinsstörung, wobei der Patient lediglich in der Tätigkeit erstarrt und nach wenigen Sekunden so tut als ob nichts gewesen wäre.
  • Myoklonische Anfälle: Plötzlich auftretende, kurze, beidseitige Muskelzuckungen
  • Klonische Anfälle: Muskelzuckungen. Arme und Beine können heftig zucken. Außerdem kommt es zu eine, vermehrten Speichelfluss, sodass Betroffene Schaum vor dem Mund haben können.
  • Tonische Anfälle: Muskelkrämpfe. Die Betroffenen versteifen oft Arme und Beine und stürzen. Dabei ist die Verletzungsgefahr sehr hoch. Es kann zu Bisswunden an der Zunge oder den Backen kommen.
  • Atonische Anfälle: Plötzliches Zusammenfallen der Muskelspannung, kurze Bewusstlosigkeit
  • Status epilepticus: Notfall. Der Status epilepticus beschreibt den Zustand bei dem die epileptischen Anfälle in so kurzen Abständen auftreten, dass sich der Betroffene zwischendurch nicht mehr erholen kann. Dieser Zustand muss umgehend vom Notarzt medikamentös unterbrochen werden, da es sonst zu schweren Hirnschädigungen kommen kann.

Epilepsie Behandlung

Epilepsien werden in der Regel in einem ersten Schritt konservativ, das heißt medikamentös behandelt. Dabei kommen Medikamente der Gruppe Antiepileptika zum Einsatz. In schwerwiegenden Fällen müssen mehrere Medikamente gleichzeitig gegeben werden und unterschiedliche Kombinationen ausprobiert werden. Die Antiepileptika sollen einem epileptischen Anfall vorbeugen. Die medikamentöse Behandlung einer Epilepsie ist daher immer eine Langzeittherapie und dauert meistens mehrere Jahre. Folgende Faktoren wirken ebenfalls präventiv und schützen vor einem weiteren Anfall:

  • Regelmäßige Medikamenteneinnahme
  • Geregelte Lebensführung mit regelmäßigem Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Gesunde ausgewogene Ernährung
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen
  • Stressvermeidung
  • Vermeiden von anfallsprovozierenden Faktoren

Für eine kleine Zahl von Betroffenen, mit sogenannten therapieresistenten Epilepsien, ist eine medikamentöse Therapie nicht ausreichend. Ihnen kann mit moderner Medizin durch einen neurochirurgischen Eingriff (Epilepsiechirurgie) geholfen werden, sofern sich der Herd in einer genau umschriebenen Region des Gehirns befindet.

Epilepsiechirurgie

Unter Epilepsie-Chirurgie versteht man eine spezielle, von Neurochirurgen durchgeführte Gehirnoperation, bei der Hirngewebe, von dem epileptische Anfälle ausgehen und das sonst keine sinnhafte Funktion hat, gezielt entfernt wird. Diese sogenannten epileptogenen Herde bei einer fokalen Epilepsie zu entdecken und eine Entscheidungsgrundlage zur epilepsie-chirurgischen Operation zu schaffen, ist Aufgabe unserer epileptologisch spezialisierten Neurologinnen und Neurologogen sowie Neuroradiologinnen und -radiologen.

Nicht jeder Mensch, der an einer Epilepsie leidet, ist ein Kandidat für eine Operation. Wenn aber diese Chance diagnostisch entdeckt wird, kann sie das Leben mit Epilepsie entscheidend verändern, bis hin zur Anfallsfreiheit ohne antikonvulsive Medikation. Deshalb bieten unsere Epilepsie-Spezialisten in der Schön Klinik Vogtareuth in Südostbayern umfassend alle notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen an.

Die präoperative Vorbereitung hat bei neurochirurgischen Operationen, beispielsweise bei epilepsie-assoziierten Tumoren, einen hohen Stellenwert. Die bildgebende Diagnostik muss exakt aufzeigen, wo die zu operierende Verletzung lokalisiert ist. Und auch während einer neurochirurgischen Operation kommen immer die modernsten Verfahren, wie Neuromonitoring, zum Einsatz.

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Ketogene Diät

Die ketogene Diät ist eine anerkannte Therapieform für pharmakoresistente Epilepsien vor allem im Kindesalter. In der Schön Klinik Vogtareuth legen wir sehr viel Wert auf die Integration der Ernährungstherapie in Ihren Behandlungsplan. Unsere spezialisierten Ernährungsberaterinnen und -berater haben selbst verschiedene Kochbücher zu ketogener Diät geschrieben.

Epilepsie Folgen

Unter medikamentöser Behandlung bleiben viele Patienten anfallsfrei und können ein normales Leben führen. Allerdings kann es nach einem Anfall zu einer „Bewährungsphase“ kommen, bei der der Betroffene auf Tätigkeiten, die sich selber oder andere Leute gefährden könnte, wie zum Beispiel Autofahren oder Gerüstbauen, verzichten. Bleibt der Betroffene nach einem bestimmten Zeitraum ohne Anfall, können solche Tätigkeiten wieder aufgenommen werden.

Grand-Mal-Anfälle kann das Gehirn lange Zeit kompensieren. Später kann es zu folgenden Defiziten kommen:

  • Aufmerksamkeitsstörungen und Konzentrationsstörungen
  • Lernstörungen
  • Auffälligkeitsstörungen
  • Erhöhte Verletzungsgefahr

Wo finde ich Epilepsie-Spezialisten in Deutschland?

Fachärzte der Neurologie sind Spezialisten für epileptische Anfälle und Epilepsien. Sie sind für die Diagnose und medikamentöse Therapie verantwortlich. Sollte eine Operation nötig sein, wird ein Facharzt für Neurochirurgie hinzugezogen. In vielen Fällen erreicht der Notarzt als erstes den Betroffenen während oder nach einem generalisierten Anfall.

Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) und die Arbeitsgemeinschaft für prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie (AG Epilepsiechirurgie) haben Kriterien zur Zertifizierung von Epilepsiezentren erstellt (siehe www.dgfe.info → Kommissionen → Epilepsiezentren).

Zertifizierte Epilepsiezentren in Deutschland (Stand: 03.)

  • Epilepsiezentrum Kleinwachau: Wachauer Straße 30, 01454 Radeberg, Dr. med. med. med.
  • KH Königin Elisabeth Herzberge Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg: Herzbergstraße 79, 10365 Berlin, Prof. Dr. med.
  • Neurologie Epilepsiezentrum für Kinder/Jugendl.: Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, Prof. Dr. 030.450-566-112
  • Vivantes-Humboldt-Klinikum Klinik für Neurologie - Epilepsiezentrum: Am Nordgraben 2, 13509 Berlin, Prof. Dr. med. 030.35-5705
  • Klinikum Westbrandenburg Klinik für Neuro- und Sozialpädiatrie Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche: Charlottenstraße 72, 14467 Potsdam, Dr. med. Dr. med. med.
  • Neuropädiatrie Ferdinand-Sauerbruch-Straße 1: 17475 Greifswald, Prof. Dr. med. 03834.86-6390
  • Unversitätsmedizin Greifswald Klinik und Poliklinik für Neurologie: Ferdinand-Sauerbruch-Straße 1, 17489 Greifswald, Prof. Dr. med.
  • KKH Wilhelmstift: Liliencronstraße 130, 22149 Hamburg, Dr. med.
  • Krankenhaus Alsterdorf Klinik für Neurologie/Epileptologie Epilepsie-Spezialambulanz: Paul-Stritter-Weg 1, 22237 Hamburg-Alsterdorf, Dr. med. 040.50 77 4206
  • UKSH - Campus Kiel Klinik für Kinder und Jugendmedizin II Klinik für Neuropädiatrie: Arnold-Heller-Straße 3 | Haus 9, 24105 Kiel, Prof. Dr. med. med. Dipl.-Psych. 0431.
  • Universitätsklinikum Münster Klinik für Neurologie Epilepsiezentrum Münster-Osnabrück: Albert-Schweitzer-Campus 1 - Geb. A1, 48149 Münster, Dr. med. med. med.
  • DRK-Kinderklinik Siegen Klinik für Neuropädiatrie: Wellersbergstraße 60, 57072 Siegen, Dr. 02303.100-65113
  • Fachklinik für Neuro- und Sozialpädiatrie Königsborn: Zimmerplatz 1, 59425 Unna, Dr. med. Dr. med. Dr. med. Dr. med. Dr. med.
  • Epileptologie: Hoppe-Seyler-Straße 3, 72076 Tübingen, Prof. Dr. med. Dr. med. med. Dr. med. Dr. Dr. Dr. med. 08038.90-1449
  • ZfP Südwürttemberg - Weissenau Epilepsiezentrum Bodensee: Weingartshofer Straße 2, 88214 Ravensburg, Dr. med. med. med.
  • Hedwig Neuropädiatrie: Steinmetzstraße 1 - 3, 93049 Regensburg, Dr. med.

Weitere Anlaufstellen und Spezialisten

Neben den zertifizierten Epilepsiezentren gibt es in Deutschland zahlreiche weitere Kliniken, Ambulanzen und Praxen, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Epilepsie spezialisiert haben. Hier eine Auswahl:

  • Ruhr-Epileptologie (Bochum): Bietet das gesamte Spektrum der Epileptologie für Patienten ab 16 Jahren, von der Differentialdiagnose bis zur Epilepsiechirurgie. Enge Kooperationen mit anderen neurologischen Disziplinen.
  • Epilepsiezentrum des Uniklinikums Erlangen: Bietet umfassende Diagnostik und Therapie für Epilepsien und andere Anfallserkrankungen, inklusive präoperativer Epilepsiediagnostik und Epilepsiechirurgie. Schwerpunkt auf schwerbehandelbaren Epilepsien.
  • Schön Klinik Vogtareuth: International renommiert für die Behandlung von Epilepsie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Bietet hochmoderne Diagnostik und individuelle Therapiekonzepte.
  • Norddeutsches Epilepsiezentrum Hamburg: Umfassende Versorgung von Menschen mit Epilepsie.

Es gibt auch zahlreiche Schwerpunktpraxen Epileptologie in Deutschland. Eine Liste von Ärzten und Kliniken finden Sie oben im Text.

Epilepsie-Beratungsstellen

Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie listet auf ihrer Webseite auch Beratungsstellen für Menschen mit Epilepsie und deren Angehörige.

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