Kompetente neurologische Versorgung in Osnabrück: Von Parkinson bis Multiple Sklerose

Die neurologische und psychiatrische Versorgung im Raum Osnabrück ist vielfältig. Im Stadtteil Schinkel wird eine kompetente, persönliche und wohnortnahe fachärztliche Versorgung für die Bereiche Neurologie und Psychiatrie angeboten. Die Praxen untersuchen und behandeln das gesamte Spektrum von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen. Neben der Behandlung in der Praxis, existieren auch zertifizierte Anlaufstellen wie die Spezialambulanz im Marienhospital Osnabrück - Standort Natruper Holz, die sich besonders auf die Versorgung von MS-Patient*innen konzentriert.

Leistungsspektrum und Diagnostische Möglichkeiten

Das Leistungsspektrum umfasst die Diagnostik und Therapie verschiedenster neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen. Ziel ist es, Patienten eine umfassende Informationsplattform rund um das Thema Neurologie und Psychiatrie zur Verfügung zu stellen und über Krankheitsbilder in diesen Bereichen aufzuklären.

Die neurologische Abteilung im Marienhospital Osnabrück - Standort Natruper Holz hat sich mit einer umfassenden Diagnostik auf die Behandlung von Multipler Sklerose eingerichtet:

  • MRT-Untersuchung des zentralen Nervensystems
  • Untersuchung der Sehnerven (visuell evozierte Potentiale (VEP) = Schachbrettmusteruntersuchung)
  • Untersuchung der zentralen Nervenbahnen (MEP, SEP)
  • Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) und weitere spezielle Laboruntersuchungen

Parkinson-Erkrankung: Ursachen, Symptome und Diagnostik

Die Parkinson-Erkrankung, erstmals 1817 ausführlich beschrieben und damals "Schüttellähmung" genannt (shaking palsy, James Parkinson 1817), ist eine neurodegenerative Erkrankung. Dabei kommt es aus verschiedenen Ursachen zu einem vorzeitigen Verlust dopaminerger Nervenzellen im Gehirn. Diese Nervenzellen produzieren Dopamin - einen wichtigen Nervenüberträgerstoff (Neurotransmitter) des Gehirns.

Ein Mangel an Dopamin führt zu den klassischen Symptomen:

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  • Zittern in Ruhe
  • Muskelsteifheit
  • Geh- und Gleichgewichtsstörungen

Frühsymptome können Riechstörungen, Depressionen und eine Störung des Traumschlafs sein.

Diagnostische Verfahren bei Parkinson

Um eine genaue Diagnose zu stellen, werden Patienten nach Beobachtung der typischen Parkinson-Symptome weiter untersucht. Dazu stehen unterschiedliche diagnostische Verfahren zur Verfügung:

  • Bildgebende Untersuchung des Gehirns mittels CT oder Kernspintomographie
  • Ultraschall der Dopamin produzierenden "Schwarzen Substanz" (Substantia negra)
  • L-Dopa-Test, um das Ansprechen des Patienten auf Dopamin zu testen: Patienten mit einer Parkinson-Erkrankung reagieren schnell, eindeutig und langfristig auf die Behandlung mit L-Dopa
  • Ein DAT-Scan (nuklearmedizinische Diagnostik) kann in speziellen Diagnosefragestellungen sinnvoll sein
  • Autonome Funktionstests wie Überprüfung von Blutdruck und Herzfrequenz bei Lagewechsel
  • Überprüfung der Kupferkonzentration im Blut bei Auftreten der Symptome vor dem 50. Lebensjahr

Parkinson-Komplexbehandlung in Osnabrück

Die Abteilung für Neurologie in Osnabrück bietet die Möglichkeit, eine stationäre Parkinson-Komplexbehandlung wahrzunehmen. Je nach Ausprägung der Symptomatik werden die Patienten 14 bis 20 Werktage aufgenommen.

Bausteine der Behandlung sind:

  • Fachärztliche neurologische Betreuung
  • Speziell auf die Bedürfnisse von Parkinsonpatienten zugeschnittenes physiotherapeutisches Programm LSVT-BIG
  • Logopädisches Konzept LSVT-LOUD
  • Intensive ergotherapeutische Begleitung

Multiple Sklerose: "Die Erkrankung mit den 1.000 Gesichtern"

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems mit sehr unterschiedlichen Verläufen. In Deutschland sind schätzungsweise 250.000 Menschen betroffen. Es handelt sich um die häufigste neurologische Erkrankung im jungen Erwachsenenalter, wobei etwas mehr Frauen als Männer betroffen sind.

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Die neurologische Abteilung im Marienhospital Osnabrück - Standort Natruper Holz, ist mit einer Spezialambulanz besonders auf die Versorgung von MS-Patient*innen eingerichtet. Die Ambulanz ist als Schwerpunktpraxis der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft zertifiziert und besteht seit mehr als 30 Jahren.

Ursachen und Symptome der Multiplen Sklerose

Multiple Sklerose ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Schätzungsweise 240.000 Patienten sind allein in Deutschland betroffen. MS tritt am häufigsten bei jüngeren Menschen zwischen 20 und 40 Jahren erstmals auf. Zu Beginn der Erkrankung werden vorwiegend die Nervenumhüllungen durch das eigene Immunsystem angegriffen, im Verlauf auch der Nerv selbst. Die Krankheit verläuft anfangs zu 80 % schubförmig. Nach einem solchen Schub können sich die Symptome vollständig zurückbilden. Ohne Behandlung findet meist ein Übergang in eine schleichend fortschreitende Form der Erkrankung statt.

Genetische und immunologische Faktoren spielen ebenso wie äußere Einflüsse eine Rolle in der Krankheitsentstehung. Rund 150 Gene wurden bereits identifiziert, die mit MS in Zusammenhang stehen. Die Multiple Sklerose tritt umso häufiger auf, je weiter die Menschen vom Äquator entfernt leben. Durch die medizinischen Fortschritte ist MS eine Erkrankung, deren Verlauf beeinflussbar geworden ist. Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine frühzeitige Diagnose wichtig.

Therapie bei Multipler Sklerose

Angesichts der höchst unterschiedlichen Symptomatik und Verläufe bei Multipler Sklerose ist eine individualisierte Therapie essenziell. Die langfristige und engmaschige Versorgung der MS-Patient*innen bildet deshalb den Schwerpunkt der Arbeit im Marienhospital Osnabrück.

Das MS-Kernteam umfasst:

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  • Dr. Andrea Neundorf (Leiterin)
  • Frau Taszus und Frau Lammers (MS Nurses)
  • Frau Kryvda (ärztliche Ansprechpartnerin)

Das Team erläutert die Erkrankung und Therapiemöglichkeiten in verständlicher Sprache, begleitet Patienten in allen Phasen der Erkrankung und Therapie und gibt Informationen zu besonderen Themenbereichen wie Kinderwunsch und Familienplanung bei MS, Ernährung und Schlaf bei MS, Selbsthilfegruppen der DMSG und Möglichkeiten zur Sozialberatung.

Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

Die ASV bietet Menschen mit komplexen Erkrankungen und besonderen Krankheitsverläufen eine qualitativ hochwertige Behandlung und Betreuung durch Spezialistinnen unterschiedlicher Fachrichtungen. Diese arbeiten als Team zusammen und übernehmen gemeinsam und koordiniert die medizinische Versorgung. Dabei stellt das ASV-Team sicher, dass alle erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen bei Bedarf erbracht werden. Zu der Behandlung können auch nichtärztliche Berufsgruppen und soziale Dienste hinzugezogen werden. Das Angebot wird von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen. Ziel ist es, die Versorgung der Patientinnen zu verbessern.

Vorteile der ASV

  • Betreuung durch Expert*innen
  • Klare Strukturen
  • Möglichst kurze Wartezeiten
  • Ganzheitliche Behandlung
  • Enge Vernetzung der Ärzt*innen
  • Umfassende Informationen
  • Kostenfreie ASV-Teilnahme für Patient*innen
  • Teilnahme an Studien möglich
  • Kurzfristige MRT-Diagnostik

Zugang zur ASV

Um eine medizinische Versorgung in der ASV in Anspruch nehmen zu können, ist in der Regel eine Überweisung durch einen niedergelassenen Ärztin notwendig. Eine ASV kann jedoch auch von einer Krankenhausärztin am Ende eines stationären Aufenthaltes veranlasst werden.

Patienten können ihr ASV-Team grundsätzlich frei wählen, wobei die Wahlmöglichkeit dadurch eingeschränkt sein kann, dass es kein weiteres ASV-Team für die entsprechende Krankheit in der Nähe gibt. Ein Wechsel wäre jedoch auch während einer bereits begonnenen ASV-Betreuung möglich. Patienten können die ASV jederzeit auf eigenen Wunsch verlassen.

Die Dauer der Behandlung ist sehr unterschiedlich und hängt von der Art der Erkrankung sowie der notwendigen Therapie ab. Solange das Krankheitsbild den Kriterien der ASV entspricht, kann die ambulante spezialfachärztliche Versorgung in Anspruch genommen werden.

Ergänzend gibt es Angebote von Selbsthilfeorganisationen, sozialen Diensten oder nichtärztlichen Berufsgruppen, über die das ASV-Team informiert.

Die Teamleitung für das ASV-Team ist eine Fachärztin des Krankenhauses, die/der erster Ansprechpartnerin für Patientinnen ist und die Behandlung koordiniert. Das Kernteam besteht aus der Teamleitung sowie weiteren, für die Behandlung notwendigen, Fachärztinnen. Sofern medizinisch erforderlich, können weitere Ärzt*innen hinzugezogen werden.

In die Entscheidungsfindung zu den einzelnen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen werden die Patient*innen umfassend eingebunden.

Sprechzeiten von Dr. Windhagen und Dr. Gräfe

  • Dr. Susanne Windhagen: Mo-Fr 9 - 12 Uhr
  • Dr. Bettina Gräfe: Di & Do 9 - 12 Uhr

Multiple Sklerose und NMOSD: Chronisch entzündliche Erkrankungen

Bei der Multiplen Sklerose oder verwandten Krankheitsbildern wie den Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) handelt es sich um chronisch entzündliche Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark. Als Folge können - individuell in Art und Ausmaß sehr unterschiedlich - vorübergehende oder bleibende Funktionsstörungen u. a. der Motorik, der Sensibilität, der Koordination, des Sehens und Sprechens auftreten, aber auch unsichtbare Symptome wie Blasen- oder Mastdarmfunktionsstörungen, eine abnorme Ermüdbarkeit oder Konzentrationsstörungen.

Seit der Jahrtausendwende haben sich die Therapiemöglichkeiten enorm verbessert und verbessern sich kontinuierlich weiter, oft sind aber eine Vielzahl von individuellen Aspekten zu beachten. Dabei stehen kompetente Fachkräfte mit Rat und Tat und großer Erfahrung zur Seite.

Hierzu gehören folgende Aspekte:

  • Sicherung oder Überprüfung („zweite Meinung“) der Diagnosen und Abgrenzung zu ähnlichen Krankheitsbildern
  • Vorbeugende prophylaktische Immuntherapie
    • Besprechung der Notwendigkeit
    • ggf. Einleitung und/oder fortlaufende Begleitung gemäß aktuellstem Stand der Wissenschaft
    • Überwachung der Wirksamkeit und Sicherheit
    • Klärung der Notwendigkeit eines Therapiewechsels
    • Beratung bei speziellen Fragen wie Kinderwunsch und Impfungen
  • Schubtherapie
    • Besprechung der Notwendigkeit
    • hochdosierte Kortisonpulstherapien (in der Regel ambulante Gabe möglich)
    • bei schweren Schüben evtl. Plasmapherese /Immunadsorption in stationärem Rahmen
  • Symptombezogene Therapie bei bestehenden Beschwerden wie z.B. Störungen der Motorik, der Blasenfunktion oder abnormer Ermüdbarkeit
    • Heilmittel (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie) und Hilfsmittel
    • Medikamentöse Therapie
    • Zusammenarbeit mit ggf. weiteren Fachärzten (z.B. für Urologie)
    • Ambulante Schluckdiagnostik
    • Teilnahme an einzelnen Studienprojekten

Multiple Sklerose und NMOSD sind Krankheitsbilder, die ganz überwiegend ambulant behandelt werden können.

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