Das St. Ansgar Krankenhaus im Klinikum Weser-Egge bietet mit seiner neurologischen Klinik ein breites Spektrum an Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankungen des Nervensystems. Unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Mark Obermann, Facharzt für Neurologie mit den Zusatzbezeichnungen Intensivmedizin, Schmerztherapie und Geriatrie, wird die Abteilung kontinuierlich ausgebaut. Das Ziel ist es, Patienten mit neurologischen Erkrankungen eine bestmögliche medizinische und persönliche Versorgung zu bieten.
Die Bedeutung des Nervensystems
Unser Nervensystem, bestehend aus Milliarden von Nervenzellen (Neuronen), ist für eine Vielzahl von Funktionen verantwortlich. Es steuert unsere Sprache, Sinneswahrnehmung, Bewegungen, Körperfunktionen und Gefühle. Erkrankungen des Gehirns, Rückenmarks, der Nerven oder Muskeln können daher erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Die Neurologische Klinik im St. Ansgar Krankenhaus setzt vielseitige therapeutische, apparative und medikamentöse Behandlungsformen ein, um die Regenerationskraft des Nervensystems und der Muskeln anzuregen. Ein speziell ausgebildetes Team aus Ärzten und Pflegern legt großen Wert darauf, die Patienten auch empathisch auf diese Herausforderungen vorzubereiten.
Schwerpunkte der Neurologischen Klinik
Die Neurologische Klinik im St. Ansgar Krankenhaus deckt ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen ab. Zu den Schwerpunkten gehören:
Schlaganfallversorgung auf der Stroke Unit
Die Klinik verfügt über eine zertifizierte Stroke Unit mit acht Betten zur Akutversorgung von Schlaganfallpatienten. Hier zählt jede Minute, denn "Time is brain". Wichtig ist, die Ursache des Schlaganfalls möglichst schnell zu erkennen. Dies erfolgt durch Darstellung der hirnversorgenden Arterien bereits in der Aufnahmesituation mit Hilfe kontrastmittelunterstützter Computertomographie und Ultraschalluntersuchungen.
Ganz entscheidend für den Behandlungserfolg ist die frühzeitige Wiedereröffnung verschlossener Hirngefäße. Bei kleineren Gefäßen erfolgt diese durch eine medikamentöse Gerinnsel auflösende Behandlung, die sogenannte Lysetherapie. Bei größeren Gefäßverschlüssen ist diese Behandlung nicht ausreichend wirksam. Hier muss mit einem Katheter das Gefäß wieder eröffnet werden. Das Verfahren nennt man Thrombektomie. Bei Lysetherapie und Thrombektomie ist die Zeit ein entscheidender Faktor.
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Auf der Stroke Unit werden die Patienten in der Regel 24-72 Stunden überwacht. Dabei erfolgt eine kontinuierliche Ableitung bzw. Anschließend erfolgt eine Frührehabilitation und Frühmobilisation durch ein gut eingespieltes therapeutisches Team, bestehend aus Pflege, Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden. Die enge Kooperation mit der Kardiologischen Klinik ermöglicht die schnelle Ursachenabklärung des Schlaganfalls, die für die langfristige Verhinderung von Rezidiven, die sogenannte Sekundärprävention, von entscheidender Bedeutung ist. Nach der Akutbehandlung erfolgt zumeist die Verlegung der Patienten in stationäre oder ambulante Rehabilitationseinrichtungen.
Diagnostik und Therapie von Schwindelerkrankungen
Schwindel tritt in vielen Formen auf und hat ebenso viele Ursachen. Besonders oft betroffen sind ältere Menschen. Zur diagnostischen Einordnung des Schwindels ist die genaue Schilderung der Symptome durch den Patienten selbst und die klinisch neurologische Untersuchung sehr wichtig. Damit kann meist schon die Diagnose zuverlässig gestellt werden. Ergänzend werden moderne bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Arterien sowie Kernspintomographie mit Gefäßdarstellung durchgeführt.
Demenzdiagnostik und -behandlung
Demenz bedeutet für Patienten und Angehörige einen gravierenden Einschnitt in ihrem Leben. Deshalb legen wir bei unseren Patienten großen Wert auf eine umfassende, die Vorgeschichte des Patienten berücksichtigende Behandlung und besonders auch auf eine verständnisvolle, beratende Angehörigenbegleitung. Ergänzt durch bildgebende Untersuchungsmethoden und Labordiagnostik stellen wir auf Basis des klinischen Befundes und Angaben der Angehörigen die Diagnose unter Berücksichtigung der verschiedenen Demenzformen. Meist fängt es mit kleinen Dingen an, z. B. wenn die Namen vertrauter Menschen im Umfeld der Betroffenen entfallen.
Diagnostik von Nerven- und Muskelerkrankungen
In der Abklärung von Nerven- und Muskelerkrankungen sind Elektroneurografie und Elektromyografie wichtige Untersuchungsmethoden. Die Neurologische Klinik verfügt hier über modernste Geräte, die von erfahrenen Fachärzten mit hoher Expertise genutzt werden. Mit Hilfe der ausführlichen Vorgeschichte, des klinisch neurologischen Befundes und der erwähnten apparativen Maßnahmen ist es meist möglich, die Diagnose entzündlicher Nervenerkrankungen zuverlässig zu stellen.
Parkinson-Komplexbehandlung
Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vor allem, aber nicht ausschließlich ältere Menschen betrifft. Sie wird durch einen Mangel an Dopamin verursacht, einem Neurotransmitter, der für die Steuerung von Bewegungen verantwortlich ist. Die Symptome der Parkinson-Krankheit umfassen Tremor (Zittern), Steifheit der Muskulatur, langsame Bewegungen und Probleme mit der Balance. Die Krankheit kann erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der betroffenen Personen haben, da sie eine Vielzahl an Symptomen mit sich bringt, die das tägliche Leben beeinflussen. Je weiter eine Parkinson-Erkrankung voranschreitet, desto stärker werden oft auch die Symptome. Eine rein medikamentöse Therapie reicht in vielen Fällen dann nicht mehr aus.
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Wir bieten unseren Parkinson-Patienten daher eine sogenannte Komplex-Behandlung an. Für jeden Patienten entwickeln wir einen individuellen Therapieplan, der sowohl aus diagnostischen und medikamentösen Elementen sowie Physio-, Ergotherapie und Logopädie besteht. Die Dauer des stationären Aufenthaltes liegt bei 16 Tagen. Das Ziel der Parkinson-Komplex-Behandlung ist es, die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern und zu erhalten sowie die Lebensqualität zu verbessern.
Multiple Sklerose (MS)
Die Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark. Sie betrifft vornehmlich jüngere Menschen unter 30 Jahren und verläuft in den ersten Jahren zumeist schubweise. Sie führt nicht selten im späteren Leben zu bleibenden Behinderungen. Wichtig ist die frühzeitige Diagnose, denn je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Langzeitergebnisse der Patienten. Nach Diagnosestellung erfolgt zumeist die Schubbehandlung.
Die Erkrankung bedeutet in der Regel einen gewaltigen Umbruch im Leben der Patienten. Nicht zuletzt deshalb ist es den Ärzten der Neurologie sehr wichtig, die Patienten ausführlich und einfühlsam über die Erkrankung zu informieren und über realistische Chancen medikamentöser Behandlungsmaßnahmen zur Schubprophylaxe zu beraten. Die Weiterbehandlung erfolgt dann zumeist beim niedergelassenen Neurologen ambulant oder in einer spezialisierten Ambulanz für MS-Patienten. Die Neurologische Klinik ist DMSG-zertifiziert, was eine qualifizierte, fachgerechte und leitliniengestützte Behandlung von MS-Erkrankten auf hohem Niveau garantiert.
Epilepsie und epileptische Anfälle
Epilepsien und erstmalige epileptische Anfälle gehören selbstverständlich ebenfalls zum Behandlungsspektrum der Neurologischen Klinik. Dabei spielt die genaue Beschreibung des Anfallsablaufes für die diagnostische Einordnung eine ganz entscheidende Rolle. Ergänzend werden EEG und Kernspintomografie des Gehirns eingesetzt mit dem Ziel, die Ursachen abzuklären und eine differenzierte medikamentöse Behandlung einzuleiten.
Rehabilitation
Das Wiedererlangen der Selbstständigkeit im Alltag und ggf. das Wiedererreichen der Berufstätigkeit sind unsere gemeinsamen Ziele. Wir rehabilitieren Sie direkt im Anschluss an die Krankenhausbehandlung und bei chronisch neurologischen Erkrankungen als geplante Rehabilitation. Seit über dreißig Jahren rehabilitieren wir Menschen, die an chronischen Erkrankungen der Muskulatur, der motorischen Bahnen des Rückenmarkes und der motorischen Nerven erkrankt sind.
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Das Klinikum Weser-Egge und das St. Ansgar Krankenhaus
Das St. Ansgar Krankenhaus ist mit 371 Betten in elf Fach- und zwei Belegkliniken der größte der vier Standorte im Verbund Klinikum Weser-Egge. Im St. Ansgar Krankenhaus finden Sie mit elf Fach- und zwei Belegkliniken ein großes Spektrum moderner Medizin. Fachübergreifend sind unsere Institute für Radiologie und Anästhesiologie für die bildgebende Diagnostik und sichere Operationen zuständig. Im Klinikum Weser-Egge haben wir insgesamt sieben zertifizierte Zentren. Davon befinden sich die Chest Pain Unit für die Akutversorgung von Herzinfarkten, die Stroke Unit für die Akutversorgung von Schlaganfällen, das Traumazentrum sowie das Darmzentrum (noch im Aufbau) im St. Ansgar Krankenhaus. Direkt neben dem St. Ansgar Krankenhaus befindet sich ein Facharztzentrum für die ambulante Versorgung, in dem auch verschiedene Praxen unseres MVZ Weser-Egge Höxter untergebracht sind. Durch die enge Kooperation mit den anderen Standorten des Klinikum Weser-Egge steht im Bedarfsfall schnell spezifisches Expertenwissen - auch von nicht am Standort Höxter vertretenen Fachdisziplinen - zur Verfügung.
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