Die Neurologie ist ein komplexes Feld mit einer Vielzahl von Fachbegriffen, die sowohl für Mediziner als auch für interessierte Laien eine Herausforderung darstellen können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über wichtige neurologische Fachbegriffe, um das Verständnis dieser Disziplin zu erleichtern. Dabei werden Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und in einen klaren und verständlichen Kontext gesetzt.
Einführung in die neurologische Terminologie
Die medizinische Übersetzung, insbesondere im Bereich der Neurologie, erfordert höchste Präzision. Fehlerhafte Übersetzungen können schwerwiegende Folgen haben, weshalb Fachübersetzer mit langjähriger Erfahrung und fundierten Kenntnissen der Fachterminologie unerlässlich sind. Ein tiefes Verständnis der Zusammenhänge und die korrekte Verwendung von Fachbegriffen sind entscheidend, um die Qualität und Genauigkeit medizinischer Texte zu gewährleisten.
Wichtige neurologische Fachbegriffe
Anfallsformen und Epilepsie
- Epileptische Anfälle: Ausdruck einer Funktionsstörung des Gehirns. Man unterscheidet einfach-fokale Anfälle, bei denen es nicht zu einer Bewusstseinsstörung kommt, von komplex-fokalen Anfällen, bei denen eine Bewusstseinsstörung als Anfallssymptom auftritt. Ein Übergang in einen generalisierten Anfall ist möglich.
- Fokaler Anfall ohne Bewusstseinsstörung: Ein Anfall, bei dem der Patient bei Bewusstsein bleibt.
- Fokaler Anfall mit Bewusstseinsstörung: Ein Anfall, bei dem das Bewusstsein des Patienten eingeschränkt ist.
- Generalisierter Anfall: Ein Anfall, der das gesamte Gehirn betrifft.
- Grand mal-Anfall: Veralteter, aber vielfach noch gebräuchlicher Begriff für einen großen Krampfanfall.
- Absence: Eine Anfallsform, bei der es zu einem kurzen Bewusstseinsverlust kommt, oft mit unauffälligen oder milden Symptomen.
- Aura: Der vom Patienten bewusst erlebte Beginn eines Anfalls, z. B. ein aus dem Magen aufsteigendes Gefühl von Wärme, Enge oder Übelkeit oder ein Kribbelgefühl in der Hand. Wird oft als „Vorgefühl" bezeichnet, ist aber genau genommen bereits der Anfallsbeginn.
- Myoklonischer Anfall: Anfall mit kurzen Zuckungen in den Armen ohne Bewusstseinsverlust.
- Atonischer Anfall: Anfall mit plötzlichem Verlust der Muskelspannung, durch den der Patient häufig zu Boden stürzt.
- Tonischer Anfall: Anfall, der mit einer vermehrten Anspannung der Muskulatur einhergeht.
- Status epilepticus: „Andauernder epileptischer Zustand", hervorgerufen entweder durch einen ungewöhnlich langen epileptischen Anfall oder durch gehäuft sich wiederholende epileptische Anfälle mit sehr kurzen anfallsfreien Phasen, während denen sich der Patient nicht vollständig erholt.
- Lennox-Gastaut-Syndrom: Eine nach den Epileptologen W. G. Lennox (USA) und H. Gastaut (Frankreich) benannte schwere Epilepsieform, die meist im vierten bis achten Lebensjahr beginnt und mit verschiedenen Anfallsformen einhergeht, insbesondere atypischen Absencen, Sturzanfällen und tonischen Anfällen (überwiegend im Schlaf auftretend).
- Juvenile myoklonische Epilepsie: Epilepsieform mit generalisierten Anfällen. Es kommen typischerweise zwei Anfallsformen vor: Anfälle mit kurzen Zuckungen in den Armen ohne Bewusstseinsverlust (myoklonische Anfälle), Grand mal-Anfälle und Absencen. Üblicherweise treten die Anfallstypen nach dem morgendlichen Erwachen auf. Der Beginn der Epilepsie liegt meist zwischen dem zehnten und dem 20. Lebensjahr.
- BNS-Epilepsie (West-Syndrom): Eine oft schwer behandelbare Epilepsieform des frühen Kindesalters, die nach dem englischen Arzt W. J. West benannt ist.
- Stereotype Bewegungsmuster: Nesteln, Schluck-, Kau- oder Schleckbewegungen, Bewegungen der Hände, der Schultern, des Rumpfs, der Hüften oder der Beine, die als Symptom z. B. bei komplex-fokalen Anfällen auftreten können.
- Gelegenheitsanfall: Epileptischer Anfall, der durch eine akute Ursache (z. B Vergiftung, Sauerstoffmangel, Blutzuckerabfall, oder Fieber bei Kleinkindern) hervorgerufen wird.
Diagnostische Verfahren
- EEG (Elektroenzephalographie): Untersuchungsmethode zur Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Gehirns - in der Regel mit Hilfe von auf die Kopfhaut aufgesetzten Elektroden. Häufig - aber nicht immer - ist das EEG bei Epilepsien verändert.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Untersuchungsverfahren, bei dem mittels Magnetfeldern zweidimensionale Schichtbilder des Gehirns (oder anderer Organe) erstellt werden.
- CT (Computertomographie): Spezielle Röntgenuntersuchungsmethode, bei der die gewonnenen Messwerte aus einer Körperregion, z. B. des Gehirns, computergestützt in Schichtbilder umgesetzt werden.
- SPECT (Single-Photon-Emissionscomputertomographie): Untersuchungsverfahren zur Messung der Gehirndurchblutung oder anderer Funktionen mittels schwach radioaktiver Substanzen.
- PET (Positronen-Emissions-Tomographie): Sehr vereinfacht: Untersuchungsverfahren zur Messung des Gehirnstoffwechsels mittels kurzdauernder Strahlung so genannter Elementarteilchen.
Neuroanatomie und Gehirnfunktionen
- Großhirnlappen: Die Großhirnhälfte wird nach dem Verlauf typischer Furchen anatomisch in vier Lappen eingeteilt.
- Hemisphären-Asymmetrie: Die unterschiedliche Spezialisierung der beiden Hirnhälften für bestimmte Funktionen.
- Neuroplastizität: Die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Reorganisation von Neuronen an neue Anforderungen anzupassen.
Medikamente und Therapie
- Antiepileptika: Mittel, die z. B. bei Epilepsie eingesetzt werden, um die Anfallshäufigkeit zu reduzieren.
- Antibiotika: Medikamente, die von Bakterien verursachte Infektionen behandeln. Antibiotika dürfen nur vom Arzt verschrieben werden und sollten nach seiner Anweisung eingenommen werden.
- Antihypertensiva: Medikament, das einen hohen Blutdruckwert senken kann.
- Zytostatika: Medikamente, die das Wachstum von Tumorzellen bevorzugt hemmen, aber auch gesunde Zellen in gewissem Ausmaß schädigen.
- Interaktion: Wechselwirkung, z. B. zwischen Medikamenten.
- Serumspiegel: Die Konzentration eines Medikaments im Blut.
- Dosierung: Einnahmemenge eines Medikaments bezogen auf eine Zeiteinheit, z. B. mg pro Tag.
- Dosetui: Dosierungsschachtel für einen Tag oder eine Woche.
- Placebo: Einem echten Arzneimittel in Aussehen, Geschmack usw. nachempfundenes Präparat ohne Wirkstoff.
- Palliative Therapie: (lat.: palliare = mit einem Mantel bedecken); lindernd. Maßnahmen zur Beseitigung bestimmter Symptome, ohne die zugrundeliegende Erkrankung tatsächlich beseitigen zu können. Die palliative Therapie hat besondere Bedeutung, wenn die Heilung eines Krebspatienten nicht mehr möglich ist.
- Kontraindikation: Gegenanzeige: Umstände (z. B. eine andere Erkrankung), die gegen die Anwendung eines bestimmten Medikaments sprechen.
Weitere relevante Begriffe
- Metabolit: Im Blut auftretendes Abbau- und/oder Umbauprodukt einer Substanz, z. B. eines Medikaments.
- Hormonell: Hormone betreffend. Die Sexualhormone regulieren die Entwicklung und Funktion der Sexualorgane.
- Hyponatriämie: Mangel an Natrium im Blut, zum Beispiel unter der Einnahme von Carbamazepin oder Oxcarbamazepin möglich.
- Tachykardie: Die Häufigkeit, mit der ein Herz schlägt.
- Hyperventilation: Tiefe und schnelle Atmung.
- Malignität: Beurteilung des Bösartigkeitsgrades der Krebsgeschwulst, z.B. G1 bis G3.
- Karzinom: Krebsgeschwulst, die aus dem Deckgewebe (Epithel) entsteht.
- Metastase: Krankheitsherd, der durch Verbreitung von krankheitserregendem Material (Tumorzellen, Bakterien) aus einem ursprünglichen Krankheitsherd entsteht. Im engeren Sinne ist damit die Metastase eines bösartigen Tumors gemeint (Fernmetastase: Metastase, die auf dem Blut- oder Lymphweg übertragen und fern des ursprünglichen Tumors angetroffen wird).
- Lymphknoten: Die Lymphknoten sind an zahlreichen Stellen des Körpers (Lymphknotenstationen) Filter für das Gewebswasser (Lymphe) einer Körperregion. Die oft verwendete Bezeichnung Lymphdrüsen ist falsch, da die Lymphknoten keinerlei Drüsenfunktion besitzen.
- Resorption: Aufnahme von Stoffen durch lebende Zellen, z. B. die Aufnahme eines Medikaments aus dem Darm ins Blut.
- Sekret: Organ, dessen Hauptfunktion in der Herstellung von Flüssigkeiten besteht, die am gleichen Ort oder nach Transport an eine andere Stelle im Körper ihre Funktion erfüllen.
- Ejakulat: Samenerguss. Das Ejakulat ist eine Mischung aus Sekreten unterschiedlicher Geschlechtsdrüsen wie der Prostata oder den Nebenhoden. Es enthält auch Samenfäden.
- Prostata: Vorsteherdrüse. Eine der Geschlechtsdrüsen des Mannes. Statt dessen werden auch Begriffe wie gutartige Prostatavergrößerung, Prostataadenom oder Prostatahypertrophie verwendet.
- Prostatakarzinom: Bösartige Geschwulst der Vorsteherdrüse. Entwickelt sich aus anderen Prostatazellen als die gutartige Vergrößerung und hat daher mit ihr ursächlich nichts zu tun.
- Prostatakrebs-Früherkennung: Ab dem 45. Lebensjahr von der Krankenkasse bezahlte Untersuchung der Vorsteherdrüse.
- Prostatitis: Entzündung der Vorsteherdrüse, meist durch Bakterien verursacht.
- Rektale Untersuchung: Bei der rektalen Untersuchung wird mit dem Finger (Handschuh und Gleitmittel) der Darmausgang und die Prostata auf Oberflächenveränderungen abgetastet. Rektum bedeutet Mast- oder Enddarm.
- Detrusorhypertrophie: Verdickte Muskelstränge in der Blasenwand, verursacht durch die „Mehrarbeit" gegen den erhöhten Abflusswiderstand in der Blase. Zeichen für eine fortgeschrittene Harnwegsblockade, z. B. bei einer Prostatavergrößerung.
- Blasenwandneuropathie: Meist in fortgeschrittenen Stadien einer Harnwegserkrankung auftretende, krankhafte Nervenveränderung in der Harnblasenwand.
- Restharn: Der nach Abschlussß der Harnentleerung in der Blase zurückbleibende Harn. Die Menge kann u.a. mit Ultraschall gemessen werden.
- Harnverhalt: Wenn es nicht mehr möglich ist, den Harn zu entleeren, spricht man von einer Harnverhaltung.
- Atrioventrikulärer Block: Eine Blockade der Überleitung von elektrischen Impulsen aus den Vorhöfen auf die Kammer. Diese kann zum Ausfall der Kammererregung führen.
- Vorhofflimmern: Unkoordinierte Bewegungen des Vorhofs, die zu einem Funktionsverlust des Vorhofs führen.
- Thromboembolie: Das Auftreten von Blutgerinseln im Rahmen von z.B. Vorhofflimmern, die nach Rhythmisierung aus dem Vorhof ausgeworfen werden und zu Schlaganfällen führen können.
- Endoskopie: Ausleuchten und Inspektion von Hohlräumen und Hohlorganen mit Hilfe eines beweglichen Schlauches, in dem ein optisches System (Endoskop) steckt. Gleichzeitig kann während einer Endoskopie eine Gewebeprobe entnommen (Biopsie) oder sogar eine endoskopische Operation durchgeführt werden.
- Osteodensitometrie: Für eine frühzeitige Diagnose der Osteoporose ist eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) unerlässlich. Verschiedene Verfahren werden angewendet, von denen die DXA-Methode (Dual-X-ray-Absorptiometrie) von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen wird. Untersucht werden mit dieser Methode die Lendenwirbelkörper und die Schenkelhalsregion. Das Messergebnis wird in Relation zum jugendlichen Optimum als T-score ausgedrückt.
- T-Score: Das Messergebnis der Knochendichtemessung wird in Relation zum jugendlichen Optimum als T-score ausgedrückt. Bei einer Abweichung von -2,5 Standardeinheiten vom jugendlichen Optimum (peak-bone-mass) ohne bereits eingetretene Frakturen wird von einer präklinischen Osteoporose gesprochen. Kommen erste Knochenbrüche (im Bereich der Wirbelkörper oder am Oberschenkelhals) hinzu, liegt eine klinisch manifeste Osteoporose vor. Die osteodensitometrische Messung allein gestattet noch nicht die Diagnose einer Osteoporose, gibt aber Hinweise auf Mineralisationsgehalt des Knochens. Nach WHO liegt eine manifeste Osteoporose bei einem T-Score kleiner / gleich - 2,5 vor.
- Osteoblasten: Zellen zum Knochenaufbau, bilden um Knochengewebe einen Randsaum, und wandelt sich später in sog. Osteozyten um.
Neurologische Erkrankungen und ihre Behandlung
Demenz
Der TRIAS-Expertenwissen-Ratgeber „Demenz“ von Prof. Dr. med. Lars Wojtecki und Dr. rer nat. Celine Cont präsentiert die neuesten Therapieempfehlungen und stellt Maßnahmen vor, mit denen sich die Lebensqualität von Demenzpatienten gezielt verbessern lässt. Der Ratgeber behandelt Therapieoptionen einschließlich medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten für einzelne Symptome wie z.B. Delir, Unruhe oder Depression. Im Rahmen eines Exkurses wird die für die Alzheimer-Demenz neu zugelassene Antikörper-Therapie vorgestellt. Auch digitale Tools wie diagnostische Apps, Trainings- und Neurofeedback-Apps werden kurz angesprochen.
Parkinson
Der TRIAS-Expertenwissen-Reihe veröffentlichte Ratgeber von Dr. Claudia Trenkwalder und ihrem Team richtet sich in erster Linie an medizinisches Fach- und Pflegepersonal, dürfte aber auch dem interessierten und gebildeten Laien mit tiefergehenden Informationen wertvolle Dienste leisten. Der Ratgeber gibt einen breitgefächerten Überblick über die Symptomatik und die aktuellen Möglichkeiten der Diagnostik des Morbus Parkinson auch im Frühstadium. Darüber hinaus werden die Bedeutung der Genetik und bekannter Risikofaktoren für die Erkrankung und - sehr speziell - Hilfestellungen für die Abgrenzung einzelener Parkinson-Syndrome erörtert. Der Hauptteil des Ratgebers widmet sich der Parkinson-Behandlung. Hier erhält der Leser detaillierte Empfehlungen zur Medikation, zur Möglichkeit der Tiefen Hirnstimulation (THS), zur unbedingt angeratenen Bewegungs-, Sprech-, Sprach- und Atemtherapie sowie zu Entspannungstechniken. Abschließend bringt die Autorin das aktuelle Thema des möglichen Einsatzes digitaler Medizin bei Parkinson zur Sprache, wie z.B. in Form der Nutzung von Telemedizin, Wearables oder spezieller Gesundheits-Apps.
Schlaganfall
Das Übungsbuch „Schlaganfall“ von Cornelia Cox aus der bewährten TRIAS-Reihe des Thieme Verlags ist ein hervorragender handlicher Ratgeber für Angehörige und Betreuende von Schlaganfallpatienten. Einleitend geht die Autorin anschaulich und gut verständlich auf die Ursachen, die typischen Symptome und Risikofaktoren eines Schlaganfalls ein und erläutert auch den FAST-Schnelltest (face, arms, speech, time) sowie präventive Maßnahmen. Im Rahmen von Exkursen erhält der Leser zusätzlich ergänzende Informationen u.a. zum Ablauf der Rehabilitation sowie Verhaltensempfehlungen beim Essen und eine Checkliste zur Wohnraumanpassung. Den Hauptteil des Werkes bilden die Kapitel zur Rehabilitation, die zunächst Übungen im Rahmen eines physiotherapeutischen Bewegungstrainings anschaulich darstellen. Auch zum Ausgleich von Wahrnehmungsstörungen und sowie auf die Behandlung von Schluck-, Sprach-, Sprech- und Kognitionsstörungen sowie weitere Symptome wie z.B. Ataxie, Spastik, Depression, Angststörungen u.ä. geht der Ratgeber fundiert ein und bietet neben hilfreichen Tipps zahlreiche Traingsübungen, wobei auch Spezialfälle wie die Halbseitenvernachlässigung (Neglect), das Pusher-Syndrom und die Halbseitenblindheit (Hemianopsie) im Besonderen angesprochen werden.
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Die Rolle der Angehörigen in der neurologischen Versorgung
Der TRIAS-Verlag bietet mit dem Parkinson-Ratgeber für Angehörige wertvolle Hilfestellungen in kompakter Form. Autorin Amy Orellana, selbst als Ergotherapeutin tätig, begleitet Angehörige mit ihrem Buch bereits ab dem Zeitpunkt der Erstdiagnose und der damit einhergehenden Krankheitsverarbeitung. So gibt sie im ersten Teil des Buchs wertvolle Tipps und Formulierungshilfen, wie man den Erkrankten in dieser Situation ansprechen und unterstützen kann, senbilisiert aber zugleich für die mit der Pflege bestehende Gefahr einer Überlastung der Angehörigen und die im Krankheitsverlauf zunehmende Veränderung der Lebensumstände und Beziehungen bzw. Rollen. Der zweite Teil des Ratgebers liefert praktische Tipps, wie sich der Alltag für und mit einem Parkinson-Erkrankten leichter gestaltet. Sturzprävention und Lagewechsel sowie die wesentlichen Bereiche Bad und Toilette, Essen und Trinken, Schlafen, An- und Auskleiden werden ebenso abgehandelt wie das Tätigwerden in der Küche, die wichtige Funktion von sportlicher Betätigung und Bewegung und die möglichen Schwierigkeiten beim Unterwegssein in der Öffentlichkeit.
Standardwerke und Expertenwissen
Das Fachbuch von Diedrich M. ist seit langem eines der führenden Standardwerke in der Neurologie und besticht nicht nur durch seinen Umfang, sondern auch die Qualität der präsentierten Inhalte. Dem Titel des Werkes entsprechend liegt der Schwerpunkt auf der Therapie und somit in den meisten Fällen auf der Darstellung der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten. Die im Rahmen der Therapie für die jeweilige Erkrankung in Betracht kommenden Medikamente werden differenziert in ihrer Wirkweise und ihrer Dosierung dargestellt und mögliche Nebenwirkungen ausführlich erörtert. Hilfreich sind vor allem die konkreten Dosierungsempfehlungen. Wichtige Aspekte werden durch Merkkästchen herausgehoben sowie durch Abbildungen und Tabellen ergänzt. Besonders erfreulich ist, dass im Gegensatz zu vielen anderen Lehrbüchern auch Medikamente mit mäßiger studienbasierter Evidenz bzw. deren Anwendung im Off-Label-Use aufgeführt werden; schließlich ist der behandelnde Arzt im Arbeitsalltag nicht selten gezwungen, aus verschiedenen Gründen auf nicht zugelassene Präparate zurückgreifen zu müssen. Die wissenschaftliche Evidenz wird hierbei in Form von Evidenzleveln sowie Empfehlungsstärken erläutert. Das Werk beschränkt sich allerdings nicht nur auf Ausführungen zur Therapie, sondern stellt auch die typische klinische Symptomatik, das diagnostische Vorgehen und den Verlauf der Erkrankungen dar.
Migräne aus Patientensicht
Der Erfahrungsbericht von Quantius dürfte vor allem im Hinblick auf die Art und Weise der Darstellung in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen, wobei anzumerken ist, dass die von ihr beschriebene Symptomatik einer eher seltenen und sehr heftigen Form der Migräne entspricht. Aufgrund der Dramatik und der sehr lebhaft untermalten Symptomatik sowie den Ausführungen auch zu Medikamentenkonsum, Depressionen und Suizidalität könnte die Lektüre daher für Migräne-Neulinge oder weniger stark betroffene Migräniker auch verunsichernd wirken. In zahlreichen überschaubaren Kapitel schildert Quantius ihrer Leserschaft in sehr persönlicher Weise - quasi wie eine Freundin - ihr Krankheitserleben sowie ihre Ängste und Probleme, ihre Tipps und Tricks, um die migränebedingten Beeinträchtigungen zu meistern sowie ihre Erfahrungen mit verschiedenen Therapien.
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