Neuromuskuläre Störungen und Magnesiummangel: Ein umfassender Überblick

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der für zahlreiche Körperfunktionen unerlässlich ist. Ein Mangel an Magnesium, auch Hypomagnesiämie genannt, kann sich auf vielfältige Weise äußern und insbesondere neuromuskuläre Störungen verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Magnesiummangel und neuromuskulären Beschwerden, die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Einführung in den Magnesiumstoffwechsel

Magnesium gehört zu den essentiellen Biofaktoren. Das bedeutet: Magnesium ist für den Organismus lebenswichtig, der Körper kann es aber nicht selbst herstellen. Wir müssen Magnesium daher täglich in ausreichender Menge von außen zuführen. Der Biofaktor Magnesium ist an mehr als 600 Enzymreaktionen beteiligt und übernimmt zahlreiche Aufgaben im menschlichen Körper:

Bedeutung von Magnesium für den Körper

Magnesium ist an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt, die mit Enzymen verbunden sind. Es spielt eine entscheidende Rolle für:

  • Muskelfunktion: Magnesium agiert als physiologischer Calcium-Antagonist und setzt die Kontraktion der glatten und quergestreiften Muskelzellen herab. Es bremst den Calciumeinstrom in die Muskeln und fördert so die Muskelrelaxation.
  • Neuromuskuläre Erregungsleitung: Magnesium ist beteiligt an der neuromuskulären Reizübertragung und dämpft die Erregbarkeit von Nervenzellen.
  • Knochenstabilität: Im Zusammenspiel mit Calcium und Vitamin D3 ist Magnesium für gesunde und stabile Knochen unerlässlich. Rund 60 % des im Organismus enthaltenen Magnesiums sind in den Knochen eingelagert.
  • Energiestoffwechsel und Proteinsynthese: Magnesium aktiviert zahlreiche Enzyme des Energiestoffwechsels und agiert als Cofaktor bei der intrazellulären Energiegewinnung.

Empfohlene Tagesdosis

Laut Empfehlungen der D-A-CH-Fachgesellschaften für Ernährung benötigen gesunde Personen folgende tägliche Zufuhrmengen des Biofaktors Magnesium:

  • Frauen (auch in Schwangerschaft und Stillzeit): 300 mg/Tag
  • Männer: 350 mg/Tag

Für Kinder und Jugendliche empfehlen die D-A-CH-Fachgesellschaften eine Bandbreite von 24 mg/Tag für Säuglinge und 400 mg/Tag für männliche Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren.

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Ursachen von Magnesiummangel

Ein Magnesiummangel kann verschiedene Ursachen haben:

  • Verminderte Aufnahme (Resorption): Eine einseitige, magnesiumarme Ernährung, die z.B. oft bei Diäten der Fall sein kann, ist eine Ursache. Auch eine Aufnahmestörung im Körper kommt als mögliche Ursache für einen Magnesiummangel infrage. Nur ca. 1 % des Körperbestandes an Magnesium befindet sich im Blut, rund 60 % sind in den Knochen eingelagert, ca. 39 % befinden sich in Muskeln und Organen. Bei reduzierter Magnesiumzufuhr setzt der Körper den Mineralstoff aus Knochen oder Muskelzellen frei, um den Magnesiumgehalt im Blut konstant zu halten. Diese Zusammenhänge erklären, warum die routinemäßige Messung des Serum-Magnesiums nur bedingt zuverlässig ist. Trotz Serumwerten im Normbereich kann in den Zellen ein Magnesiummangel vorliegen.
  • Erhöhte Ausscheidung: Eine verstärkte Magnesiumausscheidung ist ein möglicher Risikofaktor. Verschiedene chronische Krankheiten können einen erhöhten Magnesiumbedarf zur Folge haben.
  • Erhöhter Bedarf: In bestimmten Lebenssituationen, wie Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Stress, steigt der Magnesiumbedarf. Während einer stressigen Lebensphase benötigt der Körper möglicherweise eine größere Menge Magnesium. In diesem Fall bewähren sich hochdosierte Varianten.
  • Krankheiten und Medikamente: Diabetiker leiden krankheitsbedingt häufig unter einem Magnesiummangel. Erkrankungen oder Medikamente können zu einem überdurchschnittlichen Magnesiumbedarf oder einer erhöhten Ausscheidung von Magnesium führen, was ebenfalls Magnesiummangel auslösen kann. Langanhaltende Durchfälle sowie die Einnahme von Laxantien (Abführmittel) erhöhen die Magnesiumausscheidung über den Darm.

Risikofaktoren

Zudem tritt ein Magnesiummangel oft bei Menschen auf, die privat oder beruflich viel Stress haben. Auch kann ein Zusammenhang zwischen einem Magnesiummangel und Migräne festgestellt werden. Leistungssport und starkes Schwitzen führen zu einer erhöhten Magnesiumausscheidung, Alkoholmissbrauch hemmt die Magnesiumaufnahme und erhöht die Ausscheidung über die Nieren. Zudem kann die Magnesiumresorption vermindert sein, zum Beispiel bei chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Zöliakie oder Darmresektionen.

Symptome von Magnesiummangel

Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) äußert sich oftmals in unspezifischen Symptomen. Die Beschwerden können Muskeln, Nerven und das Herz-Kreislauf-System betreffen. Bei einem Magnesiummangel treten allen voran neuromuskuläre Symptome auf.

Neuromuskuläre Symptome

Zu den bekanntesten Symptomen bei Magnesiummangel zählen daher:

  • Nächtliche Wadenkrämpfe
  • Muskelkrämpfe, Krämpfe in Füßen oder Zehen
  • Muskelverspannungen, Muskelzucken, Lidflattern
  • Kribbeln oder gar Taubheit in Fingern und Füßen
  • Tics

Bei derartigen muskulären Symptomen sollten Sie schnell die Magnesium-Speicher wieder auffüllen. Magnesium unterstützt zusammen mit Calcium die Muskeln bei jeder Bewegung: Durch Magnesium können sie sich entspannen, Calcium wiederum sorgt für Anspannung. Bei vermehrt auftretenden Muskelkrämpfen liegt oft die Annahme nahe, dass ein Magnesiummangel die Ursache ist.

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Weitere Symptome

Auch eher unspezifische Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Spannungskopfschmerz, Migräne, Zittern, innere Unruhe, Stress, Schlafstörungen oder Nervosität können durch eine Magnesium-Mangelerscheinung auftreten. Denn das Mineral ist wichtig für die Erregungsweiterleitung von Nerven- auf Muskelzellen. Sind die Speicher nicht ausreichend gefüllt, beeinflusst dies auch das Nervensystem.

Unter Umständen nimmt ein Magnesium-Defizit negativen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System. Zu den Symptomen bei Magnesiummangel, die selten mit einer unzureichenden Versorgung in Verbindung gebracht werden, zählen zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen, erhöhte Herzfrequenz oder Bluthochdruck. Dass ein Magnesiummangel diese Symptome verursachen kann, liegt unter anderem an den Muskel- und Nervenzellen des Herzens. Auch diese sind durch die Unterversorgung mit dem wichtigen Mineral leichter erregbar und geben dadurch schneller den Impuls für einen Herzschlag ab.

Die typischen Symptome eines Magnesiummangels können auch Anzeichen anderer Grunderkrankungen sein. Steht dem Körper zu wenig Magnesium zur Verfügung, versucht der Organismus, den Blutspiegel (die Konzentration des Magnesiums im Blut) dennoch konstant zu halten.

Auswirkungen auf die Psyche

Magnesiummangel kann auch Auswirkungen auf die Psyche haben. Depressive Verstimmungen oder auch Angstzustände können Signale für einen Magnesiummangel sein. Ein Magnesiummangel kann daher die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress beeinträchtigen und eine körperliche und psychische Erschöpfung fördern. Durch einen Magnesiummangel kann es zudem zu Verwirrtheitszuständen, Schlaflosigkeit, Depressionen, Konzentrationsschwäche und Unruhe kommen.

Seltene, aber schwerwiegende Folgen

Anders ist die Lage bei einem massiven Magnesiummangel (Serumwert unter 0,4 mmol/l). Damit können lebensbedrohliche Risiken wie eine Störung des für das Herz wichtigen Calciumstoffwechsels, Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und schlimmstenfalls Herzstillstand sowie Atemversagen einhergehen.

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Diagnose von Magnesiummangel

Woher weiß man, ob dem Körper Magnesium fehlt? Es gibt eine Vielzahl an Symptomen, die auf einen Magnesiummangel hinweisen. Woher weiß ich, ob ein Magnesiummangel vorliegt? Das ist in der Tat nicht so einfach. Weil sich ein Mangel an Magnesium auf so unterschiedliche Weisen zeigen kann, bleibt er oft lange unentdeckt. Auch Bluttests täuschen häufig Normalwerte vor. Denn der Körper gleicht anfangs den Mangel an frei verfügbarem Magnesium dadurch aus, dass er das Mineral den Depots in Knochen, Muskeln und Gewebe entzieht.

Bei einem Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) sind die intrazellulären (innerhalb der Zellen befindlichen) Magnesiumreserven entscheidend, da etwa 99 % des gesamten Magnesiums im Körper in den Zellen liegt. Die Entstehung einer Hypomagnesiämie ist häufig auf unzureichende Magnesiumaufnahme und verstärkte renale (nierenbedingte) Verluste zurückzuführen. Enterale (darmbedingte) Verluste sind seltener, können jedoch ebenfalls eine Rolle spielen. Ein Magnesiummangel kann systemische Auswirkungen haben, da Magnesium an zahlreichen enzymatischen Prozessen und am Energiestoffwechsel beteiligt ist.

Die Hypomagnesiämie ist eine komplexe Störung, die auf verschiedenen pathophysiologischen Mechanismen beruht, einschließlich inadäquater Zufuhr, erhöhter renaler Verluste und enteraler Verluste. Da Magnesium ein essenzielles Elektrolyt für die neuromuskuläre Erregbarkeit, die Calcium- und Kaliumhomöostase sowie den Energiestoffwechsel ist, kann ein Magnesiummangel weitreichende klinische Folgen haben.

Nur ca. 1 % des Körperbestandes an Magnesium befindet sich im Blut, rund 60 % sind in den Knochen eingelagert, ca. 39 % befinden sich in Muskeln und Organen. Bei reduzierter Magnesiumzufuhr setzt der Körper den Mineralstoff aus Knochen oder Muskelzellen frei, um den Magnesiumgehalt im Blut konstant zu halten. Diese Zusammenhänge erklären, warum die routinemäßige Messung des Serum-Magnesiums nur bedingt zuverlässig ist. Trotz Serumwerten im Normbereich kann in den Zellen ein Magnesiummangel vorliegen. Dennoch wird Magnesium nach wie vor routinemäßig im Serum gemessen; und Werte über 0,8 mmol/, besser 0,85 mmol/l werden angestrebt.

Neurologische Zeichen

Weitere Anzeichen können ein positives Chvostek-Zeichen oder ein positives Trousseau-Zeichen sein - beide neurologischen Symptome deuten nicht ausschließlich auf Magnesiummangel hin, sondern generell auf neuromuskuläre Übererregbarkeit (Tetanie). Neben Magnesiummangel korrelieret diese auch mit Kaliummangel und/oder Calciummangel. Beim Trousseau-Zeichen wird die Blutversorgung zur Hand eingeschränkt - zum Beispiel mit einer Blutdruckmanschette, die für drei Minuten auf 20 mmHg über systolischem Blutdruck am Unterarm aufgeblasen wird. Getestet wird nun, ob eine neuromuskuläre Übererregbarkeit besteht, die zu Karpalspasmen führt.

Behandlung von Magnesiummangel

Um die Beschwerden eines Magnesiummangels zu lindern und auch langfristig ein konstantes Magnesiumlevel im Körper zu erhalten, sollten Betroffene die Speicher wieder auffüllen.

Magnesiumpräparate

Zu Beginn der Behandlung können Sie auf ein hochdosiertes Präparat zurückgreifen, sofern Sie an einem nachgewiesenen Magnesiummangel leiden. Um Symptome wie nächtliche Wadenkrämpfe* zu lindern und dem Körper direkt genügend Magnesium zur Verfügung zu stellen, ist hochdosiertes Magnesium vorteilhaft. Probieren Sie die unkomplizierte und schnelle Lösung mit hohem Magnesiumanteil. Während einer stressigen Lebensphase benötigt der Körper möglicherweise eine größere Menge Magnesium. In diesem Fall bewähren sich hochdosierte Varianten. Hohe oder niedrige Dosierung, Brausetablette oder Liquid? Zur Therapie oder zur täglichen Magnesiumversorgung? Orangen- oder Zitronengeschmack?

Zum Ausgleich eines Magnesiummangels sollten als möglichst als Arzneimittel zugelassene Präparate gewählt werden, die sich durch eine hohe Bioverfügbarkeit auszeichnen. Magnesium Verla® N Dragées, N Konzentrat und Brausetabletten werden zur Behandlung von Magnesiummangelzuständen angewendet.

Ernährung

Der Körper kann nicht eigenständig Magnesium herstellen, deswegen müssen wir es ihm von außen bereitstellen. Für eine langfristige Behandlung eines Magnesiummangels ist deshalb ebenfalls eine passende Ernährung wichtig. Zwar können Sie durch eine einzige Banane keinen akuten Wadenkrampf (aufgrund eines Magnesiummangels) oder ähnliches beheben, doch dauerhaft füllen Sie damit Ihren Speicher auf. Neben Bananen gibt es noch viele weitere magnesiumreiche Lebensmittel, wie zum Beispiel Nüsse, Kartoffeln oder Vollkornbrot.

Magnesiumarme Ernährung - Seltener Verzehr von magnesiumreichen Lebensmitteln wie Getreideprodukten, Hülsenfrüchten (z. B.

Ist die Ernährung Ursache für den Magnesiummangel, können mehr magnesiumreiche Lebensmittel helfen - wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse oder Nüsse.

Nur ein Drittel des Magnesiums, das wir unserem Körper mit der täglichen Nahrung zuführen, kann vom Darm aufgenommen werden. Wir müssen daher dreimal so viel Magnesium über die Nahrung zuführen, damit der Tagesbedarf gedeckt ist. Hülsenfrüchte und Nüsse gehören zu den besten Magnesiumlieferanten. Auch Vollkornprodukte, naturbelassener Reis, Geflügel und Fisch enthalten Magnesium. Magnesiumreiches Mineralwasser kann ebenfalls zur Magnesiumversorgung beitragen. Hingegen ist der Magnesiumgehalt in Fertigprodukten und industriell verarbeiteten Lebensmitteln (z.B. poliertem Reis, Weißmehlprodukten) deutlich geringer.

Wichtige Hinweise

Bei Nierenfunktionsstörungen darf das Arzneimittel nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Eine hoch dosierte Daueranwendung ist in diesen Fällen zu vermeiden.

Wegen der wasserbindenden Wirkung im Darm kann es bei hoher Magnesiumzufuhr zu Durchfällen kommen. Daher sollten sich gesunde Personen bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln an die vom BfR empfohlene Tageshöchstdosis von 250 mg halten und diese auf mindestens zwei Einnahmen verteilen. Als Arzneimittel zugelassene Magnesium-Produkte können im Bedarfsfall (z.B. bei extremem Mangel) höher dosiert werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Absolute generelle Gegenanzeigen sind bei der Zufuhr von Elektrolyten über den Magen-Darm-Trakt (enterale Zufuhr) nicht für jeden Einzelfall zutreffend. Immer muss jedoch geprüft werden, ob sich unter Berücksichtigung der jeweiligen Lage des Elektrolyt-, Wasser- und Säure-Basen-Haushalts eine Kontraindikation für ein spezielles Kation oder Anion ergibt, vor allem bei Ausscheidungsstörungen (Niereninsuffizienz, Anurie) und krankhaft bedingten, hochgradigen Flüssigkeitsverlusten (Exsikkose).

Differentialdiagnose

Die typischen Symptome eines Magnesiummangels können auch Anzeichen von Grunderkrankungen sein.

Eine Korrelation zwischen Magnesiummangel und dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) wird unter Medizinern kontrovers diskutiert. Zentrale Ursache für RLS ist eine gestörte Dopamin-Transmission im Gehirn.

Hypoparathyreoidismus

Der Ausfall oder die Unterfunktion der Nebenschilddrüse wird als Hypoparathyreoidismus bezeichnet. Im Vordergrund stehen ein Kalzium- und Magnesiummangel. Dies ist häufig mit körperlichen Symptomen wie zum Beispiel Kribbeln im Bereich der Hände und Füße, Muskelkrämpfen, Ängstlichkeit oder Konzentrationsstörungen verbunden.

Was ist Hypoparathyreoidismus?

Wenn die Nebenschilddrüse ausfällt, fehlt dem Körper das Hormon Parathormon oder es kann nicht ausreichend wirken. Der Mangel wird als Hypoparathyreoidismus bezeichnet.

Was sind die Auswirkungen?

Parathormon sorgt dafür, dass sowohl Kalzium als auch Magnesium ausreichend im Körper vorhanden sind und auch der Phosphatspiegel konstant gehalten wird. Diese Mineralien sind für die Funktion von Knochen und Muskulatur, aber auch für viele andere Zellen im Körper wichtig. Bei einem Mangel leiden Betroffene oft unter Kribbeln in den Händen, Füßen und um den Mund herum. Es kommt zu Muskelkrämpfen und auch Muskel- sowie Gelenkschmerzen.

Ursachen

In rund 80 Prozent der Fälle tritt der Hypoparathyreoidismus nach größeren Schilddrüsenoperationen auf, bei denen das Nebenschilddrüsengewebe mit entfernt oder von der Durchblutung abgeschnitten wurde.

Therapie

Die Behandlung besteht aus einer Therapie mit Kalzium, Magnesium und Vitamin D-Hormon in Tablettenform. Sollten diese Medikamente nicht ausreichen, besteht seit kurzem auch die Möglichkeit einer Hormonersatztherapie mit künstlich hergestelltem Parathormon, das unter die Haut gespritzt wird.

Magnesiummangel und Herz-Kreislauf-System

In der Gesellschaft eher unbekannt - aber in der Medizin durchaus häufig diskutiert - sind die Folgen eines Magnesiummangels für das Herz-Kreislauf-System. Kommen im Körper über einen längeren Zeitraum solche Entzündungen vor, kann das Folgen haben wie:

  • Arteriosklerose (Erkrankung der Blutgefäße)
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In einigen Fällen korreliert ein erhöhter Wert des C-reaktiven Proteins mit einem Magnesiummangel.

Magnesium für die Herzfunktion

Insbesondere spielt der Biofaktor eine wichtige Rolle für die Leistung des Herzmuskels, er normalisiert die Herzfrequenz und schützt das Herzmuskelgewebe.

Als natürlicher Calcium-Antagonist wirkt Magnesium gefäßerweiternd und blutdrucksenkend, es kann die Herzfrequenz normalisieren und das Herzmuskelgewebe schützen. Umgekehrt kann ein Magnesiummangel über gesteigerte Gefäßreaktivität und erhöhten Gefäßtonus einen Blutdruckanstieg verursachen. So ist auch durch wissenschaftliche Daten gut dokumentiert, dass ein Magnesiummangel eine mögliche Ursache für einen erhöhten Blutdruck (Hypertonie) ist. Studien konnten ebenfalls beweisen, dass der Blutdruck von Patienten, die eine orale Magnesiumsupplementierung erhielten, im Vergleich zu unbehandelten Kontrollen signifikant gesenkt wurde. Eine blutdrucksenkende Wirkung ist ab etwa 300 mg Magnesium täglich über einen Zeitraum von einem Monat zu erwarten. Bei Patienten mit schwerem Magnesiummangelsyndrom kann im Einzelfall die Dosierung auch im Grammbereich liegen.

Es ist ebenfalls gut dokumentiert, dass ein Magnesiummangel eine Übererregbarkeit von Herzmuskelzellen und Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Dies hat dazu geführt, dass Magnesium bzw. der Ausgleich eines Magnesiummangels in Vorbeugung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen in die Leitlinien verschiedener Fachgesellschaften aufgenommen wurde. Je nach Schwere von Mangel und Symptomatik kann der Ausgleich durch eine parenterale oder orale Magnesiumsupplementierung erfolgen.

Diesbzüglich hat die Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. basierend auf dem derzeitigen Kenntnisstand Diagnostik- und Therapieempfehlungen erarbeitet. Bei jedem Patienten mit Herzrhythmusstörungen (ICD: 147. - 149.9) sollte der Magnesiumstatus neben der Bestimmung von anderen Elektrolyten erfasst werden. Bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen sollte auf eine magnesiumreiche Kost geachtet werden. Bei Vorliegen eines Magnesiummangels aufgrund von erhöhten Magnesiumverlusten, zum Beispiel durch Diuretika, oder bei Resorptionsstörungen ist die alleine diätetische Zufuhr nicht ausreichend und eine zusätzliche Zufuhr von Magnesiumpräparaten (240 - 480 mg) notwendig.

Genetische Störungen des Magnesiumstoffwechsels

ZusammenfassungDie molekulargenetische Aufklärung verschiedener angeborener Störungen der Magnesiumhomöostase hat das Verständnis der Regulation des Magnesiumstoffwechsels erweitert. Man unterscheidet intestinale von renalen Mg2+-Verlusterkrankungen mit autosomalem Erbgang. Die Hypomagnesiämie mit sekundärer Hypokalzämie wird rezessiv vererbt und weist einen primären intestinalen Mg2+-Absorptionsdefekt auf. Durch hohe Mg2+-Dosen kann der Krankheitsverlauf beeinflusst werden. Die primäre Hypomagnesiämie tritt in zwei Formen auf: Die dominant vererbte Variante ist durch eine milde Hypomagnesiämie, eine verminderte renale Calciumausscheidung und eine Chondrokalzinose gekennzeichnet.

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