Das Gehirn und das Nervensystem sind komplexe Netzwerke, die für unsere gesamte Funktionalität unerlässlich sind, von Gedächtnis und Lernen bis hin zur Bewegung und Sinneswahrnehmung. Eine Vielzahl von Faktoren kann diese Systeme beeinträchtigen, darunter Stress, schlechte Ernährung, Umweltgifte und bestimmte Erkrankungen. Glücklicherweise gibt es viele natürliche Wege, um die neuronale Gesundheit zu unterstützen und die Funktion des Gehirns und der Nerven zu optimieren.
Neuroplastizität: Die Fähigkeit des Gehirns zur Veränderung
Ein wichtiger Aspekt der neuronalen Unterstützung ist das Verständnis der Neuroplastizität. Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich im Laufe des Lebens neu zu organisieren, indem es neue neuronale Verbindungen bildet und bestehende Verbindungen verstärkt oder verwirft. Dieser Prozess ermöglicht es uns, neue Fähigkeiten zu erlernen, uns an Veränderungen anzupassen und uns von Verletzungen zu erholen.
Neuroplastizität im Sport: Auch im Profisport ist es möglich, neue oder angepasste neuronale Netzwerke zu entwickeln, um neu erworbene motorische Fähigkeiten zu unterstützen.
Wie sich Verletzungen auf die Neuroplastizität auswirken: Körperliche Verletzungen, die bestimmte Bewegungen im Laufe der Zeit verhindern, können bestehende synaptische Verbindungen schwächen. Um diese Verbindungen während der Genesung so gut wie möglich zu erhalten, ist die Aufrechterhaltung der neuronalen Aktivität zwischen diesen unerlässlich. Ein wirksamer Ansatz ist die Vorstellung von Bewegungen, bei der Sportler*innen anderen bei der Ausführung der Bewegung zuschauen und sich selbst dabei vorstellen, wie sie die Bewegung ausführen.
Ernährung für neuronale Gesundheit
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der neuronalen Gesundheit. Bestimmte Nährstoffe sind besonders wichtig für die Funktion des Gehirns und der Nerven:
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- B-Vitamine: Vitamin B12 ist wichtig für die Regeneration und Bildung der Myelinscheiden der Nervenfasern, während Vitamin B1 (Thiamin) eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Nervenzellen spielt. Ein Mangel an diesen Vitaminen kann zu neurologischen Schäden führen.
- Vitamin D: Studien haben Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Mangel und Polyneuropathie (PNP) gefunden. Mediziner empfehlen tägliche Dosen zwischen 1.800 und 4.000 IE Vitamin D zur Prävention einer Polyneuropathie.
- Magnesium: Magnesium beruhigt das Nervensystem und ist wichtig für die Nervenfunktion.
- Omega-3-Fettsäuren: Diese essentiellen Fettsäuren sind wichtig für die Struktur und Funktion der Gehirnzellen.
- Antioxidantien: Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Selen schützen die Nervenzellen vor Schäden durch freie Radikale.
Alpha-Liponsäure: Die Alpha-Liponsäure ist ein starkes Antioxidans, das bevorzugt zur Behandlung der diabetischen Polyneuropathie verwendet wird.
Uridinmonophosphat (UMP): UMP ist ein wichtiger Baustein für Nervenzellen und kann die Regeneration geschädigter Nerven unterstützen. In Kombination mit Folsäure und Vitamin B12 konnte UMP in einer Studie mit über 200 PNP-Patienten die Nervenschmerzen signifikant reduzieren.
Mitochondrien und Ernährung: Wer Demenzen behandeln will, muss die Mitochondrien ins Visier nehmen und die Ernährung lebenslang ändern. Gesättigte Fettsäuren und Transfette in der modernen westlichen Kost sind es vor allem, die zu viel Cholesterin in den Körper bringen. Mediterrane Kost mit gesunden Ölen schützt vor einer späteren Demenz und ist bei bestehender Demenz günstig.
Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung des Gehirns
Einige Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmittel können ebenfalls dazu beitragen, die neuronale Gesundheit zu unterstützen:
- Ashwagandha: Diese Pflanze aus der ayurvedischen Medizin kann helfen, Stress abzubauen, die Stimmung zu verbessern und die kognitiven Funktionen zu fördern.
- Brahmi (Bacopa monnieri): Brahmi wird traditionell zur Verbesserung des Gedächtnisses, der Konzentration und der Lernfähigkeit eingesetzt.
- Gotu Kola (Centella asiatica): Gotu Kola wird in der traditionellen Medizin zur Förderung der Gedächtnisleistung, gegen Angststörungen und gegen Konzentrationsstörungen verwendet.
- Rosmarin: Rosmarin kann die Gedächtnisleistung verbessern und Angstsymptome reduzieren.
- Helmkraut (Scutellaria): Helmkraut beruhigt das gesamte Nervensystem.
Polyphenole: Bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, allen voran Polyphenole, haben erstaunliche Fähigkeiten, unser Gehirn zu schützen und seine Energieversorgung zu unterstützen.
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Koffein: Ein moderater Koffeinkonsum verringerte den Verlust der Nervenzellen im Hippocampus, beugte Lern- und Gedächtnisproblemen vor und wirkte sich auch positiv auf die Neubildung von Nervenzellen aus.
Lebensstilfaktoren für neuronale Gesundheit
Neben Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln spielen auch bestimmte Lebensstilfaktoren eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der neuronalen Gesundheit:
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität fördert die Durchblutung des Gehirns, stimuliert das Wachstum neuer Nervenzellen und verbessert die kognitiven Funktionen.
- Stressmanagement: Chronischer Stress kann die Nervenzellen schädigen und die kognitiven Funktionen beeinträchtigen. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Atemübungen können helfen, Stress abzubauen.
- Ausreichend Schlaf: Schlaf ist wichtig für die Regeneration des Gehirns und die Konsolidierung von Gedächtnisinhalten.
- Geistige Stimulation: Geistige Aktivitäten wie Lesen, Lernen neuer Fähigkeiten und das Lösen von Rätseln können dazu beitragen, das Gehirn aktiv und gesund zu halten.
- Vermeidung von Giftstoffen: Der Kontakt mit Umweltgiften wie Pestiziden, Schwermetallen und Lösungsmitteln kann die Nervenzellen schädigen.
Polyneuropathie (PNP) und natürliche Unterstützung
Polyneuropathie (PNP) ist eine Erkrankung, die durch Schädigung vieler Nerven gleichzeitig gekennzeichnet ist. Die Ursachen können vielfältig sein, darunter Diabetes, Vitaminmangel, Vergiftungen, Medikamente und andere Erkrankungen.
Ursachen und Prävention: Vermeiden Sie Unkraut- oder Insektenvernichter in Haus, Hof und Garten. Lassen Sie die Belastung mit Schwermetallen und Aluminium mit einer Haaranalyse oder Nagelanalyse überprüfen.
Symptome: Betroffene können Missempfindungen, Schmerzen, Muskelschwäche und andere neurologische Symptome entwickeln.
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Natürliche Unterstützung: Neben der Behandlung der zugrunde liegenden Ursache können bestimmte natürliche Maßnahmen dazu beitragen, die Symptome der PNP zu lindern und die Nervenregeneration zu fördern:
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend B-Vitaminen, Vitamin D und Antioxidantien ist wichtig.
- Nahrungsergänzungsmittel: Uridinmonophosphat (UMP), Alpha-Liponsäure, Magnesium und bestimmte Heilpflanzen können hilfreich sein.
- Rotlicht-Therapie: Die Rotlicht-Therapie (Low-Level Light Therapy oder Photobiomodulation) kann bei Polyneuropathie ein wichtiges Thema sein.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann die Durchblutung verbessern und die Nervenregeneration fördern.
- Entgiftung: Maßnahmen zur Unterstützung der Entgiftungsorgane können bei PNP hilfreich sein, insbesondere wenn eine Schadstoffbelastung vorliegt.
Neuronale Unterstützung bei Alzheimer
Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch Gedächtnisverlust, kognitive Beeinträchtigungen und den Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist.
Körperliche Aktivität: Körperliche Aktivität gilt als eine vorbeugende Maßnahme um das Risiko für die Alzheimer-Krankheit zu senken. Es zeigte sich, dass körperliche Aktivität zu einem geringeren Nervenzellverlust führt.
Forschung: Ziel ist es, durch die Kombination von Bewegung und Einnahme bestimmter Wirkstoffe einen neuen therapeutischen oder präventiven Ansatz zu ermöglichen, um der Alzheimer-Krankheit zu begegnen.
Koffein: Ein moderater Koffeinkonsum verringerte den Verlust der Nervenzellen im Hippocampus, beugte Lern- und Gedächtnisproblemen vor und wirkte sich auch positiv auf die Neubildung von Nervenzellen aus.
Mitochondrien: Derzeit verdichten sich immer mehr Hinweise, dass die Mitochondrien bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen in Mitleidenschaft gezogen sind.