Knieschmerzen und Taubheitsgefühle im Kniebereich sind weit verbreitete Beschwerden, die verschiedene Ursachen haben können. Diese Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und den Alltag der Betroffenen einschränken. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen von Spannungsgefühlen und Taubheitsgefühlen im Knie, einschließlich möglicher Begleiterscheinungen wie Schmerzen, und bietet einen umfassenden Überblick über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
Ursachen für Spannungsgefühl und Taubheitsgefühl im Knie
Die Ursachen für ein Spannungsgefühl und Taubheitsgefühl im Knie sind vielfältig und können von harmlosen Verspannungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen reichen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
Instabilität des Knies
In vielen Fällen sind überdehnte oder verletzte Kreuz- oder Seitenbänder die Ursache für ein instabiles Knie. Während eine Bandverletzung oft beim Sport passiert, können auch angeborene oder erworbene Muskel- und Bänderschwächen das Knie instabil machen. Ein geschädigter Meniskus bringt das Kniegelenk ebenfalls schnell aus der Spur. Im gesunden Zustand sorgt der Meniskus während Bewegungen dafür, die Last vom Ober- auf den Unterschenkel zu übertragen. Ist der Meniskus lädiert, kann er diese Aufgabe nicht mehr ordentlich erfüllen.
Kniearthrose (Gonarthrose)
Machen sich Knieschmerzen beim Treppensteigen bemerkbar, insbesondere abwärts, ist die Ursache häufig eine Arthrose im Knie (Gonarthrose). Dabei handelt es sich um eine Abnutzung des Gelenkknorpels. Aber auch eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) kann als Schmerzauslöser infrage kommen.
Die Symptome der Kniearthrose sind eine Folge des Knorpelverschleißes im Gelenk. Neben Knieschmerzen nach Ruhephasen oder morgens nach dem Aufstehen treten vor allem in späteren Stadien auch belastungsabhängige Schmerzen auf. Stärke und Verlauf der Schmerzen bei Kniearthrose (Gonarthrose) ist bei jedem Patienten unterschiedlich. Viele Betroffene haben bis hin zu starken Knorpelschäden mit Grad 3 oder Grad 4 keine oder wenig Knieschmerzen. Auch die schmerzfreie Belastbarkeit des Knies etwa beim Wandern oder Sport treiben kann manchmal auch mit fortgeschrittener Kniearthrose noch gegeben sein.
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Polyneuropathie
Der Begriff „Polyneuropathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Erkrankung mehrerer Nerven“. Bei den meisten Menschen beginnt die Polyneuropathie mit Reizerscheinungen im Sinne von Kribbelgefühlen, brennenden Mißempfindungen bis hin zu heftigen Schmerzen und Taubheitsgefühlen an den Füßen. Häufig beschrieben wird ein Schwellungsgefühl, unangenehmer Druck, Gefühl wie auf Watte zu gehen, ein Elektrisieren oder Stechen. Meistens sind zunächst nur die Zehen und der Fußballen bds. betroffen. Im Verlauf von mehreren Monaten bis Jahren kommt es zur Ausweitung der Symptome auf die Füße und Unterschenkel mit Socken-förmiger oder Kniestrumpf-förmiger Begrenzung. Die Oberschenkel können im Verlauf einer weiteren Verschlechterung oder bei einigen Patienten auch primär betroffen sein. Auch das Temperaturempfinden leidet, so dass beispielsweise die Badewassertemperatur in der Badewanne an den Füßen nicht mehr richtig eingeschätzt werden kann. Zumeist erst im Verlauf der Erkrankung können zusätzlich die Fingerspitzen und Hände mit Handschuh-förmiger Begrenzung der Taubheitsgefühle betroffen sein. Parallel dazu kann es zunehmend zu Lähmungen, beispielsweise der Fußheber oder Zehenheber oder Fußsenker kommen, so dass Muskelschwund und Gangstörungen entstehen. Alle Symptome entstehen zumeist symmetrisch und nur seltener asymmetrisch mit Betonung auf einer Seite. Krämpfe, insbesondere nachts oder bei Belastungen, sind nicht selten. Viele Patienten klagen über kalte Füße. Auch das Lageempfinden wird zunehmend gestört, so dass die akkurate Aufrechterhaltung des Standes leidet. Dies führt zu Schwanken, Schwindel und Gangstörungen. Das Schmerzempfinden wird allmählich herabgesetzt, so dass Verletzungen am Fuß nicht oder nur zu spät wahrgenommen werden. Dies kann, z.B. beim Diabetes mellitus, zur Entstehung von Druckgeschwüren führen. Letztlich können auch die inneren Organe im Sinne einer autonomen Polyneuropathie betroffen sein. Dies führt beispielsweise zur Blasenlähmung, Darmträgheit oder zur mangelnden Regulation des Herzschlages bei Anstrengung.
Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven, d.h. also nicht des Gehirns oder des Rückenmarks. Sie entsteht indem entweder der innere Strang des Nervs oder seine Umhüllung erkranken. Nerven arbeiten wie elektrische Leitungen. Vergleicht man den Nerv mit einem Kupferkabel, so können Störungen entweder durch eine Unterbrechung der Kupferleitung in der Mitte oder der umhüllenden Isolierung entstehen. Je länger ein Nerv ist umso eher erkrankt er an Polyneuropathie, weshalb die Erkrankung häufig an den Zehen und Füßen beginnt.
Es gibt über 300 bekannte Ursachen von Polyneuropathie. Ca. 35 % der Polyneuropathien sind in Deutschland auf den Diabetes mellitus (Zuckererkrankung) zurückzuführen und etwa 20 % auf Alkoholkonsum. Die Ursache von etwa 1/4 aller Polyneuropathien bleibt auch nach ausführlicher Abklärung ungeklärt.
Nervenkompression und -irritation
Kribbelt es längs ausstrahlend in einem der „Dermatome“ im Bild, ist es naheliegend, dass der zuständige Nerv im Rückenmark, am Austritt aus der Wirbelsäule oder im Verlauf „eingeengt“ wird. Das kann durch einen Beckenschiefstand oder eine Schädigung im Bereich der Wirbelsäule bedingt sein.
Weitere Ursachen
- Knorpelschäden: Schäden am Knorpel der äußeren Gelenkfläche.
- Fehlstellungen: X-Beine, die zu einer Valgusgonarthrose führen können, und O-Beine, die Ursache für eine Varusgonarthrose sind.
- Verletzungen: Verletzungen durch Stürze oder Unfälle. Ein direkter Schlag oder Trauma an der Außenseite des Knies kann zu Schmerzen und Schwellungen führen, z.B. einer Knieverstauchung.
- Tractus iliotibialis-Syndrom: Beim Gehen und Joggen kommt es zu einem Scheuern des Tractus an der Außenseite des Oberschenkelknochens (lateraler Femurkondylus). Häufig kommt es nach dem Wandern zu Knieschmerzen. Reizergüsse können die Folge sein.
- Sehnenentzündung: Bei einer Sehnenentzündung kommt es vor allem unter Belastung zu Schmerzen, die meist in Ruhe oder bei Schonung wieder nachlassen. In der Regel treten die Schmerzen an der Innenseite des Knies auf.
- Bandscheibenvorfall der LWS: Bei einem Bandscheibenvorfall der LWS sind meist auch untere Rückenschmerzen oder Schmerzen im Oberschenkel vorhanden.
- Meralgia paraesthetica: Bei einer Meralgia paraesthetica wird der Oberschenkel außen taub / kribbeln und kann teilweise bis zur Knieaußenseite ziehen.
- Multiple Sklerose (MS): Sehr seltene Ursachen ein Taubheitsgefühl am Knie außen kann eine Multiple Sklerose (MS) sein.
- Knieverletzungen: Die Kniegelenke liegen im menschlichen Skelett sehr weit unten. Sie müssen fast das gesamte Körpergewicht tragen. Da sie aber wie fast alle Gelenke nur von Weichteilen gehalten und geführt werden, können sie leicht verletzt werden.
- Knochenbruch: Ein Bruch kann die Gelenkflächen des Oberschenkelknochens, den Schienbeinkopf oder die Kniescheibe betreffen. Manchmal kann das Verdrehen des Knies zu einem Bruch der Kniescheibe führen. Es können auch kombinierte Brüche auftreten.
- Verrenkung: Die Knieverrenkung (Luxation) ist eine seltene Ursache für Knieschmerzen: sie tritt in der Regel als Folge schwerer Unfälle auf. Dabei können auch Nerven und Blutgefäße betroffen sein, und durch eine starke Schwellung können indirekt Unterschenkelmuskeln Schaden nehsemen. Die Kniescheibe kann sich durch direkte Stöße oder Verdrehungen während sportlicher Aktivitäten verrenken. Darüber hinaus können angeborene Formveränderungen der Kniescheibe eine Verrenkung begünstigen, ebenso wie X-Beine, Muskelschwäche, ungleiche Zugkräfte der Haltebänder (zu locker innen, zu straff außen) und erbliche Bindegewebserkrankungen.
- Meniskusschäden: Im Kniegelenk befindet sich auf der Innen- und Außenseite jeweils ein c-förmiger Knorpelkörper, der Meniskus genannt wird. Die Menisken dienen zusammen mit den Kreuzbändern der Stabilisierung des Knies. Sie dämpfen Stöße ab und versorgen den Knorpel mit Nährstoffen. Der größere Innenmeniskus ist mit dem Innenband verbunden und dadurch weniger beweglich als der kleinere, locker befestigte Außenmeniskus. Verletzungen der Menisken können eine Ursache für Knieschmerzen. Bei jungen Sportlerinnen und Sportlern treten häufig Meniskus-Risse bei plötzlichen Stop- und Drehbewegungen des Knies auf. Bindegewebserkrankungen und ständige Überbeanspruchung führen im Alter zu Problemen. Schon bei normalen Bewegungen wie beim In-die-Hocke-Gehen oder raschen Aufstehen reißt der Meniskus dann irgendwann ein.
- Rheumatische Erkrankungen: Die richtige Bezeichnung für Rheuma ist eigentlich rheumatoide Arthritis und das bedeutet Gelenkentzündung. Es handelt es sich hier um eine Autoimmunerkrankung. Autoimmunität bedeutet, dass das Immunsystem „irrtümlich“ körpereigenes Gewebe angreift. Im Gelenk entzündet sich zuerst die Innenhaut. Dann werden der Gelenkknorpel und -knochen angegriffen. Die rheumatoide Arthritis betrifft Erwachsene und Kinder. Bei der Bechterew-Erkrankung stehen die Kreuzbein-Darmbein-Gelenke im Vordergrund. Zusätzlich kann sie aber auch Ursache für Knieschmerzen sein.
- Erkrankungen der Kniescheibe: Macht die Kniescheibe zu viel Druck aufs Kniegelenk, kann der Knorpel Schaden nehmen und die Ursache für Knieschmerzen sein.
- Chondromalazie (Knorpelschaden): Chondromalazie bedeutet Erweichung des Knorpels, er fasert auf und wird rissig. Dies kann die Rückseite der Kniescheibe wie auch ihre Gleitbahn am Oberschenkelknochen betreffen. Bänder- und Muskelschwäche sowie vorausgegangene Verletzungen und Entzündungen des Kniegelenks gehören zu den Auslösern.
- Plica-Syndrom: Plica bedeutet Falte. Diese gibt es ober- und unterhalb der Kniescheibe, seitlich und zur Gelenkmitte hin. Eine entzündete Falte kann anschwellen und auf dem Gelenkknorpel reiben - eine Ursache für Knieschmerzen. Zu der Entzündung kann es durch eine frühere Verletzung kommen oder durch Überlastung bei Kraftsport, Radsport oder etwa beim Skifahren auf Buckelpisten.
- Abnutzung von Sehnen und Bändern: Sehnenverschleiß heißt Tendinose. Paradebeispiele hierfür sind das Springerknie und Läuferknie.
- Schleimbeutelentzündung und Baker-Zyste: Schleimbeutel schützen Muskeln und Sehnen. Überbelastung kann sie reizen. Das führt zu Schwellungen und ist die Ursache von Knieschmerzen.
- Knochen- und Knorpelschäden im Kindes- und Jugendalter: In der Zeit des Wachstums entsteht an den Knochenenden und Sehnenansätzen neuer Knochen aus Knorpel. Wenn Sehnen an diesen Stellen immer wieder einen starken Zug ausüben, etwa beim Sport, kann der Knochen Schaden nehmen, sich auflösen und Knieschmerzen verursachen.
- Wachstumsschmerzen: Bei bis zu 18 Prozent aller Schulkinder verursachen auch sogenannte Wachstumsschmerzen die Knieschmerzen. Die Altersspannweite reicht von 3 bis 12 Jahren, Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Warum es zu den Beschwerden kommt, ist unklar. Teilweise gibt es eine familiäre Veranlagung. Mit Wachstumsvorgängen hat das Problem aber wohl wenig zu tun und sollte sicherheitshalber immer abgeklärt werden.
- Spontane Knochenschäden bei Erwachsenen: Osteonekrosen: Knochennekrosen, also das Absterben von Zellen, kommen bei Erwachsenen mit Gefäßerkrankungen oder unter Einnahme von Kortison und bei Alkoholmissbrauch vor. Es können beide Kniegelenke in verschiedenen Bereichen sowie andere Gelenke Schaden nehmen.
- Knieschmerzen bei Stoffwechsel- und Blutkrankheiten: Auch Stoffwechselstörungen und Blutkrankheiten können Ursachen für Knieschmerzen sein: Gicht, Pseudogicht, zu hohes Cholesterin, die Eisenspeicherkrankheit und die Bluterkrankheit.
Symptome
Die Symptome können je nach Ursache variieren. Zu den häufigsten Begleiterscheinungen gehören:
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- Schmerzen: Die Schmerzen können unterschiedlich stark sein und sich je nach Ursache verändern. Sie können bei Belastung, in Ruhe oder auch nachts auftreten. Die Schmerzen fühlen die Betroffenen bei Kniearthrose meist direkt im Gelenkspalt, entweder innen, außen oder vorne an der Kniescheibe. Bei lateraler Gonarthrose - Arthrose im äußeren Abschnitt des Knies - tritt der Knieschmerz außen am Kniegelenk auf. Bei fortgeschrittener Kniearthrose mit großflächigem Knorpelverlust im gesamten Knie spricht man von Pangonarthrose. Hier kann der Gelenkschmerz rund um das gesamte Knie auftreten. Knieschmerzen vorne unter der Kniescheibe deuten auf einen Knorpelverschleiß im Gelenk zwischen dem Oberschenkelknochen (Femur) und der Kniescheibe (Patella) hin.
- Taubheitsgefühl: Ein Taubheitsgefühl kann auf eine Nervenirritation oder -schädigung hindeuten.
- Spannungsgefühl: Ein Spannungsgefühl im Knie kann durch eine Schwellung, Entzündung oder Muskelverspannung verursacht werden.
- Schwellung: Eine Schwellung des Knies kann auf eine Entzündung, Verletzung oder Überlastung hindeuten.
- Bewegungseinschränkungen: Die Beweglichkeit des Knies kann eingeschränkt sein, was sich durch Schwierigkeiten beim Beugen, Strecken oder Drehen des Knies äußern kann. Patienten mit Kniearthrose erleben zunehmende Störungen der Koordination und des Gleichgewichts im Kniegelenk. Sie sind kraftloser als früher, ermüden schneller und verlieren leichter das Gleichgewicht. Das Gehen fühlt sich staksig und unsicher an. Betroffene empfinden ihr Knie als instabil und müssen über jeden ihrer Schritte nachdenken, da sie sich nicht mehr auf ihr Knie verlassen können. Die Kniearthrose schränkt den Bewegungsradius des Kniegelenks ein. Streckbewegungen und Anwinkeln des Kniegelenks können durch Kniearthrose eingeschränkt sein. Aus diesem Grund sind Patienten mit Kniearthrose in Alltag und Beruf körperlich zunehmend eingeschränkt: Knien, Hocken, Sitzen, Treppen steigen fallen immer schwerer und viele gymnastische Übungen werden schmerzhaft.
- Instabilität: Das Gefühl, dass das Knie nachgibt oder instabil ist. Patienten mit Kniearthrose erleben zunehmende Störungen der Koordination und des Gleichgewichts im Kniegelenk. Sie sind kraftloser als früher, ermüden schneller und verlieren leichter das Gleichgewicht. Das Gehen fühlt sich staksig und unsicher an. Betroffene empfinden ihr Knie als instabil und müssen über jeden ihrer Schritte nachdenken, da sie sich nicht mehr auf ihr Knie verlassen können.
- Geräusche: Knirschen, Knacken oder Reiben im Kniegelenk bei Bewegung (Krepitationen). Wenn Patienten mit Kniearthrose das Knie bewegen, hören sie häufig ein Kirschen oder Knacken im Kniegelenk. Medizinisch spricht man von Krepitationen. Beim Aufstehen oder Ausstrecken des Beines sind meist ebenfalls Geräusche im Kniegelenk hörbar und auch spürbar.
- Anlaufschmerz: Ein typisches Symptom der Arthrose ist der Anlaufschmerz: Das Gelenk benötigt bei Patienten mit Kniearthrose einige Schritte oder Minuten um sich "warmzulaufen". Dann verschwindet der Schmerz und die Morgensteifigkeit wieder, häufig für den Rest des Tages. Dieser Anlaufschmerz beruht darauf, dass die Knorploberfläche bereits nicht mehr glatt ist und zu wenig Gelenkflüssigkeit (Synovia) gebildet wird.
Diagnose
Um die Ursache für Spannungsgefühl und Taubheitsgefühl im Knie zu ermitteln, sind verschiedene diagnostische Maßnahmen erforderlich:
- Anamnese: Detaillierte Befragung des Patienten zu seinen Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensumständen. Um eine genaue Diagnose der Knieschmerzen an der Außenseite stellen zu können, erfolgt zu Beginn der ärztlichen Untersuchung zunächst eine detaillierte Krankenbefragung (Anamnese), in der die Beschwerden und Auslöser möglichst genau geschildert werden sollten.
- Körperliche Untersuchung: Untersuchung des Knies auf Schwellungen, Druckschmerzhaftigkeit, Bewegungseinschränkungen und Instabilität. Dazu führt der Kniespezialist eine umfassende klinische und bildgebende Untersuchung durch.
- Bildgebende Verfahren:
- Röntgen: Zur Beurteilung von Knochenstrukturen und zum Ausschluss von Frakturen oder Arthrose. Meistens wird im Rahmen der Erstvorstellung bei einem Arzt eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um knöcherne Ursachen der Schmerzen sicher ausschließen zu können. Je nach Verletzungshergang kann es notwendig sein, knöcherne Verletzungen mit einer Röntgenuntersuchung auszuschließen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Zur Beurteilung von Weichteilstrukturen wie Menisken, Bändern und Knorpel. Bei Verdacht auf Verletzungen des Außenmeniskusses nach der klinischen Untersuchung sollte die Diagnose mittels MRT (Magnetresonanztomografie) gesichert werden. Bei Verdacht auf einen Außenbandriss sollte eine MRT-Bildgebung (Magnetresonanztomographie) erfolgen, um das genaue Verletzungsausmaß bestimmen zu können, da auch die Therapieentscheidung davon abhängig ist. Bei der MRT handelt es sich um eine gut verträgliche, nebenwirkungsarme Untersuchung, in der sowohl Knochen, als auch Weichteile als hochaufgelöste Schnittbilder beliebiger Schichtdicke dargestellt werden können. Mit Hilfe der MRT können kleinste Wassereinlagerungen als Hinweis auf stattgehabte Verletzungen sichtbar gemacht werden und Sehnen, Menisken und Bänder genauestens dargestellt werden.
- Ultraschall: Zur Beurteilung von Weichteilstrukturen und zum Ausschluss von Flüssigkeitsansammlungen. Der Schallkopf, der vom Arzt auf die Haut aufgelegt wird, leitet Ultraschallwellen -welche weder gehört oder gespürt noch gesehen werden können- in das Gewebe und empfängt deren Reflexion.
- Elektrophysiologische Untersuchungen: Zur Beurteilung der Nervenfunktion bei Verdacht auf Polyneuropathie. Hierbei werden überwiegend die Nervenleitgeschwindigkeit und die Reizantwortstärke der betroffenen Nerven vermessen. Begleitet wird dies durch ein EMG (Elektromyographie- elektrische Untersuchung der betroffenen Muskeln mit einer Nadel).
- Laboruntersuchungen: Zur Abklärung von Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen oder anderen systemischen Erkrankungen. Danach erfolgt eine laborchemische Abklärung der wichtigsten Ursachen aus dem Blut. Klärt man die wichtigsten 35-40 Ursachen ab, so beinhaltet dies ca. 80 % aller betroffenen Patienten.
- Nervenwasseruntersuchung (Liquor): Bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung sollte das Nervenwasser (Liquor) untersucht werden.
- Genetische Untersuchungen: Die wichtigsten genetischen Ursachen lassen sich durch genetische Untersuchungen aus dem Blut heraus abklären. Diese Untersuchungen sind jedoch teuer. Sie werden von daher nicht routinemäßig durchgeführt.
- Nervenbiopsie: Eine Untersuchung eines operativ entfernten Teils eines betroffenen Nervens (Biopsie) ist heutzutage nur in Ausnahmen notwendig.
- Quantitative Sensorische Testung: Bei der standardisierten Quantitativen Sensorischen Testung werden durch sieben verschiedene Gefühlstests an der Haut 13 Werte ermittelt. Sie helfen zu erkennen, welche Nervenfasern genau geschädigt sind und wie stark die Schädigung fortgeschritten ist. Um das Temperaturempfinden exakt zu messen, kommen bei der sogenannten Thermode computergesteuerte Temperaturreize zum Einsatz.
- Hautbiopsie: Für die richtige Diagnose ist die Quantitative Sensorische Testung mit Messung des Temperaturempfindens entscheidend. Darüber hinaus kann eine Gewebeprobe aus der Haut (Hautbiopsie) unter dem Mikroskop untersucht werden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Hier sind einige gängige Behandlungsansätze:
Konservative Behandlung
- Schmerzlinderung: Schmerzmittel wie NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) oder Paracetamol können zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden. Bei stärkeren Schmerzen kann die Einnahme von NSAR (nichtsteroidalen Antirheumatika) wie Ibuprofen oder Diclofenac erforderlich sein.
- Entzündungshemmung: Bei Entzündungen können entzündungshemmende Medikamente oder Injektionen mit Kortikosteroiden eingesetzt werden.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Stabilität des Knies zu erhöhen. Lähmungen und Muskelschwund, Gleichgewichtsstörungen und Gangstörungen können mit einer spezifischen Physiotherapie behandelt werden. Diese kann gegebenenfalls um elektrische oder magneto-elektrische Stimulationverfahren ergänzt werden.
- Orthesen: Orthesen können das Knie stabilisieren und die Belastung reduzieren.
- Kinesiotaping: Kinesiotapes sind hochelastische, selbstklebende, bunte Baumwolltapes, die direkt auf die Haut aufgeklebt werden. Sie können bedarfsgerecht zugeschnitten werden und nach Anlage mehrere Tage getragen werden.
- Neural-Akupunktur: Missempfindungen und Schmerzen können überdies mit einer Neural-Akupunktur behandelt werden.
- Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion helfen, die Belastung des Knies zu reduzieren.
- Kühlen: Zum Kühlen können Kühlkompressen oder Eispacks verwendet werden. Beide sollten nicht direkt auf die Haut aufgelegt werden und nach 10-15 Minuten wieder entfernt werden.
- Vermeidung von Überlastung: Vermeiden Sie Aktivitäten, die das Knie belasten oder Schmerzen verursachen. Auf Grund der Belastungsschmerzen haben viele Patienten mit Gonarthrose eine reduzierte maximale Gehstrecke. Sie können nicht mehr so weit wie früher laufen und viele Tätigkeiten des Alltags wie einkaufen und spazierengehen sind für sie schmerzfrei nicht mehr möglich.
- Anpassung der Schmerzmedikation: Eventuell muss der Arzt in den Wintermonaten die Schmerzmedikation vorübergehend anpassen.
- Basenwickel: Daher könne warme Basenwickel die Situation im Kniegelenk verbessern und schmerzlindernd wirken.
- Elektrotherapie: Bei der Elektrotherapie werden die Nerven durch Impulse aus einem speziellen Gerät so stimuliert, dass Erkrankte statt Schmerzen ein leichtes Kribbeln spüren. Von außen lässt sich dieses durch ein TENS-Gerät erreichen.
- Gleichgewichtstraining: Gegen die fortschreitende Gangunsicherheit wirkt Gleichgewichtstraining in der Physiotherapie.
Operative Behandlung
In einigen Fällen kann eine operative Behandlung erforderlich sein, z.B. bei:
- Meniskusriss: Bei einem Meniskusriss kann eine Meniskusnaht oder -teilresektion durchgeführt werden.
- Bandverletzungen: Bei Bandverletzungen kann eine Bandrekonstruktion durchgeführt werden.
- Knorpelschäden: Bei Knorpelschäden können verschiedene Knorpelreparaturverfahren eingesetzt werden. im Rahmen einer Kniespiegelung minimalinvasiv durchgeführt werden.
- Arthrose: Bei fortgeschrittener Arthrose kann ein künstliches Kniegelenk eingesetzt werden (Knieendoprothese).
- Entzündliche Ursachen: Liegt eine entzündliche Ursache der Polyneuropathie vor, so können Cortison-Infusionen, Plasmapherese (umgangssprachlich - Blutwäsche) oder die Gabe von Immunglobulinen zu einer Linderung oder gar Ausheilung führen.
Behandlung der Polyneuropathie
- Ausschaltung der Ursache: Das primäre Ziel der Behandlung ist die Ausschaltung der Ursache der Polyneuropathie. Die bedeutet z.B. einen Diabetes mellitus optimal mit Medikamenten einzustellen. Medikamente, die eine Polyneuropathie verursachen, müssen abgesetzt oder ausgetauscht werden, insofern sie nicht aus anderem Grund unabdingbar notwendig sind. Eine toxische Exposition, beispielsweise durch Schwermetalle oder Umweltgifte, muss beendet werden. Ist Alkohol die Ursache der Polyneuropathie, so muss vollständige, lebenslange Abstinenz eingehalten werden. Auch kleinere Mengen Alkohol können eine Verschlechterung herbeiführen oder eine Ausheilung verhindern, da das Nervensystem bereits vorgeschädigt ist. Alkoholabstinenz ist immer eine Voraussetzung für eine Verbesserung oder Ausheilung der Symptomatik.
- Schmerzbehandlung: Für die Behandlung der Schmerzen oder unangenehmen Missempfindungen stehen mehrere Medikamente zur Verfügung. Zur Schmerzbekämpfung haben sich Antidepressiva und Medikamente gegen Krampfanfälle (Epilepsie), sogenannte Antikonvulsiva, bewährt.
- Capsaicin-Pflaster: Capsaicin ist für die Schärfe der Chilischoten verantwortlich und hat sich in Form von Capsaicin-Pflastern auf der Haut in Studien als erfolgversprechendes Mittel gegen Polyneuropathie erwiesen. Es betäubt nicht nur den schmerzenden Bereich und steigert die Durchblutung, sondern scheint sogar die Neubildung kleiner Nervenfasern anzuregen.
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