Muskelverspannungen und Nervenprobleme sind weit verbreitet. Über 30 Prozent der Deutschen im erwerbsfähigen Alter leiden regelmäßig unter starken Muskelverspannungen. Betroffen sind außer der Lumbalregion vor allem auch der Nacken-Schulter-Arm-Bereich. Eine verspannte Nackenmuskulatur schmerzt nicht nur lokal, sondern kann nach distal (zervikobrachial) und/oder zentral (zervikozephal) ausstrahlen. Viele Patienten vermuten, dass ein Nerv "verklemmt" ist, was oft durch gezielte Untersuchung widerlegt werden kann. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen für nicht freigegebene Nerven, von Muskelverspannungen über das Morton Neurom bis hin zu systemischen Erkrankungen wie ALS.
Muskelverspannungen als Ursache
Dr. Oliver Emrich, Allgemeinarzt, Anästhesiologe und Schmerztherapeut, betont: „Berufe, die schweres Heben oder Überkopfarbeiten erfordern, prädestinieren für akute Muskelprobleme. Zur anderen Gruppe gehören jene, die viel sitzen, untrainiert sind und wenig Kontrolle über die Muskelkoordination haben.“ Es ist wichtig, den entkleideten Patienten klinisch zu untersuchen, da das Beobachten der Bewegungsabläufe und das Anfassen bereits Teil der Therapie sind. Psychosoziale Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle, da Stress Muskelverspannungen und Rückenschmerzen verstärken kann. Eine Forsa-Umfrage ergab, dass 32 Prozent der Erwerbstätigen unter hohem, dauerhaftem Stress leiden. Achtsamkeitstraining wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Qi Gong kann hier Abhilfe schaffen.
Das Morton Neurom: Eine häufige Ursache von Mittelfußschmerzen
Das Morton Neurom ist eine Verdickung des Mittelfußnerven, oft eine Folge einer Spreizfußfehlstellung. Frauen sind viermal häufiger betroffen als Männer, was auf das häufigere Auftreten eines Spreizfußes zurückgeführt werden kann.
Entstehung und Symptome
Das Morton Neurom entsteht meist vor dem Hintergrund eines Spreizfußes, einer Folge eines durchgetretenen vorderen Fußgewölbes. Die Mittelfußknochen sind durch die Spreizfußfehlstellung verlagert und zeigen fächerförmig nach außen. Die Abrollbewegung beim Gehen übt einen viel stärkeren Druck auf die an der Fußsohle verlaufenden Nerven aus. Diese dauernde Reizung entzündet den Nerv, insbesondere die bindegewebige Hülle, die anschwillt.
Typische Symptome sind:
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- Schmerzen im Mittelfuß (Morton Metatarsalgie) und in den Zehen
- Brennende oder stechende Mittelfußschmerzen, die bis in die Zehen ausstrahlen können
- Missempfindungen der benachbarten Kleinzehen, typischerweise an den einander zugewandten Zehenunterseiten
- Beschwerden, die beim Tragen von Schuhen auftreten
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit einer klinischen und Tastuntersuchung des Fußes. Der Arzt kann das Morton Neurom zwischen den Mittelfußknochen ertasten und einen spezifischen Druckschmerz auslösen (Mulder-Zeichen). Eine MRT (Magnetresonanztomographie) kann die Diagnose bestätigen und die Größe der Nervenschwellung bestimmen. Es ist jedoch wichtig, andere Ursachen für Vorfußschmerzen auszuschließen, wie Stressfrakturen, stoffwechselbedingte Fußschmerzen (z. B. diabetischer Fuß) oder Warzen.
Behandlung
Die Therapie des Morton Neuroms erfolgt hauptsächlich konservativ. Im Vordergrund steht die Verringerung des Drucks auf die Nerven, um die Rückbildung des Morton Neuroms zu fördern. Dazu gehören:
- Weite Schuhe und spezielle Einlagen zur Unterstützung des Quergewölbes
- Physiotherapie und Fußgymnastik, die auch die Wadenmuskulatur einbezieht
- Injektionen mit Schmerzmitteln an die Nervenenden
- Manuelle Techniken zur Entlastung des Fußes
In manchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, insbesondere wenn die konservativen Maßnahmen nicht ausreichend helfen. Dabei kann entweder das Band zwischen den Mittelfußknochen geweitet oder eine Umstellung der Zehenknochen (Osteotomie) durchgeführt werden. In einigen Fällen wird das erkrankte Nervengewebe entfernt (Neurektomie), wobei jedoch das Risiko von Rückfällen besteht.
Fußübungen zur Behandlung des Morton Neuroms
Es gibt eine Reihe von Fußübungen, die helfen können, die Schmerzen zu lindern und die Funktion des Fußes zu verbessern:
- Übung mit dem Gymnastikband: Im Sitzen den Fuß auf den Außenrand kippen, das Gymnastikband unter das äußere Drittel der Ferse fixieren und den Fuß gegen den Widerstand des Bandes zum Boden drücken.
- Mobilisation des Quergewölbes: Im Sitzen oder auf dem Boden einen sanften Druck in der Mitte der Fußsohle ausüben.
- Aufrichten des Quergewölbes: Im Sitzen oder auf dem Boden die Fußmuskeln nutzen, um das Quergewölbe aufzurichten.
- Übung mit dem Ball: Im Sitzen oder Stehen den Groß- und Kleinzehenballen sanft um den Ball modellieren, sodass die Grundgelenke der Zehen einen C-Bogen bilden.
- Aktivierung des Quergewölbes beim Gehen: Den Fuß schwungvoll nach vorne bringen und darauf achten, dass die Zehengrundgelenke gebeugt sind, ohne dass die Zehen krallen.
Systemische Erkrankungen als Ursache von Nervenproblemen
Nervenprobleme können auch durch systemische Erkrankungen verursacht werden, die den gesamten Körper betreffen.
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Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine sehr ernste Erkrankung des motorischen Nervensystems. Sie betrifft die motorischen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark, was zu Muskelschwund, Muskelschwäche und Lähmungen führt. Die Empfindung für Berührung, Schmerz und Temperatur, das Sehen, Hören, Riechen und Schmecken, die Funktionen von Blase und Darm bleiben in den meisten Fällen normal.
Die ersten Symptome können unterschiedlich sein, z. B. Muskelschwund und -schwäche in der Hand- und Unterarmmuskulatur oder in der Sprech-, Kau- und Schluckmuskulatur. Es gibt keine Heilung für ALS, und die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Depressionen
Neben psychosozialen Auslösern gibt es auch immer körperliche Ursachen für das Entstehen einer Depression, d.h. Veränderungen im Körper und insbesondere neurobiologische Veränderungen im Gehirn. Hierzu zählen z.B. vererbte Faktoren, die das Risiko zu erkranken beeinflussen. Durch eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva kann direkt auf diese neurobiologischen Ungleichgewichte eingewirkt werden.
Anti-MAG-Neuropathie
Patienten, die an Anti-MAG-Neuropathie erkranken, leiden unter anderem an Sensibilitätsverlust in Armen und Beinen, neuropathischen Schmerzen und einem Verlust der Koordination bis zur Gehbehinderung. Durch die fortschreitende Schädigung der peripheren Nerven werden die Betroffenen im täglichen Leben immer stärker eingeschränkt, bis sie auf vollständige Unterstützung angewiesen sind. Die Erkrankung kann im Blutserum anhand von Autoantikörpern nachgewiesen werden, die an das Myelin-assoziierte Glykoprotein (MAG) im peripheren Nervensystem binden. Diese Anti-MAG Antikörper gelten seit Längerem als Ursache der Krankheit.
Weitere Ursachen
Weitere Ursachen für Nervenprobleme können sein:
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- Toxine: Umweltgifte wie Pestizide und Schwermetalle können Nervenschäden verursachen.
- Chronische Infekte: Chronische Clostridienbesiedlungen des Dickdarms können neurologische Probleme verursachen.
- Elektromagnetische Belastungen: Chronische elektromagnetische Belastungen können die Blut-Hirn-Schranke schwächen und die Nervenzellen anfälliger für Infektionen machen.
- Psychische Traumata: Ein psychischer Schock kann Funktionsstörungen von Organen verursachen und den Energiefluss stören.
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
In der chinesischen Medizin gehören Nervenerkrankungen zum Nieren-Blasen-Organsystem. Eine Nervenerkrankung setzt eine Störung und Erschöpfung des Energiehaushaltes und eine toxische Belastung voraus. Die Therapie zielt darauf ab, das Nieren-Blasen-System zu stärken und den Säure-Basen-Haushalt zu normalisieren.
Untersuchungsmethoden in der Praxis
In der Praxis werden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt, um die Ursache von Nervenproblemen zu ermitteln:
- Messung des Magnetfelds über den Hirnregionen
- Kontrolle des Magnetfelds über dem linken Auge
- Untersuchung des Thymus mit dem Magnetfeldfilter
- Austestung der Lebenslinie nach Körbler im Scheitelbereich
Therapieansätze
Die Therapie von Nervenproblemen ist vielfältig und richtet sich nach der Ursache. Sie kann umfassen:
- Konventionelle medizinische Behandlungen: Medikamente, Physiotherapie, Operationen
- Alternative Therapien: Akupunktur, Homöopathie, Psychotherapie
- Ernährungsumstellung: Vermeidung von Allergenen und Toxinen, Zufuhr von wichtigen Nährstoffen
- Stressmanagement: Achtsamkeitstraining, Entspannungsübungen
Fallbeispiele
Die folgenden Fallbeispiele illustrieren die Komplexität von Nervenerkrankungen und die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung:
- Eine Patientin mit Muskellähmung, deren Beschwerden nach dem Tod der Mutter auftraten und durch tote Zähne, Amalgamunverträglichkeit und Nahrungsmittelunverträglichkeiten verschlimmert wurden.
- Ein Arzt mit Trigeminusneuralgie, die durch Tetanustoxin und eine Schlafplatzbelastung verursacht wurde.
- Ein Junge mit Harninkontinenz, die durch eine Tetanusbelastung verursacht wurde.
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