Niesen ist ein lebenswichtiger Reflex, der die oberen Atemwege von Reizstoffen und Fremdkörpern befreit. Eine Entzündung der Nasenschleimhaut, auch Rhinitis genannt, kann jedoch verschiedene unangenehme Symptome verursachen, darunter das Gefühl, niesen zu müssen, ohne dies tatsächlich zu können. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für die Unfähigkeit zu niesen und bietet einen umfassenden Überblick über mögliche Behandlungen und Präventionsmaßnahmen.
Rhinitis Sicca: Eine trockene Nasenschleimhaut als Ursache
Eine trockene Nasenschleimhaut, auch Rhinitis sicca genannt, kann das Gefühl auslösen, niesen zu müssen, ohne dass dies möglich ist. Die Entzündung der Nasenschleimhaut führt zu Juckreiz und einem Gefühl der Verstopfung.
Ursachen einer trockenen Nase
Die Ursachen für eine trockene Nase sind vielfältig:
- Erkältungsschnupfen oder Allergien: Häufiges Naseputzen bei Erkältungen oder Allergien kann die Schleimhäute reizen und austrocknen. Auch abschwellende Nasensprays können bei längerer Anwendung eine Rhinitis sicca verursachen.
- Trockene Raumluft: Heizungen und Klimaanlagen senken die Luftfeuchtigkeit und können so die Nasenschleimhaut austrocknen.
Behandlung und Vorbeugung einer trockenen Nase
- Nasenspülungen: Nasenspülungen mit Kochsalzlösung helfen, die Schleimhäute feucht zu halten, zähen Schleim zu lösen und die Nase von Krankheitserregern, Allergenen und Schmutzpartikeln zu befreien. Die Emsan® Nasendusche und das Emsan® Nasenspülsalz multimineral sind hierfür gut geeignet, da ihre Mineralstoffzusammensetzung dem Nasensekret des gesunden Menschen nachempfunden ist. Für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren gibt es die Emsan® Kindernasendusche und das Kindernasenspülsalz multimineral.
- Befeuchtende Nasensprays: Einige Nasensprays können dazu beitragen, die Schleimhaut zu befeuchten, zu reinigen und zu befreien. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass viele im Handel erhältliche Nasensprays die Nasenschleimhaut austrocknen und die Beschwerden verschlimmern können. Zudem können einige Nasensprays bei dauerhaftem Gebrauch abhängig machen (Nasenspray-Sucht). Speziell für Allergiker*innen eignet sich das Emsan® Allergenblocker Nasenspray.
- Nasensalben: Zur Pflege der Nasenschleimhaut können Nasensalben angewendet werden. Der Emsan® Nasenbalsam bildet in der Nase aufgetragen einen feinen Schutzfilm, der die Feuchtigkeitsabgabe reguliert.
- Luftbefeuchtung: Achten Sie auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, insbesondere während der Heizperiode. Luftbefeuchter oder eine Schale mit Wasser auf der Heizung können helfen.
- Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme: Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Wasser, um die Schleimhäute feucht zu halten.
- Vermeidung von Reizstoffen: Vermeiden Sie trockene Luft, Feinstaub, Abgase, Tabakrauch und andere Reizstoffe, die die Nasenschleimhaut schädigen können.
Nicht-allergische Rhinitis: Allergieähnliche Symptome ohne Allergie
Manche Menschen leiden unter allergieähnlichen Symptomen wie einer laufenden oder verstopften Nase, obwohl sie keine Sensibilisierung auf Allergene aufweisen. In diesem Fall spricht man von einer „Nicht-allergischen Rhinitis“.
Ursachen und Diagnose der nicht-allergischen Rhinitis
Die nicht-allergische Rhinitis ist eine chronische Entzündung der nasalen Schleimhaut, der weder eine allergische noch eine infektiöse Ursache zugrunde liegt. Medikamente und idiopathische Faktoren können eine Rolle spielen. Die Diagnose ist oft schwierig und wird erst nach Umwegen gestellt.
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- Intensive Anamnese: Die wichtigste Maßnahme bei der Diagnose einer nicht-allergischen Rhinitis ist eine intensive Anamnese, bei der der Arzt sich viel Zeit nehmen muss.
- Allergologische Abklärung: Danach folgt eine erweiterte allergologische Abklärung, z. B. mit sogenannten Provokationstests.
- Ausschlussdiagnose: Da allergische Sensibilisierungen in der Bevölkerung häufig sind, muss der Arzt sorgfältig prüfen, ob die Beschwerden tatsächlich von der nicht-allergischen Rhinitis herrühren und nicht von einer Allergie.
Behandlung der nicht-allergischen Rhinitis
- Lokale Parasympatholytika: Bei Patienten mit Altersrhinitis, bei denen die Nase oft tropft, kann ein Wirkstoff wie Ipratropiumbromid eingesetzt werden, der lokal den Parasympathikus blockiert und so das vegetative Nervensystem "ruhigstellt". In Deutschland ist der Wirkstoff Ipratropiumbromid nur in Form einer Inhalationslösung zur Behandlung der chronischen Bronchitis bzw. einer COPD zugelassen. Man muss sich deshalb bei der Behandlung der Altersrhinitis damit behelfen, dass man nach Verschreibung der Inhalationslösung das Präparat vom Apotheker in eine Nasensprayflasche umfüllen lässt ("Off-Label-Use").
- Mastzellenstabilisatoren: Einige Augentropfen, die für die Behandlung einer allergischen Konjunktivitis gedacht sind, können auch zur Therapie der unspezifischen Konjunktivitis eingesetzt werden. Dazu gehören die sogenannten Mastzellenstabilisatoren, das heißt die Cromone, wie zum Beispiel das Nedocromil.
- Kortison: In manchen Fällen sprechen die unspezifischen Beschwerden auf Kortison an.
- Behandlung der bronchialen Hyperaktivität: Zeigt sich die Schleimhautüberempfindlichkeit an den Bronchien, gibt es ebenfalls Behandlungsmöglichkeiten, um die Entzündung zu mildern. Bei der unspezifischen bronchialen Hyperaktivität kann man auf Präparate wie antientzündliche kortisonhaltige Inhalationssprays oder -pulver zurückgreifen. Die typischen Symptome wie Husten oder Schweratmigkeit lassen sich mit Beta-2-Sympathomimetika oder auch die Parasympatholitika lindern.
Vasomotorische Rhinitis: Überempfindlichkeit der Nasenschleimhaut
Die vasomotorische Rhinitis ist eine nicht-allergische Form des Schnupfens, die zu Niesen, verstopfter Nase oder ständig laufender Nase führt. Die genaue Ursache ist meist schwer zu identifizieren.
Ursachen und Symptome der vasomotorischen Rhinitis
Die genauen Ursachen der vasomotorischen Rhinitis sind noch nicht gänzlich bekannt. Es wird vermutet, dass eine Überempfindlichkeit der Nasenschleimhaut auf bestimmte Reize eine Rolle spielt.
- Mögliche Auslöser: Umwelteinflüsse, Hormonschwankungen oder bestimmte Medikamente können als Verursacher auftreten.
- Typische Symptome: Ständig laufende oder verstopfte Nase (auch abwechselnd), Niesen, juckende Nase, vermindertes Geruchsempfinden und behinderte Nasenatmung.
Behandlung der vasomotorischen Rhinitis
- Vermeidung von Triggern: Die wichtigste Maßnahme ist, die auslösenden Ursachen (Trigger) zu meiden. Um die persönlichen Hauptauslöser ausfindig zu machen, kann ein Tagebuch hilfreich sein.
- Nasenspülungen: Nasenspülungen mit Salzlösung können helfen, die Nasenschleimhaut zu befeuchten und Reizstoffe zu entfernen.
- Abschwellende Nasensprays: Abschwellende Nasensprays können kurzfristig Linderung verschaffen, sollten aber nicht länger als eine Woche genutzt werden, da sonst Suchtgefahr besteht.
- Cortisonhaltige Nasensprays: In hartnäckigen Fällen kann der Arzt cortisonhaltige Nasensprays verschreiben.
Weitere Ursachen für Niesen-Unfähigkeit
Neben den bereits genannten Ursachen können auch andere Faktoren dazu führen, dass man nicht niesen kann, obwohl man das Gefühl hat, niesen zu müssen:
- Verstopfte Nase: Eine verstopfte Nase, z. B. aufgrund einer Erkältung oder einer Nasennebenhöhlenentzündung, kann das Niesen erschweren.
- Fremdkörper in der Nase: Fremdkörper in der Nase können die Nasenschleimhaut reizen und einen Niesreiz auslösen, der jedoch nicht zum Niesen führt.
- Medikamente: Einige Medikamente können die Nasenschleimhaut austrocknen oder die Nervenimpulse, die zum Niesen führen, unterdrücken.
- Erkrankungen des Zentralnervensystems: In seltenen Fällen können Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie z. B. Epilepsie, zu Niesstörungen führen.
Niesen: Ein Schutzreflex des Körpers
Das Niesen selbst ist ein wichtiger Schutzreflex des Körpers, der die Atemwege von Fremdkörpern und Reizstoffen befreit. Es ist daher wichtig, das Niesen nicht zu unterdrücken, da dies zu Verletzungen der Nasenschleimhaut, des Trommelfells oder sogar des Rachenraums führen kann.
Richtig Niesen
- Halten Sie beim Niesen mindestens einen Meter Abstand zu anderen Personen und drehen Sie sich von ihnen weg.
- Niesen Sie möglichst in ein Papiertaschentuch, das Sie anschließend direkt entsorgen.
- Falls Sie gerade kein Taschentuch zur Hand haben, niesen Sie in die Armbeuge.
- Waschen Sie sich nach dem Niesen gründlich die Hände.
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