Nierenversagen, Neuropathie, Rücken und Haut: Ein komplexer Zusammenhang

Das Zusammenspiel von Nierenfunktion, Nervensystem und Hautgesundheit ist komplex und vielschichtig. Nierenversagen, auch Niereninsuffizienz genannt, kann eine Kaskade von gesundheitlichen Problemen auslösen, die sich in verschiedenen Bereichen des Körpers manifestieren. Dazu gehören Neuropathie (Nervenschäden), Rückenbeschwerden und Hautprobleme. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen diesen Bereichen und gibt einen Überblick über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Die Rolle der Niere und die Folgen von Nierenversagen

Die Nieren spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Körper. Ihre Hauptaufgaben umfassen:

  • Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Wasser: Die Nieren filtern das Blut und entfernen Abbauprodukte des Stoffwechsels sowie überschüssiges Wasser, die dann über den Urin ausgeschieden werden.
  • Regulation des Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushaltes: Sie regulieren die Konzentration von Elektrolyten wie Natrium, Kalium und Kalzium im Blut und sorgen für einen stabilen Säure-Basen-Haushalt.
  • Blutdruckregulation: Die Nieren produzieren Hormone, die den Blutdruck regulieren.
  • Anregung der Blutbildung: Sie produzieren das Hormon Erythropoetin, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt.
  • Knochenstoffwechsel: Die Nieren sind am Knochenstoffwechsel beteiligt.

Wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist (Niereninsuffizienz), können diese Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllt werden. Dies führt zur Ansammlung von schädlichen Stoffwechselprodukten im Blut (Urämie) und zu Störungen im Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt. Eine Niereninsuffizienz kann sich langsam entwickeln und lange Zeit ohne Symptome bleiben. Im fortgeschrittenen Stadium (Nierenversagen) können jedoch vielfältige Beschwerden auftreten.

Neuropathie: Nervenschäden als Folge von Nierenversagen

Eine häufige Komplikation von Nierenversagen ist die urämische Neuropathie, eine Schädigung der peripheren Nerven. Schätzungsweise 60-100% der Dialysepatienten sind betroffen. Die genauen Ursachen der urämischen Neuropathie sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass die Ansammlung von urämischen Toxinen im Blut eine wichtige Rolle spielt. Diese Toxine können oxidativen Stress in den Nervenzellen verursachen und zur Demyelinisierung der Nervenfasern führen. Auch ein häufig bei urämischen Patienten vorliegender Hyperparathyreoidismus und Hyperkaliämie können die Axondegeneration fördern.

Symptome der urämischen Neuropathie

Die Symptome der urämischen Neuropathie können vielfältig sein und variieren je nach betroffenem Nerventyp und Schweregrad der Schädigung. Häufige Symptome sind:

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  • Sensibilitätsstörungen: Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle, Schmerzen oder ein Gefühl von "Ameisenlaufen" in den Füßen und Beinen (symmetrische Polyneuropathie). Die Beschwerden beginnen meist in den Zehen und können sich im Verlauf auf die Unterschenkel ausweiten (strumpfförmige Verteilung). In späteren Stadien können auch die Hände betroffen sein (handschuhförmige Verteilung).
  • Motorische Störungen: Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, unwillkürliches Muskelzucken oder Lähmungen.
  • Autonome Neuropathie: Störungen der Funktion innerer Organe, wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, Verdauungsprobleme, Blasenfunktionsstörungen oder sexuelle Dysfunktion.
  • Eingeschränkte Wahrnehmung von Temperatur und Schmerz: Dies kann zu einem erhöhten Risiko für Verletzungen führen, insbesondere an den Füßen.

Diagnose der urämischen Neuropathie

Die Diagnose der urämischen Neuropathie basiert auf der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und neurologischen Tests. Wichtige diagnostische Maßnahmen sind:

  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Sensibilität, Motorik und Reflexe.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie) und Analyse der Muskelaktivität (Elektromyographie), um die Funktion der Nerven und Muskeln zu beurteilen.
  • Laboruntersuchungen: Bestimmung der Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff), Elektrolyte, Blutzucker und anderer Parameter, um die Ursache der Neuropathie zu identifizieren oder andere Ursachen auszuschließen.
  • Nervenbiopsie: In seltenen Fällen kann eine Nervenbiopsie erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen oder andere Erkrankungen auszuschließen.

Behandlung der urämischen Neuropathie

Die Behandlung der urämischen Neuropathie zielt in erster Linie darauf ab, die Nierenfunktion zu verbessern oder zu ersetzen. Dies kann durch Dialyse oder Nierentransplantation erreicht werden. Weitere Behandlungsmaßnahmen umfassen:

  • Optimierung der Dialyse: Eine adäquate Dialysedosis ist wichtig, um die Ansammlung von urämischen Toxinen im Blut zu reduzieren.
  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel (z.B. Gabapentin, Pregabalin) zur Linderung neuropathischer Schmerzen.
  • Physiotherapie: Übungen zur Verbesserung der Muskelkraft, Koordination und des Gleichgewichts.
  • Ergotherapie: Hilfsmittel und Anpassungen im Alltag, um dieFunktionsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern.
  • Fußpflege: Regelmäßige Inspektion und Pflege der Füße, um Verletzungen vorzubeugen und Infektionen zu vermeiden.
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Diabetes, Vermeidung von Alkohol und anderen Nervengiften.

Rückenbeschwerden im Zusammenhang mit Nierenversagen

Rückenschmerzen sind ein häufiges Problem bei Patienten mit Nierenversagen. Es gibt verschiedene mögliche Ursachen für diese Beschwerden:

  • Urämische Myopathie: Die Ansammlung von urämischen Toxinen kann zu einer Schädigung der Muskeln führen (Myopathie), die sich in Muskelschwäche und Schmerzen äußern kann.
  • Osteodystrophie: Nierenversagen kann zu Störungen im Knochenstoffwechsel führen (renale Osteodystrophie), die die Knochen schwächen und anfälliger für Frakturen machen. Dies kann auch zu Rückenschmerzen führen.
  • Muskelverspannungen: Schmerzen und Beschwerden aufgrund von Nierenproblemen können zu Muskelverspannungen im Rückenbereich führen.
  • Bewegungsmangel: Patienten mit Nierenversagen sind oft weniger aktiv, was zu einer Schwächung der Rückenmuskulatur und zu Rückenschmerzen führen kann.

Behandlung von Rückenbeschwerden bei Nierenversagen

Die Behandlung von Rückenbeschwerden bei Nierenversagen umfasst in der Regel eine Kombination aus konservativen und interventionellen Maßnahmen:

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen.
  • Physiotherapie: Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur, Verbesserung der Haltung und Reduzierung von Muskelverspannungen.
  • Ergotherapie: Anpassung des Arbeitsplatzes und derAlltagsaktivitäten, um den Rücken zu entlasten.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht kann die Wirbelsäule zusätzlich belasten.
  • Behandlung der renalen Osteodystrophie: Medikamente zur Verbesserung des Knochenstoffwechsels.
  • Injektionen: In einigen Fällen können Injektionen mit Kortikosteroiden oder Lokalanästhetika zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
  • Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um strukturelle Probleme der Wirbelsäule zu beheben.

Hautprobleme bei Nierenversagen

Hautprobleme sind eine weitere häufige Komplikation von Nierenversagen. Die häufigsten Hautprobleme sind:

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  • Urämischer Pruritus: Juckreiz ist ein sehr häufiges Symptom bei Patienten mit Nierenversagen, von dem laut Studien 25 bis 40 Prozent der Dialysepatienten betroffen sind. Die Ursache des urämischen Pruritus ist noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass die Ansammlung von urämischen Toxinen im Blut und die Aktivierung von Histamin-Rezeptoren eine Rolle spielen. Der Juckreiz kann sehr quälend sein und die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen.
  • Trockene Haut (Xerosis): Nierenversagen kann zu einer verminderten Schweißproduktion und einer gestörten Talgproduktion führen, was zu trockener, schuppiger Haut führt.
  • Veränderungen der Hautfarbe: Die Haut kann blass, gelblich oder gräulich erscheinen.
  • Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen: Die Hautbarriere kann durch Nierenversagen geschwächt sein, was das Risiko für bakterielle undPilzinfektionen erhöht.
  • Kalkablagerungen in der Haut (Kalziphylaxie): Bei Patienten mit schwerem Nierenversagen und Störungen im Knochenstoffwechsel können sich Kalkablagerungen in den Blutgefäßen der Haut bilden. Dies kann zu schmerzhaften Hautgeschwüren und Gewebenekrosen führen.

Behandlung von Hautproblemen bei Nierenversagen

Die Behandlung von Hautproblemen bei Nierenversagen umfasst:

  • Behandlung des urämischen Pruritus:
    • Optimierung der Dialyse: Eine adäquate Dialysedosis kann helfen, die Ansammlung von urämischen Toxinen im Blut zu reduzieren und den Juckreiz zu lindern.
    • Medikamente: Antihistaminika, Gabapentin, Mastzellstabilisatoren, topische Kortikosteroide, Calcineurin-Inhibitoren, Aktivkohle.
    • Phototherapie: UV-Bestrahlung der Haut kann den Juckreiz reduzieren.
    • Feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen: Regelmäßige Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Cremes und Lotionen, um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und Trockenheit zu reduzieren.
  • Behandlung der trockenen Haut:
    • Feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen: Regelmäßige Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Cremes und Lotionen.
    • Vermeidung von austrocknenden Substanzen: Vermeidung von aggressiven Seifen und Reinigungsmitteln.
    • Kurze, lauwarme Bäder: Vermeidung von langen, heißen Bädern, die die Haut austrocknen können.
  • Behandlung von Hautinfektionen:
    • Antibiotika oder Antimykotika: Behandlung bakterieller oder pilzbedingter Hautinfektionen mit entsprechenden Medikamenten.
  • Behandlung der Kalziphylaxie:
    • Dialyse: Optimierung der Dialyse, um die Ansammlung von Kalzium und Phosphat im Blut zu reduzieren.
    • Medikamente: Medikamente zur Senkung des Kalzium- und Phosphatspiegels im Blut, Natriumthiosulfat.
    • Chirurgische Entfernung: In einigen Fällen kann eine chirurgische Entfernung der Kalkablagerungen erforderlich sein.

Krebs und Neuropathie

Krebspatienten können ein unangenehmes Gefühl kennen, wenn Hände oder Füße kribbeln. Solche Erkrankungen des peripheren Nervensystems, auch Neuropathie genannt, können als Folge einer Behandlung mit Krebsmedikamenten oder einer Strahlentherapie auftreten. Aber auch der Tumor selbst kann eine Nervenschädigung hervorrufen. Besonders Nerven an Händen sowie Füßen, die für das Tastempfinden, die Schmerzweiterleitung und das Temperaturempfinden zuständig sind, sind von der nervenschädigenden Wirkung der Krebstherapien betroffen. Verantwortlich für Symptome wie Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle, Muskelschwäche oder Schmerzen in den Fußsohlen oder Fingerspitzen sind meist Chemotherapie-Medikamente. Diese zerstören Nervenenden, Nervenzellen oder auch die isolierende Hülle um die Nervenzellfortsätze herum und behindern den Stoff- und Informationsaustausch zwischen Nervenzellen und Gewebe. Zumeist ist der sicherste Weg, Beschwerden vorzubeugen, die Dosis des nervenschädigenden Medikaments zu verringern. An dieser Stelle muss jedoch sorgfältig zwischen Nutzen und Schaden abgewogen werden, denn eine Verringerung des Medikaments geht häufig mit Einbußen bei den Heilungschancen einher. Standardisierte prophylaktische Maßnahmen existieren bislang nicht. Einzig ein regelmäßiges Bewegungstraining, insbesondere der Finger- und Zehenfunktionen, wird von Expertinnen empfohlen. Sehr wichtig ist darüber hinaus, bereits vor der Einleitung der Chemotherapie bestehende neurologische Beschwerden ernst zu nehmen und demder behandelnden ArztÄrztin davon zu berichten. Es gibt einige individuelle Faktoren, die das Risiko erhöhen, an Neuropathie zu erkranken. Neben der onkologischen Erkrankung können das auch Begleiterkrankungen wie Diabetis mellitus oder Niereninsuffizienz sein. Sehr wahrscheinlich ist ebenfalls, das Patientinnen mit einem hohen Alkoholkonsum ein größeres Erkrankungsrisiko haben. Auch genetische Faktoren beeinflussen den Schweregrad der Chemotherapie-induzierten Neuropathie. Momentan ist die Wissenschaft noch nicht so weit, dass Medikamente zum Schutz der Nerven entwickelt werden konnten. Es ist weitere Forschung nötig, um von den Erfahrungen aus dem Bereich der Nervenschädigungen bei Diabetes Mellitus profitieren und diese auf die Chemotherapie-bedingten Nervenschäden anwenden zu können. Bei zunehmender Schädigung der Nerven nehmen Betroffene an Händen und Füßen oft keine Schmerzen, Wärme oder Kälte mehr wahr. Diese Taubheit führt zu Schwierigkeiten bei feinmotorischen, alltäglichen Aktivitäten, wie Schreiben oder Haus- und Gartenarbeit. Sind die Füße betroffen kann es zu Gleichgewichtsstörungen und Stürzen kommen. Sind eher Nerven, die Muskeln aktivieren, sogenannte motorische Nervenbahnen, betroffen, kann es zu unwillkürlichem Muskelzucken oder zu Muskelkrämpfen kommen. Einige Krebspatientinnen klagen auch über Kraftlosigkeit in Armen und Beinen, sodass sie Probleme beim Greifen und Gehen haben. Hör- und Sehstörungen können bei Schädigungen von Hirnnerven auftreten. Wie lange und wie oft eine Neuropathie auftritt, ist unterschiedlich. Laut einer finnischen Studie berichteten 76% der Patientinnen über Neuropathie-assoziierte Beschwerden, die Intensität wurde jedoch als gering angegeben. Auch nach zwei Jahren haben über 80% der Patientinnen noch neuropathische Symptome, allerdings sind diese dann vom Schweregrad eindeutig rückläufig. In schweren Fällen kann es sein, dass die Neuropathie noch mehrere Jahre nach der Therapie zu Problemen führt. Es gibt verschiedene Diagnosemethoden bei Neuropathie. Die Behandlung von geschädigten peripheren Nerven infolge einer Krebstherapie ist momentan nur bedingt möglich. Ob eine medikamentöse Behandlung möglich ist, hängt davon ab, welche Beschwerden bei den Betroffenen im Vordergrund stehen. Krebspatientinnen mit Taubheitsgefühlen an Füßen und Händen können mithilfe von Physiotherapie, Ergotherapie und Elektrotherapie oder Bädern behandelt werden. Besonders wichtig ist ausreichende Bewegung, wobei das Gewebe wird unterschiedlichen Reizen ausgesetzt wird, sodass sich die Nervenfunktion in den Gliedern erholen kann. Das so genannte Funktionstraining, welches Balanceübungen, sensomotorisches Training, Koordinationstraining, Vibrationstraining und auch Feinmotorikertraining umfasst, hat sich Studien zwecks Symptomlinderung positiv hervorgetan. Medikamente, die zur Behandlung von Chemotherapie-bedingten neuropathischen Schmerzen eingesetzt werden sind u. Kälte vermeiden: Patientinnen, die mit Probleme mit Kältereizen haben, sollten sich nicht zu lange in kalten Räumen oder bei kaltem Wetter draußen aufhalten, ohne sich entsprechend zu schützen. Für einen guten Stand sorgen: Um sich sicher fortzubewegen, sollten Vorkehrungen wie festes Schuhwerk oder eine Gehhilfe getroffen werden. Verletzungen und Infektionen vorbeugen: Verletzungen, wie Schnittwunden oder Verbrennungen an Händen und Füßen werden später oder gar nicht wahrgenommen, wenn das Empfinden an diesen Stellen stark eingeschränkt ist. Ohrgeräusche minimieren: Wer bei lauten Geräuschen an Tinnitus leidet, sollte laute Umgebungen meiden. Abgesehen von körperlicher Ertüchtigung und den entsprechenden Vorkehrungsmaßnahmen um schädlichen Reizeinflüssen zu entgehen können Patientinnen leider nur wenig tun.

Polyneuropathie: Ursachen und Behandlung

Polyneuropathie ist eine Erkrankung, bei der mehrere periphere Nerven geschädigt sind. Die Ursachen sind vielfältig und umfassen Diabetes mellitus, Alkoholkonsum, Vitaminmangel (insbesondere Vitamin B12), Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen und Chemotherapie.

Symptome der Polyneuropathie

Die Symptome der Polyneuropathie können je nach Ursache und betroffenem Nerventyp variieren. Häufige Symptome sind:

  • Sensibilitätsstörungen: Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle, Schmerzen oder ein Gefühl von "Ameisenlaufen" in den Händen und Füßen.
  • Motorische Störungen: Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, unwillkürliches Muskelzucken oder Lähmungen.
  • Autonome Neuropathie: Störungen der Funktion innerer Organe, wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, Verdauungsprobleme, Blasenfunktionsstörungen oder sexuelle Dysfunktion.

Diagnose der Polyneuropathie

Die Diagnose der Polyneuropathie basiert auf der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und neurologischen Tests. Wichtige diagnostische Maßnahmen sind:

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  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Sensibilität, Motorik und Reflexe.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie) und Analyse der Muskelaktivität (Elektromyographie), um die Funktion der Nerven und Muskeln zu beurteilen.
  • Laboruntersuchungen: Bestimmung der Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff), Elektrolyte, Blutzucker, Vitamin B12 und anderer Parameter, um die Ursache der Neuropathie zu identifizieren oder andere Ursachen auszuschließen.
  • Nervenbiopsie: In seltenen Fällen kann eine Nervenbiopsie erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen oder andere Erkrankungen auszuschließen.

Behandlung der Polyneuropathie

Die Behandlung der Polyneuropathie zielt in erster Linie darauf ab, die Ursache der Nervenschädigung zu behandeln. Weitere Behandlungsmaßnahmen umfassen:

  • Behandlung der Grunderkrankung: Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Diabetes, Vermeidung von Alkohol, Ausgleich von Vitaminmangel, Behandlung von Infektionen oder Autoimmunerkrankungen.
  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel (z.B. Gabapentin, Pregabalin) zur Linderung neuropathischer Schmerzen.
  • Physiotherapie: Übungen zur Verbesserung der Muskelkraft, Koordination und des Gleichgewichts.
  • Ergotherapie: Hilfsmittel und Anpassungen im Alltag, um dieFunktionsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern.
  • Fußpflege: Regelmäßige Inspektion und Pflege der Füße, um Verletzungen vorzubeugen und Infektionen zu vermeiden.

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