Eine Wurzelbehandlung ist ein zahnmedizinischer Eingriff, der darauf abzielt, Zähne zu erhalten, deren Nerv (Pulpa) entzündet oder abgestorben ist. Dabei wird das Zahnmark entfernt, die Wurzelkanäle gereinigt, desinfiziert und mit Wurzelfüllmaterial aufgefüllt. Obwohl Wurzelbehandlungen oft als Standardverfahren zur Zahnerhaltung angesehen werden, sind sie nicht ohne Risiken. Dieser Artikel beleuchtet die Risiken einer Wurzelbehandlung, insbesondere im Hinblick auf Nervengifte und mögliche Auswirkungen auf den gesamten Organismus.
Ursachen und Vorteile einer Wurzelbehandlung
Die Hauptursache für eine Entzündung oder das Absterben des Zahnmarks sind Vorschäden des Zahnes durch Karies, Unfälle oder Verletzungen. Bakterien dringen aus der Mundhöhle in das Innere des Zahnes ein und verursachen eine Infektion des Nervengewebes.
Der Vorteil einer Wurzelbehandlung besteht darin, dass ein Zahn erhalten bleiben kann, der sonst gezogen werden müsste. Dadurch können weitere Behandlungen vermieden werden, die durch einen Zahnverlust verursacht würden, wie z.B. Zahnverschiebungen, Abbau von Kieferknochen, Bissverschiebungen, Kiefergelenksbeschwerden, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Fehlstellung des Stütz- und Halteapparates, Abschleifen von Nachbarzähnen, Implantationen, Materialunverträglichkeiten oder Allergien.
Die Kehrseite der Medaille: Risiken und Nachteile
Eine Wurzelbehandlung ist gewissermaßen eine Notfallbehandlung am Zahn. Sie kann fehlschlagen und dann das Ziehen des Zahnes erforderlich machen.
Die Nachteile einer Wurzelbehandlung ergeben sich vor allem daraus, dass der Zahn nicht mehr lebt und sein Inneres auch bei noch so großer Sorgfalt nicht gänzlich gesäubert werden kann. Die Ursache dafür liegt in der Anatomie der Wurzelstruktur. Auch die moderne Mikro-Endodontie inklusive mikroskopischer Wurzelkanalbehandlung kann nur einen Teil der Kanalstruktur mechanisch reinigen, desinfizieren und hermetisch abdichten. Experten schätzen, dass selbst bei exakten Wurzelfüllungen nur bis zu 60 % des Kanalsystems gesäubert und abgefüllt werden können. Viele Seitenkanäle bleiben bei der Wurzelbehandlung unversorgt. In diesen können sich dann Keime (Syphanosporen, Enterococcus faecalis, Candida albicans, Actinomyceten etc.) ansiedeln, sich vermehren, Gewebe zersetzen und sehr giftige und schädliche Stoffwechselprodukte absondern.
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Nervengifte und ihre potenziellen Auswirkungen
Zu diesen Giftstoffen gehören beispielsweise die als Nervengifte (Neurotoxine) wirkenden Leichengifte Mercaptan, Thioether, Polyamine, Butrescin und Cadaverin. Diese Nervengifte wirken hochgradig zerstörerisch, indem sie z.B. lebenswichtige körpereigene Enzyme hemmen und dadurch sowohl lokal als auch im gesamten Körper unerwünschte Infektionen oder krankhafte Veränderungen auslösen.
Mercaptane sind schwefelhaltige Eiweißzerfallsprodukte, die - wie ihr Name schon sagt (lat. Mercurium captans = Quecksilber fangend) - Quecksilberionen binden können. Bei der Verbindung von Mercaptan mit Quecksilber, das z.B. aufgrund alter Amalgamfüllungen im Mundraum vorhanden ist, entsteht wiederum das hochgiftige Dimethylquecksilber - eines der stärksten Nervengifte der Welt. Inzwischen gibt es zahlreiche Untersuchungen, die das von Mercaptanen aufgrund ihrer toxischen Wirkung ausgehende Gesundheitsrisiko bestätigen. Zum Beispiel belegen Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und wurzelbehandelten Zähnen (95 % der Brustkrebspatientinnen hatten einen oder mehrere wurzelbehandelte Zähne).
Weitere Risiken: Wurzelfüllmaterialien und Schimmelpilze
Neben der toxischen Wirkung der Nervengifte wird auch davon ausgegangen, dass die Wurzelfüllmaterialien selbst neben der toxischen noch eine allergische Wirkung haben. Denn die zur Verfügung stehenden Wurzelfüllmaterialien enthalten Inhaltsstoffe wie Polyisoprene, Kadmium- und Nickelfarbstoffe, chemische Verunreinigungen, Epoxidharze und Konservierungsstoffe (Dexamethason, Tetrajodthymol, Trioxymethylen, Formaldehyd, Paraformaldehyd, Jodoform, Perubalsam, Sulfonamide, Antibiotika, Kortisol, Schmerzmittel etc.). Auch Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus wurden in wurzelgefüllten Zähnen schon mehrfach nachgewiesen. Bekanntermaßen sind Schimmelpilze ebenfalls giftig und gesundheitsgefährlich.
Ganzheitliche Zahnmedizin und ihre Sichtweise
Aus den genannten Gründen steht die ganzheitliche, systemische, interdisziplinäre und Umwelt-Zahnmedizin einer Wurzelbehandlung durchaus skeptisch gegenüber. Ihrer Auffassung nach sind wurzelkanalbehandelte Zähne Störfelder und Verursacher oder Mitunterstützer von chronisch-entzündlichen und Autoimmunerkrankungen.
Wie lange Sie Freude an einem wurzelbehandelten Zahn haben werden, lässt sich schwer vorhersagen. Das hängt sehr vom Einzelfall ab. Nach Erfahrung hängt der Erfolg einer Wurzelbehandlung nicht nur von ihrer Qualität, sondern auch wesentlich von der Regulationsfähigkeit des Patienten ab. Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass eine Wurzelbehandlung bei - in der Regel gesunden - Menschen eher zu empfehlen ist, als bei chronisch Kranken.
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Konsequenzen eines wurzelbehandelten Zahns
Grundsätzlich gilt aber: Ein wurzelbehandelter Zahn ist ein toter Zahn. Er ist von der Blutversorgung abgeschnitten. Aufgrund der mangelnden Nährstoffversorgung wird er im Laufe der Zeit spröde. Damit steigt die Bruchgefahr. Im einfachen Fall bricht vielleicht nur eine Ecke weg, wenn es aber zu einem Durchbruch (Spaltung von der Kaufläche hin zur Wurzel) kommt, ist der Zahn nicht mehr zu retten und muss gezogen werden. Auch sonstige Schäden wie z.B. kariöse Defekte treten an wurzelbehandelten Zähnen häufiger auf.
Wurzelspitzenresektion als mögliche Option
Falls im Bereich der Wurzelspitze eine abgegrenzte bzw. abgekapselte Entzündung sichtbar wird, kommt eine Wurzelspitzenresektion in Frage, um den wurzelbehandelten Zahn doch noch zu retten. Solange eine akute Entzündung vorliegt, kann keine Wurzelspitzenresektion vorgenommen werden. Sie kommt nur in Frage, wenn das entsprechende Gebiet abgekapselt ist. Zudem sollte man wissen, dass die Erfolgschancen bei einer Wurzelspitzenresektion noch geringer sind als bei einer Wurzelbehandlung, weil die Wundheilung tendenziell schwieriger wird.
Der Ablauf einer Wurzelbehandlung
Von Prinzip her wird bei einer Wurzelbehandlung der infizierte Nerv entfernt, der Zahnkanal mit Instrumenten gründlich gesäubert, aufwändig desinfiziert und mit einer Wurzelfüllung bis zu der Wurzelspitze luftdicht abgefüllt. Anschließend wird der Zahn wieder aufgebaut.
Der Zeitbedarf für eine solche Wurzelbehandlung liegt in der Regel bei einem Frontzahn bei circa einer Stunde, bei Backenzähnen bei zwei bis drei Stunden, kann im Einzelfall aber auch länger sein. Im ersten Schritt einer Wurzelbehandlung wird die Füllung, das Inlay oder die Krone entfernt, um den Eingang des Nervenkanals freilegen zu können.
Bakterien als zentrales Problem
Wie bereits beschrieben sind Bakterien und ihre Gifte ein zentrales Problem bei der Wurzelbehandlung. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Wurzelbehandlung liegt daher darin, die Zahl der Bakterien möglichst stark zu reduzieren eine erneute Besiedelung zu verhindern.
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Die mechanische Reinigung der Kanäle erfolgt maschinell und mit sehr hochwertigen Nickel-Titan-Einmalinstrumenten. Dank der präzisen maschinellen Behandlung und der flexiblen Feilen können die Kanäle noch schneller, angenehmer, sorgfältiger und sicherer gereinigt werden als von Handinstrumenten. Somit tragen sie zu einer höheren Erfolgsquote der Wurzelkanalbehandlung bei. Um die Wurzelkanallängen genau zu ermitteln, werden elektrometrische Längenmessgeräte eingesetzt. Dadurch kann man exakt arbeiten und auf eine erhebliche Anzahl an Röntgenbilder verzichten. Zur Verbesserung der Qualität und der Langzeitergebnisse der Wurzelkanalbehandlung wird zudem unter einer Vergrößerung gearbeitet.
Desinfektion und Spülungen
Neben einer möglichst gründlichen mechanischen Reinigung der Kanäle muss durch Spülflüssigkeiten die Keimzahl so gut wie möglich reduziert werden. Die Zahl der Bakterien wird im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung reduziert mittels:
- Natriumhypochlorit (NaOCl), 1 %, 60°C, 10 ml, 30 min Einwirkzeit, zusätzlich mit Ultraschall-Aktivierung Wirkt desinfizierend
- Ethylendiamintetraacetat (EDTA), 15 %, 5 ml, 1 min Einwirkzeit Wirkt reinigend
- Alkohol Wirkt desinfizierend
- Chlorhexidindigluconat (CHX), 1 % Wirkt desinfizierend
- Ozon und Laser Als biologische Desinfektion
Dabei spielt die Ultraschallaktivierung der Spülungen eine sehr wichtige Rolle (3x20 Sekunden). Sie führt zu einer deutlichen Reduktion der Keimzahl nicht nur in den Hauptkanälen, sondern auch in den vielen kleinen Seitenkanälen, Verzweigungen und Engstellen, die für die Instrumente nur schwer erreichbar sind. Diese gründlichere und effektivere Keimentfernung erhöht die Erfolgsprognose der Behandlung erheblich und erhöht dadurch die Chance, den erkrankten Zahn zu erhalten.
Sind mehrere Sitzungen für eine Wurzelbehandlung notwendig, wird eine medikamentöse Einlage mit frisch angemischtem Kalziumhydroxid empfohlen. Auch dieses Mittel wirkt desinfizierend und verhindert effektiv eine Reinfektion der Zahnkanäle aus der Mundhöhle.
Zum Abschluss der Wurzelbehandlung werden alle Kanäle mit einer dichten Wurzelfüllung versehen. Es wird auf die dreidimensional hermetisch abdichtende Guttapercha-Wurzelfüllung gesetzt, die mit modernen thermoplastischen Verfahren mehrdimensional in die Kanäle appliziert wird.
Um ein exaktes Ergebnis und einen langfristigen Erfolg zu erzielen, wird während der gesamten Behandlung mit elektronischen Messinstrumenten gearbeitet und auf die Abdichtung des Zahnes durch eine hermetisch dichte Füllung geachtet.
Kostenübernahme durch Krankenkassen
Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die vollen Kosten einer Wurzelbehandlung.
Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine einfache, von ihnen festgeschriebene Wurzelbehandlung. Anders als bei Füllungen, bei denen die Gesetzlichen Krankenkassen stets einen Fixbetrag übernehmen und der Patient bei einer hochwertigeren Versorgung den Differenzbetrag übernimmt, bezuschussen die allermeisten Gesetzlichen Krankenkassen keine Wurzelbehandlung, die von der von ihnen vorgegebenen einfachen Form abweicht - und das, obwohl die Kassenleistung im Fall der Wurzelbehandlung nicht den empfohlenen Standard der Fachgesellschaften erreicht! Das heißt, die meisten Kassenpatienten müssen die Kosten für eine Wurzelbehandlung vollständig selber tragen, wenn sie eine hochwertigere Versorgung wünschen.
Wie hoch die Kosten für die Wurzelbehandlung sind, hängt im Einzelfall von den erbrachten Leistungen, dem Zeitaufwand und dem Verlauf der Behandlung ab.
Eignung für Front- und Backenzähne
Aufgrund ihrer Anatomie und der Erreichbarkeit eignen sich Frontzähne wesentlich besser für eine Wurzelbehandlung als Backenzähne. Während Schneidezähne in der Regel nur einen Wurzelkanal aufweisen, finden wir bei Backenzähnen stets mehrere, mitunter verzweigte und Querverbindungen bildende Kanäle, die sich mitunter ähnlich einem Flussdelta immer weiter verzweigen. Unter solchen Bedingungen können die Wurzelkanäle nicht immer fachgerecht (lege artis) versorgt werden.
Wurzelbehandlung bei Jugendlichen
Eine Wurzelbehandlung kommt vor allem für Jugendliche in Frage, deren Wurzelwachstum noch nicht abgeschlossen ist. Bei ihnen kann ein wurzelbehandelter Zahn eventuell auch als langfristiges Provisorium zum Einsatz kommen.
Ein typisches Beispiel für eine Wurzelbehandlung bei Jugendlichen wären Unfallzähne im Frontbereich. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie in der Regel nicht kariös vorbelastet sind, was die Bakterienlast reduziert und damit die Erfolgsaussichten der Wurzelbehandlung erhöht.
Wurzelbehandlung bei chronisch Kranken
Aufgrund der hohen Belastung für den gesamten Organismus, die von einem wurzelbehandelten Zahn ausgeht, raten wir chronisch Kranken in der Regel von einer Wurzelbehandlung ab. In der ganzheitlichen und biologischen Zahnmedizin hat der wurzelbehandelte Zahn eine besondere Bedeutung. Denn wurzelbehandelte Zähne können Herde oder Störfelder sein und somit die Ursachen für weitere Allgemeinerkrankungen, orthopädische Erkrankungen, Therapiehindernisse usw. In der ganzheitlichen Zahnmedizin heißt es daher nicht ohne Grund: An jedem toten Zahn hängt ein kranker Mensch!
Immer wieder beobachten ganzheitlich arbeitende Zahnärzte und Ärzte deutliche Verbesserungen von chronischen entzündlichen Erkrankungen, nachdem wurzelbehandelte Zähne und andere Störfelder aus der Mundhöhle entfernt wurden. Insbesondere die Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte und die Verwendung von biologischen Wurzelfüllungsmaterialien sind hierbei zu erwähnen.
Aus diesem Grunde ist es wichtig, für jeden Patienten individuell die bestmögliche Therapieform auszusuchen. Dafür ist es nötig, die Therapiemöglichkeiten der Schulmedizin und Komplementärheilverfahren miteinander zu kombinieren.
Warnsignale und Symptome
Als Patient haben Sie nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zu erkennen, ob ein wurzelbehandelter Zahn gesundheitliche Probleme bereitet. Denn auch symptomlose wurzelbehandelte oder tote Zähne können zu Beschwerden an anderen Stellen führen. Hellhörig werden sollten Sie auf jeden Fall, wenn:
- Wurzelbehandelte Zähne beim Beißen schmerzen
- Eine Schwellung bzw. eine dicke Backe auftritt
- Sie im Bereich des wurzelbehandelten Zahnes empfindlich auf Wärme oder Kälte reagieren
- Sie wurzelbehandelte oder tote Zähne im Mund haben und dann krank werden (z.B. Knieprobleme bekommen).
Ein wurzelbehandelter Zahn hat keinen Nerv mehr. Daher kann er selbst nicht mehr weh tun. Treten dennoch Schmerzen auf, heißt das, dass die Umgebung des Zahnes in Mitleidenschaft gezogen ist. Schmerzen beim Beißen, Schwellungen und eine erhöhte thermische Empfindlichkeit treten typischerweise direkt nach der Wurzelbehandlung als Erstreaktion auf, sollten aber nach einer gewissen Zeit verschwinden.
Belastung für den Organismus
Egal wie lange eine Wurzelbehandlung schon her ist und ob Sie schon Probleme mit dem wurzelbehandelten Zahn hatten oder nicht: Ein wurzelbehandelter Zahn stellt immer eine Belastung für den Organismus dar und kann jederzeit zum Störfeld werden.
Alternativen zur Wurzelbehandlung
Wenn eine Wurzelbehandlung nicht in Frage kommt oder der Patient Bedenken hat, gibt es Alternativen. Die häufigste Alternative ist die Zahnextraktion, gefolgt von einem Zahnersatz, wie z.B. einem Implantat.
Zahnextraktion und Implantate
Wenn die Wurzelbehandlung abgelehnt wird, kann der Zahnarzt den Zahn ziehen und mit einem Keramikimplantat ersetzen. Implantate sind heutzutage dank moderner Technik zahnfarben und optisch unauffällig. Zirkonoxid-Keramikimplantate bieten eine ästhetische und biokompatible Alternative zu Titanimplantaten. Da sie metallfrei und elektrisch neutral sind, verursachen sie keine Störfelder. Zudem haben sie eine natürliche weiße Farbe, was für ein optimales ästhetisches Ergebnis sorgt.
Wurzelspitzenresektion
In der Regel kommt die Wurzelspitzenresektion erst als letzte Massnahme zum Einsatz, um den Zahn zu retten, wenn eine Wurzelbehandlung nicht erfolgreich war. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen eine Wurzelbehandlung technisch nicht möglich ist und der Zahnarzt direkt eine Wurzelspitzenresektion vorschlägt - zum Beispiel, wenn die Wurzel zu stark geschädigt, gebrochen oder abnormal gewachsen ist.
Die Wurzelspitzenresektion ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Chirurg die Wurzelspitze entfernt. Der Zugang zur Wurzelspitze erfolgt dabei nicht wie bei der Wurzelbehandlung durch eine Bohrung in der Kaufläche, sondern über Zahnfleisch und Kieferknochen: Der Chirurg durchtrennt zunächst Zahnfleisch und Knochenhaut und trägt anschliessend mit Knochenfräsen den Kieferknochen im Bereich der Wurzelspitze ab, bis das entzündete Gewebe gut sichtbar ist. Oft liegt bereits eine Wurzelkanalfüllung aus einer vorherigen Wurzelbehandlung vor. Wenn nicht, folgt jetzt die gleiche Prozedur wie bei einer Wurzelbehandlung: Erweiterung der Kanäle, Desinfektion und Füllung. Wenn kein Zugang von der Krone aus möglich ist, muss der Chirurg von der Wurzel aus arbeiten. Anschliessend säubert der Chirurg den ausgehöhlten Kieferknochen sorgfältig, klappt das Zahnfleisch zurück und vernäht es.
Heilanästhesie
Wenn die Entzündung noch nicht weit fortgeschritten und noch reversibel ist, kann die alternative Behandlungsmethode Heilanästhesie unter Umständen einer Wurzelkanalbehandlung vorbeugen. Allerdings ist diese Methode wissenschaftlich umstritten, weil sie nicht bei jedem Patienten gleich wirkt. Der Zahnarzt spritzt dabei ein flüssiges Betäubungsmittel, das mit Nährstoffen angereichert ist, an den betroffenen Zahn. So werden die Schmerzen unterdrückt und der Zahn wird bei der Bekämpfung der Entzündung unterstützt. Die Behandlung besteht aus bis zu drei Sitzungen mit einem Abstand von zwei bis drei Tagen.