Meningeom-Behandlung in Nigeria: Ein umfassender Überblick

Einleitung

Ein Meningeom ist ein Tumor, der aus den Meningen entsteht, den Membranen, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Obwohl die meisten Meningeome gutartig sind, können sie dennoch erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere wenn sie auf wichtige Hirnstrukturen drücken. Die Behandlung von Meningeomen in Nigeria erfordert einen multidisziplinären Ansatz und den Zugang zu spezialisierten medizinischen Einrichtungen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Meningeome, ihre Diagnose und Behandlungsoptionen in Nigeria.

Was ist ein Meningeom?

Meningeome sind in der Regel gutartige Tumore, die sich aus den Meningen entwickeln. Sie wachsen meist langsam und verdrängen das umliegende Hirngewebe, was bedeutet, dass sie eine beträchtliche Größe erreichen können, bevor sie symptomatisch werden. Meningeome können überall im Kopf entstehen, wobei ihre Bezeichnung oft von der Stelle ihres Wachstums abhängt.

Ursachen und Risikofaktoren

Verschiedene Risikofaktoren sind für die Entstehung von Meningeomen im Kopf bekannt. Ionisierende Strahlen sind der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung dieser meist gutartigen Tumore. Kinder, die wegen einer Tumorerkrankung im Kopf-Hals-Bereich bestrahlt wurden, entwickeln signifikant häufiger Meningeome, ebenso wie Atombombenüberlebende mit einem 6- bis 10-fach erhöhten Risiko. Patienten mit Neurofibromatose Typ 2 (Mutation des NF2-Gens) haben ein signifikant höheres Risiko, multiple Meningeome zu entwickeln. Es gibt auch Hinweise auf hormonassoziierte Regulationsmechanismen.

Klassifikation

Prinzipiell können diese Tumore anhand des Aufbaus der Zellen klassifiziert werden, z. B. in meningothelial, fibrös oder sekretorisch. Nach der WHO-Klassifizierung werden sie anhand ihres Proliferationsindexes, d. h. wie schnell sich eine Zelle erneut teilt, sprich der Tumor wächst, in Grad 1-3 eingeteilt. Mit einem höheren Grad steigt auch das Risiko für ein Rezidiv, so dass hochgradige Tumore postoperativ nachbestrahlt werden, um ein Wiederkehren des Tumors zu vermeiden. Man spricht von atypischen (Grad 2) bzw. anaplastischen (Grad 3) Meningeomen. Anaplastische Varianten machen mit 3 % nur einen geringen Anteil aller Meningeome aus, atypische Grad-2-Tumore aufgrund einer neuen Klassifikation 20 %. Den größten Anteil machen jene des 1. Grades, mit einem geringen Proliferationsindex aus.

Symptome

Welche Symptome durch einen Hirntumor entstehen, hängt maßgeblich von der Lokalisation und Größe ab. Da Meningeome als gutartige Tumore relativ langsam wachsen und das Hirngewebe stetig verdrängen, können sie eine beachtliche Größe erreichen, bevor Symptome auftreten. Klinisch zeigen Patienten mit frontalen großen Tumoren Zeichen von Depressionen mit Antriebsstörung und Persönlichkeitsänderung. Dies impliziert bei einer Neudiagnose einer Depression eine Diagnostik mit kranialer Bildgebung zum Ausschluss einer organischen Ursache. Auch hinter einer Demenz kann in seltenen Fällen ein Hirntumor als Ursache verborgen sein. Liegt der Tumor an klinisch relevanten Arealen, treten Symptome schon bei einer deutlich geringeren Größe auf. Im Bereich des Sinus cavernosus, durch den die Augenmuskelnerven ziehen, treten früh Sehstörungen und Doppelbilder durch eine Augenmuskellähmung auf und beeinträchtigen den Patienten deutlich. Auch in anderen Bereichen der Schädelbasis kann ein Meningeom Hirnnerven irritieren wie z. B. den Riechnerven als Olfaktoriusmeningeom oder am Keilbeinflügel. Es kann auch in der hinteren Schädelgrube entstehen. Hier kann es durch eine Hirnstammkompression auffällig werden oder aber auch durch Hirnnervenausfälle, die eine Hörminderung, Schwindel, Gesichtslähmungen oder Schluckstörungen mit sich bringen können.

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Diagnose von Meningeomen

Die Diagnose eines Meningeoms umfasst in der Regel mehrere Schritte:

  • Klinische Untersuchung: Eine neurologische Untersuchung hilft, die von dem Tumor betroffenen Bereiche des Gehirns zu identifizieren.
  • Bildgebung: Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist das bevorzugte bildgebende Verfahren zur Diagnose von Meningeomen. Die Computertomographie (CT) kann ebenfalls verwendet werden, insbesondere wenn eine MRT nicht möglich ist.
  • Biopsie: Wenn die Diagnose unklar ist oder der Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht, kann eine Biopsie durchgeführt werden, um eine Gewebeprobe zur Untersuchung unter dem Mikroskop zu entnehmen.

Behandlungsoptionen für Meningeome in Nigeria

Die Behandlung von Meningeomen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe und Lage des Tumors, das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten sowie die Symptome, die der Tumor verursacht. Die wichtigsten Behandlungsoptionen sind:

Überwachung

Kleine, asymptomatische Meningeome können durch regelmäßige MRT-Scans überwacht werden, um ihr Wachstum zu überwachen. Wenn der Tumor zu wachsen beginnt oder Symptome verursacht, kann eine Behandlung erforderlich sein.

Operation

Die Operation ist die häufigste Behandlung für Meningeome. Ziel der Operation ist es, den Tumor vollständig zu entfernen, ohne das umliegende Hirngewebe zu schädigen. Dies kann bei Tumoren an der Schädelbasis, die in Knochenstrukturen oder den Sinus eingewachsen sind, schwierig sein.

Prinzipiell ist bei symptomatischen Meningeomen die Operation die Therapie der Wahl. Inzidentelle, also zufällig gefundene asymptomatische Tumore, können unter Umständen auch beobachtet werden. Liegt das Meningeom an der Konvexität oder parasagittal, ist eine komplette Resektion oft gut möglich. Ziel ist es, den kompletten Tumor mit seinem Ansatzpunkt an der Hirnhaut zu entfernen. Das Prinzip der operativen Versorgung ist durch 4 Ds repräsentiert: intrakapsuläres Debulking, Devaskularisierung, Dissektion und Detachment. Zuvor muss bei jeder Hirntumorresektion eine Kraniotomie, also eine Schädeleröffnung stattfinden. Hierzu kann zur Anlage eines Bohrloches der evoDrill von evonos verwendet werden, mit dem sich ohne Kraftaufwand präzise Löcher unterschiedlicher Größen in den Knochen bohren lassen. Gleichzeitig werden die Dura und das darunter liegende Gehirn durch den Auto-Stop-Mechanismus geschützt. Anschließend wird mit einem Kraniotom ein Stück Knochen ausgesägt. Gerade bei oberflächlich gelegenen Tumoren muss die Kraniotomie so groß gewählt werden, dass sie über das Tumorausmaß hinausgeht, um die Grenzen des Tumors zum Gehirn darstellen zu können und die betroffene Dura gegebenenfalls mit entfernen zu können. Nach Resektion des Hirntumorgewebes mit dem Diamantmesser evoCarat von evonos wird der Knochendeckel meist wieder eingepasst und mittels kleiner Plättchen refixiert.

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Die Graduierung des Resektionsausmaß erfolgt nach Simpson. Beeinflusst wird die Lebenserwartung durch mögliche Komplikationen, die bei einer Operation entstehen können. Sind große Gefäße wie die A. carotis oder A. cerebri media in den Tumor eingewachsen, können sie auch bei einer vorsichtigen Präparation verletzt werden und müssen unter Umständen zur Blutstillung verschlossen werden. Hieraus resultiert eine Minderdurchblutung des Hirngewebes, das abstirbt. Man spricht dann von einem Infarkt, in dessen Rahmen der Patient nicht nur die Funktion des untergegangenen Areals verliert. Das Hirn kann zudem stark anschwellen, was aufgrund der starren Schädeldecke lebensbedrohlich ist. Aber auch eine iatrogene Verletzung der Hirnnerven, die in einer Schluck- oder Sehstörung resultiert, schränkt die Lebensqualität und Lebenserwartung der betroffenen Patienten ein.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kann nach einer Operation eingesetzt werden, um verbleibende Tumorzellen abzutöten oder um Tumore zu behandeln, die nicht operiert werden können. Es gibt verschiedene Arten der Strahlentherapie, darunter:

  • Externe Strahlentherapie: Bei dieser Art der Strahlentherapie wird ein Gerät verwendet, um hochenergetische Strahlen auf den Tumor zu richten.
  • Stereotaktische Radiochirurgie: Diese Art der Strahlentherapie verwendet hochpräzise Strahlen, um den Tumor zu zerstören, wobei das umliegende gesunde Gewebe geschont wird.

In speziellen Fällen oder Rest- und Rezidivsituationen kann auch eine Bestrahlung als Therapie indiziert sein. Hierbei kann je nach Größe, Lokalisation und Tumorbiologie eine Radiochirurgie durchgeführt werden, die insbesondere für kleinere Tumore eine einzeitige Behandlungsoption darstellt. Alternativ hierzu kann eine fraktionierte Bestrahlung durchgeführt werden.

Protonentherapie

Die Protonentherapie ist eine moderne und präzise Form der Strahlentherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen, die aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften als besonders schonend und wirksam gilt. Der Protonenstrahl durchdringt das gesunde Gewebe bis zum Tumor und entlädt erst dort seine größte Energie. Die Strahlenbelastung des gesunden Gewebes ist damit bei der Protonentherapie um ein Vielfaches geringer als bei anderen Methoden. Mithilfe der Protonentherapie können auch Tumoren an empfindlichen Körperstellen therapiert werden, die nicht oder nur schwer operabel sind.

Das Westdeutsche Protonentherapiezentrum (WPE) ist eine der führenden Einrichtungen für Strahlentherapie mit Protonen in Deutschland und weltweit das modernste Protonentherapiezentrum. Am WPE werden insbesondere nicht-atemverschiebliche Tumoren im Kopf-, Wirbelsäulen- und Beckenbereich behandelt (also vornehmlich primäre Hirntumoren sowie Sarkome von Schädelbasis, Gesichtsschädel, Wirbelsäule und Becken). Auch Prostata-Karzinome und Nasopharynx-Karzinome finden Berücksichtigung.

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Die Behandlung von Kindern stellt einen besonderen Schwerpunkt im WPE dar. Auch die Bestrahlung jüngerer Kinder (unter 5 Jahre) ist im WPE möglich. Durch die gut steuerbare Wirkung der Strahlentherapie mit Protonen wird das Normalgewebe weitgehend geschont, sodass mit Protonen das Potential besteht, das Risiko von negativen Therapiefolgen und Zweittumoren zu vermindern.

Speziell für die Behandlung von Patienten mit Augentumoren bietet das Zentrum für Protonentherapie in Zusammenarbeit mit der Augenklinik am Universitätsklinikum Essen den Augentherapieplatz Eyeline-Chair an. Da die Protonentherapie sehr aufwändig ist, gibt es sie für Aderhautmelanome nur an wenigen Orten weltweit.

Chemotherapie

Die Chemotherapie wird bei Meningeomen selten eingesetzt, kann aber bei bösartigen Tumoren oder solchen, die nach Operation und Strahlentherapie wieder auftreten, in Betracht gezogen werden.

Zugang zur Behandlung in Nigeria

Der Zugang zu spezialisierten medizinischen Einrichtungen und qualifizierten medizinischen Fachkräften kann in Nigeria eine Herausforderung darstellen. Einige der größeren Städte wie Lagos, Abuja und Port Harcourt verfügen über Krankenhäuser mit neurochirurgischen Abteilungen, aber die Verfügbarkeit fortschrittlicher Behandlungstechniken wie stereotaktische Radiochirurgie und Protonentherapie kann begrenzt sein.

Rolle von Hirntumorzentren

Im Vordergrund steht dabei die individuelle und interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit einem Hirntumor. Fachexperten und Spezialisten sind im Netzwerk „Hirntumorzentrum“ interdisziplinär und multiprofessionell verbunden. Dafür findet wöchentlich eine „Neuroonkologische Tumorkonferenz“ statt, in der die verschiedenen Fachdisziplinen zusammenkommen und gemeinsam einen Therapieplan für die einzelnen Patienten abstimmen.

Neuroendoskopie

Der Begriff Neuroendoskopie bedeutet, dass der operative Eingriff mittels Schlüssellochmethode durchgeführt wird. Dabei wird ein sogenanntes Endoskop mit einer kleinen Kamera über einen kurzen Hautschnitt in das Operationsgebiet eingebracht. Dies erleichtert dem Operateur die Übersicht im Operationsgebiet vor allem bei kleinen Strukturen und bietet den Vorteil eines verminderten Weichteiltraumas. Auch gewinkelte Optiken werden genutzt, sodass auch schwierig gelegene Strukturen erreicht und eingesehen werden können. Im Bereich des Kopfes werden endoskopische Techniken zur Behandlung intraventrikulärer Tumoren, Liquorzirkulationsstörungen und intrakranieller Zysten eingesetzt. Endoskopisch assistierte Operationen können auch zur Behandlung von intrakraniellen Aneurysmata eingesetzt werden. Auch bei intrakraniellen Tumoren im Bereich der Schädelbasis kann diese Operationsmöglichkeit einen Mehrwert mit sich bringen, da die Tumoren auf diese Weise mit einer höheren Erfolgswahrscheinlichkeit komplett entfernt werden kann.

Lebensqualität und Lebenserwartung

Die Lebenserwartung ist bei einem gutartigen Gehirntumor wie dem Meningeom nicht zwangsläufig eingeschränkt. Es gibt jedoch unter Meningeomen auch höhergradige Tumore, die aggressiver wachsen. Sie entwickeln keine Metastasen, können aber infiltrativ ins Hirngewebe einwachsen und nach einer Resektion erneut wachsen, man spricht dann von einem Rezidiv.

Unterstützung für Patienten und Familien

Die Diagnose und Behandlung eines Meningeoms kann für Patienten und ihre Familien eine Herausforderung darstellen. Es ist wichtig, Unterstützung von medizinischen Fachkräften, Selbsthilfegruppen und Familienmitgliedern zu suchen.

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