Die Trigeminusneuralgie ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die den Trigeminusnerv betrifft, welcher für die Sensibilität im Gesicht verantwortlich ist. Die Homöopathie bietet hier einen komplementären Ansatz zur Linderung der Beschwerden. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Nux vomica im Kontext der Trigeminusneuralgie und gibt einen Überblick über weitere homöopathische Mittel und Therapieansätze.
Einführung in die Homöopathie
Die Homöopathie ist eine „sanfte“ Heilmethode aus dem Bereich der Komplementärmedizin, die eine Basistherapie ergänzen kann. Sie basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“. Dabei werden pflanzliche, mineralische und tierische Ausgangsstoffe in potenzierter und verdünnter Form verabreicht, um die Selbstheilungsmechanismen des Körpers zu stimulieren.
Anstatt nur das Symptom zu unterdrücken, zielt die Homöopathie darauf ab, die Grunderkrankung zu behandeln. Dies erfordert eine ausführliche Anamnese, bei der viele Faktoren wie Reaktion auf Wärme, Kälte, Ruhe, Bewegung, Stimmungslage, Schlaf, Durst und Schwitzen berücksichtigt werden.
Trigeminusneuralgie: Ursachen und Symptome
Der Trigeminusnerv versorgt das Gesicht mit Sensibilität. Bei einer Trigeminusneuralgie kommt es durch Reizung, Druck oder Entzündung des Nervs zu anfallsartig auftretenden, stechenden, brennenden und heftigen Schmerzen, die oft wie Stromschläge empfunden werden. Die Schmerzen können in den Wangen, am Kinn, an den Zähnen, an den Ohren, an den Augen und bis zur Stirn auftreten.
Auslöser können sein:
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- Zähneputzen
- Kauen
- Sprechen
- Druck auf den Nerv
- Luftzug
- Berührung der Gesichtshaut
Gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac helfen bei einer Trigeminusneuralgie meist nicht. Zum Einsatz kommt in der Regel eine vorbeugend wirksame Schmerztherapie mit dem Epilepsiemittel Carbamazepin, das jedoch erhebliche Nebenwirkungen hat.
Nux vomica in der Homöopathie
Nux vomica (Brechnuss) ist ein wichtiges Mittel in der Homöopathie, das gute krampf- und schmerzlösende Eigenschaften hat. Es wird oft bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
- Reizbarkeit
- Ungeduld
- Überempfindlichkeit gegen äußere Eindrücke (Licht, Geräusche, Gerüche)
- Magen-Darm-Beschwerden (Aufblähung, Aufstoßen, Verstopfung, Diarrhoe nach dem Essen)
- Krampfschmerzen vor Stuhlgang, die sich durch den Stuhlgang bessern
- Vergeblicher Stuhldrang
- Beschwerden, die sich zwischen 3 und 4 Uhr verschlimmern
- Gefühl, dass die Kleidung beengt
- Workaholic-Mentalität, Ehrgeiz, harter Arbeiter in Eile
Nux vomica-Patienten sind oft konservative Menschen, die es besonders in der Familie allen recht machen wollen. Sie neigen zu Ärger und sind schnell gereizt.
Im Kontext der Trigeminusneuralgie kann Nux vomica angezeigt sein, wenn die Schmerzen durch Stress, Ärger oder Überanstrengung ausgelöst werden und mit den oben genannten Begleitsymptomen einhergehen.
Weitere homöopathische Mittel bei Trigeminusneuralgie
Neben Nux vomica gibt es eine Reihe weiterer homöopathischer Mittel, die bei Trigeminusneuralgie in Betracht gezogen werden können. Die Wahl des geeigneten Mittels richtet sich nach den individuellen Symptomen des Patienten:
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- Aconitum (Eisenhut): Plötzlicher, dramatischer Beginn, meist abends nach Einwirkung von trockener, kalter Luft oder sehr heißem Wetter. Verkühlung und Versteifung von Nacken und Lendenwirbelsäule.
- Belladonna (Tollkirsche): Plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, heißem Gesicht und großer Intensität der Symptome. Kopfschmerzen, die sich durch Liegen in einem dunklen Raum und Druck bessern.
- Gelsemium (gelber Jasmin): Ein wichtiges Mittel zur Behandlung von Nervenschmerzen. Seine schmerzlindernde Wirkung ist schon lange bekannt. Beruhigend auf das gesamte Nervensystem, insbesondere wenn die Erkrankung durch Erschöpfung, Zittern oder teilweise Lähmung gekennzeichnet ist.
- Colocynthis (Koloquinte): Wird bei neuralgischen Schmerzen im Bereich des Trigeminus- und des Ischiasnervs eingesetzt. Beschwerden beginnen durch Ärger (unterdrückter Ärger).
- Mezereum (Seidelbast): Ein homöopathisches Mittel, das Herpes zoster und Neuralgien im Trigeminusbereich günstig beeinflusst.
Homöopathische Komplexmittel
Neben Einzelmitteln gibt es auch homöopathische Komplexmittel, die eine Kombination verschiedener Einzelmittel enthalten. Ein Beispiel ist Gelsemium Comp. Hevert Tropfen, die neun Wirksubstanzen enthalten, die das Nervensystem beruhigen und Entzündungen hemmen sollen. Pflügerplex Neuralgie L 189 H ist ein weiteres homöopathisches Komplexmittel, das zur Besserung von Nervenschmerzen infrage kommen kann.
Ergänzende Maßnahmen
Neben der homöopathischen Behandlung können folgende Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden beitragen:
- Ergonomie am Arbeitsplatz: Eine gute Ergonomie kann helfen, Verspannungen und Fehlbelastungen zu vermeiden, die die Schmerzen verstärken können.
- Bewegungsprogramm: Ein ausgleichendes Bewegungsprogramm kann die Muskulatur stärken und die Beweglichkeit verbessern.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Nährstoffen ist wichtig für die Nervenfunktion und die allgemeine Gesundheit.
- Psychische Unterstützung: Stress und psychische Belastungen können die Schmerzen verstärken. Entspannungstechniken und psychische Unterstützung können helfen, die Schmerzen besser zu bewältigen.
- Einreibungen mit ätherischen Ölen: Einreibungen mit Zusätzen von ätherischen Ölen wie Pfefferminzöl oder Johanniskrautöl können einen positiven Effekt bei Nervenschmerzen haben.
Die Bedeutung der Konstitutionstherapie
Bis das entsprechende Konstitutionsmittel gefunden ist, stehen je nach Lokalisation des Hauptschmerzes zahlreiche Akutmittel zur Verfügung.
Die Homöopathie sieht den Menschen als ganzheitliches System. Gerät dieses aus der Balance, stellen sich Beschwerden ein. Aufgabe der Homöopathie ist es daher, das System mit gezielten Reizen zu regulieren und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Auswahl des homöopathischen Mittels erfolgt dabei unter Berücksichtigung der Auslöser und Modalitäten. Als Modalitäten werden in der Homöopathie alle Umstände und Einflüsse bezeichnet, unter denen sich ein Symptom verbessert oder verstärkt.
Die Grenzen der Homöopathie
Es ist wichtig zu beachten, dass die Homöopathie ihre Grenzen hat. Bei schweren Erkrankungen oder akuten Notfällen ist es unerlässlich, einen Arzt aufzusuchen. Auch bei Verdacht auf eine Erkrankung mit Behandlungsverbot für Heilpraktiker (z. B. meldepflichtige Erkrankungen nach dem Infektionsschutzgesetz) ist eine ärztliche Behandlung erforderlich.
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