Einführung
In unserer modernen, schnelllebigen Gesellschaft ist Langeweile zu einer Seltenheit geworden. Astrid Lindgrens Zitat über die Notwendigkeit, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen, steht im Kontrast zu dem, was wir heute erleben. To-Do-Listen werden länger, die Tage kürzer, und wir existieren gleichzeitig in der Online- und Offline-Welt. Begriffe wie "Hustle Culture", "Productivity Guilt" und "FOMO" sind allgegenwärtig. Doch warum vermeiden wir Langeweile so sehr, und welche Rolle spielt Dopamin dabei? Dieser Artikel beleuchtet die Dopaminforschung im Kontext von Langeweile, ADHS und anderen psychologischen Aspekten.
Die Psychologie der Langeweile
Langeweile wird in der Psychologie als ein negativer Zustand definiert. John Eastwood beschreibt sie als "das unangenehme Gefühl, eine zufriedenstellende Aktivität ausführen zu wollen, aber nicht zu können". Dieses Gefühl versuchen wir zu vermeiden, ein Muster, das als "Idleness Aversion" bekannt ist. Eine Studie der University of Virginia und der Harvard University zeigte, dass Menschen sogar physische Schmerzen der Untätigkeit vorziehen.
Die Rolle von Social Media
Heutzutage wird Reizarmut oft mit Social Media bekämpft. "Scrollen auf Social Media hat den Aspekt einer belohnungsdichten Umgebung", erklärt Oliver Schultheiss. Jeder Swipe ist ein kleiner Dopaminstoß, der uns aktiv und produktiv fühlen lässt, aber gleichzeitig unruhiger macht. Wer dieser "Popcornbelohnung" hinterherjagt, verpasst jedoch die Möglichkeit zur Selbstreflexion.
Das Default Mode Network und die kognitive Küche
Wenn äußere Reize wegfallen, wird im Gehirn das "Default Mode Network" aktiv. Sabrina Krauss nennt diesen Zustand die "kognitive Küche", in der unser Gehirn alle Eindrücke des Tages sortiert. Gedanken ordnen sich, das Nervensystem beruhigt sich, und es entsteht Platz für neue Ideen.
Langeweile als Chance zur Selbstreflexion
Langeweile zwingt uns, Entscheidungen zu treffen und uns Fragen zu stellen, denen wir im Alltag ausweichen. Ein zunehmender Wunsch nach Ruhe und Achtsamkeit ist in den letzten Jahren zu verzeichnen. Schweigeseminare und Meditation können helfen, die Verbindung zu sich selbst wieder aufzubauen und diese im Alltag wiederzufinden.
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Dopamin und ADHS
ADHS wird oft mit dem männlichen "Zappelphilipp" in Verbindung gebracht, aber auch viele Mädchen leiden an dieser Entwicklungsstörung, die oft unerkannt bleibt. Symptome wie Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit und Tagträumen werden bei Mädchen oft übersehen, da sie weniger hyperaktiv sind als Jungen.
Die Dopamindefizit-Hypothese
Bei ADHS spielen genetische Faktoren eine Rolle, insbesondere Veränderungen im Dopamin- und Noradrenalin-System. Diese Botenstoffe stehen dem Gehirn nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, was die Informationsverarbeitung in den für Konzentration, Wahrnehmung und Impulskontrolle zuständigen Hirnregionen beeinträchtigt. Die Dopamindefizit-Hypothese wird durch die Wirksamkeit von Methylphenidat gestützt, einem Dopamin-Wiederaufnahmehemmer.
Geschlechterunterschiede bei ADHS
Mädchen mit ADHS zeigen oft internalisierende Störungen wie Depressionen und sozialen Rückzug, während Jungen eher externalisierende Störungen wie Aggressionen und Risikoverhalten aufweisen. Sexualhormone könnten eine Rolle bei diesen Unterschieden spielen. Oliver Schultheiss demonstrierte, dass Testosteron Impulsivität und risikofreudiges Verhalten fördert, während Östrogene die Dopaminfreisetzung und die exekutiven Funktionen beeinflussen.
Testosteronforschung und ihr Einfluss auf Verhalten
Testosteron wird oft mit Männlichkeit, Dominanz und Aggression in Verbindung gebracht. Doch die Forschung zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Testosteron und Verhalten komplexer ist.
Testosteron und soziale Interaktion
Oliver Schultheiss forscht zur Wirkung von Testosteron auf die Psyche. Er betont, dass es keine Forschung gibt, die bestätigt, dass ein hohes Testosteronlevel einen Mann zum "archaischen Kerl" macht. Studien deuten darauf hin, dass Menschen in bestimmten beruflichen Positionen leicht erhöhte Testosteronpegel haben können, aber ein eindeutiger kausaler Zusammenhang fehlt.
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Testosteron als Belohnungshormon
Schultheiss glaubt, dass Testosteron wie eine Art Belohnungshormon funktioniert. Wenn man es schafft, andere Menschen auf seine Seite zu ziehen, wird als Reaktion Testosteron ausgeschüttet und löst ein Glücksgefühl aus. Menschen, bei denen das so abläuft, nennt man machtmotiviert.
Testosteron und Durchsetzungsvermögen
Michael Zitzmann erklärt, dass Männer mit einem chronisch niedrigen Testosteronlevel oft an Durchsetzungsvermögen, Handlungswillen und Libido mangelt. Nach einer Hormonbehandlung können sie diese Eigenschaften zurückgewinnen.
Der Einfluss von Testosteron ist nicht ausschließlich
Zitzmann betont, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen hohem Testosteronlevel und bestimmtem Verhalten gibt. Er kennt sanftmütige Männer mit hohen Werten und SEK-Beamte mit niedrigen Testosteronspiegeln. Trotzdem weist er den Einfluss des Hormons nicht ganz zurück: "Es erlaubt dem Mann, so zu sein, wie er eigentlich ist. Ich glaube nicht, dass Testosteron die Charakterzüge beeinflusst. Aber es gestattet ihm, die dann auch auszuleben."
Akutes Nierenversagen und seine Auswirkungen auf den Organismus
Das akute Nierenversagen (ANV), heute eher als "acute kidney injury" (AKI) bezeichnet, trägt trotz großer technischer Fortschritte in der Nierenersatztherapie erheblich zur Morbidität von Intensivpatienten bei und verursacht enorme Behandlungskosten.
Definition und Klassifikation
Das akute Nierenversagen ist eine Form der Niereninsuffizienz, die durch eine schnelle Abnahme der Nierenfunktion gekennzeichnet ist. Die RIFLE-Kriterien und die KDIGO-Leitlinien dienen zur Klassifikation des akuten Nierenversagens.
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Pathophysiologische Abläufe
Die Plasmaultrafiltration im Glomerulum ist in erster Linie eine Funktion des kapillarhydrostatischen Drucks. Beim akuten Nierenversagen sinkt der renale Blutfluss um bis zu 50 %. Ein O2- und Substratdefizit in der Tubuluszelle führt zu einem Abfall des ATP-Gehalts und Störungen intrazellulärer Prozesse.
Auswirkungen auf den Organismus
Das akute Nierenversagen verändert das "milieu interieur" und kann zu Hyperkaliämie, Hyperglykämie, gesteigertem Proteinkatabolismus und gestörter Lipolyse führen. Es hat eine Fernwirkung auf den gesamten Organismus und gilt als Trigger für Veränderungen an einer Vielzahl an Organen.
Diagnostik
Das Harnzeitvolumen ist der am einfachsten messbare Parameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. Serumharnstoff und Serumkreatinin reichen zur Früherkennung des akuten Nierenversagens nicht aus. Wichtiger sind die errechneten Werte der Nierenfunktion wie die Kreatininclearance.
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