Palexia (Tapentadol) bei Neuralgie: Wirkung, Anwendung und Risiken

Einführung

Palexia, dessen Wirkstoff Tapentadol ist, ist ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Es wird zur Behandlung von mäßig starken bis starken akuten Schmerzen bei Erwachsenen eingesetzt, wenn andere Schmerzmittel nicht ausreichend wirken. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Palexia bei Neuralgie, die korrekte Anwendung, mögliche Nebenwirkungen und Risiken, einschließlich des Abhängigkeitspotenzials.

Was ist Palexia (Tapentadol)?

Tapentadol, auch als Palexia bekannt, ist ein verschreibungspflichtiges Schmerzmittel, das zur Behandlung von kurzzeitigen mäßigen bis starken Schmerzen, beispielsweise nach größeren Operationen, empfohlen wird. Dieses Medikament gehört zu einer Gruppe von Opioid-Analgetika, die einen direkten Einfluss darauf haben, wie das Gehirn Schmerzen erkennt und darauf reagiert. Tapentadol wirkt auf zwei Arten: Es aktiviert Opioid-Rezeptoren im Gehirn und Rückenmark, wodurch die Schmerzreizweiterleitung unterdrückt wird, und es hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin im synaptischen Spalt, was absteigende, schmerzunterdrückende Bahnen aktiviert.

Anwendung von Palexia bei Neuralgie

Neuralgie ist ein Nervenschmerz, der durch Schädigung oder Funktionsstörung von Nerven verursacht wird. Die Schmerzen können brennend, stechend, blitzartig oder einschießend sein. Palexia kann bei verschiedenen Arten von Neuralgien eingesetzt werden, beispielsweise bei:

  • Post-Zoster-Neuralgie: Schmerzen nach einer Gürtelrose-Erkrankung.
  • Diabetischer Neuropathie: Nervenschäden durch Diabetes.
  • Trigeminusneuralgie: Schmerzen im Gesichtsbereich, die durch den Trigeminusnerv verursacht werden.
  • Rückenschmerzen: Von nozizeptiven Schmerzen bis hin zu projizierenden Schmerzen neuropathischen Ursprungs.
  • Tumorschmerzen: Schmerzen, die durch Krebserkrankungen verursacht werden.
  • Phantomschmerz: Schmerzen nach einer Amputation.

Tapentadol hat eine ähnliche Struktur und ein ähnliches pharmakologisches Profil wie Tramadol, aber ein geringeres Interaktionspotenzial. Dadurch sind die Nebenwirkungen wie Obstipation reduziert und das Abhängigkeitspotenzial ist verringert.

Dosierung und Einnahme

Die Dosierung von Palexia wird vom Arzt individuell an die Schmerzintensität und das persönliche Schmerzempfinden angepasst. Im Allgemeinen sollte die niedrigste schmerzlindernde Dosis eingenommen werden.

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  • Erwachsene: Die übliche Anfangsdosis ist 50 mg alle 4 bis 6 Stunden. Die Einnahme von insgesamt mehr als 700 mg Tapentadol am ersten Tag der Behandlung und die Einnahme von mehr als 600 mg pro Tag an den folgenden Tagen der Behandlung wird nicht empfohlen.
  • Ältere Patienten (über 65 Jahre): Üblicherweise ist keine Dosisanpassung erforderlich.
  • Leber- und Nierenfunktionsstörung: Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollten Palexia nicht einnehmen. Bei mäßigen Störungen der Leberfunktion kann der Arzt ein anderes Einnahmeschema empfehlen. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen sollte Palexia ebenfalls nicht eingenommen werden. Bei leichten bis mäßigen Störungen der Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Palexia ist zum Einnehmen. Die Tabletten werden mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen und können auf nüchternen Magen oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme sollte nicht länger erfolgen als vom Arzt verordnet.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Palexia darf nicht eingenommen werden bei:

  • Allergie gegen Tapentadol oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.
  • Asthma oder bedrohlich langsamer oder flacher Atmung (Atemdepression, Hyperkapnie).
  • Darmlähmung.
  • Akuter Vergiftung durch Alkohol, Schlaftabletten, Schmerzmittel oder andere Psychopharmaka.

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Langsamer oder flacher Atmung.
  • Erhöhtem Hirndruck oder Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma.
  • Kopfverletzung oder Hirntumor.
  • Leber- oder Nierenerkrankung.
  • Bauchspeicheldrüsen- oder Gallengangserkrankung.
  • Einnahme von gemischten µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten/-Antagonisten oder partiellen µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten.
  • Neigung zu Epilepsie oder Krampfanfällen.
  • Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch in der Vergangenheit.
  • Rauchen.
  • Psychischen Problemen (Depression, Angststörung oder Persönlichkeitsstörung).

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Das Risiko von Nebenwirkungen erhöht sich, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Krampfanfälle auslösen können, wie z.B. bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen oder Psychosen. Die gleichzeitige Anwendung von Palexia und sedierenden Arzneimitteln, wie Benzodiazepinen oder ähnlichen Medikamenten (bestimmte Schlaftabletten oder Beruhigungsmittel [z.B. Barbiturate] oder Schmerzmittel, wie Opioide, Morphin und Kodein [auch als Medikament gegen Husten], Antipsychotika, H1-Antihistaminika, Alkohol), erhöht das Risiko von Schläfrigkeit, Atemschwierigkeiten (Atemdepression) und Koma und kann lebensbedrohlich sein. Wenn Sie bestimmte Arzneimittel einnehmen, die den Serotoninspiegel beeinflussen (z.B. bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen) wenden Sie sich an Ihren Arzt bevor Sie Palexia einnehmen, da über das Auftreten eines sogenannten Serotonin-Syndroms berichtet wurde. Die Einnahme von Palexia zusammen mit starken Hemmern oder Verstärkern (z.B. Rifampicin, Phenobarbital, Johanniskraut) von bestimmten, körpereigenen Enzymen, die für die Ausscheidung von Tapentadol aus Ihrem Körper wichtig sind, kann die Wirkung von Tapentadol beeinflussen oder Nebenwirkungen verursachen. Palexia soll nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (bestimmte Arzneimittel, die gegen Depressionen wirken) eingenommen werden.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Palexia Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

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Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • Kopfschmerz

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Verminderter Appetit
  • Ängstlichkeit
  • Verwirrtheit
  • Halluzinationen
  • Schlafstörungen

Dieses Arzneimittel kann allergische Reaktionen verursachen. Symptome können pfeifende Atemgeräusche, Schwierigkeiten beim Atmen, Anschwellen der Augenlider, des Gesichtes oder der Lippen, Hautausschlag oder Juckreiz, besonders solcher, der den ganzen Körper betreffen kann, sein. Eine weitere ernstzunehmende Nebenwirkung ist ein Zustand, bei dem die Atmung langsamer oder schwächer ist als erwartet.

Abhängigkeitspotenzial

Tapentadol kann körperlich und seelisch abhängig machen. Die wiederholte Einnahme von Opioiden gegen Schmerzen kann dazu führen, dass das Arzneimittel weniger wirksam wird (Sie gewöhnen sich daran). Sie kann auch zu Abhängigkeit und Missbrauch führen, wodurch es zu einer lebensbedrohlichen Überdosierung kommen kann. Sollten Sie zu Arzneimittelmissbrauch neigen oder arzneimittelabhängig sein, dürfen Sie die Tabletten nur kurzzeitig und unter strenger ärztlicher Kontrolle einnehmen. Die Einnahme (auch in therapeutischen Dosen) kann zu einer körperlichen Abhängigkeit führen, die bei plötzlichem Absetzen des Arzneimittels Entzugserscheinungen und ein Wiederauftreten der Schmerzen zur Folge haben kann.

Alkohol und Palexia

Während der Behandlung mit Palexia sollte kein Alkohol getrunken werden, da einige Nebenwirkungen, wie z.B. Schläfrigkeit, verstärkt auftreten können. Die gleichzeitige Anwendung von Palexia und Alkohol erhöht das Risiko von Schläfrigkeit, Atemschwierigkeiten (Atemdepression) und Koma und kann lebensbedrohlich sein.

Überdosierung

Nach Einnahme von sehr hohen Dosen von Palexia kann Folgendes auftreten: Pupillenverengung (stecknadelkopfgroße Pupillen), Erbrechen, Blutdruckabfall, erhöhter Herzschlag, Kreislaufkollaps, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma (tiefe Bewusstlosigkeit), epileptische Krampfanfälle, bedrohlich verlangsamte oder flache Atmung oder Atemstillstand. Rufen Sie bei Auftreten dieser Krankheitszeichen unverzüglich einen Arzt zu Hilfe!

Entzugserscheinungen

Wenn die Behandlung mit Palexia unterbrochen oder vorzeitig beendet wird, treten die Schmerzen wahrscheinlich wieder auf. Möchten Sie die Behandlung abbrechen, wenden Sie sich bitte vorher an Ihren Arzt. Im Allgemeinen wird ein Abbruch der Behandlung keine Nachwirkungen haben. Gelegentlich kann es jedoch bei Patienten, die die Tabletten einige Zeit eingenommen haben, zu Unwohlsein führen, wenn sie die Einnahme abrupt beenden. Es können folgende Symptome auftreten: Unruhe, tränende Augen, laufende Nase, Gähnen, Schwitzen, Frösteln, Muskelschmerzen und Pupillenerweiterung. Reizbarkeit, Angstzustände, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwäche, Bauchkrämpfe, Schlafstörungen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Blutdruckanstieg, erhöhte Atemfrequenz sowie beschleunigter Herzschlag.

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Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Palexia kann Schläfrigkeit, Schwindel und verschwommenes Sehen verursachen sowie Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Dies kann insbesondere zu Beginn der Einnahme von Palexia der Fall sein, wenn Ihr Arzt die Dosierung ändert, Sie Alkohol trinken oder Beruhigungsmittel einnehmen. Fragen Sie bitte Ihren Arzt, ob Sie Auto fahren beziehungsweise Maschinen bedienen dürfen.

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