Die Parkinson-Krankheit, auch bekannt als Morbus Parkinson oder Schüttellähmung, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch den Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Obwohl die genauen Ursachen der Parkinson-Krankheit noch nicht vollständig verstanden sind, deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass eine Kombination aus genetischen, altersbedingten und Umweltfaktoren eine Rolle spielen kann. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Zusammenhang zwischen Vergiftungen, insbesondere durch Pestizide, und der Entstehung von Parkinson.
Was ist Parkinson?
Die Parkinson-Krankheit ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Die Erkrankung beginnt schleichend und schreitet danach zeitlebens fort, die Symptome werden im Verlauf stärker und daher auch besser erkennbar. Charakteristisch für die Parkinson-Krankheit ist das Zittern, der sogenannte Tremor. Dieses Parkinson-Anzeichen wird von den Betroffenen meist als erstes, also im Parkinson Frühstadium, wahrgenommen. In einem Großteil der Fälle handelt es sich dabei um einen Ruhetremor. Dabei tritt das Zittern auf, wenn die Muskulatur vollkommen entspannt ist, zum Beispiel wenn die Hand im Schoß liegt.
Die Parkinson-Krankheit (Synonyme u.a. Parkinson-Syndrom, Morbus Parkinson, Schüttellähmung) entsteht durch einen langsam fortschreitenden Verlust bestimmter Nervenzellen im Gehirn. Dadurch, dass der Verlauf der Parkinson-Syndrome bei jedem Patienten unterschiedlich ist, ist auch die Symptomatik individuell. Grundsätzlich nehmen die Parkinson-Symptome kontinuierlich zu, weil der Zellschwund ebenso stetig vorangeht.
Ursachenforschung bei Parkinson
Obwohl die strukturellen und biochemischen Vorgänge im Hintergrund der idiopathischen Parkinson-Krankheit in der Zwischenzeit hinreichend bekannt sind, wurde der endgültige Auslöser, also die Ursache des Zellschwundes in der Schwarzen Substanz trotz intensiver Forschung leider noch nicht gefunden. Die Forschungs¬ergebnisse und die daraus entwickelten Entstehungstheorien legen aber nahe, dass es sich um eine Kombination mehrerer Faktoren handelt. Es wird angenommen, dass das Altern, verschiedene genetische Faktoren mit einer gestörten Entgiftungsfähigkeit des Gehirns und Stoffwechselfaktoren mit der Freisetzung von zellschädigenden Sauerstoffverbindungen (toxische freie Radikale) sowie Umweltfaktoren bei der Entstehung der Krankheit eine wichtige Rolle spielen.
Der Mensch verliert im Laufe der Jahre auch normalerweise ständig Nervenzellen in der Schwarzen Substanz. Dieser Alterungsprozess läuft aber so langsam, dass die zur Entstehung der Parkinson-Symptome notwendige Grenze des Zellverlustes (wahrscheinlich ca. 50-80 Prozent) im Laufe der normalen Lebenserwartung nicht unterschritten wird. Dieser Alterungsprozess kann aber durch verschiedene Faktoren beschleunigt werden. Es ist auch möglich, dass infolge einer akuten Schädigung, also durch Verlust einer großen Anzahl der Nervenzellen, der normal weiterlaufende alterungsbedingte Zellschwund zur früheren Unterschreitung der oben genannten Grenze führt.
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Genetische Aspekte
In den meisten Fällen tritt die idiopathische Parkinson-Krankheit einzeln (= sporadisch) auf, ohne dass weitere Familienmitglieder betroffen sind. Nach statistischen Angaben liegt das Erkrankungsrisiko in der Normalbevölkerung bei den über 65-jährigen bei einem Prozent. Bei Verwandten eines Parkinson-Patienten ist dieses Risiko unwesentlich höher. Bei den seltenen erblichen Formen ist ein relativ frühes Erkrankungsalter zu finden, im Allgemeinen unter 50 Jahren. Bei einigen Formen sind ein noch jüngeres Erkrankungsalter und auch dystone Symptome (Verkrampfungen) charakteristisch.
Bei der Ursachenforschung der Parkinson-Krankheit stehen aber neurogenetische Gesichtspunkte zunehmend im Mittelpunkt. Es wäre nach jetzigem Kenntnisstand jedoch falsch, von einer „Erbkrankheit“ im eigentlichen Sinne zu sprechen. Bei einer seltenen Form der Krankheit, bei der so genannten familiären Parkinson-Krankheit konnten Veränderungen auf den Chromosomen 4, 6 und 2 nachgewiesen werden. Diese Chromosomen zeigen veränderte Gene, die als Park 1, Park 2, Park 3 und Park 4 bezeichnet wurden. Diese Genmutationen führten zu Veränderungen im Zellstoffwechsel, so verursacht Park 1 beispielsweise die verstärkte Bildung des Eiweißstoffes Alpha-Synuclein. Insgesamt werden dadurch schädigende Prozesse in Gang gesetzt, die zum Untergang melaninhaltiger Zellen führen. Es wurde in einer Familie auch eine Veränderung in einem weiteren Gen gefunden, der für die Ubiquitin-Bildung verantwortlich ist. Mittlerweile wurde auch die Zusammensetzung der Lewy-Körperchen entdeckt. Zwar ist die Bedeutung dieser Körperchen noch unklar, aber die Tatsache, dass sie aus Neurofilament, Ubiquitin und dem oben genannten Alpha-Synuclein bestehen, untermauert die neurogenetischen Erklärungsversuche der Parkinson-Entstehung. Da die Lewy-Körperchen nicht nur in der Schwarzen Substanz, sondern auch in anderen Teilen des Gehirns vorkommen, ergibt sich eine Erklärung für die Beteiligung unterschiedlicher Botenstoffe am Krankheitsprozess.Auch der bei der Krankheit bestehende Enzym-Mangel (Tyrosinhydroxylase), der die normale Dopamin-Produktion verhindert, könnte genetische Ursachen haben. Es wird auch diskutiert, dass die angenommene gestörte Entgiftungsfähigkeit anlagebedingt, also vererbt sein kann. Dies bedeutet aber noch nicht, dass der Betroffene an Parkinson erkranken muss. Die oben genannten Genveränderungen sind aber sehr selten und bei der idiopathischen Parkinson-Krankheit nicht zu finden.
Mitochondrien und Energiestoffwechsel
Mitochondrien sind die Energiezentren der Zellen. Seit Ende der 80-er Jahre gibt es Hinweise, dass auch Funktionsstörungen im Energiestoffwechsel der Zellen und insbesondere in der Atmungskette bei der Entstehung der Parkinson-Krankheit eine Rolle spielen können. Hier fand man bei Parkinson-Patienten eine reduzierte Aktivität einer Untereinheit (Komplex I). Übrigens hemmt das Nervengift MPTP, bzw. das daraus entstehende Nervengift MPP+ dieses Komplex-I-Enzym. Folge der reduzierten Komplex-I-Aktivität ist die Herabsetzung der elektrischen Ladung (Membranpotential) der Zellen und eine verminderte Bereitstellung von Energie. Diese Veränderung des Membranpotenzials führt zu einem erhöhten Kalziumeinstrom in die Zelle, die Folge ist der Zelltod. Auch das Coenzym Q10 spielt übrigens bei dem Energiehaushalt der Mitochondrien eine Rolle, deswegen wurde Q10 als Stoff für die Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung und für die Beeinflussung der Symptomatik empfohlen.
Zu einem erhöhten Kalziumeinstrom in die Zelle führen nicht nur die geschilderten mitochondrialen Veränderungen, sondern auch die Veränderungen der Glutamat- (NMDA)-Rezeptoren. Die Überaktivität dieser Rezeptoren verursacht einen übermäßigen Kalzium-Einstrom in die Zelle, der dann zum Zelltod führt. Die Apoptose ist ein programmiertes und zweckmäßiges Zellsterben im Körper, um die Zellneubildung zu ermöglichen. Dies ist ein physiologischer Prozess. Das Zellsterben und die Zellneubildung sind normalerweise im Gleichgewicht. Die alten Zellen sterben ab, zerfallen und die entstehenden Produkte werden durch bestimmte andere Zellen (Makrophagen) geordnet abgeräumt. Wenn das Gleichgewicht gestört ist und die Apoptose verstärkt abläuft, kommt es zu dem bekannten Zellschwund.
Neurotrophe Faktoren
Für das Überleben von Nervenzellen sind die so genannten neurotrophen Faktoren zuständig. Diese werden auch als Nervenwachstumsfaktoren bezeichnet. Es wird angenommen, dass diese Faktoren bei der Parkinson-Krankheit nicht oder nicht ausreichend produziert werden. Dies könnte einer der Mitverursacher der Parkinson-Krankheit sein. Die Forschung dieser Nervenwachstumsfaktoren ist sehr vielversprechend, weil diese Faktoren den weiteren Zelltod verhindern und sogar die Zellregeneration anregen könnten. Die therapeutische Verwendung dieser Faktoren ist zur Zeit noch nicht gelöst, sie können nur lokal ins Gehirn verabreicht werden. Es ist noch nicht geklärt, ob diese Faktoren nicht evtl. einen unkontrollierten Zellwachstum (Tumor) auslösen. Es wurde auch mit Wirkstoffen experimentiert, die die Eigenproduktion dieser Wachstumsfaktoren anregen könnten (Neurophyllin-Liganden). Die bekannten Nervenwachstumsfaktoren sind: NGF, BDNF, CNTF, GDNF und Neurotrophin.
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Entgiftungsprozesse und freie Radikale
Bei Parkinson-Patienten wurde ein Entgiftungsdefizit im Bereich der Zytochrom-P450-Entgiftung gefunden. Des Weiteren ist in der Neutralisierung giftiger Stoffe im Gehirn das Glutathion beteiligt. Bei Parkinson-Patienten ist dieser so genannte Radikalenfänger in verminderter Menge vorhanden. Auch das für die Entgiftung notwendige Enzym, das Glutathion-Peroxidase wird nicht ausreichend produziert. Auch bei den normalen Stoffwechselvorgängen im Gehirn entstehen freie Sauerstoffverbindungen, so genannte freie Radikale, die die Nervenzellen schädigen können. Schon beim Abbau von Dopamin kann als Abbauprodukt Wasserstoffperoxid entstehen, das zellschädigend wirkt. Normalerweise wird dieser giftige Stoff aber rasch mit Hilfe des Enzyms Glutathion-Peroxidase zu harmlosem Wasser abgebaut. Bei einem anderen Abbauweg entstehen freie Hydroxyl-Radikale. Weil die genannten Entgiftungsmechanismen bei der Parkinson-Krankheit nicht voll funktionsfähig sind, können die freien Radikale die Zellen schädigen. Beim Absterben der Nervenzellen werden die Übriggebliebenen durch erhöhte Dopamin-Produktion und forcierten Abbau mit freien Radikalen weiter belastet. Zu hohe therapeutische L-Dopa-Dosen könnten theoretisch zur Zunahme von oxidativem Stress führen. Hinweise für die Toxizität von L-Dopa beim Menschen gibt es allerdings bis jetzt nicht. Die freien Radikale können Bestandteile der Zellwand, die so genannten Lipide, oxidieren. Dieser Vorgang heißt Lipidperoxidation und führt dazu, dass durch die Zellwand Kalzium in die Zelle strömt. Dies führt zur Zerstörung der Zelle. Eisen führt zur erhöhten Bildung freier Radikale. Bei der Parkinson-Krankheit ist eine erhöhte Eisenkonzentration der Schwarzen Substanz nachgewiesen. Auch der Farbstoff Melanin ist infolge seiner hohen Bindungsfähigkeit zum Eisen an der Bildung freier Radikale mitbeteiligt.
Der Zusammenhang zwischen Pestiziden und Parkinson
Ein erster Verdacht kam in den 1980er Jahren auf, als Heroinkonsumenten plötzlich parkinsonähnliche Symptome entwickelten. Das Heroin war mit einem Stoff namens MPTP verunreinigt, der neurotoxisch wirkte, also die entsprechenden Nervenzellen im Gehirn schädigte und so zu Parkinson-Symptomen führte.
Der erste gesicherte Beweis, dass äußere Einflüsse wie Giftstoffe Parkinson-Symptome auslösen können, basiert auf der Beobachtung, dass so genannte Designer-Drogen bei jugendlichen Drogenabhängigen schwere Parkinson-ähnliche Störungen hervorriefen. Diese Designer-Drogen wurden als Heroin-Ersatz in Heimsynthese hergestellt und mit einem Stoff, MPTP (Methyl-Phenyl-Tetrahydro-Pyridin), verunreinigt. Dieser Stoff wurde im Gehirn durch das Enzym Monoaminooxidase-B in das hochgiftige MPP+ umgewandelt. MPP+ zerstörte sofort nach der Verabreichung die Nervenzellen der Schwarzen Substanz. Die entstandene Zerstörung war nicht identisch mit den Zellveränderungen der Parkinson-Krankheit, es fehlen z.B. die so genannten Lewy-Körperchen. Trotzdem wurde die Vergiftung von Versuchstieren und Zellkulturen mit MPTP ein wichtiges Entstehungsmodell der Parkinson-Krankheit.
Zu den Umwelt-Schadstoffen, die zur Entstehung eines Parkinson-Syndroms beitragen könnten, zählen Kohlenmonoxid, Mangan, Zyanide, Halogenwasserstoffe, TaClo, 4-Phenylpyridin, Schwermetalle wie Blei, Lösungsmittel und bestimmte Pestizide (Paraquat, Diquat).Beobachtungen aus Kanada sprechen dafür, dass die Parkinson-Krankheit in ländlichen Gebieten, wo keine städtische Wasserversorgung existiert und Pestizide verwendet werden, sowie in der Nähe der holzverarbeitenden Industrie häufiger ist, als z.B. in der Großstadt. Die Pestizide, die in Frage kommen, sind in der chemischen Struktur dem MPTP ähnlich. Sie sind in Europa seit längerer Zeit verboten. Das Brunnenwasser ist häufig mit Schwermetallen belastet. Die unter Verdacht stehenden Umweltgifte konnten jedoch bisher nicht als alleinige Auslöser einer Parkinson-Krankheit identifiziert werden, da andere Personenkreise, die diesen Stoffen ebenfalls ausgesetzt waren, nicht ebenso häufig an Parkinson erkrankt sind.
Studienlage zu Pestiziden und Parkinson
Dr. Ritz entdeckte in einer Studie, dass Parkinson-Patienten im Durchschnitt näher an landwirtschaftlich genutzten und mit Pestiziden behandelten Flächen leben. Wer also bisher dachte, wir Menschen seien ja keine Pflanzen, so dass uns diese Mittel nichts anhaben können, hat sich getäuscht. Bei weiteren 19 Pestiziden ist sich Dr. Ritz ebenfalls sicher, dass sie die Parkinson-Krankheit auslösen können. Im Jahr 2006 las man in den Annals of Neurology, dass ein regelmäßiger Kontakt mit nur kleinen Pestizidmengen das Parkinson-Risiko erhöhen kann (2) - und zwar um 70 Prozent. Dabei waren Nicht-Landwirte den Giftstoffen genauso häufig ausgesetzt wie Landwirte (beispielsweise durch das Wohnen auf dem Lande, Abdrift über die Luft o.
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Dr. Ritz und Kollegen konnten außerdem zeigen, dass Pestizidkombinationen (z. B. Paraquat in Gegenwart des Fungizids Maneb) offenbar giftiger auf die Dopamin-Nervenzellen wirken als eines der Gifte allein. Natürlich spielen auch die Erbanlagen eine Rolle. Das Gen PON1 beispielsweise ist am Abbau bestimmter Pestizide beteiligt. Funktioniert das Gen nicht optimal, dann kann der jeweilige Mensch die Pestizide schwer abbauen, was das Krankheitsrisiko durch die Gifte um das 2,5- bis 3-Fache erhöht. Besteht die Krankheit bereits, dann verläuft sie bei entsprechenden Gendefekten auch schwerer bzw.
Einerseits stellte man eine Verbindung mit Pestiziden fest, die zu einer gestörten Mitochondrienfunktion führen (5) (z. B. Rotenon), andererseits mit Pestiziden, die zu oxidativem Stress führen (z. B. Paraquat). Im November 2017 widmeten sich chinesische Forscher derselben Thematik und konnten zeigen, dass alle neun der untersuchten und am häufigsten in China eingesetzten Pestizide (Paraquat, Rotenon, Chlorpyrifos, Pendimethalin, Endosulfan, Fenpyroximat, Tebufenpyrad, Trichlorphon und Carbaryl) schon in geringen Konzentrationen die Mitochondrien schädigen.
Pestizidbelastung und deren Verbreitung
Eine Abdrift gäbe es so gut wie nicht. Inzwischen weiß man, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Denn Pestizide verbreiten sich über die Luft (11) und können viele Kilometer vom Ort ihrer Ausbringung nachgewiesen werden. Im Jahr 2020 führten die Wissenschaftler von TIEM Integrierte Umweltbeobachtung (ein Institut für Umweltanalysen) an 116 Standorten in Deutschland Messungen zur Pestizidbelastung der Umwelt durch. Man fand insgesamt 138 Pestizide. An manchen Orten fand man verschiedene Pestizide gleichzeitig [9]. Auch konnten jene Pestizide gefunden werden, die sich laut EFSA (Europäische Lebensmittelbehörde) gar nicht über die Luft verbreiten können sollen, so dass also nicht einmal die Behörden über die Eigenschaften der Gifte richtig informiert sind. Darunter ist auch der bekannte und am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter Glyphosat, ein Gift, dass sich mit Hilfe von Staubkörnern weithin durch die Luft verbreiten kann. Schon 2019 hatte TIEM im Auftrag des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und des Umweltinstituts München an 116 über die gesamte Bundesrepublik verteilten Standorten den Pestizidgehalt der Luft gemessen [8]. Maren Kruse-Plass, Diplom-Biologin von TIEM, gibt an: „Wir haben überall etwas gefunden.“ 6 Pestizide allein in der Luft mitten im bayerischen Wald, wo also weit und breit keine Landwirtschaft war. Eine weiträumige Verbreitung über die Luft kann daher wohl kaum bestritten werden. In der Vergangenheit führte die Pestizidabdrift immer wieder dazu, dass Bio-Landwirte ihre Erzeugnisse nicht mehr verkaufen konnten, weil diese Pestizidrückstände aufwiesen - nicht weil der Bio-Landwirt heimlich Pestizide spritzte, sondern weil es seine konventionelle Nachbarn tun und deren Gifte die Bio-Felder kontaminieren [(2). (Seite wurde gelöscht). Wer daher konventionelle Ware kauft, unterstützt nicht nur den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, gefährdet nicht nur seine Gesundheit und die der anderen, sondern verhindert auch noch, dass tatsächlich gesunde und unbelastete Lebensmittel produziert werden können. Konventionell arbeitende Landwirte, Winzer und Gärtner sagen immer, sie könnten ihr Ertragsniveau ohne Pestizide nicht halten und seien ohne Gifteinsatz nicht konkurrenzfähig. Dabei gehen sie bewusst oder unbewusst das Risiko ein, im Alter nicht den Ruhestand genießen zu können, sondern an Parkinson zu leiden. Denn Parkinson ist in der Tat eine Berufskrankheit für Menschen, die regelmäßig mit Spritzmitteln hantieren. In Deutschland ist Parkinson nicht als Berufskrankheit anerkannt, in Frankreich schon. Dort bekommen Geschädigte eine Rente, die meist sehr gering ist. In Frankreich werden u. a. in den großen Weinbauregionen, z. B. rund um Bordeaux Pestizide eingesetzt - oft durch einfache Landarbeiter und ohne besondere Schutzmaßnahmen. Seit 2008 schickte sie 15 Flaschen von verschiedenen Weingütern, die mit besonders umweltfreundlichem Anbau werben, in ein Labor. In jeder Flasche wurden zwischen 9 und 16 verschiedene bedenkliche Pestizide gefunden, auch solche, die längst verboten sind. Die Winzer argumentierten, dass die Weine die Grenzwerte einhalten und deshalb nicht gefährlich sein könnten. In erster Instanz gab das Gericht ihnen Recht und verbot es Murat, die Ergebnisse weiter zu veröffentlichen (6). Martin Häusling, Mitglied des EU-Parlaments (Mitglied im EU-Agrarausschuss (AGRI) und im EU-Umweltausschuss (ENVI) sowie agrarpolitischer Sprecher der Fraktion die GRÜNEN/EFA) war Bio-Landwirt. Seinen Hof, der seit 1988 nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet wird, führen jetzt seine Söhne. In einem WDR5-Beitrag sagt er: „Es dauert 10 Jahre für die Zulassung eines Pestizids. Wie kommt es, dass giftige Stoffe so lange eingesetzt werden dürfen? Anzeichen für die Schädlichkeit vieler Mittel gibt es nun aber bereits. Warum macht die Behörde dann nichts? Martin Häusling sagt: „Dann müssten ja die Hälfte aller Mittel vom Markt verschwinden. Aber da laufen Industrie und Bauernverbände Sturm. In der Tat kommt es selten zu akuten Gesundheitsschäden. Parkinson tritt nicht unmittelbar nach dem Kontakt mit den Pestiziden auf. Das passiert erst viele Jahre später, also dann, wenn ein Zusammenhang nur noch schwer nachweisbar ist. Auf Anfrage beim Industrieverband Agrar, der u. a. Pestizidkonzerne vertritt, heißt es dort, dass die bisher vorliegenden wissenschaftlichen Arbeiten übereinstimmend festgestellt hätten, dass die Ursache von Parkinson noch unklar sei. Dr. Beate Ritz sagt hingegen, die Bauern seien wie Kanarienvögel im Minenschacht. Wenn diese überdurchschnittlich häufig an Parkinson erkranken, dann kann man nicht ausschließen, dass es in der übrigen Bevölkerung ebenfalls Parkinson infolge einer Pestizidbelastung gibt, z. B.
Präventive Maßnahmen
Die Zahl der an Parkinson Erkrankten nimmt weltweit rapide zu. Eine mögliche Ursache ist die Exposition gegenüber Pestiziden wie Glyphosat (15), das bei Tieren Parkinson-Symptome auslösen kann. Trotz erheblicher Datenlücken werden die bestehenden Regulierungsmaßnahmen als unzureichend angesehen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, mit Pestiziden in Kontakt zu kommen. Brunnenwasser kann mit Pestiziden belastet sein. Trinkt man regelmäßig davon, handelt es sich zwar um eine geringe, aber langfristige Exposition mit den Giften. Wenn in der Nähe von Brunnen mehr als 10 wasserlösliche Pestizide eingesetzt wurden, dann erhöhte dies das Risiko für Parkinson um mehr als 70 Prozent - so Beate Ritz. Trinken Sie daher kein Brunnenwasser, wenn in Ihrer Nähe Pestizide eingesetzt werden oder lassen Sie Ihr Wasser vorab auf Pestizide untersuchen. Landwirte und Kammerjäger kommen ständig mit hohen Dosen an Pestiziden in Kontakt. Überprüfen Sie, ob eine berufliche Veränderung möglich ist, z. B. Umstellung auf Bio-Landwirtschaft. Aber auch viele andere Menschen setzen immer wieder bei sich zu Hause oder in ihren Gärten Pestizide ein, was die primäre nicht-berufliche Exposition darstellt. Verwenden Sie keinesfalls Pestizide in Ihrem Umfeld! Die Mittel sind nicht nur für Sie selbst giftig, sondern stellen einen Eingriff in das ökologische Gleichgewicht dar. Inzwischen gibt es viele biologische Maßnahmen, um Schädlingsbefall in den Griff zu bekommen. Natürlich ist auch die Wohnnähe zur Landwirtschaft und anderen Pestizidanwendungen ein hohes Risiko. Denken Sie in diesem Fall über einen Wohnortwechsel nach! Der Aufwand könnte im ersten Augenblick hoch erscheinen, tun Sie es jedoch nicht, könnte es Sie viele gesunde Jahre Ihres Lebens kosten. Unterstützen Sie die biologische (pestizidfreie) Landwirtschaft, indem Sie bevorzugt Bio-Lebensmittel kaufen! Wenn sich eine Pestizidanwendung nicht vermeiden lässt, dann sollten Sie unbedingt Schutzkleidung, zumindest aber Schutzhandschuhe tragen. Wer diese trägt, so eine Studie aus 2015 - hat kein erhöhtes Parkinsonrisiko durch manche Pestizide, wie z. B. Paraquat und Permethrin. Bei jenen, die keine Handschuhe trugen, war das Risiko hingegen deutlich zu erkennen. Bei manchen Pestiziden nützten Schutzhandschuhe aber auch nichts, so dass auch Schutzkleidung keine Garantie darstellt [7]. Führen Sie regelmäßig Entgiftungskuren durch, aber keine 3-Tage- Detoxkur, sondern eine ganzheitliche Entgiftungskur, die die körpereigenen Entgiftungsfähigkeiten und Ausleitorgane entlastet, stärkt und unterstützt.
Weitere Ursachen und Risikofaktoren
Neben Vergiftungen gibt es weitere Faktoren und Erkrankungen, die ein Parkinson-Syndrom auslösen können:
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie z.B. Chlorpromazin oder Haloperidol (gegen Psychosen), Lithium (gegen bipolare Störungen), Metoclopramid (gegen Übelkeit), oder Flunarizin (zur Vorbeugung von Migräne-Anfällen) können das Parkinson-Syndrom auslösen.
- Hirnschäden: Hirnverletzungen nach schweren Unfällen können zu bleibenden Schädigungen und infolge zum Parkinson-Syndrom führen. Auch häufige kleine Schlaganfälle können die Ursache sein.
- Andere Erkrankungen: Hirntumoren, Entzündungen des Gehirns (z.B. infolge von AIDS), Hirnatrophie bei Normaldruck-Hydrozephalus sowie Stoffwechsel-Erkrankungen, die das Gehirn in Mitleidenschaft ziehen (Morbus Wilson, eine Kupfer-Ausscheidungsstörung; Hypoparathyreoidismus, eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse), können zu dem Symptomenkomplex der Parkinson-Erkrankung führen.
Frühwarnzeichen und Symptome von Parkinson
Es ist wichtig, die Frühwarnzeichen von Parkinson zu erkennen, um eine frühzeitige Diagnose und Therapie zu ermöglichen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Zittern (Tremor): Charakteristisch ist ein Ruhetremor, der auftritt, wenn die Muskulatur entspannt ist.
- Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese): Bewegungen erscheinen stockender und gehemmter.
- Muskelsteifheit (Rigor): Schmerzhafte Verspannungen in den Oberarmen oder der Schulter können auftreten.
- Veränderung des Gangbildes: Auffälliges Gangbild mit kleinen, schlurfenden Schritten.
- Weitere Symptome: Veränderte Mimik, chronische Schmerzen, Schlafstörungen, Kreislaufprobleme, Niedergeschlagenheit.
Diagnose und Behandlung
Bei Verdacht auf Parkinson sollte ein Arzt oder Neurologe aufgesucht werden. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, da eine zügig eingeleitete Therapie den Krankheitsverlauf mildern und verlangsamen kann. Parkinson wird in erster Linie mit Medikamenten behandelt, die den Dopaminmangel ausgleichen. Manchmal kann auch ein hirnchirurgischer Eingriff sinnvoll sein.
Fazit
Die Parkinson-Krankheit ist eine komplexe Erkrankung, deren Ursachen vielfältig sein können. Neben genetischen und altersbedingten Faktoren spielen Umweltgifte, insbesondere Pestizide, eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Parkinson. Es ist daher wichtig, den Kontakt mit Pestiziden zu minimieren und auf eine gesunde Lebensweise zu achten, um das Risiko einer Parkinson-Erkrankung zu verringern.
Unterstützung und Anlaufstellen
Wer nicht bei der LKK krankenversichert ist, muss den Verdacht auf eine Berufskrankheit der SVLFG melden. Sie als Beschäftigte/r können auch selbst eine schriftliche Anzeige einreichen. Wegen der zu erwartenden hohen Anzahl von zu prüfenden Verdachtsfällen (mehrere Tausend) ist davon auszugehen, dass die Bearbeitung längere Zeit in Anspruch nehmen wird.
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