Neil Diamond: Ein Leben voller Musik, Erfolge und der Akzeptanz von Parkinson

Neil Diamond, geboren am 24. Januar 1941 in New York City, ist einer der größten Singer/Songwriter der Musikgeschichte. Seine Karriere erstreckt sich über mehr als fünf Jahrzehnte, in denen er mit introspektiven Songs und charismatischen Bühnenauftritten ein Millionenpublikum begeisterte. Doch sein Weg war nicht immer einfach, und gesundheitliche Rückschläge zwangen ihn, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Frühe Jahre und musikalische Anfänge

Neil Diamond wuchs in Brooklyn, New York, als Kind einer polnisch-russischen Einwandererfamilie mit jüdischen Wurzeln auf. Die Familie zog oft um, da der Vater, ein Lebensmittelhändler, ständig finanzielle Schwierigkeiten hatte. In dieser turbulenten Zeit fand Diamond Trost in der Musik. Schon als Schuljunge schrieb er heimlich Texte während des Unterrichts.

An der Universität tat er sich mit seinem Highschool-Kumpel Jack Parker zum Gesangsduo "Neil & Jack" zusammen. Nach zwei erfolglosen Platten trennten sie sich, und Diamond versuchte sich als Solokünstler. Er brach sein Medizinstudium an der New York University ab, um sich ganz der Musik zu widmen. Im Künstlerviertel Greenwich Village schrieb er Songs für 50 Dollar pro Woche, doch auch diese Jobs waren nicht von Dauer. Trotzdem stellten sich erste Erfolge als Songwriter ein, darunter der Millionenseller "I'm a Believer" für die Monkees.

Der Durchbruch zum Star

1966 erhielt Neil Diamond seinen ersten Plattenvertrag. Gleich bei der ersten Aufnahme entstanden drei Hits: "Cherry Cherry", "I Got the Feeling" und vor allem "Solitary Man". Über Nacht wurde er zum Star, zur "neuen Stimme Amerikas", und zählte bald zu den Top-Verdienern der US-Musikbranche.

Seine Lieder waren keine Eintagsfliegen, sondern entwickelten sich zu Evergreens mit persönlicher Note. Diamond brach mit Konventionen und wandte sich nach den engen Dreiminuten-Grenzen der Singles thematischen Langspielplatten zu, die alle Edelmetall erhielten. 1974 schrieb er die Musik zu dem Film "Die Möwe Jonathan" nach der Kult-Erzählung "Jonathan Livingston Seagull" von Richard Bach. Obwohl der Film floppte, brach das Album alle Rekorde und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. Zwei Jahre später folgte sein wohl bekanntestes Album "Beautiful Noise".

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Gesundheitliche Rückschläge und Comebacks

1979 erlitt Neil Diamond in San Francisco einen ersten gesundheitlichen Rückschlag: Er stürzte beim Konzert und konnte nicht mehr aufstehen. Ursache war ein Tumor an der Wirbelsäule. Fast wäre er im Rollstuhl gelandet, doch er erholte sich wieder.

Auch wenn seine absolute Hochzeit vorbei war und Kritiker seine Musik als zu glatt und sauber bemängelten, blieb er in den 80er und 90er Jahren mit seinen Alben und Konzerten präsent. Ende der 90er zeigte sich Diamond musikalisch dynamischer. 2001 erschien schließlich „Three Chord Opera“, angepriesen als das erste Album seit 20 Jahren, dessen Songs von Neil Diamond ohne Co-Autor geschrieben wurden. Bar allen überflüssigen Arrangements und fast schmerzhaft intensiv vorgetragen, wurde „Home Before Dark“ zum größten Charterfolg Diamonds (#1 Album in den USA). Insbesondere „Hell Yeah“ ist ein würdiger Kontrapunkt zu NDs „I am … I said“ der frühen 70er. Vermutlich hätte bereits „12 Songs“ den Chart-Olymp bis zur Spitze erklommen, hätte nicht Sony das Album (bzw.

Im Januar 2018 machte Neil Diamond seine Parkinson-Erkrankung öffentlich. Er brach seine Tour ab und erklärte, dass er keine Konzerte mehr geben werde. Doch das Ende war es nicht, denn auf Studioaufnahmen hatte diese Entscheidung keinen Einfluss.

Leben mit Parkinson

Nach Bekanntwerden seiner Krankheit verkündete Diamond, keine Konzerte mehr geben zu wollen. Dem TV-Sender CBS sagte Diamond in einem Interview 2023, er habe gelernt, seine Einschränkungen zu akzeptieren, und habe "immer noch tolle Tage".

In einem Fernsehinterview sprach Neil Diamond über seinen persönlichen Umgang mit seiner Parkinson-Erkrankung. »Ich kann diese Sache nicht wirklich bekämpfen, also musste ich sie akzeptieren, diese Parkinson-Krankheit«, sagte der 82-Jährige in der Sendung »CBS Sunday Morning«. Es gebe keine Heilung, es gebe kein Entrinnen. Man könne nicht einfach sagen: »Okay, es reicht jetzt. Lasst uns zurück ins Leben gehen.« So funktioniere das nicht.

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Kurz nach der Diagnose sei es schwer gewesen, sich auf die Veränderungen einzustellen: „Es gibt keine Heilung, es gibt kein Entrinnen aus der Situation. Man kann nicht einfach sagen: Okay, genug jetzt, lass uns zurück ins Leben gehen. So funktioniert das nicht.“ Dass er sein Schicksal nun annehmen könne, habe ihm endlich ein Gefühl von Ruhe gegeben, so Diamond.

Vermächtnis und späte Ehrungen

Trotz seiner Parkinson-Erkrankung bleibt Neil Diamond präsent. Ganze Baseball-, Football- und Fußball-Stadien stimmen sein "Sweet Caroline" an. Junge Interpreten entdecken sein Repertoire neu.

An Parkinson erkrankter Musiker:Neil Diamond singt noch einmal liveDer an Parkinson erkrankte Sänger Neil Diamond hat noch einmal einen Auftritt hingelegt: Während einer Veranstaltung sang er seinen Hit "Sweet Caroline" und empfing einen Preis.Beim Carousel Ball in Denver wurde der 84-jährige für sein Lebenswerk geehrt. Bei dieser besonderen Gelegenheit gab er außerdem seinen Hitsong "Sweet Caroline" zum Besten.

Während der Veranstaltung wurde Diamond auch mit dem "Inspirational Lifetime Achievement Award" ausgezeichnet. Den Preis bekam er vom "Barbara Davis Center for Diabetes", auf dessen Wohltätigkeitsveranstaltung er auftrat.

2011 wurde er in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen. Die Laudatio hielt Paul Simon.

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Neil Diamond: Mehr als nur ein "Schnulzensänger"

Neil Diamond ist meiner Meinung nach einer der meist unterschätzten Künstler der letzten 50 Jahre. Zu leicht schiebt man ihn in die „Schnulzensänger“-Schublade, was vielleicht keiner weniger ist als Diamond, dessen größte Hits unglücklicherweise die leichten Popstückchen waren, während die wahren „Edelsteine“ auf B-Seiten und Konzeptalben nur Kennern und Genießern vorenthalten blieben. Den ‚wahren‘ Neil Diamond findet man z.B. auf „Serenade“ (1973) oder „Beautiful Noise“ (1976), auf seinen einzigartigen Live-Alben (s.o.) und letztendlich auf „12 Songs“/“Home Before Dark“.

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