Parkinson Gesellschaft Saarbrücken: Unterstützung und Angebote für Betroffene

Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft viele Menschen im Saarland. Umfassende Informationen, Beratung und Unterstützung sind für Betroffene und ihre Angehörigen von großer Bedeutung. Die Parkinson Gesellschaft Saarbrücken und verschiedene Institutionen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bieten ein breites Spektrum an Leistungen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Das Parkinson-Kompetenz-Zentrum (PKZ) des DRK

Das DRK Sozialzentrum bietet mit dem Parkinson-Kompetenz-Zentrum (PKZ) im Saarland eine umfassende Rundumversorgung für Menschen mit Parkinson und deren Angehörige an. Das Zentrum, das seit 2007 existiert, ist das einzige seiner Art im Saarland. Es bietet Pflege, Beratung, Information, Physiotherapie, Selbsthilfe und Fortbildung unter einem Dach. Ziel ist es, Betroffene, Angehörige und Pflegekräfte gleichermaßen zu unterstützen.

Beratung und Information

Die Beratungsstelle des PKZ in Dudweiler (Theodor-Storm-Straße 7-11) unterstützt Menschen, die die Pflege eines an Parkinson erkrankten Menschen zu Hause organisieren müssen. Fachleute zeigen Möglichkeiten auf, wie der Alltag für pflegende Angehörige und Betroffene leichter gestaltet werden kann und informieren über Hilfsmittel. Sie helfen auch beim Schriftwechsel mit Pflege- und Krankenkassen.

Ein besonderer Service ist das Parkinson-Mobil, mit dem DRK-Mitarbeiter Betroffene, die nicht in die Beratung nach Dudweiler kommen können, zu Hause besuchen.

Medizinische Informationen und Visiten

Regelmäßig findet eine Parkinson-Informationsstunde statt, in der Experten wie Prof. Dr. Unger, Chefarzt der Neurologie in der SKG Klinik Sonnenberg in Saarbrücken, über aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie informieren und Fragen beantworten. Themen sind beispielsweise Medikamente und deren Nebenwirkungen oder Besonderheiten bei Narkosen und Operationen.

Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen

Im DRK Sozialzentrum können Bewohner mit Parkinson alle sechs bis acht Wochen an einer Parkinson-Visite eines erfahrenen Neurologen teilnehmen. Diese Visiten werden in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt und einer Pflegekraft durchgeführt, um die Pflege individuell auf die Bewohner abzustimmen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Bewegung und Therapie

Das DRK Sozialzentrum bietet Gymnastikkurse für Parkinson-Erkrankte an. Unter Anleitung einer Physiotherapeutin lernen die Teilnehmer, ihren Körper besser wahrzunehmen, sich bewusst aufzurichten und ihre Beweglichkeit zu verbessern. Eine weitere Gymnastikgruppe trifft sich wöchentlich in der DRK Klinik für Geriatrie und Rehabilitation in Mettlach.

Selbsthilfegruppen im Saarland

Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Parkinson-Krankheit. Sie bieten praktische Lebenshilfe, Erfahrungsaustausch, Alltagstipps und gemeinsame Aktivitäten. Die Parkinson Gesellschaft Saarbrücken koordiniert zwei Selbsthilfegruppen:

  • Eine Gruppe trifft sich wöchentlich im DRK Sozialzentrum in Dudweiler.
  • Eine zweite Gruppe trifft sich wöchentlich in der Klinik für Geriatrie und Rehabilitation in Mettlach.

Termine der Parkinson-Gruppe Dudweiler:

  • Parkinson-Bewegungstherapie: Jeden Donnerstag von 11:00 bis 12:00 Uhr (Leitung: N.N.)
  • Parkinson-Aktionskreis: Jeden Donnerstag ab 12:00 Uhr und jeden 3. Mittwoch im Monat ab 16:00 Uhr (Leitung: Herbert Wilhelm)
  • Parkinson-Selbsthilfegruppe: Jeden 3. Mittwoch im Monat von 18:00 bis 19:00 Uhr
  • Tischtennis: Jeden Donnerstag ab 12:00 Uhr (Leitung: Herr Wilhelm und Herr Rodermann)

Ort: Sozialzentrum Am Markt, Theodor-Storm-Str. 7-11, 66125 Saarbrücken-Dudweiler

Termine der Gruppe Mettlach:

  • Jeden Mittwoch, wöchentlich von 14:30 Uhr bis 16:00 Uhr (Leitung: Frau Emmel)

Ort: N.N.

Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt

Termine der Gruppe Homburg:

  • Jeden 2. Montag im Monat von 16:00 Uhr bis 17:00 Uhr (Leitung: Ulrike Zäh)
  • Ebenso jede Woche montags von 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr (Leitung: Frau Mohrbach)

Ort: DRK Haus, Bahnhofsplatz 9, 664242 Homburg/Saar

In den Selbsthilfegruppen können Betroffene und Angehörige Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Aktivitäten planen. Im Gesprächskreis für Pflegende erfahren viele, dass geteiltes Leid halbes Leid ist.

Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. - Landesverband Saarland

Die Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. - Landesverband Saarland ist ein wichtiger Kooperationspartner im Netzwerk Demenz des Regionalverbands Saarbrücken. Ziel des Netzwerkes ist es, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu verbessern, Hilfen zu vernetzen und neue Impulse zu setzen.

Der Landesbeauftragte Robert Walter (Tel. 0681 - 3 90 88 88) und die Leiter der Regionalgruppen stehen als Ansprechpartner zur Verfügung:

  • Merzig: Gisela Koschitz (06861 - 79 39 15)
  • Neunkirchen: Edgar Dörr (06825 - 4 19 79)
  • Saarbrücken: Karl Musielak (0681 - 75 46 96)
  • Saarlouis/Dillingen: Irma Layendecker (06835 - 27 65)
  • St. Wendel: Rita Zick (06854 - 87 50)
  • Club U40: Magda Fritz (06803 - 35 95)

Fortschritte in der Parkinson-Forschung

Die Parkinson-Forschung hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Früherkennung und verbesserte Therapien ermöglichen es den Betroffenen, die Symptome ihrer Krankheit langfristig in den Griff zu bekommen. Es gibt zwar noch keine Heilung, aber die Lebensqualität der Patienten kann deutlich verbessert werden.

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

Die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) fördert innovative Forschungsprojekte und vergibt jährlich Preise für herausragende wissenschaftliche Arbeiten. Schwerpunkte der Forschung sind unter anderem:

  • Genetische Einblicke
  • Präzisere Biomarker
  • Innovative Wirkstoffe
  • KI-gestützte Neurotechnologien

Die DPG bietet auch eine Förderlinie für nicht-medikamentöse Therapien an, die auf körperliche, funktionale oder kreativ-expressive Interventionen abzielen.

Bedeutung von Selbsthilfegruppen

Gesundheitsminister Gerhard Vigener betonte die Wichtigkeit der Selbsthilfegruppen als Ergänzung zur medizinischen Behandlung. Sie bieten Betroffenen die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, Wissen zu teilen und Wege zu finden, mit der Krankheit zu leben.

Die Leistungen der Selbsthilfegruppen werden von den Kostenträgern als wichtige Ergänzung zum professionellen Gesundheitssystem anerkannt und von den Krankenkassen gefördert. Selbsthilfekontaktstellen und Unterstützungseinrichtungen vermitteln Suchende an bestehende Gruppen oder unterstützen bei der Gründung neuer Gruppen.

tags: #parkinson #gesellschaft #saarbrucken