Parkinson Behandlung in Neumarkt: Ein umfassender Überblick

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die sich durch Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteifigkeit, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen äußert. Sie betrifft etwa jeden hundertsten Menschen über 65 Jahren, kann aber auch in jüngeren Jahren auftreten. In Neumarkt und Umgebung stehen Betroffenen verschiedene Diagnose- und Therapieangebote zur Verfügung, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Parkinson-Behandlung, einschließlich der Ursachen, Symptome, Diagnosemethoden und Therapieansätze.

Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit ist durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen in der Substantia nigra gekennzeichnet, einem Bereich des Gehirns, der für die Produktion des Botenstoffs Dopamin verantwortlich ist. Dopamin spielt eine entscheidende Rolle bei der Steuerung von Bewegungen. Ein Mangel an Dopamin führt zu den typischen motorischen Störungen, die mit Parkinson einhergehen.

Parkinson macht uns kleiner. In unserer Körpergröße, unserer Mimik und Gestik, in unserer Wahrnehmung und unsere Lautstärke beim Sprechen. Dopamin heißt der Botenstoff, der zu wenig vorhanden ist und uns so den „natürlichen Schrittmacher“ nimmt, einfache Tätigkeiten automatisch angemessen groß durchzuführen. So wird die Schrift kleiner, und auch das Greifen nach Dingen bedarf eines erhöhten Kraftaufwandes, weil Distanzen falsch eingeschätzt werden.

Symptome von Parkinson

Die typischen Symptome von Parkinson sind vielfältig und können sich von Person zu Person unterscheiden. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Zittern (Tremor): Unwillkürliches Zittern, meist in Ruhe, das vor allem die Hände betrifft.
  • Muskelsteifigkeit (Rigor): Erhöhter Muskeltonus, der zu Steifigkeit und Schmerzen führen kann.
  • Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese): Verlangsamung und Verarmung der Bewegungen, was alltägliche Aufgaben erschweren kann.
  • Gleichgewichtsstörungen: Erhöhtes Sturzrisiko aufgrund von Problemen mit dem Gleichgewicht.

Neben den motorischen Symptomen können auch nicht-motorische Symptome auftreten, wie z.B.:

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  • Verlust des Riechvermögens: Ein schleichender Verlust des Riechvermögens, der oft unbemerkt bleibt.
  • Störungen des vegetativen Nervensystems: Verstopfung, Blasenfunktionsstörungen, orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen).
  • Schlafstörungen: Lebhafte Träume, bei denen der Betroffene um sich schlägt oder tritt.
  • Depressionen und Angstzustände: Psychische Veränderungen, die die Lebensqualität beeinträchtigen können.

Frühsymptome und Diagnose

Gerade im Anfangsstadium ist Parkinson oft schwierig zu diagnostizieren, zumal es auch diverse andere Leiden gibt, die ähnliche Symptome auslösen. Eine frühe Diagnosestellung ist wichtig, da das Ziel der Behandlung nicht nur darin besteht, Beschwerden zu lindern, sondern auch das Voranschreiten zu bremsen.

Wem sind die Frühdiagnostik-Untersuchungen auf Parkinson anzuraten? Den Personen, die unter Stuhlverstopfung leiden und einen schlechten Geruchssinn aufweisen (was dadurch auffällt, dass andere immer wieder einmal die Frage stellen: „Riechst du das nicht?!“ - „Nein, ich rieche nichts.“).

Die Diagnose wird vor allem klinisch gestellt, basierend auf den typischen Symptomen. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT können eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Atypische Parkinsonsyndrome

Es gibt auch atypische Parkinsonsyndrome, die seltener und schwerer von der klassischen Parkinson-Krankheit zu unterscheiden sind. Ein Beispiel ist die Progressive supranukleäre Blickparese (PSP), die früh Stürze, Augenbewegungsstörungen und zunehmende Steifheit verursacht.

Behandlungsmöglichkeiten in Neumarkt

In Neumarkt und Umgebung gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung der Parkinson-Krankheit. Das Ziel der Behandlung ist es, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

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Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie ist ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Behandlung. Es gibt verschiedene Medikamente, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen oder die Wirkung von Dopamin verstärken können. Zu den häufigsten Medikamenten gehören:

  • Levodopa: Wird im Körper zu Dopamin umgewandelt und ist das wirksamste Medikament zur Behandlung von Parkinson-Symptomen.
  • Dopaminagonisten: Stimulieren die Dopaminrezeptoren im Gehirn und ahmen die Wirkung von Dopamin nach.
  • MAO-B-Hemmer: Verhindern den Abbau von Dopamin im Gehirn und erhöhen so die Dopaminkonzentration.
  • COMT-Hemmer: Verlängern die Wirkung von Levodopa, indem sie den Abbau von Dopamin verhindern.

Obwohl es nicht medizinischer Standard ist, empfehle ich diesen Patienten im Falle auffälliger Untersuchungsergebnisse die Einnahme zweier preiswerter und altbewährter Medikamente, die meiner Überzeugung nach die Parkinson-Erkrankung ausbremsen können. Die frühzeitige Anbehandlung auch eines bereits im Anfangsstadium nachweisbaren Parkinson ist eine für den Arzt und den Patienten sehr erfreuliche Angelegenheit: Patient und Arzt machen in aller Regel die befriedigende Erfahrung, dass die Erkrankung kaum voranschreitet und der Patient nicht relevant beeinträchtigt ist.

Die individuelle Anpassung der medikamentösen Therapie ist entscheidend, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu reduzieren.

Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden ins Gehirn implantiert werden, um bestimmte Hirnregionen gezielt zu stimulieren. Dieses Verfahren kann bei Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, bei denen die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend wirksam ist oder starke Nebenwirkungen verursacht.

Letztendlich kann man das Zittern durch die Implantation eines Hirnschrittmachers günstig beeinflussen - eine Methode, der Studien attestieren, dass sie selbst in frühen Krankheitsstadien sinnvoll sein kann. Die Neurochirurgie der Universität Regensburg hat frühzeitig einen ihrer Behandlungsschwerpunkte auf die Dämpfung eines Zitterns durch Hirnschrittmachertherapie gesetzt und sammelte mit den Ergebnissen und Erfolgen dieser Behandlung große Erfahrung. Zwischen meiner Praxis und der Regensburger Uni-Neurochirurgie besteht daher eine besondere Zusammenarbeit in der Behandlung von Parkinsonpatienten. Doch auch andere Bewegungsstörungen, die mit der Hirnschrittmacherbehandlung therapierbar sind, fließen in das breite Spektrum zeitgemäßer Behandlungs-Methoden ein.

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Nicht-medikamentöse Therapien

Neben der medikamentösen Therapie und der THS spielen nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Parkinson. Diese Therapien zielen darauf ab, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern, die Selbstständigkeit zu erhalten und die Lebensqualität zu steigern. Zu den wichtigsten nicht-medikamentösen Therapien gehören:

  • Physiotherapie: Verbessert die Beweglichkeit, Kraft, Koordination und das Gleichgewicht.
  • Ergotherapie: Hilft bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben und der Anpassung der Wohnumgebung.In der Ergotherapie geht es zu Beginn darum, den aktuellen Stand zu erfassen und Schwierigkeiten zu erkennen. Mit dem Patienten werden Ziele formuliert, die ihm besonders wichtig sind. Das geht von Schreiben über Essen und Anziehen bis hin zum Gehen und Aufstehen. Durch spezielles Schreibtraining, feinmotorisches Arbeiten und aktive Kräftigungsübungen soll längerfristig Beweglichkeit und Selbstständigkeit erhalten bleiben. Therapieformen wie LSVTBIG (R) und Anti-Freezing-Training haben sich bewährt und helfen oft, eine Strategie mit dem Patienten zu erarbeiten, länger beweglich und eigenständig zu bleiben. Ein Übungsprogramm für zu Hause bleibt aber nicht aus.
  • Logopädie: Verbessert die Sprach- und Schluckfunktion.
  • Psychotherapie: Unterstützt bei der Bewältigung von Depressionen, Angstzuständen und anderen psychischen Problemen.

Unsere Behandlungskonzepte innerhalb der Parkinsontherapie umfassen: Bobath, Perfetti, Hirnleistungstraining.

Multimodale Parkinson-Komplexbehandlung

In unserer Klinik bieten wir die multimodale Parkinson-Komplexbehandlung als spezialisiertes, stationäres Therapieprogramm an, das gezielt auf die individuellen Bedürfnisse von Parkinson-Patienten abgestimmt ist. Während des mehrwöchigen Aufenthalts werden unsere Patienten von einem erfahrenen multiprofessionellen Team betreut, bestehend aus Neurologen, speziell geschultem Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Psychologen. Neben den motorischen Beschwerden berücksichtigen wir auch nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen, Schmerzen, Depressionen oder autonome Funktionsstörungen. Durch psychologische Unterstützung, Entspannungstechniken und eine enge Begleitung helfen wir unseren Patienten, ihren Alltag besser zu bewältigen.

Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

Speziell das Zittern - medizinisch „Tremor“ genannt - lässt sich durch Medikamente meist nur schlecht behandeln. Spezielle Medikamente gegen das Zittern sind bis heute nicht erfunden. Die Hoffnung besteht darin, dass die Medikamente gegen die Muskelsteifigkeit und die verlangsamten Bewegungen auch das Zittern etwas abschwächen. Eine relativ neue Methode zur Abschwächung des Zitterns ist die repetitive transcranielle Magnetstimulation „rTMS“. Hierbei wird durch die serienartigen Impulse einer elektromagnetischen Spule außen am Schädel im darunter liegenden Hirnareal ein schwacher, schmerzloser Stromfluss ausgelöst, der zu einer Dämpfung des Tremors führt. Es sind mehrere Einzelbehandlungen nötig. Der Effekt ist meist schon eine halbe Stunde nach der ersten rTMS-Behandlung deutlich spürbar. Allerdings lässt die Wirkung nach mehreren Monaten nach, so dass die Magnetstimulation dann wiederholt werden muss. - Diese spezielle rTMS-Therapie kann ich in meiner Praxis anbieten.

Zusätzliche Angebote in Neumarkt

Neben den spezifischen Behandlungsangeboten gibt es in Neumarkt auch weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Parkinson-Patienten und ihre Angehörigen:

  • Selbsthilfegruppen: Bieten die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen und zur gegenseitigen Unterstützung.
  • Beratungsstellen: Informieren über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und soziale Leistungen.

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