Parkinson-Medikamente: Ein Glossar wichtiger Fachbegriffe

Einführung

Die Parkinson-Krankheit, benannt nach dem britischen Arzt James Parkinson, der sie 1817 erstmals beschrieb, ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung. Dieses Glossar soll Ihnen helfen, die Fachterminologie im Zusammenhang mit Parkinson-Medikamenten, Ergotherapie und Logopädie besser zu verstehen. Es unterstützt Sie dabei, Diagnosen, Therapieziele und Behandlungsmethoden nachzuvollziehen.

A

Acetylierung: Chemische oder biochemische Anlagerung einer Acetylgruppe. Dabei wird die Acetylgruppe für ein Wasserstoffatom bzw.

Adrenalin (Epinephrin): Ein Hormon, das im Nebennierenmark gebildet wird und zur Gruppe der Katecholamine gehört. Es wird durch Stimulation des sympathischen Nervensystems ausgeschüttet. Im Zentralnervensystem ist es als Neurotransmitter in adrenergen Nervenzellen vorhanden. Im Blut führt Adrenalin zu einer Herzfrequenzsteigerung und einer Erweiterung der Bronchien. Das Hormon sorgt für eine schnelle Energiebereitstellung durch Fettabbau und Mobilisierung von Glucose.

Akinese: Griechisch für "Bewegungsarmut". Zentrales Symptom der Parkinson-Erkrankung, gekennzeichnet durch verlangsamte Bewegungsinitiation und -ausführung sowie eine Verarmung an spontanen, automatischen und Begleitbewegungen.

Akut-Phase-Proteine: Proteine, die in der Leber während der akuten Phase einer Entzündung oder Infektion verstärkt produziert werden.

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Alpha-Synuklein: Ein normaler Bestandteil der Nervenzellen. Bei Parkinson-Patienten lagert sich Alpha-Synuklein im Gehirn ab (= Lewy-Körperchen).

Amine: Organische Verbindungen, die als organische Abkömmlinge von Ammoniak bezeichnet werden.

Amygdala (Mandelkern): Ein paariges Kerngebiet des Gehirns im medialen Teil des jeweiligen Temporallappens. Sie ist Teil des Limbischen Systems, in dem alle Hirnareale zusammengefasst werden, die dem Unbewussten zugerechnet werden. Die Amygdala ist an der Furchtkonditionierung beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren.

Antagonistentremor: Relativ langsamer Tremor, der durch wechselseitige Anspannung gegenwirkender Muskeln entsteht.

Antikoagulation: Die Gabe von Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung. Diese Medikamente (Antikoagulantien) können über verschiedenste Mechanismen die Entstehung eines Gerinnsels (Thrombus) in Blutgefäßen verhindern. Im Zusammenhang mit Parkinson sollte immer auf Wechselwirkungen mit dem Standardpräparat zur Antikoagulation „Marcumar“ geachtet werden.

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Antioxidans (Antioxidationsmittel): Eine chemische Verbindung, die eine Oxidation anderer Substanzen verlangsamt oder gänzlich verhindert. Antioxidantien haben eine große physiologische Bedeutung durch ihre Wirkung als Radikalfänger. Die Vitamine A, C und E sowie B2 wirken antioxidativ, ebenso die Gruppe der Flavone und Polyphenole.

Apomorphin-Test: Hilfreich zur Überprüfung der klinischen Diagnose in der Parkinson-Ambulanz.

Arbeitsfähigkeit: Zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit wird oftmals ein Gutachten erstellt, da die Auswirkungen der parkinsonschen Krankheit sehr unterschiedlich sind.

Atmungskette: Der gemeinsame Weg, über den alle aus den verschiedensten Nährstoffen der Zelle stammenden Elektronen auf Sauerstoff übertragen werden. In der aeroben Zelle ist der molekulare Sauerstoff der letzte Elektronenakzeptor.

Autoimmunerkrankung: Eine Fehlsteuerung des Immunsystems, bei der körpereigene Strukturen - Zellen und Organe - angegriffen werden. Daraus resultieren unterschiedlichste Krankheitserscheinungen, von Typ-1-Diabetes und Multipler Sklerose bis hin zu Psoriasis und Rheuma. Autoimmunerkrankungen sind nicht ansteckend.

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Autonomes Nervensystem: Überwacht und steuert Bereiche wie Herz- und Kreislauffunktionen, Atmung, Verdauung und Fortpflanzung. Anders als das zentrale und periphere Nervensystem, also Gehirn, Rückenmark und periphere Nerven, kann das vegetative Nervensystem nicht bewusst von uns beeinflusst werden.

B

Basalganglien: Bestimmte Gebiete des Gehirns, die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegung beteiligt sind. Die Parkinson Krankheit betrifft diese Gebiete.

BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor): Ein Protein aus der Gruppe der Neurotrophine, das eng mit den Nervenwachstumsfaktoren verwandt ist. BDNF wirkt auf verschiedene Neuronen des Zentralen und des peripheren Nervensystems. Es wirkt beim Schutz existierender Neuronen und Synapsen mit und fördert das Wachstum neuer.

Bradykinese: Verlangsamte Bewegungen, eines der Leitsymptome der Parkinson-Krankheit.

C

COMT-Hemmer: Medikamente, die bei Schwankungen im Krankheitsverlauf (On-Off-Fluktuationen) eingesetzt werden können.

Cortisol: Wird bei Stress rasch ins Blut ausgeschüttet, regt den Stoffwechsel an, bietet entzündungshemmende Wirkung und sorgt für mehr Energie. Als Gegenspieler zum Insulin hebt das Cortisol den Blutzuckerspiegel an.

D

Demenz: Kann in fortgeschrittenen Stadien der Parkinson-Erkrankung auftreten.

Desoxyribonukleinsäure (DNA): Ein Makromolekül, das im Kern fast jeder Zelle eines Lebewesens zu finden ist. In diesem Makromolekül sind die Informationen zur Entwicklung und Funktion des Lebewesens codiert. Jeder Abschnitt der DNA, der für ein bestimmtes Protein codiert, wird als Gen bezeichnet.

Dopamin: Ein biogenes Amin aus der Gruppe der Katecholamine und ein wichtiger, überwiegend erregend wirkender Neurotransmitter des Zentralen Nervensystems. Ein Dopaminmangel kann zum Parkinson-Syndrom führen.

Dopaminagonisten: Wirkstoffe, die wie Dopamin wirken und Dopamin-Rezeptoren stimulieren.

Downregulation: Ein Steuerungsvorgang der Zelle, der zu einer Verminderung der Rezeptorendichte auf der Zellmembran führt.

Dyskinesie: Eine Störung des physiologischen Bewegungsablaufs einer Körperregion, eines Körperteils, eines Organs oder einer Zellstruktur.

E

Early-Onset-Parkinson: Vor dem 40. Lebensjahr auftretende Formen der Parkinson-Krankheit. Diese jungen Parkinson-Patienten tragen häufig eine spezielle genetische Veranlagung (Disposition).

Elektrode: Ein elektrisch leitendes Objekt.

Enzyme: Eiweiße (Proteine), die als Biokatalysatoren biochemische Reaktionen im Organismus steuern und beschleunigen, ohne dabei selbst verändert zu werden.

Epigenetik: Die Tatsache, dass intakte Gene, deren Struktur völlig normal sind, durch Erfahrungen oder Umweltbedingungen abgeschaltet werden können.

Exazerbation: Eine plötzliche Verschlechterung der Symptome einer chronischen Erkrankung.

F

Familiäres Parkinsonsyndrom: Bedingt durch genetische Varianten.

Freie Radikale: Zwischenprodukte unseres Stoffwechsels, die ständig in jeder Zelle des menschlichen Körpers entstehen. Sie können mit der DNA reagieren, das Bindegewebe schädigen und die Hautalterung vorantreiben. Antioxidantien können freie Radikale binden und neutralisieren.

G

Genexpression: Die Bildung eines von einem Gen kodierten Genprodukts, vor allem von Proteinen.

Genetischer Code: Besteht aus einer ganz bestimmten Abfolge der Nukleinbasen innerhalb der DNA, DNA-Sequenz genannt. Diese wird dann in eine Aminosäurensequenz übersetzt. Eine bestimmte Abfolge von drei DNA-Basen codiert für eine bestimmte Aminosäure.

Glucocorticoid-Rezeptor (GR): Ein im Zellkörper (Cytoplasma) gelöst vorliegender Rezeptor (ein Protein), der spezifisch das in der Nebennierenrinde gebildete Cortisol bindet und durch Interaktion mit der DNA seine Wirkung entfaltet. Der GR wird in fast jeder Zelle des Körpers exprimiert und reguliert Gene, die die Entwicklung, den Stoffwechsel und die Immunantwort steuern.

Glutathion (GSH): Ein Tripeptid, das aus den drei Aminosäuren Glutaminsäure, Cystein und Glycin gebildet wird.

H

Halluzinationen: Neuropsychiatrisches Symptom, das im Rahmen der fortschreitenden Neurodegeneration auftreten kann.

Häufigkeit: Etwa 100 - 200 pro 100.000 Personen sind an einem M. Parkinson erkrankt, mit zunehmendem Alter nimmt das Auftreten steil zu. In Deutschland leben ca. 300.000 Menschen mit einem M. Parkinson.

Heterozygotie: Die Mischerbigkeit in Bezug auf ein genetisches Merkmal.

Hippocampus: Ein paarig angelegter Teil des Limbischen Systems, der an der Bildung und Aufrechterhaltung von Gedächtnisinhalten und Lernprozessen, sowie an der räumlichen Orientierung beteiligt ist. Von besonderer Bedeutung ist seine Fähigkeit, unser Stress-System zu steuern und das Gleichgewicht zwischen Erregung und Entspannung wiederherzustellen.

Hippocampus-Atrophie: Ein Gewebeschwund durch eine Abnahme der Zellzahl im Bereich des Hippocampus. Vor allem chronischer Stress kann das Wachstum des Hippocampus dabei deutlich hemmen.

Homozygotie: Wenn beide Allele eines Individuums für ein bestimmtes Merkmal gleich sind, ist das Erbgut, bezogen auf dieses Merkmal, reinerbig oder homozygot.

Homozystein: Eine Aminosäure, die innerhalb des Eiweißstoffwechsels entsteht, aber relativ giftig ist und deshalb beim Gesunden sofort durch Enzyme gebunden oder umgebaut (metabolisiert) wird.

Hydroxyl-Radikal (HR): Ein Molekül aus einem Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Als Radikal besitzt es ein einzelnes, ungepaartes Elektron und ist somit sehr reaktiv.

Hypophyse (Hirnanhangsdrüse): Eine an der Basis des Gehirns vorzufindende, erbsengroße Hormondrüse, die vom Hypothalamus gesteuert wird. Sie hat eine übergeordnete und bedeutende Rolle bei der Steuerung des Hormonsystems im Körper.

Hypothalamus: Das zentrale, übergeordnete Steuerungssystem des Vegetativen Nervensystems. Dadurch kontrolliert, steuert und reguliert der Hypothalamus Vitalfunktionen, den Hormonhaushalt, das Immunsystem und Sexualfunktionen.

I

Idiopathisches Parkinsonsyndrom: Tritt ohne erkennbare Ursache auf und macht ca. 75 % aller Parkinsonsyndrome aus.

Isoformen: Im medizinischen Sprachgebrauch Proteine mit gleicher Funktion, jedoch unterschiedlichem Aufbau.

K

Kardinalsymptome: Akinese, Rigor und Ruhetremor.

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