Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die sich auf die Bewegungskontrolle auswirkt. Obwohl es keine Heilung gibt, können verschiedene Behandlungen helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Neben konventionellen medizinischen Ansätzen spielen komplementärmedizinische Behandlungen und Selbsthilfe eine wichtige Rolle bei der ganzheitlichen Betreuung von Parkinson-Patienten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über diese Aspekte und betont die Bedeutung der Selbstermächtigung im Umgang mit der Krankheit.
Die wachsende Bedeutung von Parkinson
Die Zahl der Parkinsonpatienten hat sich weltweit in den vergangenen 30 Jahren fast verdreifacht! Waren 1990 ca. 2,5 Millionen Menschen an Morbus Parkinson erkrankt, lag die Zahl der Parkinsonpatienten laut Schätzung der WHO im Jahr 2016 bei sechs bis sieben Millionen. Diese alarmierende Zunahme unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl die Ursachen der Krankheit besser zu verstehen als auch effektive Behandlungsstrategien zu entwickeln, die über die rein medikamentöse Therapie hinausgehen.
Hilfe zur Selbsthilfe als zentraler Aspekt
Hilfe zur Selbsthilfe ist ein zentraler Aspekt bei der Behandlung von Parkinson, weil dies eine Form der Selbstermächtigung darstellt. Betroffene, die aktiv an ihrer Behandlung mitwirken und Strategien entwickeln, um ihren Alltag besser zu bewältigen, erfahren oft eine Steigerung ihrer Lebensqualität und ein Gefühl der Kontrolle über ihren Zustand.
Komplementärmedizinische Ansätze bei Parkinson
Komplementärmedizinische Behandlungen werden oft als Ergänzung zur konventionellen medizinischen Versorgung eingesetzt. Sie zielen darauf ab, das Wohlbefinden der Patienten zu verbessern und Symptome zu lindern, die durch die Krankheit selbst oder durch die medikamentöse Behandlung verursacht werden. Es ist wichtig zu betonen, dass komplementärmedizinische Ansätze nicht als Ersatz für eine konventionelle Therapie betrachtet werden sollten, sondern als unterstützende Maßnahmen.
Bewegungstherapien
- Physiotherapie: Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Behandlung. Sie hilft, die Beweglichkeit zu verbessern, Muskelsteifheit zu reduzieren und das Gleichgewicht zu erhalten. Spezielle Übungen können auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten werden.
- Ergotherapie: Ergotherapie konzentriert sich darauf, den Patienten zu helfen, ihre täglichen Aktivitäten so selbstständig wie möglich auszuführen. Dies kann die Anpassung der Wohnumgebung, die Verwendung von Hilfsmitteln und das Erlernen neuer Strategien zur Bewältigung von Aufgaben umfassen.
- Logopädie: Sprach- und Schluckstörungen sind häufige Begleiterscheinungen von Parkinson. Logopädie kann helfen, die Sprachverständlichkeit zu verbessern, das Schlucken zu erleichtern und die Kommunikation zu fördern.
- Tanztherapie: Studien deuten darauf hin, dass Tanztherapie positive Auswirkungen auf die Motorik, das Gleichgewicht und die Stimmung von Parkinson-Patienten haben kann. Die rhythmischen Bewegungen und die soziale Interaktion können das Wohlbefinden steigern.
- Yoga und Tai Chi: Diese sanften Bewegungsformen können helfen, die Flexibilität zu verbessern, Stress abzubauen und das Gleichgewicht zu fördern. Sie sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet.
- Sport und regelmäßige Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität ist für Parkinson-Patienten von entscheidender Bedeutung. Sie kann helfen, die Symptome zu lindern, die Muskelkraft zu erhalten und die allgemeine Gesundheit zu verbessern. Geeignete Sportarten sind beispielsweise Walking, Schwimmen, Radfahren und Krafttraining.
Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung ist für Parkinson-Patienten wichtig, um die allgemeine Gesundheit zu erhalten und bestimmte Symptome zu lindern.
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- Ballaststoffreiche Ernährung: Verstopfung ist ein häufiges Problem bei Parkinson. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, die Verdauung zu regulieren.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Es ist wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu trinken, um Verstopfung vorzubeugen und die allgemeine Gesundheit zu unterstützen.
- Eiweißreiche Ernährung: Einige Parkinson-Medikamente können die Aufnahme von Eiweiß beeinträchtigen. Es ist wichtig, die Eiweißzufuhr mit dem Arzt abzustimmen, um sicherzustellen, dass der Körper ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird.
- Antioxidantien: Antioxidantien können helfen, die Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen. Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die reich an Antioxidantien sind, kann daher von Vorteil sein.
- Individuelle Ernährungsberatung: Eine individuelle Ernährungsberatung durch einen qualifizierten Ernährungsberater kann helfen, die Ernährung optimal auf die Bedürfnisse des Patienten abzustimmen.
Geistige und emotionale Gesundheit
Parkinson kann nicht nur körperliche, sondern auch geistige und emotionale Auswirkungen haben. Depressionen, Angstzustände und Gedächtnisprobleme sind häufige Begleiterscheinungen der Krankheit.
- Psychotherapie: Eine Psychotherapie kann helfen, mit den emotionalen Herausforderungen der Krankheit umzugehen, Stress abzubauen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann sehr hilfreich sein. Hier können Erfahrungen ausgetauscht, Informationen erhalten und soziale Kontakte gepflegt werden.
- Achtsamkeit und Meditation: Achtsamkeit und Meditation können helfen, Stress abzubauen, die Konzentration zu verbessern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
- Kognitives Training: Kognitives Training kann helfen, die Gedächtnisleistung und andere kognitive Funktionen zu verbessern.
- Soziale Aktivitäten: Soziale Aktivitäten und Hobbys können helfen, die Lebensqualität zu verbessern und Isolation vorzubeugen.
Weitere komplementärmedizinische Behandlungen
- Akupunktur: Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur bei der Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen von Parkinson helfen kann.
- Massage: Massage kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen und die Entspannung zu fördern.
- Aromatherapie: Ätherische Öle können zur Entspannung und Stimmungsaufhellung eingesetzt werden.
- Nahrungsergänzungsmittel: Einige Nahrungsergänzungsmittel, wie z. B. Coenzym Q10 und Kreatin, werden von Parkinson-Patienten zur Unterstützung der Gehirnfunktion eingenommen. Es ist jedoch wichtig, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln einen Arzt zu konsultieren.
Die Rolle der Angehörigen
Die Angehörigen spielen eine wichtige Rolle bei der Betreuung von Parkinson-Patienten. Sie können Unterstützung im Alltag leisten, bei der Einhaltung der Therapie helfen und emotionale Unterstützung bieten. Es ist wichtig, dass auch die Angehörigen auf ihre eigene Gesundheit achten und sich bei Bedarf professionelle Hilfe suchen.
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