Parkinson-Erkrankungen stellen Betroffene und ihre Angehörigen vor vielfältige Herausforderungen. Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann eine wertvolle Unterstützung bieten, um mit der Krankheit umzugehen, Informationen zu erhalten und sich gegenseitig zu ermutigen. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung von Selbsthilfegruppen im Kontext von Parkinson, stellt Beispiele wie die Parkinson Selbsthilfegruppe Aschheim vor und geht auf die spezifischen Bedürfnisse jüngerer Betroffener ein.
Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen bei Parkinson
Selbsthilfegruppen spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Parkinson. Sie bieten einen geschützten Raum, in dem Betroffene offen über ihre Erfahrungen, Ängste und Herausforderungen sprechen können. Der Austausch mit Menschen, die ähnliche Situationen erleben, kann das Gefühl der Isolation verringern und neue Perspektiven eröffnen.
Vorteile von Selbsthilfegruppen:
- Emotionale Unterstützung: Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft, mit den emotionalen Belastungen der Krankheit umzugehen.
- Informationsaustausch: Selbsthilfegruppen bieten eine Plattform, um Informationen über Therapien, Medikamente und Bewältigungsstrategien auszutauschen.
- Praktische Tipps: Betroffene können sich gegenseitig praktische Tipps für den Alltag geben, z.B. zur Bewältigung von Bewegungseinschränkungen oder zur Anpassung des Wohnraums.
- Motivation und Ermutigung: Der Kontakt zu anderen Betroffenen kann motivieren, aktiv zu bleiben und die Lebensqualität trotz der Krankheit zu verbessern.
- Interessenvertretung: Selbsthilfegruppen können die Interessen der Betroffenen gegenüber Politik, Gesundheitswesen und Öffentlichkeit vertreten.
Parkinson Selbsthilfegruppe Aschheim: Ein Beispiel für Engagement
Obwohl im vorliegenden Text keine explizite "Parkinson Selbsthilfegruppe Aschheim" erwähnt wird, dient er dazu, die Wichtigkeit und das Engagement von Selbsthilfeorganisationen hervorzuheben. Das Selbsthilfezentrum (SHZ) München ehrte beispielsweise Bärbel und Hans-Wolf Hoffmann für ihren langjährigen Einsatz in der Selbsthilfe. Solche Ehrungen unterstreichen den unermüdlichen Einsatz von Ehrenamtlichen, die sich für andere engagieren und ihnen in schwierigen Lebensphasen zur Seite stehen.
Spezifische Angebote für jüngere Parkinson-Erkrankte
Parkinson gilt oft als Krankheit älterer Menschen, aber auch jüngere Menschen können daran erkranken. In Deutschland sind rund 30.000 Menschen unter 40 Jahren von Parkinson betroffen. Jüngere Betroffene haben oft spezifische Bedürfnisse und Herausforderungen, die in traditionellen Selbsthilfegruppen möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Besondere Herausforderungen für jüngere Parkinson-Erkrankte:
- Berufliche Situation: Jüngere Betroffene stehen oft mitten im Berufsleben und müssen sich mit den Auswirkungen der Krankheit auf ihre Karriere auseinandersetzen.
- Familiengründung: Die Familienplanung kann durch die Krankheit erschwert werden.
- Soziale Isolation: Jüngere Betroffene fühlen sich möglicherweise isoliert, da ihr Freundeskreis nicht mit den gleichen Problemen konfrontiert ist.
- Akzeptanz: Jüngere Betroffene versuchen oft, die Krankheit zu verbergen, um Stigmatisierung zu vermeiden.
Um diesen spezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist es wichtig, spezielle Selbsthilfegruppen für jüngere Parkinson-Erkrankte anzubieten. Diese Gruppen können einen geschützten Raum bieten, um über Themen wie Beruf, Familie und Partnerschaft zu sprechen.
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Beispiel: Initiative für eine junge Parkinson-Gruppe in München
Gerhard Schumann von der Münchner Regionalleitung der Deutschen Parkinson Vereinigung erkannte die Notwendigkeit einer Gruppe für junge Parkinson-Erkrankte. Er initiierte ein solches Angebot, um jüngeren Betroffenen einen Anlaufpunkt zu bieten, wo sie sich austauschen und gegenseitig unterstützen können. Schumann selbst erkrankte im Alter von 50 Jahren an Parkinson und weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig der Austausch mit anderen Betroffenen ist.
Schumann betont, dass ein 40-Jähriger ganz andere Fragen und Probleme hat als ein Über-60-Jähriger. Jüngere Betroffene interessieren sich beispielsweise dafür, wie sie sich am Arbeitsplatz verhalten oder es ihren kleinen Kindern sagen sollen. In der Freizeit stellt die Krankheit für Jüngere oft eine größere Einschränkung dar.
Die von Schumann initiierte Gruppe für junge Parkinson-Patienten (bis 55 Jahre) traf sich erstmals am 27. November in München. Ziel der Gruppe ist es, ein Auffangbecken und Anlaufpunkt für Jüngere zu sein. Die Treffen sollen etwas peppiger sein und auch unkonventionelle Aktionen beinhalten.
Die Rolle der Deutschen Parkinson Vereinigung
Die Deutsche Parkinson Vereinigung (DPV) spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Parkinson-Erkrankten und ihren Angehörigen. Sie bietet ein breites Spektrum an Informationen, Beratungsangeboten und Selbsthilfegruppen. Die DPV setzt sich auch für die Interessen der Betroffenen gegenüber Politik und Gesundheitswesen ein.
Angebote der Deutschen Parkinson Vereinigung:
- Selbsthilfegruppen: Die DPV unterstützt die Gründung und den Betrieb von Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland.
- Beratungsangebote: Die DPV bietet telefonische und persönliche Beratung für Betroffene und Angehörige an.
- Informationsmaterial: Die DPV stellt umfassende Informationen über die Krankheit, Therapien und Bewältigungsstrategien zur Verfügung.
- Veranstaltungen: Die DPV organisiert regelmäßig Veranstaltungen wie Fachtagungen, Seminare und Patiententreffen.
- Interessenvertretung: Die DPV setzt sich für die Interessen der Betroffenen gegenüber Politik und Gesundheitswesen ein.
Weitere Anlaufstellen und Informationen
Neben der Deutschen Parkinson Vereinigung gibt es weitere Anlaufstellen und Informationsquellen für Parkinson-Erkrankte und ihre Angehörigen. Dazu gehören:
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- Selbsthilfezentren: Selbsthilfezentren bieten Unterstützung bei der Gründung und Organisation von Selbsthilfegruppen.
- Krankenkassen: Krankenkassen bieten Informationen und Beratungsangebote zu Parkinson an.
- Ärzte und Therapeuten: Ärzte und Therapeuten können Betroffene und Angehörige über die Krankheit, Therapien und Bewältigungsstrategien informieren.
- Internetportale: Es gibt zahlreiche Internetportale, die Informationen und Foren für Parkinson-Erkrankte anbieten.
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