Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, von der in Deutschland etwa 300.000 Menschen betroffen sind. Die Diagnose kann im Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen große Unsicherheit und Ängste auslösen. Umso wichtiger ist es, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und Unterstützung zu suchen. Eine wertvolle Anlaufstelle hierfür sind Selbsthilfegruppen, wie die Parkinson Selbsthilfegruppe Moers, die sich der "Deutschen Parkinson Vereinigung e. V." angeschlossen hat.
Birgit Lange und ihr Engagement in Moers
Birgit Lange leitet die Selbsthilfegruppe der "Deutschen Parkinson Vereinigung e. V." an der Regionalstelle Moers. Sie selbst erhielt die Diagnose Parkinson im Alter von 35 Jahren - kurz nach der Geburt ihrer Tochter. Um sich und anderen auf humorvolle Weise über die Krankheit zu informieren, erfand Birgit Lange die kleine Schildkröte "Gina". In Büchern erklärt sie mit "Gina" auf humorvolle Weise Themen rund um Parkinson. Dabei steht sie für die Message: Gib nicht auf! Im Podcast "Jetzt erst recht" spricht Birgit Lange zudem über ihren sogenannten Hirnschrittmacher.
"Jetzt erst recht": Ein Podcast für Betroffene und Angehörige
Kathrin Wersing aus Münster ist Podcast-Produzentin. In der Reihe "Jetzt erst recht" spricht Kathrin Wersing über ihren Umgang mit der Diagnose Parkinson. Außerdem führt sie Interviews mit Gästen, die ebenfalls mit der Krankheit Parkinson leben.
Einblick in die Arbeit der Selbsthilfegruppe Moers
Die Arbeit der Selbsthilfegruppe Moers wurde im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema Parkinson vorgestellt. Besucherinnen, Frau Lange, Frau Schiemann und Frau Tiedemann, im Alter von 49 bis 70 Jahren, ermöglichten einen Einblick in den sehr individuellen Verlauf ihres Lebens mit der Diagnose Parkinson.
Persönliche Erfahrungen und Bewältigungsstrategien
Eines hatten alle drei Frauen gemeinsam: Als sie von ihrer Diagnose erfuhren, waren sie sehr aufgewühlt, hatten Angst, was nun auf sie zukommen würde und waren sehr verunsichert, wie sie damit umgehen sollten und auch wie ihre Angehörigen reagieren würden. Trotz der Herausforderungen, die die Krankheit mit sich bringt, haben alle drei ihren Humor nicht verloren und individuelle Bewältigungsstrategien entwickelt, um mit den vielfältigen Beeinträchtigungen, wie Tremor und Muskelsteifheit, umzugehen. Die gute Atmosphäre im Miteinander, viele Scherze und das herzerfrischende gemeinsame Lachen zeigte uns, dass alle drei trotz ihrer Krankheit den Humor nicht verloren haben und jeder für sich Bewältigungsstrategien im Umgang mit den vielfältigen Beeinträchtigungen, zu denen unter anderem der Tremor und die Muskelsteifheit gehören, entwickelt hat.
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Medikamenteneinnahme und ihre Tücken
Ein wichtiger Aspekt im Umgang mit Parkinson ist die korrekte Einnahme von Medikamenten. Zur „erfolgreichen“ Bewältigung gehört es auch - wie wir anschaulich erfuhren - die L-Dopa-Medikamente zu exakt festgelegten Zeiten einzunehmen, damit die volle Wirkung zur gewünschten Zeit erreicht wird und auch darauf zu achten, dass diese niemals mit Milchprodukten eingenommen werden dürfen. Neben der Schilderung der gewünschten Wirkungen, wie zum Beispiel Bewegungsförderung, gehörte aber auch die schonungslose Darstellung unerwünschter Nebenwirkungen.
Herausforderungen im Alltag und der Wunsch nach Verständnis
Die Krankheit kann im Alltag zu unerwarteten Situationen führen. Eine der Damen erzählte von einer Situation, in der sie beim Einkaufen auf Grund des bei Parkinson häufig auftretenden „Freezings“ plötzlich nicht mehr weiterlaufen konnte. Sie stand wie angenagelt im Supermarkt und die anderen Einkaufenden haben sie nur voller Verwunderung angeschaut. Vor allem in solchen Situationen wünscht man sich Verständnis der Außenstehenden. Mittlerweile aber kenne man sie im Supermarkt und gehe mit ihrer Krankheit ganz normal um.
Spielerische Förderung von Koordination und Gedächtnis
Unter der Anleitung von Frau Lange erprobten wir anschließend verschiedene Spiele, die die Koordination fördern, sowie Gedächtnistrainings. All dies sind wesentliche Bestandteile der Gymnastikkurse, zu denen die Selbsthilfegruppe Moers die Betroffenen einlädt. Für uns war es sehr interessant, diese Übungen selber einmal auszuprobieren.
Angebote der Selbsthilfegruppe Moers
Besonders interessant für uns war auch der Einblick in die Strukturen und Inhalte einer Selbsthilfegruppe. Alle drei sind ehrenamtlich in einer Selbsthilfegruppe für an Parkinson Erkrankte in Moers tätig. Dort werden unter anderem diese Spiele, Sport-, und Gedächtnistrainings und vielfältige Beratungen, zum Beispiel für eine gesunde Ernährung, bei Parkinson angeboten.
Die Selbsthilfegruppe Moers bietet somit ein breites Spektrum an Aktivitäten und Unterstützung für Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen.
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Selbsthilfegruppen als wichtige Anlaufstelle
In Deutschland gibt es zirka 300.000 Personen, die an Parkinson erkrankt sind. Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen und ihren Angehörigen eine wichtige Plattform für Austausch, Information und gegenseitige Unterstützung. Jeder kann einer solchen Selbsthilfegruppe beitreten. Infos zu diesen Gruppen gibt es unter anderen unter www.moers-parkinson.de oder unter www.geldern-parkinson.de. Diese Selbsthilfegruppen bieten unter anderem auch Aktionstage an, an denen jeder teilnehmen kann.
Ziele und Schwerpunkte von Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen wie die in Bonn, die Parkinson-Betroffenen sowie deren Angehörigen und Freunden Hilfe und Unterstützung bei der Diagnose Morbus Parkinson anbietet, gemäß dem Grundgedanken einer SHG wollen wir uns aber auch besonders um die Schwachen kümmern, auf diese Menschen zugehen, die sich bereits aus dem sozialen Leben zurückgezogen haben. ZIEL ist es, sich mit der Krankheit auseinander zu setzen, um ein aktives und zufriedenes Leben zu führen. Das ist unser Motto für Betroffene und Angehörige. Zusammen Reha Sport machen, soziale Kontakte pflegen, gemeinsam Probleme angehen, usw….
Vernetzung und Mitgliedschaften
Die Selbsthilfegruppe Moers ist die Regionalorganisation des Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. Bundesverband mit Sitz in Neuss. Darüber hinaus sind wir aktives Mitglied im Der Paritätische NRW. mit Sitz in Neuss als Regionalgruppe angeschlossen.
Aktivitäten und Angebote anderer Selbsthilfegruppen
Die Selbsthilfegruppe in Wuppertal und dem Ennepe-Ruhr Kreis wurde 1983 gegründet und hat mehr als 130 Mitglieder. Unser Ziel ist es, sich mit der Krankheit, die nicht heilbar ist, auseinander zu setzen. Viel Bewegung und vor allem Tischtennis sind sehr förderlich um dem fortschreitenden Krankheitsverlauf entgegenzuwirken. Doch wir spielen längst nicht nur Tischtennis. Wir sind hier, um Menschen mit Parkinson und anderen neurologischen Erkrankungen zu unterstützen und ihnen eine Plattform zum Austausch zu bieten. Treten Sie unserer Gemeinschaft bei und entdecken Sie Unterstützung, Freundschaft und Mut.
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