Treppensteigen mit Parkinson: Hilfsmittel für mehr Sicherheit und Unabhängigkeit

Für Menschen mit Parkinson kann das Treppensteigen eine besondere Herausforderung darstellen. Die Krankheit kann die Beweglichkeit einschränken, das Gleichgewicht beeinträchtigen und die Muskelkraft reduzieren, was das Treppensteigen zu einer gefährlichen Aufgabe machen kann. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Hilfsmitteln, die Menschen mit Parkinson dabei helfen können, das Treppensteigen sicherer und unabhängiger zu bewältigen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Optionen und gibt einen Überblick über deren Vor- und Nachteile.

Die Herausforderungen des Treppensteigens bei Parkinson

Stürze sind eine der größten Gefahren für Menschen mit Parkinson. Die Symptome der Krankheit, wie Zittern, Steifheit und langsame Bewegungen, erhöhen das Risiko, beim Treppensteigen das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen. Ein Sturz kann zu schweren Verletzungen führen, wie Knochenbrüchen, Kopfverletzungen oder anderen Komplikationen. Daher ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um das Sturzrisiko beim Treppensteigen zu minimieren.

Hilfsmittel für mehr Sicherheit beim Treppensteigen

Es gibt eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die Menschen mit Parkinson beim Treppensteigen unterstützen können. Diese reichen von einfachen Geländern bis hin zu komplexen Treppenliften. Die Wahl des richtigen Hilfsmittels hängt von den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten des Betroffenen ab.

TOPRO Step: Ein innovatives Treppensteiggerät

Der TOPRO Step ist ein innovatives Mobilitätshilfsmittel, das speziell für die Unterstützung und Sicherheit auf Treppen entwickelt wurde. Es wurde von Ingenieursstudenten der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU) in Zusammenarbeit mit Ergo- und Physiotherapeuten sowie Anwendern entwickelt. Der TOPRO Step besteht aus einem Handlauf, der an der Wand entlang der Treppe installiert wird, sowie einem Haltegriff, den der Benutzer entlang des Handlaufs bewegt. Der Haltegriff befindet sich vor dem Anwender und hat zwei Höhen, um die Hände bequem positionieren zu können. Der patentierte Verriegelungsmechanismus sorgt dafür, dass der Haltegriff bei Sturzrisiko einrastet und somit die nötige Unterstützung und Sicherheit bietet.

Der TOPRO Step ist so konzipiert, dass er sich diskret in das Zuhause einfügt und so wenig Platz wie möglich einnimmt. Bei Nichtbenutzung kann der Haltegriff zur Wand hin geklappt werden. Sowohl der Handlauf als auch der Haltegriff werden ausschließlich aus hochwertigen und nachhaltigen Materialien wie Edelstahl und eloxiertem Aluminium gefertigt.

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Der TOPRO Step kann von Menschen mit unterschiedlichsten Indikationen verwendet werden, darunter:

  • Hohes Alter
  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Zerebralparese
  • Parkinson
  • Neuropathie
  • Inkompletter Querschnitt
  • Knochenbrüche

Treppenlifte: Eine komfortable Lösung

Treppenlifte sind eine komfortable und sichere Möglichkeit, Treppen zu überwinden, insbesondere für Menschen mit starken Mobilitätseinschränkungen. Sie bestehen aus einem Sitz oder einer Plattform, die entlang einer Schiene die Treppe hinauf- und hinunterfährt. Treppenlifte können an verschiedene Treppenformen und -größen angepasst werden, was bedeutet, dass fast jeder ein passendes Modell für sein Zuhause finden kann.

Treppenlifte bieten eine Reihe von Vorteilen:

  • Sicherheit: Sie minimieren das Sturzrisiko und ermöglichen ein sicheres Treppensteigen.
  • Unabhängigkeit: Sie ermöglichen es Menschen mit Parkinson, die Kontrolle über ihre Mobilität in ihren eigenen vier Wänden zurückzugewinnen.
  • Komfort: Sie erleichtern das Treppensteigen und sparen Energie.
  • Anpassbarkeit: Sie können an verschiedene Treppenformen und -größen angepasst werden.

Mobile Treppenlifte: Flexibilität für unterwegs

Mobile Treppenlifte sind eine flexible Alternative zu fest installierten Treppenliften. Sie sind transportable Geräte, die Menschen mit eingeschränkter Mobilität helfen, Treppen zu überwinden. Mittlerweile verfügen fast alle mobilen Treppenlifte über elektrische Unterstützung, was die Anwendung sehr viel einfacher macht. Ein mobiler Treppenlift kann helfen, die Treppen zuhause sicher zu überwinden - und zwar ohne dauerhaft montiertes Schienensystem. Er ist insbesondere dann eine sinnvolle Alternative zu fest installierten Treppenliften, wenn er nur für eine begrenzte Zeit gebraucht wird oder an verschiedenen Orten eingesetzt werden soll.

Allerdings gibt es kaum mobile Treppenlifte, die ohne Unterstützung genutzt werden können. Eine Hilfsperson muss lernen, das Gerät zu bedienen und dazu körperlich im Stande sein. Damit bringt eine mobile Treppensteighilfe zwar Flexibilität, gleichzeitig macht sie aber auch abhängig.

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Treppensteiger: Barrieren überwinden, Freiheit zurückgewinnen

Treppen sind für viele Rollstuhlfahrer die größte Hürde im Alltag. Treppensteiger wie der Alber Scalamobil, Sano Liftkar, Scewo Bro oder der Topchair mit integrierter Treppensteigfunktion lösen genau dieses Problem. Sie ermöglichen es, Treppen sicher und ohne körperliche Anstrengung zu überwinden. Ergänzend bieten Treppenraupen eine mobile Lösung, um auch steile oder unregelmäßige Treppenarten zuverlässig zu meistern. Das Ergebnis: Unabhängigkeit und Mobilität trotz baulicher Barrieren.

Weitere Hilfsmittel

Neben den genannten Geräten gibt es noch weitere Hilfsmittel, die das Treppensteigen erleichtern können:

  • Zusätzliche Geländer: Ein zusätzliches Geländer auf der anderen Seite der Treppe kann zusätzlichen Halt bieten.
  • Haltegriffe: Haltegriffe an strategischen Stellen entlang der Treppe können das Aufstehen und Hinsetzen erleichtern.
  • Rutschfeste Stufenbeläge: Rutschfeste Stufenbeläge können das Sturzrisiko verringern.
  • Gute Beleuchtung: Eine gute Beleuchtung der Treppe kann die Sicht verbessern und das Treppensteigen sicherer machen.

Finanzierungsmöglichkeiten

Die Kosten für Treppensteighilfen können je nach Art des Hilfsmittels und den individuellen Bedürfnissen stark variieren. Es gibt jedoch verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, die in Anspruch genommen werden können:

  • Pflegekasse: Ab einem Pflegegrad 1 besteht Anspruch auf Zuschüsse für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.
  • Krankenkasse: Unter Umständen können die Kosten für ein Hilfsmittel wie die Treppensteighilfe von der Krankenkasse übernommen werden.
  • KfW-Bank: Die KfW-Bank bietet auch Zuschüsse für barrierefreies Bauen bzw. Umbauen an.
  • Integrationsamt: Bei einer Schwerbehinderung kann das Integrationsamt die Kosten für das Hilfsmittel übernehmen.
  • Private Krankenversicherungen: Private Krankenversicherungen können die Treppensteighilfe als Hilfsmittel anerkennen und entsprechend Bezuschussungen genehmigen.

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