Parkinson-Krankheit: Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung und Zusammenhang mit Thrombose

Die Parkinson-Krankheit, auch bekannt als Parkinson-Syndrom oder umgangssprachlich als Schüttellähmung, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch einen Mangel an Dopamin in bestimmten Hirnbereichen verursacht wird. Dieser Dopamin-Mangel führt zu charakteristischen Bewegungsstörungen und anderen Symptomen. Die Erkrankung betrifft etwa 1 % der über 60-jährigen Menschen, kann aber auch jüngere Patienten betreffen. In der Neurologie ist Parkinson eine häufig auftretende Krankheit mit hoher Relevanz für die Neurorehabilitation.

Ursachen und Formen von Parkinson

Parkinson kann primär als Morbus Parkinson auftreten oder sekundär als Folge anderer Hirnerkrankungen wie chronischer Durchblutungsstörungen, Entzündungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten. Unter dem Begriff Parkinsonsyndrom werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die die typischen Syndrome von Parkinson verursachen. Obwohl sich die Symptome ähneln, liegen ihnen verschiedene Ursachen zugrunde.

Man unterscheidet verschiedene Formen des Parkinson-Syndroms:

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS): Mit etwa 75 % die häufigste Form, deren Ursache noch nicht bekannt ist. Betroffene sprechen aber meistens gut auf eine Dopamin-Ersatztherapie an.
  • Genetische Form des Parkinson-Syndroms: Diese Form tritt häufig bei mehreren Familienmitgliedern auf.
  • Atypische Parkinson-Syndrome: Die Symptome treten aufgrund anderer Erkrankungen des Nervensystems auf, beispielsweise einer Lewy-Körper-Demenz.
  • Symptomatisches Parkinson-Syndrom (sekundäres Parkinsonsyndrom): Bei diesem Syndrom sind die Auslöser für die Beschwerden bekannt.

Symptome der Parkinson-Krankheit

Die Symptome der Parkinson-Krankheit sind vielfältig und betreffen nicht nur die Bewegungsfähigkeit. Sie entwickeln sich langsam und häufig über mehrere Jahre. Die Beschwerden werden in Hauptsymptome und Begleitsymptome unterteilt, wobei nicht jeder Erkrankte zwingend an allen Symptomen leidet.

Hauptsymptome (Motorische Kardinalsymptome)

  • Verlangsamung der Bewegungsfähigkeit (Akinese bzw. Hypokinese): Dies geht mit Gangstörungen, insbesondere Kleinschrittigkeit und Starthemmung, sowie dem "Festkleben am Boden" (Freezing-Phänomen) einher. In weiter fortgeschrittenem Stadium kann es zur Festination (immer schneller werdende kleine Schritte mit Sturzneigung) kommen. Auch eine immer kleiner werdende Handschrift und eine mimische Starre kommen häufig vor.
  • Störung der Haltungsstabilität: Betroffene haben Schwierigkeiten, sich stabil aufrecht zu halten und neigen zu Stürzen.
  • Zittern (Tremor): Ein grobes Zittern in Ruhe, insbesondere der Hände und Arme, aber auch im Bereich des ganzen Körpers, kann ein Anzeichen für Parkinson sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht jedes Zittern der Muskeln Parkinson-Zittern ist.
  • Rigor: Eine besondere Form der Erhöhung der Muskelspannung, die auch zum sogenannten Zahnradphänomen führt (beim passivem Durchbewegen von Armen und Beinen feststellbar). Patienten gehen oft vornübergebeugt (Kamptokormie).

Je nach Ausprägung der Symptome wird die Erkrankung in verschiedene Typen eingeteilt:

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  • Akinetisch-rigider Typ: Es dominieren die Bewegungsverlangsamung (Akinese) und die Muskelsteifigkeit (Rigor).
  • Tremordominanz-Typ: Das Hauptsymptom ist Zittern (Tremor).
  • Äquivalenz-Typ: Bewegungsverlangsamung, Muskelsteife und Zittern sind ungefähr gleich ausgeprägt.

Begleitsymptome

Parkinson kann zahlreiche weitere Symptome aufweisen. So kann zu Beginn des Erkrankungsverlaufs eine Geruchsstörung als Parkinson-Frühsymptom auftreten. Durch die Muskelspannung können Rücken- oder Schulterschmerzen zunächst einmal auf die Wirbelsäule oder Gelenke bezogen fehlgedeutet werden, weshalb viele Patienten zunächst den Orthopäden aufsuchen. Ebenfalls früh im Verlauf der Erkrankung können Stimmungsschwankungen, Verstopfung und Schlafstörungen auftreten. In weiter fortgeschrittenen Krankheitsstadien kommt es häufig zu Kreislaufregulationsstörungen, auch Blasenfunktionsstörungen kommen vor.

Nicht nur die Motorik kann eine deutliche Verlangsamung aufweisen, auch die Verlangsamung von Denkabläufen, andere kognitive Störungen und eine nachlassende geistige Leistungsfähigkeit sind möglich.

Auch neuropsychiatrische Störungen wie Antriebsarmut, depressive Verstimmungen, Störungen der Impulskontrolle, des Denkens und der Gedanken können auftreten.

Schluckstörungen

Die Bewegungsstörungen können auch das Schlucken betreffen. Es ist daher wichtig, dass Betroffene sich gut über mögliche Schwierigkeiten informieren und gegebenenfalls logopädische Unterstützung suchen.

Diagnose von Parkinson

Die Diagnose Parkinson zu stellen, ist nicht immer zweifelsfrei möglich, da viele andere Erkrankungen ähnliche unspezifische Symptome auslösen können. Um die Diagnose zu sichern, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt:

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  • Klinische Untersuchung: Der Arzt achtet auf die klassischen Symptome wie Zittern, verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und Gleichgewichtsstörungen.
  • DAT-Scan: Ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich Störungen im Dopamin-Stoffwechsel zeigen lassen.
  • Weitere Untersuchungen: Geruchstest, neuropsychologische Untersuchungen, Schlafdiagnostik, elektrophysiologische Messungen der Nervenfunktion, Laboruntersuchungen, zusätzliche bildgebende Verfahren.
  • L-Dopa-Test: Der Patient erhält versuchsweise das Medikament L-Dopa, das den Botenstoff Dopamin ersetzt.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Feststellung einer möglichen Depression, die in Verbindung mit einer Parkinson-Erkrankung auftreten kann.

Behandlung von Parkinson

Bislang ist die Parkinson-Krankheit nicht heilbar. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

Medikamentöse Therapie

Viele Symptome der Parkinsonkrankheit können medikamentös positiv beeinflusst werden. Wesentlich ist die Gabe des Botenstoffs Dopamin in einer Form, die auch im Gehirn ankommt und dort wirkt, oder Medikamente, die wie Dopamin wirken (Dopaminagonisten). Zahlreiche weitere Medikamente stehen zur Verfügung, die meist in Kombination gegeben werden können. Wichtig ist, dass Dopaminpräparate nicht zusammen mit Nahrung in den Magen gelangen, da sie ansonsten nicht gut aufgenommen werden. Sie werden also spätestens 30 Minuten vor den Mahlzeiten gegeben. Es gibt auch die Möglichkeit, Präparate per kontinuierlicher Infusion oder eine Pumpe zu applizieren.

Folgende Substanzgruppen werden eingesetzt:

  • Levodopa (L-Dopa): Ersetzt den Botenstoff Dopamin.
  • COMT-Hemmer: Hemmen das Enzym Catechol-O-Methyl-Transferase und damit den Abbau von Dopamin.
  • MAO-Hemmer: Hemmen das Enzym Monoamin-Oxidase und verlangsamen damit den Abbau von Dopamin.
  • NMDA-Antagonisten: Blockieren sogenannte NMDA-Rezeptoren und beeinflussen so die Beweglichkeit.
  • Dopamin-Agonisten: Wirken wie Dopamin.

Tiefe Hirnstimulation

Eine weitere Methode der Behandlung von Parkinson liegt in der tiefen Hirnstimulation nach Implantation von Elektroden in speziellen Kerngebieten des Gehirns und eines Hirnschrittmachers. Die Neurorehabilitation eignet sich gut, um begleitend zu den übrigen Parkinson-Therapien die richtige Hirnschrittmacherprogrammierung zu erreichen. Dieses Verfahren bevorzugen die meisten Parkinson-Experten gegenüber dem Einsatz von Pumpen.

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Neurorehabilitation

Zur Rehabilitation bei Parkinson ist unter ärztlicher Leitung das Zusammenarbeiten vieler Professionen aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie, Bewegungstherapie, spezialisierte neurorehabilitative Pflege und Sozialarbeit notwendig. Dabei kommen Heilmittel zur Anwendung, die auf Verbesserung von Funktionsstörungen und Aktivitäten des täglichen Lebens hinwirken und so auch die Teilhabe von Patienten, sowohl für Beruf als auch den Alltag verbessern.

Im Rahmen der neurorehabilitativen Komplextherapie werden auch notwendige Hilfsmittel erprobt, angepasst, deren Gebrauch geübt und verordnet.

Zusätzlich zur körperlichen Rehabilitation gibt es weitere Bereiche, die bei der Behandlung von Parkinson-Patienten von Bedeutung sind. Dazu gehören Beratungsleistungen bzgl. Nachsorge und möglichen sozialen Leistungen sowie Gesundheitsbildungsmaßnahmen bzgl. Risiken und Lebensführung, Krankheitsverlauf und Hilfen bei der Krankheitsverarbeitung.

Weitere Therapieansätze

  • Physiotherapie: Soll der zunehmenden Bewegungsverarmung entgegenwirken. Besonders geeignet sind Trainingsverfahren, bei denen großamplitudige Bewegungen, Bewegungsrhythmus und Schnelligkeit geübt werden.
  • Logopädie: Hat die Verbesserung vor allem der Stimmlautstärke und des Tonumfangs zum Ziel. Ergänzend trägt eine logopädische Mitbehandlung zur frühen Erkennung von möglichen Schluckstörungen bei und ermöglicht ein angepasstes Schlucktraining, einschließlich Empfehlungen zur entsprechenden Ernährung.
  • Ergotherapie: Schwerpunkte der Behandlungen sind Erhalt der beruflichen und familiären Rollen, des Arbeitsplatzes, der häuslichen Versorgung und Freizeitaktivitäten; Verbesserung und Erhalt von Transfer und Mobilität, Basisaktivitäten des täglichen Lebens sowie Umgebungsaspekte zur Verbesserung von Sicherheit und motorischer Aktivität.
  • Psychosoziale Begleitung: Parkinson-Patienten und deren Angehörige sollen in allen Phasen der Erkrankung Zugang zu psychosozialer und sozialrechtlicher Beratung bekommen.

Parkinson und Lebenserwartung

Dank moderner Medikamente und anderer Therapieverfahren entspricht die Lebenserwartung von Parkinson-Patienten der von gesunden Menschen. Da Parkinson eine fortschreitende Erkrankung ist, können im Alltag Beeinträchtigungen vorkommen. Die verbesserte Lebenserwartung bezieht sich jedoch nur auf das "normale" Parkinson-Syndrom. Atypische Parkinson-Syndrome, bei denen die Betroffenen nicht oder kaum auf eine Behandlung mit L-Dopa ansprechen, schreiten meist rascher voran und haben in der Regel eine deutlich schlechtere Prognose.

Parkinson und Berufstätigkeit

Die Möglichkeit für Personen mit Parkinson, ihre berufliche Tätigkeit fortzusetzen, variiert je nach ihrem individuellen Krankheitsverlauf und den spezifischen Anforderungen ihres Berufs. Daher kann nicht generell gesagt werden, ob Betroffene Personen ihren Beruf noch ausüben können.

Parkinson und Thrombose

Im Zusammenhang mit Parkinson und seinen Komplikationen wird auch das Risiko für Thrombosen diskutiert. Bettlägerigkeit aufgrund von Akinesie (Bewegungslosigkeit) kann das Risiko für gefährliche Erkrankungen wie Thrombose massiv ansteigen lassen. Die Patienten sterben dann nicht an der Parkinson-Erkrankung selbst, sondern an den daraus folgenden Krankheiten.

Es ist wichtig, dass Patienten mit Parkinson und ihre Angehörigen sich der Risiken bewusst sind und entsprechende Maßnahmen zur Vorbeugung von Thrombosen ergreifen, wie z.B. regelmäßige Bewegung (im Rahmen der Möglichkeiten), ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gegebenenfalls die Verwendung von Kompressionsstrümpfen oder die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten nach Rücksprache mit dem Arzt.

Prävention von Parkinson

Da die Ursachen von Parkinson - insbesondere des Absterbens der Nervenzellen - weitgehend unbekannt sind, gibt es auch keine spezifischen Maßnahmen, um der Erkrankung vorzubeugen. Grundsätzlich ist es jedoch ratsam, sich ausgewogen zu ernähren und sich ausreichend zu bewegen. Neueste Forschungen deuten darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung, die das Darmmikrobiom positiv beeinflusst, möglicherweise eine Parkinson-Erkrankung um Jahre hinauszögern oder gar verhindern kann.

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