Schlaganfallbehandlung: Vom Erkennen der Symptome bis zur innovativen Therapie

Ein Schlaganfall, auch Apoplex oder Hirninfarkt genannt, ist eine plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns, die jeden im Laufe des Lebens treffen kann. Werden Sofortmaßnahmen nicht unverzüglich eingeleitet, sterben Teile des Gehirns ab, was zu Tod oder Folgeschäden führen kann. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall entsteht, wenn die Blutgefäße des Gehirns plötzlich verstopfen oder platzen. Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel, der die Hirnfunktionen und damit die Steuerung des Körpers, aber auch unsere Gefühlswelt und einen Teil unseres Ichs schädigt. Innerhalb von Minuten stirbt das nicht versorgte Hirngewebe ab, und je mehr Zeit verstreicht, desto mehr Hirngewebe geht verloren.

Jedes Jahr erleiden etwa 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Er ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Immer noch werden Symptome oft nur zögerlich wahrgenommen.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Schlaganfall wird ausgelöst, wenn die Blutgefäße des Gehirns plötzlich verstopfen oder »platzen«. Es entsteht ein plötzlicher Sauerstoffmangel, der die Hirnfunktionen und damit die Steuerung des Körpers aufhebt, innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden stirbt das nicht versorgte Hirngewebe ab.

Die häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall sind ein Hirninfarkt, eine Hirnembolie oder eine Hirnblutung. Beim Hirninfarkt verengen oder verschließen sich zum Gehirn führende Blutgefäße oder Gefäße im Gehirn, zum Beispiel durch Arteriosklerose. Manchmal werden sie auch durch einen angespülten Blutpfropf (Hirnembolie) verstopft. Eine Hirnblutung entsteht durch den plötzlichen Riss eines Blutgefäßes im Gehirn. Seltenere Ursachen sind angeborene Gefäßmissbildungen oder Hirngefäße, die durch Infektionen geschädigt wurden.

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Risikofaktoren sind vor allem Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfette, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Diese Faktoren begünstigen Arteriosklerose, die meist über Jahre hinweg die Blutgefäße durch Fett- und Kalkablagerungen schädigt. Übrigens sind keineswegs nur ältere Menschen betroffen. Auch Jugendliche und Kinder können einen Schlaganfall bekommen.

Es sind vor allem „Wohlstandserkrankungen“, die Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) sowohl an kleineren Hirngefäßen (Mikroangiopathie) als auch an größeren Gefäßen (Makroangiopathie) wie der Halsschlagader nach sich ziehen. Der wichtigste Risikofaktor ist dabei der Bluthochdruck, weil er sowohl zu Hirninfarkten als auch zu Hirnblutungen führen kann. Wenn ein Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen zusammenkommen, spricht man auch vom sogenannten metabolischen Syndrom, bei dem der Stoffwechsel z. T. erheblich gestört ist. Ausgelöst und verstärkt wird das metabolische Syndrom und somit auch das Risiko für Schlaganfälle durch Übergewicht (insbesondere ein hoher Taille-Hüft-Quotient), Bewegungsmangel, und Fehlernährung. Auch Alkoholkonsum und/oder psychischer Stress erhöhen das Schlaganfallrisiko. Hinzu kommt als weiterer Schlaganfall-Risikofaktor eine bestimmte Form der Herzrhythmusstörung, die absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern. Wenn die Vorhöfe nicht mehr richtig pumpen, sondern nur „flimmern“, können sich dort Blutgerinnsel (Thromben) bilden, die dann vom Herzen mit dem Blutstrom in die Gehirnarterien gelangen und dort Gefäßverschlüsse, also akute Schlaganfälle, auslösen können. Bei Frauen kann außerdem auch der Hormonhaushalt einen Einfluss auf das Schlaganfallrisiko haben.

Symptome erkennen und richtig handeln

Anders als der Begriff „Anfall“ nahelegt, können sich die typischen Schlaganfallsymptome nach und nach aufbauen und auch zwischenzeitlich wieder bessern. Doch bereits beim ersten Auftreten verdächtiger Beschwerden zählt jede Minute. „Taubheitsgefühle, Sprach- oder Bewegungsstörungen sollten sofort auf einer spezialisierten Schlaganfallstation untersucht werden, auch wenn sie noch nicht stark ausgeprägt sind“, rät Dr. Reinshagen eindringlich. „Lieber einmal zu früh als einmal zu spät ins Krankenhaus!“

Typische Symptome eines Schlaganfalls können Lähmungen und Taubheitsgefühle auf einer Körperseite sowie Sprachschwierigkeiten, Sehstörungen und Schwindel sein.

Anzeichen eines Schlaganfalls sind vor allem plötzlich auftretende neurologische Krankheitszeichen wie Seh- oder Sprachstörungen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen im Gesicht oder an den Armen und Beinen. Oft ist nur eine Körperhälfte betroffen.

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Der FAST-Test hilft, einen Schlaganfall zu erkennen:

  • F wie "Face" (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab? Ist das Gesicht verzogen, hängt ein Mundwinkel herunter?
  • A wie "Arms" (Arme): Kann die Person beide Arme mit den Handflächen nach oben nach vorne strecken? Beide Arme sollen nach vorn ausgestreckt mit den Handflächen nach oben gleichzeitig angehoben und waagerecht gehalten werden.
  • S wie "Speech" (Sprache): Kann die Person einen einfachen Satz nachsprechen? Die Aussprache eines einfachen Satzes ist lallend oder verwaschen, Silben werden verwechselt, der Betroffene muss nach Wörtern suchen oder es werden falsche Buchstaben gesprochen.
  • T wie "Time" (Zeit): Keine Zeit verlieren und sofort den Notruf 112 wählen! Tritt auch nur eines der beschriebenen Anzeichen akut auf − keine Zeit verlieren und sofort die 112 anrufen! Denn „Time ist Brain“.

Weitere Symptome können sein:

  • (Dreh-)Schwindel und Unsicherheit beim Stehen, schwankender Gang, oder der Betroffene fühlt sich wie bei Seegang.
  • Koordinationsstörungen, z. B.
  • Sehstörungen, z. B.
  • Bewusstlosigkeit, Atmung und Puls setzen aus.

Auch, wenn derartige Anzeichen nur kurzzeitig auftreten, könnten sie Zeichen einer Mangeldurchblutung sein und müssen ernst genommen werden. Sie können einen Schlaganfall ankündigen. Mediziner sprechen von einer Transitorisch Ischämischen Attacke (TIA).

Da ein Schlaganfall nicht schmerzt, werden die ersten Symptome häufig nicht in ihrer Dramatik gewürdigt. Genauso schlimm ist es, ein nur über Minuten währendes Schlaganfallsymptom nicht ernst zu nehmen. Auch dann müssen die Betroffenen unbedingt über die 112 ins Krankenhaus kommen. Die nur kurzzeitigen Symptome sind häufig nur der Vorbote eines nächsten und dann bleibenden Hirninfarkts. Diese sind in über zehn Prozent tödlich, auch wenn sie »ganz klein« angefangen haben. Es gibt aber auch den über Minuten bis Stunden fortschreitenden Schlaganfall.

Wählen Sie den Notruf 112. Lassen Sie den Betroffenen nicht allein. Lockern Sie ggf.

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Transitorische ischämische Attacke (TIA)

Auch bei einer so genannten transitorischen ischämischen Attacke - kurz: TIA - treten diese Symptome auf, verschwinden aber nach kurzer Zeit wieder. Eine TIA ist wie ein »Schuss vor den Bug«. Die beim ersten Mal ggf. nur kurzzeitig aufgetretenen Schlaganfall-Symptome können nach Stunden bis wenigen Tagen erneut, und dann bleibend, auftreten und zu Behinderung oder Tod führen; Patienten mit einer TIA haben eigentlich am meisten zu verlieren! Bei etwa jedem fünften Schlaganfall gab es zuvor eine TIA - und das meist in den letzten Stunden oder bis zu drei Tagen im Voraus.

Wie ein Schlaganfall entsteht die TIA durch ein Blutgerinnsel im Gehirn. Wenn dieses durch das körpereigene Gerinnungssystem wieder aufgelöst wird, bezeichnet man das im Nachgang als TIA. Sie weist die gleichen plötzlichen Symptome auf, wie der vollendete Schlaganfall. Im Gegensatz dazu bilden sich diese bei der TIA innerhalb weniger Minuten bis Stunden zurück. Die transitorische ischämische Attacke ist deshalb genauso ein Notfall wie ein »richtiger« Schlaganfall. Bemerken sie bei sich oder anderen also Anzeichen eines Schlaganfalls, auch wenn diese sich schnell wieder zurückgebildet haben, rufen Sie sofort einen Rettungswagen (112), auch der beschwerdefreie Patient ist ein Notfallpatient!

Akutversorgung im Krankenhaus

Bei frühestem Eintreffen in einer Klinik mit Schlaganfallexpertise wird zunächst versucht, den ursächlichen Hirngefäßverschloss wieder zu öffnen, um das Gehirn wieder mit Blut zu versorgen. Leider treffen Patient:innen nur selten innerhalb weniger Minuten in einer Klinik ein. Die Chance, bleibende Schäden zu verhindern, ist dann aber noch am größten. Die meisten kommen zwei bis drei Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome in ärztliche Behandlung. Das den Schlaganfall verursachende Blutgerinnsel in einem Hirngefäß kann dann immer noch mit einem Medikament aufgelöst oder gar mit einem Katheter entfernt werden.

Schlaganfall-Patient:innen werden auf einer Schlaganfall-Spezialstation in enger Zusammenarbeit von Schlaganfall-Ärtz:innen, Pflegekräften und Therapeut:innen betreut. Sie suchen schnellstmöglich und gründlich nach den Ursachen des Schlaganfalls, um einen weiteren Schlaganfall gar nicht erst zuzulassen.

Werden Patienten nach einem Schlaganfall in das Sana Klinikum Borna gebracht, werden sie über das Zentrum für Notfall- und Akutmedizin (ZNA) aufgenommen. Direkt nach Ankunft in der Notfallambulanz wird der/die Patient:in von Neurolog:innen untersucht, neben Blutentnahme und EKG wird sofort eine Bildgebung des Gehirns mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)durchgeführt. In der Regel bleiben Schlaganfall-Patient:innen einen bis fünf Tage auf einer Stroke Unit.

Die unverzügliche Behandlung eines Schlaganfalls ist notwendig, da nicht selten schwere bleibende Folgen, wie Lähmungen, Schluck- und Sprachstörungen oder gar der Tod drohen. Werden die verstopften Blutgefäße nicht in den ersten Minuten bis wenigen Stunden wieder eröffnet (»rekanalisiert«), können die körperlichen Einbußen immens sein. Eine schnelle Behandlung kann auch hier Leben retten und Folgeschäden effektiv verringern helfen.

Thrombolyse und Thrombektomie

Unmittelbar nach dem Ereignis können Mediziner:innen das Hirngerinnsel mit einem Medikament auflösen. Seit einigen Jahren weiß man, dass Gerinnsel in großen Hirngefäßen - die also besonders schwere Schlaganfälle auslösen - auch mit Gefäßkathetern entfernt werden können. Patient:innen, die schnellstmöglich behandelt werden, profitieren von dieser Technik besonders. Und neueste Studien zeigen, dass bei wenigen Patient:innen das mechanische Entfernen des Blutgerinnsels sogar noch bis zu 24 Stunden nach dem Ereignis schwere Behinderungen vermeiden helfen kann.

Ist eine Durchblutungsstörung Grund für einen Schlaganfall, kann man in den ersten 4,5 Stunden mit einer medikamentösen Therapie, die das Blutgerinnsel auflöst, die Versorgung des Gehirns wiederherstellen. In speziellen Situationen gelingt dies auch noch später. Das nennt man „Lyse“. Wichtig: Vor jeder Lyse muss eine Blutung im Gehirn mittels CT ausgeschlossen werden.

Bei einem ischämischen Schlaganfall (Hirnschlag) folgt meist die sogenannte „Thrombolyse“ oder „Lyse-Therapie“. Die systemische Thrombolyse ist bis ca. 4,5 Stunden nach Symptombeginn möglich, die lokale Thrombolyse bis ca. 6 Stunden.

Bei einem ischämischen Schlaganfall muss das durch ein Blutgerinnsel akut verstopfte Gefäß so schnell wie möglich wiedereröffnet werden. Dies kann durch eine medikamentöse Therapie erfolgen, die als Thrombolyse (kurz auch: „Lyse“) bezeichnet wird. Reicht eine Lysetherapie zur Auflösung des die Arterie verstopfenden Blutgerinnsels nicht aus, gibt es die Möglichkeit der sogenannten Thrombektomie, einem Eingriff, bei dem das Blutgerinnsel mechanisch entfernt wird. Dabei werden meist Katheter verwendet, die an ihrer Spitze ein Drahtgeflecht (Stent) besitzen. Diese Katheter werden so weit in das Hirngefäß vorgeschoben, dass sie hinter den Thrombus zu liegen kommen. Dann wird das Gittergeflecht an der Stelle des Thrombus entfaltet, so dass sich das Gerinnsel darin verfängt.

Wenn möglich, versuchen Ärztinnen und Ärzte, beide Verfahren (Thrombolyse und Thrombektomie) zu kombinieren. Die Erfolgsaussichten sind umso größer, je früher nach Auftreten der Symptome die Behandlung erfolgen kann.

Behandlung bei Hirnblutungen

Ist der Apoplex Folge einer Hirnblutung, so wird der Patient möglicherweise am offenen Gehirn operiert. Nicht immer erfolgt eine Operation am offenen Gehirn. Dieses Verfahren kommt jedoch nicht bei allen Hirnblutungen zur Anwendung, sondern hängt von der Art und Lokalisation der Blutung ab. In der Regel erfolgt die Überwachung auf der „Stroke Unit“, um den Blutdruck rasch zu senken und Komplikationen früh zu erkennen und zu behandeln. Bewusstlose oder beatmungspflichtige Patienten kommen direkt auf die Intensivstation und werden ganzheitlich überwacht.

Zunächst wird versucht, die Ausbreitung der Blutung zu bremsen, durch Senkung des Blutdrucks und ggf. den Einsatz gerinnungsaktiver Medikamente. Bei ausgedehnten Hirnblutungen wird operiert.

Stroke Units

In speziell und vor allem mit hochqualifiziertem Personal rund um die Uhr ausgestatteten Schlaganfall-Stationen - auch Stroke Unit genannt - findet sich heutzutage die größte Chance, Überleben beim Schlaganfall zu sichern und nie auszuschließende Folgeschäden auf ein Minimum zu reduzieren.

Auf spezialisierten Schlaganfall-Stationen - Stroke Units - stehen Diagnosetechniken und Therapien auf dem neuesten Stand der Forschung zur Verfügung. Dort arbeiten Schlaganfallexperten aus verschiedenen Disziplinen von Anfang an eng zusammen.

Patienten mit einem akuten Schlaganfall werden im optimalen Falle auf eine Stroke Unit aufgenommen. Eine „Stroke-Unit“ ist eine Spezialstation zur Behandlung von Schlaganfällen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und leitet sich von dem Wort „stroke“ = Schlaganfall ab. Die Einrichtung der Stroke-Units stellt einen großen Fortschritt in der Versorgung der Schlaganfallpatienten dar.

Rehabilitation nach dem Schlaganfall

An die Akutbetreuung schließt eine Rehabilitationsbehandlung an. Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten aktivieren mit einem komplexen Behandlungsansatz die Selbstheilungskräfte des Gehirns, um die Bewegungs- und Sprechfähigkeit so gut wie möglich wiederherzustellen.

Direkt ab Tag eins auf der Stroke Unit beginnt die Früh-Reha. Ziel ist es, schon im Krankenhaus die Schäden mithilfe von Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie zu minimieren. Dafür sorgt ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegenden und spezialisierten Therapeuten.

Nach diesem Krankenhausaufenthalt sind weiterführende Reha-Maßnahmen sinnvoll. Eine besondere Form der Rehabilitation ist die neurologische Reha. Oberstes Ziel der Frührehabilitation (kurz: Frühreha) nach einem Schlaganfall ist es, die körperlichen Funktionen wiederherzustellen. Besonderes Augenmerk gilt hierbei den Körperfunktionen, die durch den Schlaganfall womöglich geschädigt wurden. Je früher geeignete Therapiemaßnahmen und Übungen umgesetzt werden, desto eher können die Schlaganfall-Symptome behandelt und schwerere Folgeschäden verringert werden. Viele Reha-Maßnahmen werden heute bereits ambulant, aber auch in stationären geriatrischen oder neurologischen Reha-Kliniken angeboten.

Therapieformen in der Rehabilitation

Egal, ob nach einem Schlaganfall nur ein Taubheitsgefühl in den Fingern zurückbleibt oder schwere körperliche und kognitive Beeinträchtigungen: Therapien benötigt fast jede und jeder Schlaganfall-Betroffene.

  • Arm-Robot-Therapie: Die Therapie mit Unterstützung eines Roboters kann für Menschen mit lähmungsbedingten Bewegungsstörungen im Arm beziehungsweise der Hand sinnvoll sein.
  • Aufgabenorientiertes Training (AOT): Aufgabenorientiertes Training kommt unter anderem für Menschen mit grob- und feinmotorischen Störungen infrage, wie sie zum Beispiel bei einer halbseitigen Lähmung auftreten.
  • Bobath-Konzept: Das Bobath-Konzept wird zur Befundaufnahme und Behandlung von Menschen mit Störungen des Muskeltonus (= Spannungszustand der Muskulatur) verwendet.
  • CIMT-Therapie: Ist ein Arm nicht in vollem Umsatz einsatzfähig, vernachlässigen die Betroffenen diese Seite oft bei ihren Alltagstätigkeiten. In diesem Fall ist der Einsatz der „Constraint-Induced Movement Therapy“ (CIMT) sinnvoll - also eine Therapie, bei der ganz intensiv Alles mit dem betroffenen Arm gemacht wird.
  • Elektrostimulation: Durch einen Schlaganfall funktioniert die Signalweiterleitung vom Gehirn über das Rückenmark und die Nervenbahnen an den Muskel teilweise nicht mehr, da die dafür zuständigen Hirn-/Nervenzellen oder Bahnen geschädigt sind. Die Elektrotherapie kann dabei helfen, Bewegungsabläufe mit Unterstützung von Elektrostimulation wieder zu erlernen.
  • Laufbandtraining: Deswegen ist die Therapie auf dem Laufband besonders erfolgsversprechend. Das gilt sowohl für Betroffene, die noch auf technische Unterstützung angewiesen sind als auch für Betroffene, die bereits aus eigener Kraft wieder ein paar Schritte gehen können.

Physiotherapie

Physiotherapie kann einen wesentlichen Behandlungsbeitrag leisten, wenn infolge eines Schlaganfalls das Bewegungssystem betroffen ist oder wenn Lähmungen eingetreten sind. Die physiotherapeutische Behandlung beginnt sehr rasch nach einem Schlaganfall, also bereits in der Klinik. Die Behandlung wird in der (neurologischen) Rehabilitation und anschließend in der freien Praxis Ihres Physiotherapeuten fortgesetzt. Zahlreiche Physiotherapeuten sind durch spezielle Weiterbildungen für die Behandlung von neurologischen Patienten besonders qualifiziert. Physiotherapie nach Schlaganfall ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung in der ambulanten Versorgung. Der Physiotherapeut behandelt Sie auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung. Bei erstmaliger Verordnung sind bis zu 10 Behandlungseinheiten vorgesehen, bei längerfristigem Behandlungsbedarf bei Patienten nach dem 18. Lebensjahr sind Folgeverordnungen möglich.

Wiedereingliederung in den Beruf

Um langsam wieder in den Beruf einzusteigen, haben sie einen Anspruch auf eine stufenweise Wiedereingliederung. Erst wenn alle Rehabilitationsmaßnahmen ausgeschöpft sind und die Arbeitsfähigkeit nicht wieder hergestellt wird, kann ein Rentenantrag gestellt werden. Vorher sollten Verkehrsmediziner oder besonders qualifizierte Ärzte die individuelle Fahrtauglichkeit begutachten.

Prävention

Einem Schlaganfall kann durch gesunde Lebensweise bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden. Im Akutfall aber viel wichtiger: Auch geringste Schlaganfall-Symptome, erfordern schnellstes Handeln. Auch dann wenn Sie nach ein paar Minuten wieder von allein verschwunden sein sollten.

Die Gefahr, einen Schlaganfall mit all seinen gefürchteten Folgen zu erleiden, kann man jedoch durch Prävention auch abwenden.

Ein aktiver, beweglicher Lebensstil mit regelmäßiger Ausdauerbelastung hilft, dem Schlaganfall vorzubeugen. Präventionskurse unter Anleitung von speziell fortgebildeten Physiotherapeuten können Sie dabei unterstützen. Diese Kurse dienen der körperlichen Aktivierung oder auch der Entspannung. Bewegen Sie sich regelmäßig! Fragen Sie Ihren Physiotherapeuten nach geeigneten Kursangeboten!

Ein gesunder Lebensstil mit täglicher Ausdauerbewegung, mediterraner Ernährung, Normalgewicht und Rauchstopp kann das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt aber auch Demenz deutlich senken.

Eine besondere Ernährung nach einem Schlaganfall kann eine gute Prävention sein, um einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Mit einer gesunden Ernährung im Alter können Risikofaktoren wie zu hohe Cholesterin- oder Zuckerwerte durchaus in Schach gehalten werden, die als Ursache für einen Schlaganfall gelten können. Orientieren Sie sich an den Grundregeln der „mediterranen Diät“: Eine Mischkost aus viel Obst und Gemüse, Olivenöl, Fisch sowie wenig rotem Fleisch.

Leben mit den Folgen eines Schlaganfalls

Trotz bester Therapie können nach einem Schlaganfall Einschränkungen bestehen bleiben. Wer deshalb im täglichen Leben Hilfe benötigt, kann einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Gutachterlich wird der Pflegegrad festgestellt. Für Grad 1 müssen leichte Einschränkungen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens vorliegen. Patienten, die von Angehörigen, Bekannten, Freunden oder Nachbarn betreut werden, erhalten Pflegegeldleistungen als Aufwandentschädigung. Ab Pflegegrad 2 kann zwischen Pfleg…

Mögliche Beeinträchtigungen

Welche Einschränkungen bestehen und wie schwer sie sind, hängt davon ab, welche Hirnareale geschädigt sind. Manche Patienten fühlen sich schon kurz nach dem Ereignis wie vorher. Bei einem Großteil der Patienten und Patientinnen wirkt sich der Schlaganfall körperlich aus: beispielsweise durch halbseitige Lähmungen oder Verkrampfungen von Armen und Beinen und/oder eine gestörte Motorik. Schluck-, Seh- und Sprachstörungen können auftreten. Aufmerksamkeit und Konzentration können schwerfallen. Für fast alle Betroffenen ist ein Schlaganfall auch ein Angriff auf die Psyche. Sie können unter Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen oder Angststörungen leiden.

Umgang mit den Folgen

Entscheidend ist, dass Betroffene und ihre Angehörigen und Bezugspersonen die verbleibenden neurologischen Symptome verstehen und mit ihnen umgehen lernen. Bei einer Sprachstörung (Aphasie) können Sprachverständnis und/oder Sprachkodierung gestört sein; bei einer Sprechstörung (Dysarthrie) sind die Sprechmuskeln beeinträchtigt - Logopäden trainieren die Kommunikation. Gesichtsfeldausfälle oder eine Aufmerksamkeitsstörung (Neglect) führen zu Einschränkungen der Verkehrstauglichkeit und können auch die Wahrnehmung und Orientierung im häuslichen Umfeld beeinträchtigen. Lähmungen und Spastik begrenzen den Einsatz der betroffenen Gliedmaßen, meist mehr des Armes und der Hand als des Beines. Dies bedarf einer gezielten Krankengymnastik, ggf. aber auch einer medikamentösen oder Spritzentherapie und des Einsatzes von Hilfsmitteln. Die Ergotherapie hilft bei der Feinmotorik und beim (Wieder-)Erlernen vom Arbeiten mit Gegenständen. Koordinationsstörungen können Zielbewegungen und das Gehen beeinträchtigen.

Für die Betroffenen ist es oft extrem frustrierend, wenn sprachliche Kommunikation nicht gelingt oder wenn auf bestehende Handicaps nicht oder falsch eingegangen wird. Die Beratung von betreuenden Personen über den richtigen Umgang mit den Betroffenen ist daher enorm wichtig. Oft hilft es Betroffenen, sich mit anderen z.B.

Viele Patientinnen und Patienten entwickeln in Folge des Schlaganfalls eine Depression, da sich ihr Leben massiv verändert hat und sie mit Folgen oder gar schweren Behinderungen leben müssen. Eine Depression ist eine schwere Erkrankung, die von Anfang an konsequent behandelt werden muss.

Sowohl für Schlaganfall-Patienten selbst als auch für deren Angehörige können Schlaganfall-Selbsthilfegruppen eine große Unterstützung sein, um mit den Folgen und Auswirkungen eines Schlaganfalls zu leben. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist eine gute Adresse, wenn es darum geht, Kontakt zu Selbsthilfegruppen aufzunehmen.

Trainieren Sie mit dem Betroffenen, seine Gedächtnisleistung zu verbessern.

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