Ausbleibende Periode durch Hirntumor: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Hirntumor kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, darunter auch hormonelle Störungen, die bei Frauen zum Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö) führen können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Hirntumoren, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ausbleiben der Periode.

Die Rolle der Hypophyse

Die Hypophyse, auch Hirnanhangsdrüse genannt, ist eine etwa erbsen- bis kirschkerngroße Drüse an der Schädelbasis, die als übergeordnetes Steuerorgan für zahlreiche Hormone im Körper fungiert. Sie reguliert die Produktion von Schilddrüsenhormonen, Cortisol, Wachstumshormonen, Geschlechtshormonen und Hormonen zur Steuerung der Milchproduktion nach der Schwangerschaft.

Hirntumore und ihre Auswirkungen

Ein Hirntumor ist eine Raumforderung im Bereich des Gehirns, die gutartig oder bösartig sein kann. Die verschiedenen primären Gehirntumore werden in WHO-Grade von 1 bis 4 eingeteilt, wobei ein niedrigerer Grad mit einer besseren Überlebensrate verbunden ist. Hirntumore können in jedem Lebensalter auftreten, wobei der statistische Mittelwert zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr liegt. Es gibt verschiedene Arten von Hirntumoren, darunter:

  • Meningeome: Häufigste Tumoren des zentralen Nervensystems, die von den Hirnhäuten ausgehen und fast ausschließlich gutartig sind (WHO-Grad 1).
  • Neurinom (Schwannom): Geht vom Nervensystem aus, meist vom Hörnerven, und ist ebenfalls fast ausschließlich gutartig (WHO-Grad 1).
  • Astrozytome: Eine Untergruppe der Gliome, die in verschiedenen Graden (WHO-Grad 1 bis 4) vorkommen. Das pilozytische Astrozytom (WHO-Grad 1) tritt häufig bei Kindern auf, während das diffuse (WHO-Grad 2) und das anaplastische Astrozytom (WHO-Grad 3) durchschnittlich mit Mitte 30 auftreten. Das Glioblastom (WHO-Grad 4) tritt durchschnittlich mit 60 Jahren auf.
  • Oligodendrogliome: Zählen ebenfalls zu den Gliomen und können langsam (WHO-Grad 2) oder schnell wachsen (anaplastisches Oligodendrogliom, WHO-Grad 3).
  • Medulloblastom: Ein bösartiger Tumor (WHO-Grad 4), der bereits im Kindesalter auftreten kann.
  • Hypophysenadenome: Gutartige Tumoren der Hirnanhangsdrüse, die etwa 15 Prozent aller Hirntumoren ausmachen und meist zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr diagnostiziert werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für primäre Gehirntumore sind bisher nicht vollständig geklärt. Es wurden jedoch Risikofaktoren identifiziert, die das Auftreten dieser Tumore begünstigen können:

  • Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich: Eine vorangegangene Strahlentherapie in diesem Bereich kann das Risiko erhöhen.
  • Erbliche Faktoren: Genetische Veranlagung kann eine Rolle spielen, insbesondere bei der multiplen endokrinen Neoplasie Typ 1 (MEN1).

Symptome eines Hirntumors

Die Symptome eines Hirntumors können vielfältig sein und hängen von der Art, Größe und Lokalisation des Tumors ab. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

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  • Kopfschmerzen: Treten meist diffus im Kopf auf, sind schwer zu lokalisieren und bevorzugt am frühen Morgen oder in der Nacht vorhanden.
  • Schwindel
  • Epileptische Anfälle: Erstmaliges Auftreten von Anfällen.
  • Neurologische Auffälligkeiten: Halbseitenlähmung, Gefühlsstörungen, Sprach- oder Sehstörungen.
  • Wesensveränderung: Veränderungen der Persönlichkeit, Gedächtnisschwäche.
  • Erhöhter Hirndruck: Kann zu Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, unterschiedlich großen Pupillen und Doppelbildern führen.

Spezifische Symptome bei Frauen

Einige Hirntumore, insbesondere Hypophysenadenome, können Hormone produzieren, die den Menstruationszyklus beeinflussen. Ein Prolaktinom, das zu viel Prolaktin produziert, kann bei Frauen zu folgenden Symptomen führen:

  • Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö)
  • Milchfluss aus der Brust (Galaktorrhö) auch außerhalb der Schwangerschaft
  • Unregelmäßige Menstruationsblutungen
  • Unfruchtbarkeit
  • Verringerter Sexualtrieb (Libido)

Diagnose

Bei Verdacht auf einen Hirntumor werden verschiedene diagnostische Verfahren eingesetzt:

  • Bildgebende Verfahren: Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Kopfes, wobei die MRT den Gehirntumor zuverlässiger darstellen kann.
  • Nervenwasseruntersuchung (Liquorpunktion, Lumbalpunktion): Zum Ausschluss von entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems.
  • Hormonuntersuchungen: Blut-, Speichel- und Urinuntersuchungen zur Bestimmung der Hormonspiegel.
  • Gewebeuntersuchung: Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) oder komplette Entfernung des Tumors zur mikroskopischen Untersuchung.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung eines Hirntumors richtet sich nach der Art, Größe, Lokalisation und dem WHO-Grad des Tumors sowie dem Allgemeinzustand des Patienten. Zu den gängigen Behandlungsmethoden gehören:

  • Operation: Wenn möglich, wird der Tumor vollständig entfernt. Bei Hypophysenadenomen kann der Eingriff oft minimal-invasiv durch die Nase erfolgen.
  • Strahlentherapie: Kann nach einer Operation eingesetzt werden, um verbliebene Tumorzellen zu zerstören oder bei inoperablen Tumoren das Wachstum zu verlangsamen. Eine moderne Form der Strahlentherapie ist die Protonentherapie, die das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich schont.
  • Chemotherapie: Wird vor allem bei bösartigen Tumoren wie Glioblastomen und anaplastischen Gliomen eingesetzt.
  • Medikamentöse Therapie: Bei hormonproduzierenden Tumoren, wie Prolaktinomen, können Medikamente eingesetzt werden, um die Hormonproduktion zu regulieren. Kortison kann zur Abschwellung des Gewebes eingesetzt werden.
  • Tumortherapiefelder (TTF): Eine neue Therapieform beim Glioblastom.

Prognose

Die Prognose bei einem Hirntumor hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom WHO-Grad des Tumors, der Vollständigkeit der Entfernung, dem Ansprechen auf Bestrahlung und Chemotherapie sowie dem Allgemeinzustand des Patienten. Gutartige Tumore (WHO-Grad 1) haben in der Regel eine sehr gute Prognose, während bösartige Tumore (WHO-Grad 4) eine deutlich schlechtere Prognose haben.

Hypophysenadenom und Ausbleiben der Periode

Ein Hypophysenadenom kann die Hormonproduktion der Hypophyse beeinträchtigen und zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt führen. Insbesondere Prolaktinome, die zu viel Prolaktin produzieren, können bei Frauen zu einem Ausbleiben der Periode (Amenorrhö) führen.

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Prolaktinome

Prolaktinome sind gutartige Tumoren der Hypophyse, die vermehrt das Hormon Prolaktin produzieren. Prolaktin ist normalerweise für die Milchproduktion in der Schwangerschaft und Stillzeit verantwortlich. Ein Überschuss an Prolaktin kann jedoch den Menstruationszyklus stören und zum Ausbleiben der Periode führen. Weitere Symptome eines Prolaktinoms können Milchfluss aus der Brust (Galaktorrhö), Unfruchtbarkeit und ein verminderter Sexualtrieb sein.

Behandlung von Prolaktinomen

Prolaktinome werden in der Regel mit Medikamenten behandelt, die die Prolaktinproduktion senken. Diese Medikamente, sogenannte Dopaminagonisten, sind in den meisten Fällen sehr wirksam und können den Tumor verkleinern oder sogar ganz verschwinden lassen. In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, insbesondere wenn der Tumor sehr groß ist oder nicht auf Medikamente anspricht.

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