Pflanzliche Mittel gegen Migräne: Natürliche Linderung und Vorbeugung

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die von pochenden Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und anderen belastenden Symptomen begleitet wird. Viele Betroffene suchen nach natürlichen und schonenden Alternativen zur Linderung und Vorbeugung von Migräneattacken. Pflanzliche Mittel bieten hier eine vielversprechende Option, um die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Mutterkraut: Ein traditionelles Mittel zur Migräneprophylaxe

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist eine Arzneipflanze, die seit Jahrhunderten zur Behandlung von Kopfschmerzen eingesetzt wird. Bereits im 18. Jahrhundert wurde Mutterkraut in England nicht nur bei Fieber, sondern auch bei Kopf- und Zahnschmerzen verwendet, was ihm den Beinamen „Feverfew“ und „Aspirin der Engländer“ einbrachte. Der Name „Mutterkraut“ rührt von seiner traditionellen Verwendung bei Frauenkrankheiten her.

Wirkweise von Mutterkraut

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Mutterkraut bei langfristiger Einnahme die Häufigkeit von Migränekopfschmerzen und damit auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen deutlich verringern kann. Der Hauptwirkstoff Parthenolid hemmt die Erweiterung der Blutgefäße im Kopf, bevor der Schmerz beginnt, und verhindert Entzündungsvorgänge, die den Schmerz verursachen. Mutterkraut beeinflusst die Aktivierung des trigeminalen Nervensystems, moduliert TRPA1-Ionenkanäle und reduziert dadurch die CGRP-Ausschüttung, was die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen signifikant verringert.

Anwendung und Dosierung von Mutterkraut

Mutterkraut-Tabletten sollten langfristig eingenommen werden, da sich die Wirkung kontinuierlich aufbaut. Erwachsene können 1-3 x täglich 1 Filmtablette mit 200 mg Mutterkraut-Pulver einnehmen. Zu Beginn wird 1 x 200 mg pro Tag empfohlen. Sollte es nach 2 Monaten zu keiner Verbesserung gekommen sein, kann die Dosis auf 400 mg (2 x 200 mg) oder 600 mg (3 x 200 mg) gepulverte Droge pro Tag gesteigert werden. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen.

Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten

Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind ein pflanzliches Arzneimittel zur Vorbeugung von migräneartigen Kopfschmerzen. Sie enthalten hochwirksames Mutterkraut in seiner natürlichsten Form und sind besonders gut verträglich und verursachen keine Gewöhnungseffekte. Die Filmtabletten sind frei von Lactose, Glutenfrei und für Veganer geeignet. Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind exklusiv in Apotheken erhältlich.

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Studien zur Wirksamkeit von Mutterkraut

Die Wirksamkeit von Mutterkraut wurde in mehreren klinischen Studien bestätigt. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 170 Patienten zeigte, dass die Anfallshäufigkeit signifikant (p= 0,0456) gesenkt werden konnte. Zusätzlich traten Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit seltener auf. Eine weitere kleine Studie belegte, dass bei sechsmonatiger Einnahme von Mutterkrautpulver die Migräneanfälle um beeindruckende 67% reduziert wurden.

Weitere pflanzliche Mittel und Hausmittel gegen Migräne

Neben Mutterkraut gibt es eine Reihe weiterer pflanzlicher Mittel und Hausmittel, die bei Migräne Linderung verschaffen können:

Tee gegen Kopfschmerzen

  • Gewürznelke: Verfeinern Sie eine Kanne grünen Tee mit zwei Gewürznelken, etwas Zimt und Zitronensaft. Das Öl der Gewürznelke hat einen schmerzstillenden Effekt, während Grüntee das Immunsystem stärkt und entgiftend wirkt. Trinken Sie über den Tag verteilt vier bis fünf Tassen. Achtung: Grüner Tee kann wach machen. Wenn Sie darauf reagieren, sollten Sie ihn nicht abends zu sich nehmen.
  • Ingwer: Manche Menschen schwören auf Ingwer und Chrysantheme als Hausmittel zur Soforthilfe bei Migräne. Geben Sie für einen Tee einen Teil kleingeschnittenen Ingwer und einen Teil Chrysantheme (aus der Apotheke) in eine Tasse (250 Milliliter) mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 15 Minuten lang ziehen.
  • Kamillenblüten: Kamillentee ist ein altbewährtes Migräne-Hausmittel, zudem lindert er Magenbeschwerden, die als Begleitsymptome auftreten können. Nehmen Sie zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten für eine Tasse Tee und lassen Sie diese Mischung zehn Minuten ziehen. Anschließend kippen Sie den Sud durch ein Sieb und genießen das Getränk.
  • Weidenrinde: Ein Tee aus Weidenrinde enthält unter anderem Salicylsäure, die schmerzlindernd wirkt. Damit eignet sie sich als Hausmittel gegen Kopfschmerzen. Versetzen Sie einen Teelöffel der feingeschnittenen Rinde (aus der Apotheke) mit 250 Millilitern Wasser. Anschließend kochen Sie die Mischung für fünf Minuten auf, und geben Sie sie durch ein Teesieb.
  • Waldmeister: Neben seiner beruhigenden Wirkung zeigt Waldmeister auch einen schmerzlindernden Effekt. Für einen Tee geben Sie einen Teelöffel Waldmeister in eine Tasse mit 250 Millilitern kochendem Wasser. Lassen Sie das Getränk fünf Minuten ziehen, dann seihen Sie die Waldmeisterblüten ab. Trinken Sie mehrere Tassen Tee täglich.
  • Mädesüß: Mädesüß kann als Hausmittel gegen Migräne unterstützend zum Einsatz kommen. Der Tee sollte etwa zehn Minuten ziehen und mehrmals am Tag getrunken werden.
  • Ginkgo: Die Blätter des Ginkgo-Baums enthalten gefäßerweiternde und durchblutungsfördernde Inhaltsstoffe und sind daher geeignet für einen Tee gegen Kopfschmerzen. Allerdings reagieren manche Personen auch auf Ginkgo mit Kopfschmerzen. Daher sollten Sie den Tee zunächst in einer Phase ohne Migräne testen.
  • Weitere Tees: Weitere Tees, die gegen Migräne helfen sollen, sind Oregano, Zitronenmelisse, Lindenblüten und Rosmarin. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach Ihrer Wunschsorte.

Ernährung bei Migräne

Migräne-Patienten sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten, da eine gute Versorgung mit Nährstoffen sowohl der allgemeinen Gesundheit als auch der Migräne zuträglich ist. Es ist vorteilhaft, den Körper nicht allzu großen Schwankungen auszusetzen. Versuchen Sie deshalb Blutzuckerschwankungen zu minimieren, regelmäßige Tagesabläufe und Schlafzyklen einzuhalten und Suchtstoffe wie Koffein, Alkohol und Nikotin zu meiden. Ein Verzicht auf Fertigprodukte, Gluten und tierische Lebensmittel hat bei einigen Migräne-Leidenden zu Verbesserungen geführt. Achten Sie auf jeden Fall auch immer darauf genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Aromatherapie gegen Migräne

Auch mit der Aromatherapie werden gute Erfolge erzielt. Zur sanften Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen eignet sich beispielsweise zehnprozentiges Pfefferminzöl. Das ätherische Öl wird auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen und wirkt schmerzlindernd. Daneben gibt es weitere Essenzen, die Sie gegen Migräne nutzen können: Grüner Apfel, Lavendel, Eukalyptus, Rosmarin, Kamille und Majoran. Die ätherischen Öle tragen zu Ihrem Wohlbefinden bei und können Körper und Geist entspannen.

Kälte- und Wärme-Anwendungen

Bei einer akuten Migräne-Attacke kann eine Salz-Eis-Packung Linderung verschaffen. Füllen Sie einen Stoffbeutel mit einem Teil Salz und vier Teilen Eiswürfeln. Drücken Sie diesen auf die pochenden, schmerzenden Schläfen oder legen Sie ihn auf die Stirn. Das Salz stabilisiert das Eis und die Kälte betäubt den Schmerz. Bemerkst du Anzeichen einer Migräne-Attacke, kann es sich überdies lohnen, ein ansteigendes Fußbad auszuprobieren.

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Weitere Hausmittel

  • Kaffee mit Zitrone: Koffein hat einen erweiternden Effekt auf die Blutgefäße.
  • Cayennepfeffer: Lösen Sie einen halben Teelöffel Cayennepfeffer in einem Glas Wasser auf. Zusätzlich können Sie etwas Zitrone oder Honig beigeben.
  • Basilikum: Basilikum enthält wertvolle ätherische Öle, die sich am besten beim Kauen der frischen Blätter entfalten.
  • Johanniskraut: Die Arzneipflanze ist vor allem für ihre antidepressive Wirkung bekannt, kann aber auch gegen Migräne genutzt werden. Bereiten Sie sich dafür einen Tee zu.
  • Vanille: Lösen Sie einen Teelöffel echte, geriebene Vanille in einem Glas Wasser auf.

Weitere Maßnahmen zur Migräneprophylaxe

Neben pflanzlichen Mitteln und Hausmitteln gibt es weitere Maßnahmen, die zur Migräneprophylaxe beitragen können:

  • Regelmäßiges Lauftraining: Lauftraining ist geeignet, um den Symptomen von Migräne vorzubeugen. Die erhöhte Sauerstoffversorgung regt Stoffwechselvorgänge und die Durchblutung an und hilft darüber hinaus bei der allgemeinen Entspannung.
  • Entspannungsübungen: Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training oder auch Meditation können Ihnen dabei helfen, Migräneattacken vorzubeugen. Neben einer entspannenden Wirkung wird die Informationsverarbeitung während der Kopfschmerzphase heruntergefahren, was Schmerzen verringern kann.
  • Verhaltenstherapie: Durch die starken Schmerzen bei einer Migräneattacke leidet vor allem auch die Psyche. Allein die Angst vor der nächsten Schmerzepisode kann innerlichen Stress auslösen, der ein neuerliches Auftreten von Migräne wahrscheinlicher macht. Mit einer kognitiven Verhaltenstherapie können Sie Techniken erlernen, die Ihnen in diesen Situationen helfen nicht in Panik zu verfallen und einen besseren Umgang mit den Schmerzen zu erlernen.
  • Migräne-Tagebuch: Ein Migräne-Tagebuch hilft dabei, Ihre persönlichen Triggerfaktoren besser kennenzulernen. Durch das regelmäßige Beobachten und Festhalten Ihrer Migräne-Verläufe erhalten Sie wichtige Erkenntnisse, um Migräne-Anfälle zu reduzieren.
  • Ausgewogene Steuerung von Migräne-Triggern: Wir raten Ihnen dazu Migräne-Trigger ausgewogen zu steuern, anstatt diese strikt zu vermeiden, denn sonst erzeugen Sie nur unnötigen Stress und damit womöglich die nächste Migräneattacke.

Medikamentöse Behandlung von Migräne

Die medikamentöse Behandlung eines akuten Migräneanfalls kann durch prophylaktische Maßnahmen, die dem Schmerz vorbeugen, ergänzt werden. Gegen die Schmerzen selbst werden herkömmliche Schmerzmittel (Analgetika) wie Ibuprofen und Paracetamol oder - bei stärkeren Beschwerden - spezielle Migräne-Medikamente (Triptane) empfohlen. Bei Übelkeit und Erbrechen können Antiemetika wie Metoclopramid oder Domperidon helfen.

Zur Vorbeugung von Migräne stehen verschiedene Wirkstoffe zur Auswahl, darunter Betablocker (Propranolol, Metoprolol, Bisoprolol), Kalzium-Antagonisten (Flunarizin), Antikonvulsiva (Valproinsäure, Topiramat), Antidepressiva (Amitriptylin) und Onabotulinumtoxin A (Botox). Seit einiger Zeit gibt es auch monoklonale Antikörper zur Vorbeugung von Migräne, die als Injektionslösung verabreicht werden.

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