Die Behandlung von Migräne ist ein komplexes Feld, in dem Betroffene oft nach alternativen Wegen suchen, um ihre Beschwerden zu lindern. Eine Methode, die in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat, ist das sogenannte Migränepiercing, auch bekannt als Piercingpunktur®. Diese Technik, die von Steve Pierce entwickelt wurde, zielt darauf ab, Akupunkturpunkte im Ohr zu stimulieren, um so Migräneattacken zu reduzieren.
Steve Pierce und die Piercingpunktur®
Steve Pierce ist ein Piercer aus Böblingen, der sich intensiv mit der Wirkung von Piercings auf Migräne auseinandergesetzt hat. Seine Methode basiert auf der Idee, dass durch das Stechen eines Piercings an bestimmten Akupunkturpunkten im Ohr eine dauerhafte Stimulation erfolgt, die ähnlich wie bei der Akupunktur positive Effekte auf den Körper haben kann. Pierce betont jedoch, dass er kein Wundermittel entdeckt hat und dass die Piercingpunktur® nicht bei jedem Menschen gleich wirkt.
Die Anfänge und Entwicklung der Methode
Die Geschichte der Piercingpunktur® begann im Jahr 2014, nachdem Pierce einen Kunden namens Ferhad gepierct hatte. Ferhad berichtete, dass er seitdem keine Migräneattacken mehr gehabt habe. Diese Erfahrung veranlasste Pierce, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und weitere Kunden zu befragen, ob sie unter Migräne leiden und bereit wären, die Methode auszuprobieren. Die Ergebnisse waren vielversprechend, und so entwickelte sich die Piercingpunktur® stetig weiter.
Im Laufe der Zeit baute Pierce ein Team auf, das aus Piercern, Ärzten, Heilpraktikern und Physiotherapeuten besteht. Gemeinsam arbeiten sie daran, die Methode zu verbessern und das Wissen darüber zu erweitern. Pierce bildet auch Piercer im In- und Ausland aus, um sicherzustellen, dass die Piercingpunktur® nach seinem Standard durchgeführt wird.
Juristische Auseinandersetzungen und Anfeindungen
Die Piercingpunktur® ist jedoch nicht unumstritten. Pierce und sein Team sahen sich in der Vergangenheit mit Anfeindungen vonseiten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), Schmerzkliniken und anderen Studios konfrontiert. Die DMKG warnte davor, dass Piercings nicht zur Therapie von Migräne geeignet seien, und eine Mitarbeiterin einer Schmerzklinik untersagte Pierce die Verwendung des Begriffs "Migränepiercing", da dieser angeblich ein Heilsversprechen assoziiere. Infolgedessen musste Pierce sein Verfahren in Piercingpunktur® umbenennen.
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Trotz dieser Schwierigkeiten ließ sich Pierce nicht entmutigen. Er sah die Anfeindungen als Bestätigung dafür, dass er mit seiner Arbeit nicht ganz falsch liegen könne. Er betonte, dass er immer offen für Kritik und Austausch sei und lud Kritiker ein, sich seine Arbeit anzusehen und sich selbst ein Bild zu machen.
Die Position der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG)
Die DMKG steht der Piercingpunktur® kritisch gegenüber. Sie warnt davor, dass Piercings nicht zur Therapie von Migräne geeignet seien und dass sie sich entzünden könnten. Pierce entgegnet darauf, dass eine Entzündung das geringere Übel sei im Vergleich zu den Nebenwirkungen, die der Dauerkonsum von Medikamenten verursachen könne. Er betont jedoch auch, dass er die juristische Definition respektiert und Piercings ausschließlich aus ästhetischen Gründen sticht und nicht zum Zwecke der Heilung. Therapien und Diagnostik unterliegen ausschließlich Ärzten und Heilpraktikern.
Die Erfahrungen von Kunden
Trotz der Kritik gibt es zahlreiche Kunden, die von positiven Erfahrungen mit der Piercingpunktur® berichten. Sie berichten von einer Linderung ihrer Kopfschmerzen, einer Reduktion der Migräneattacken und einerSteigerung ihrer Lebensqualität. Eine Kundin erzählte beispielsweise, dass sie seit dem Stechen des Piercings wieder schlafen könne, keine starken Tabletten mehr nehme und endlich wieder mit ihren Kindern schwimmen gehen könne.
Pierce betont, dass er die Erfahrungen seiner Kunden sehr ernst nimmt und dass er durch den Austausch mit ihnen jeden Tag dazulernt. Er betreibt auch eine Gruppe, in der Kunden ihre Erfahrungen mit der Piercingpunktur® teilen können. Dort kann sich jeder Interessent seine eigene Meinung neutral bilden.
Die Rolle des Placeboeffekts
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung der Piercingpunktur® nicht vollständig erforscht ist und dass ein Teil der positiven Effekte auf den Placeboeffekt zurückzuführen sein könnte. Der Placeboeffekt ist ein Phänomen, bei dem eine Behandlung eine positive Wirkung erzielt, obwohl sie keine spezifische medizinische Wirkung hat. Die Erwartungshaltung des Patienten und die Zuwendung des Behandlers können dabei eine wichtige Rolle spielen.
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Ein Schmerzspezialist aus den USA schlägt vor, es wie beim Autokauf zu halten. Er rät vor einem Daith Piercing quasi zu einer Probefahrt: Man kann einen Akupunkteur besuchen und sehen, ob Nadeln in bestimmten Teilen des Knorpels eine gewisse Linderung verschaffen. Wenn man feststellt, dass es funktioniert, ist es vielleicht wert, ein permanentes Piercing in Betracht zu ziehen.
Die Bedeutung der Hygiene und des Standards
Pierce legt großen Wert auf Hygiene und einen hohen Standard bei der Durchführung der Piercingpunktur®. Er hat die Begriffe "Migränepiercing" und "Piercingpunktur" schützen lassen, um sich von Nachahmern abzugrenzen, die möglicherweise nicht über das notwendige Wissen und die Erfahrung verfügen. Er betont, dass es wichtig ist, sich an einen erfahrenen Piercer zu wenden, der die Hygiene- und Sicherheitsstandards einhält.
Die Zukunft der Piercingpunktur®
Pierce möchte die Piercingpunktur® weiterentwickeln und weitere Piercer im In- und Ausland ausbilden. Er möchte, dass sich das Thema weiterentwickelt und weiterwächst. Er hofft, dass die Piercingpunktur® eines Tages von der Medizin anerkannt wird und dass er sich dann wieder etwas mehr seinem Privatleben widmen kann.
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