Pipamperon: Nebenwirkungen und Taubheitsgefühl – Ein umfassender Überblick

Einführung

Pipamperon ist ein Antipsychotikum der ersten Generation, das zur Behandlung von Schlafstörungen und Unruhezuständen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es in den Stoffwechsel der Nervenbotenstoffe eingreift. Obwohl es bei vielen Patienten wirksam ist, können Nebenwirkungen auftreten, die das Wohlbefinden beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Nebenwirkungen von Pipamperon, insbesondere das Taubheitsgefühl, und bietet einen umfassenden Überblick über die Anwendung, Risiken und wichtigen Hinweise.

Was ist Pipamperon?

Pipamperon ist ein sogenanntes Butyrophenon und gehört damit zur selben Wirkstoffklasse wie Haloperidol. Im Gegensatz zu diesem wirkt Pipamperon allerdings nur schwach antipsychotisch, dafür stärker beruhigend (sedierend) und dämpfend. Es beeinflusst das Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, indem es bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) von Dopamin blockiert. Dadurch wirkt es beruhigend und kann helfen, besser zu schlafen.

Anwendungsgebiete

Pipamperon wird hauptsächlich bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Schlafstörungen
  • Psychomotorische Erregungszustände

Wirkungsweise

Im Gehirn und Rückenmark (Zentrales Nervensystem) sorgt das Zusammenspiel verschiedener Botenstoffe dafür, dass man sich ausgeglichen fühlt und angemessen auf bestimmte Situationen (wie Aufregung, Freude, Angst etc.) reagieren kann. Dazu werden die verschiedenen Botenstoffe (wie Dopamin) je nach Bedarf von Nervenzellen ausgeschüttet und später wieder aufgenommen und gespeichert.

Dieses Gleichgewicht der Botenstoffe ist bei Menschen, die unter Schlafstörungen oder körperlicher Unruhe leiden, gestört. Pipamperon kann es wieder herstellen, indem es bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) von Dopamin blockiert - der Patient wird ruhiger und kann besser schlafen.

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Die maximale Wirkung wird bereits nach ungefähr zwei Stunden erreicht.Daraufhin findet der Abbau in der Leber statt. Die Abbauprodukte werden anschließend mit dem Urin über die Nieren ausgeschieden.

Mögliche Nebenwirkungen von Pipamperon

Wie alle Medikamente kann auch Pipamperon Nebenwirkungen verursachen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Patient diese Nebenwirkungen erlebt und dass die Intensität variieren kann.

Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 10% der Behandelten)

  • Schläfrigkeit
  • Zahnradphänomen (ruckartige Bewegungen der Arme und Beine)

Häufige Nebenwirkungen (1 bis 10% der Behandelten)

  • Depression
  • Bluthochdruck
  • Unruhe
  • Augenverdrehen (okulogyrische Krise)
  • Unwillkürliche Saug- und Schmatzbewegungen
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Zittern
  • Erhöhter Puls
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautausschläge
  • Ausbleiben der Regelblutung
  • Brustwachstum beim Mann

Seltene Nebenwirkungen (weniger als 0,1% der Behandelten)

  • Krämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Sekretion der Brustdrüsen

Sehr seltene Nebenwirkungen

  • Malignes neuroleptisches Syndrom (Zittern, hohes Fieber, Muskelzerfall)

Weitere mögliche Nebenwirkungen

  • Veränderung in der Herzstromkurve (Verlängerung des QT-Intervalls im Elektrokardiogramm [EKG])
  • Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes, ventrikuläre Arrhythmien einschließlich Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie)
  • Herzstillstand
  • Erniedrigter Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie)
  • Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Blutgerinnsel in den Venen
  • Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen oder Beinen

Es wurde im Zusammenhang mit Antipsychotika selten über kardiale Effekte wie Veränderung in der Herzstromkurve (Verlängerung des QT-Intervalls im Elektrokardiogramm [EKG]), Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes, ventrikuläre Arrhythmien einschließlich Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie) und Herzstillstand berichtet. Weiter traten ungeklärte plötzliche Todesfälle auf.

Es wurde im Zusammenhang mit Antipsychotika sehr selten über Fälle von erniedrigtem Natriumspiegel im Blut und dem Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) berichtet.

Es wurde im Zusammenhang mit Antipsychotika über Fälle von vermehrtem Schwitzen und vermehrtem Speichelfluss berichtet.

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Es wurde im Zusammenhang mit Antipsychotika über Fälle von Blutgerinnseln in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können, berichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Taubheitsgefühl als Nebenwirkung

Obwohl Taubheitsgefühl nicht als häufige Nebenwirkung von Pipamperon aufgeführt ist, gibt es Berichte darüber, dass Patienten ein Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen oder Beinen verspüren. Dies könnte auf eine Beeinflussung der Nervenfunktion oder der Durchblutung zurückzuführen sein. Sollte dieses Symptom auftreten, ist es wichtig, umgehend einen Arzt zu konsultieren, um die Ursache abzuklären und gegebenenfalls die Behandlung anzupassen.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Pipamperon

Gegenanzeigen

Pipamperon darf nicht eingenommen werden bei:

  • Morbus Parkinson
  • Zuständen mit einer Dämpfung des Zentralen Nervensystems

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Pipamperon kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Daher ist es wichtig, den Arzt über alle eingenommenen Medikamente zu informieren. Zu den wichtigsten Wechselwirkungen gehören:

  • Verstärkung der Wirkung von Mitteln gegen Depressionen, Schmerzmitteln und zentral dämpfenden Wirkstoffen
  • Verminderung der Wirkung von Levodopa und Bromocriptin (bei Parkinson)
  • Beeinflussung der Wirkung von Blutdrucksenkern
  • Erhöhtes Risiko für QT-Intervall-Verlängerung in Kombination mit anderen entsprechenden Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen, auf das zentrale Nervensystem dämpfend wirkenden Arzneimitteln (Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmittel, andere Psychopharmaka, bestimmte Mittel gegen Allergie), kann es zu einer wechselseitigen Verstärkung der Wirkungen und Nebenwirkungen (besonders von Schläfrigkeit und Blutdrucksenkung) kommen. Insbesondere wird die Wirkung von Barbituraten oder Opiaten auf das Atemzentrum bei gleichzeitiger Anwendung von Pipamperon verstärkt.

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Die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die die Krampfschwelle des Gehirns herabsetzen, sollte vermieden werden.

Die Kombination mit bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung der Parkinson-Krankheit (Dopamin-Agonisten, z. B. ebenfalls das sogenannte QT-Intervall im EKG verlängern (z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen [Antiarrhythmika Klasse IA oder III], einige Antibiotika wie z. B. zu einer Erniedrigung des Kaliumspiegels im Blut (z. B.

Alkohol

Während der Behandlung mit Pipamperon sollte auf Alkoholkonsum verzichtet werden, da Alkohol die Wirkung des Medikaments unvorhersehbar verändern und verstärken kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Pipamperon sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt eingenommen werden. Es liegen nur wenige Erfahrungen zur Anwendung in diesen Phasen vor.

Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Pipamperon kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Daher sollte während der Behandlung auf die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen schwerer Maschinen verzichtet werden.

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Pipamperon wird individuell vom Arzt festgelegt. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen. Die Tabletten können mit oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden.

Zur Behandlung von Schlafstörungen ist in vielen Fällen eine geringe Dosis, z. B. 40 mg Pipamperon pro Tag ausreichend.

Ansonsten beträgt die empfohlene Anfangsdosis 3-mal täglich 40 mg Pipamperon.

Die Dosis kann - wenn erforderlich - vom Arzt auf bis zu 3-mal täglich 120 mg Pipamperon gesteigert werden. Bei älteren Patienten wird empfohlen, die Behandlung mit niedrigeren Dosen, z. B. der Hälfte der Anfangsdosis für Erwachsene, einschleichend zu beginnen und diese langsam bei regelmäßiger Blutdruckkontrolle zu steigern.

Die mittlere Dosis beträgt 3-mal täglich 20-40 mg Pipamperon. Jugendliche unter 18 Jahren sollten, ähnlich wie ältere Patienten, reduzierte Dosen erhalten.Kinder unter 14 Jahren erhalten in der Regel als Anfangsdosis 1 mg Pipamperon/kg Körpergewicht am Tag. Diese Dosis kann um 1 mg/kg Körpergewicht/Tag bis zur optimalen Dosierung gesteigert werden.

Im Allgemeinen ist eine Dosis von 2-4 mg Pipamperon/kg Körpergewicht/Tag ausreichend. Sollte bei dieser Dosierung die gewünschte Wirkung nicht erreicht werden können, kann die Dosis vom Arzt auf bis zu 6 mg/kg Körpergewicht/Tag gesteigert werden. Die Tagesdosis sollte auf 3 Gaben verteilt werden.

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes der Tabletten sollte im unteren Dosierungsbereich Pipamperon Saft - 1 A Pharma verwendet werden. Pipamperon 40 - 1 A Pharma kann mit oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden.Die Tabletten haben eine Bruchkerbe und können geteilt werden. Zur Teilung legt man die Tablette mit der Bruchkerbe nach oben auf eine feste Unterlage.

Abbruch der Behandlung

Ein eigenmächtiger Abbruch der Behandlung mit Pipamperon kann den Therapieerfolg gefährden. Daher sollte die Behandlung nur in Absprache mit dem Arzt unterbrochen oder beendet werden.

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, wenn Sie die Behandlung mit Pipamperon 40 - 1 A Pharma unterbrechen oder vorzeitig beenden möchten! Beenden Sie nicht eigenmächtig die medikamentöse Behandlung, weil der Erfolg der Therapie dadurch gefährdet werden könnte.

Erfahrungen von Patienten

Die Erfahrungen von Patienten mit Pipamperon sind unterschiedlich. Einige berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Schlafstörungen und Unruhezustände, während andere unter Nebenwirkungen leiden. Hier einige Beispiele:

  • Ein Patient berichtet, dass Pipamperon ihm beim Einschlafen hilft, aber er morgens mit extremer Leere aufwacht.
  • Ein anderer Patient nimmt Pipamperon seit einem halben Jahr und hat eine deutliche Verbesserung seiner Schlafstörung festgestellt. Allerdings fühlt er sich tagsüber schlapp und hat Schmerzen in den Gelenken.
  • Ein Patient berichtet von Schwindel und Antriebslosigkeit am Morgen nach der Einnahme.
  • Wieder andere klagen über Nervosität und innere Unruhe nach dem Aufwachen.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Erfahrungen subjektiv sind und nicht auf alle Patienten zutreffen müssen.

Fazit

Pipamperon ist ein wirksames Medikament zur Behandlung von Schlafstörungen und Unruhezuständen. Es kann jedoch Nebenwirkungen verursachen, die das Wohlbefinden beeinträchtigen können. Taubheitsgefühl ist eine mögliche, wenn auch nicht häufige, Nebenwirkung. Es ist wichtig, sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein und bei auftretenden Beschwerden einen Arzt zu konsultieren. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und eine individuelle Anpassung der Dosierung sind entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung mit Pipamperon.

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