Die Behandlung von Schmerzen mit Opioiden ist ein komplexes Thema, insbesondere im Hinblick auf den Entzug und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen wie Epilepsie. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte des Opioid-Entzugs, Erfahrungen von Betroffenen und mögliche Alternativen.
Opioid-Entzug: Ein Überblick
Wenn eine Schmerzbehandlung mit Opioiden (Morphium & Co) abgesetzt oder die Dosis reduziert werden soll, muss das kontrolliert und unter ärztlicher Aufsicht passieren. Kontrolliert bedeutet vor allem, dass die Dosisreduktion langsam und schrittweise vollzogen wird, so dass der Körper sich langsam daran gewöhnt. Soweit die offizielle Lehrmeinung. Man muss allerdings auch festhalten, dass trotz ärztlicher Kontrolle bei der Dosisreduktion viele Betroffene über erhebliche Entzugssymptome berichten. Das zeigt, dass das Absetzen offenbar selbst bei optimalem Vorgehen und besten Absichten nicht immer so einfach ist wie propagiert.
Körperliche vs. Psychische Abhängigkeit
Eine Schmerzbehandlung mit Opioiden führt nur höchst selten zu einer psychischen Abhängigkeit. Deshalb ist die Symptomatik beim Absetzen auch nicht direkt vergleichbar mit der bei einem Drogenentzug. Allerdings kommt es bei lang andauernder Behandlung mit Morphin-ähnlichen Schmerzmitteln sehr wohl zu einer körperlichen Gewöhnung, die man auch als körperliche Abhängigkeit bezeichnen kann.
Unterstützung beim Entzug
Neben der schrittweisen Dosisreduktion wird der Opiat-Entzug häufig durch die Einnahme weiterer Medikamente unterstützt. Am bekanntesten ist hier sicher das Methadon, übrigens selbst ein Opioid. Aber auch Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine (Valium & Co.) werden häufig eingesetzt. Treten Bauchkrämpfe oder ähnliche Magen-Darm-Symptome auf, gibt es auch dagegen Medikamente (wie z.B. Buscopan).
Erfahrungen von Betroffenen
Die Erfahrungen von Patienten beim Opioid-Entzug sind vielfältig und oft sehr belastend. Einige Beispiele:
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- Kalter Entzug von Tramadol: Thomas D. berichtet von einem kalten Entzug von Tramadol (600 mg) mit Unterstützung von Melatonin, Rosinenwasser und Vitaminpräparaten.
- Tilidin-Entzug: Ina schildert einen grausamen kalten Entzug von Tilidin Retard Tabletten (bis zu 400 mg am Tag) mit Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Lustlosigkeit und depressiven Verstimmungen. Sie überlegt, in eine Klinik zu gehen.
- Fentanyl-Entzug: Silvia berichtet von einem kalten Entzug von Fentanyl-Pflastern nach Rückenoperationen und dem Einsatz von CBD-Tropfen.
- Tramadol-Entzug mit anhaltenden Beschwerden: Ulm hat Tramadol komplett abgesetzt, leidet aber weiterhin unter Schlafstörungen, Niesen, Schnupfen, Magen-Darm-Problemen und verstärkten Schmerzen.
- Entzugserfahrungen und Cannabidiol (CBD): Siggi ist irritiert über die Vorschläge zum Entzug und berichtet von früheren Entzügen von Fentanyl und Lorazepam. Er hofft auf Cannabidiol (CBD), um seine Lebensqualität zu verbessern, da andere Schmerzmittel nicht mehr wirken.
- Morphium-Entzug: Ein Nutzer fragt nach Erfahrungen mit einem Entzug von 1000 mg Morphium.
- Psychische Abhängigkeit: Felix betont, dass der körperliche Entzug im Vergleich zum psychischen ein Spaziergang ist und eine anschließende Therapie notwendig ist, insbesondere für Schmerzpatienten.
- Oxycodon-Entzug: Aifa berichtet von starkem Durchfall, Magenkrämpfen und Schweißausbrüchen beim Reduzieren von Oxycodon.
- Alternative Opioide: Felix schlägt vor, alternative Opioide auszuprobieren, um die Nebenwirkungen von Oxycodon zu reduzieren.
- Erfahrungen mit verschiedenen Opioiden: Meister LUTZ teilt seine Erfahrungen mit Tramadol, Tilidin, Hydromorphon, Fentanyl und Oxycodon und betont die Gefahr des Missbrauchs von Fentanyl-Pflastern.
- Gründe für das Absetzen von Oxycodon: Oxygesic berichtet von Verstopfung, Appetitlosigkeit, Lustlosigkeit, Müdigkeit, Bauchschmerzen und Stimmungsschwankungen als Gründe für das Absetzen von Oxycodon.
- Toleranzentwicklung: Felix räumt ein, dass es bei Oxycodon zu einer Toleranzentwicklung kommen kann und einige Patienten ihre Dosis im Laufe der Zeit auf bis zu 600 mg pro Tag steigern.
Wechselwirkungen mit Epilepsie
Die Frage nach Wechselwirkungen zwischen Plenvu (ein Abführmittel, das oft zur Darmvorbereitung vor einer Darmspiegelung eingesetzt wird) und Epilepsie ist komplex und erfordert eine differenzierte Betrachtung. Generell gilt, dass bei Patienten mit Epilepsie besondere Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten geboten ist, da einige Wirkstoffe das Risiko von Krampfanfällen erhöhen können.
Mögliche Risiken
- Elektrolytstörungen: Plenvu kann zu Elektrolytstörungen führen, insbesondere zu einem Mangel an Natrium, Kalium und Magnesium. Diese Elektrolytstörungen können in seltenen Fällen Krampfanfälle auslösen oder begünstigen.
- Flüssigkeitsmangel: Die abführende Wirkung von Plenvu kann zu einem Flüssigkeitsmangel führen, der ebenfalls das Risiko von Krampfanfällen erhöhen kann.
- Wechselwirkungen mit Antiepileptika: Es gibt möglicherweise Wechselwirkungen zwischen Plenvu und bestimmten Antiepileptika, die die Wirksamkeit der Antiepileptika beeinträchtigen oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen können.
Empfehlungen für Patienten mit Epilepsie
- Ärztliche Rücksprache: Patienten mit Epilepsie sollten vor der Einnahme von Plenvu unbedingt ihren Arzt konsultieren, um die Risiken und Vorteile abzuwägen und gegebenenfalls alternative Präparate oder Vorgehensweisen zu besprechen.
- Elektrolytkontrolle: Während der Einnahme von Plenvu sollten die Elektrolytwerte regelmäßig kontrolliert werden, um eventuelle Störungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Patienten sollten während der Darmvorbereitung ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen.
- Beobachtung: Patienten sollten auf mögliche Anzeichen von Krampfanfällen oder anderen neurologischen Symptomen achten und bei Auftreten dieser Symptome umgehend einen Arzt aufsuchen.
Zusätzliche Informationen
Es ist wichtig zu beachten, dass die Informationen in diesem Artikel allgemeiner Natur sind und keine individuelle ärztliche Beratung ersetzen können. Patienten mit Epilepsie sollten sich stets von ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker beraten lassen, um eine optimale und sichere Behandlung zu gewährleisten.
Cannabidiol (CBD) als Alternative?
Einige Betroffene, wie Siggi, setzen Hoffnung in Cannabidiol (CBD) als Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln. CBD ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Es wird in der Schmerztherapie, bei Entzündungen und bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Allerdings ist die Studienlage zu CBD noch nicht ausreichend, um eine generelle Empfehlung auszusprechen. Patienten sollten die Anwendung von CBD mit ihrem Arzt besprechen, um mögliche Wechselwirkungen und Risiken abzuklären.
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