Das prämenstruelle Syndrom (PMS) ist ein komplexes Phänomen, das viele Frauen im gebärfähigen Alter betrifft. Es äußert sich durch eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Symptomen, die in der Zeit vor der Menstruation auftreten. Da einige dieser Symptome auch frühen Schwangerschaftsanzeichen ähneln können, entsteht oft Unsicherheit. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen PMS, Migräne und Schwangerschaftsanzeichen, um Frauen zu helfen, die Signale ihres Körpers besser zu verstehen.
Was ist das Prämenstruelle Syndrom (PMS)?
Der weibliche Zyklus dauert durchschnittlich 23 bis 35 Tage, wobei in der Mitte der Eisprung stattfindet. Danach beginnt die Lutealphase, in der viele Frauen unter PMS leiden. Im Laufe des Zyklus kommt es im Körper zu erheblichen Hormonschwankungen. Vor allem nach dem Eisprung sinkt der Östrogenspiegel stetig ab, was sich auf das Wohlbefinden auswirken kann. Gleichzeitig kann es zu einem Progesteron-Überschuss kommen, der wiederum zu Wassereinlagerungen im Körper führen kann.
Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) umfasst weitaus mehr Symptome als nur Regelschmerzen. Nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte können die Hormonschwankungen vor der Monatsblutung bis zu 150 verschiedene Symptome verursachen. Studien zufolge liegt das Vorkommen von PMS in Deutschland bei 20 bis 30 Prozent.
Symptome des Prämenstruellen Syndroms
Die Symptome des PMS sind vielfältig und können sowohl das körperliche als auch das psychische Wohlbefinden beeinflussen. Zu den häufigsten körperlichen Symptomen zählen:
- Müdigkeit
- Blähungen
- Empfindliche und spannende Brüste oder Brustwarzenschmerzen
- Akne
- Heißhunger
- Geschwollene Gliedmaßen durch Wassereinlagerungen
- Schlafstörungen
- Kopfschmerzen beziehungsweise Migräne
- Schwindel
- Gewichtszunahme
Auch psychische Symptome können auftreten, darunter:
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- Reizbarkeit
- Depressionen
- Stimmungsschwankungen (Neigung zu Wut und Traurigkeit)
- Hochsensibilität
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Innere Unruhe
- Angst- und Panikgefühle
Liegen mindestens fünf der psychischen PMS-Symptome "während der Mehrzahl der Zyklen der letzten zwölf Monate vor, spricht man von einem PMDS (prämenstruelles dysphorisches Syndrom)".
Faktoren, die PMS-Symptome verschlimmern können
Bestimmte Faktoren können die Entstehung und das Ausmaß des Prämenstruellen Syndroms begünstigen. Dazu zählen beispielsweise Stress, psychische Belastungen, aber auch Nikotinkonsum, Mangelerscheinungen, Schilddrüsenerkrankungen und genetische Veranlagung.
PMS-Betroffene scheinen besonders sensibel auf die zyklischen Hormonschwankungen zu reagieren. Kurz vor der Menstruation sinkt zudem der Serotoninspiegel, was psychische Symptome wie Traurigkeit, Energielosigkeit, Angst und Panik erklären kann.
PMS oder Schwanger? Die Unterschiede erkennen
Tatsächlich ähneln die PMS-Symptome den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft. Viele Frauen assoziieren etwa Beschwerden wie schmerzende Brüste damit, dass sich eine befruchtete Eizelle in ihrer Gebärmutter eingenistet hat. Das Ziehen im Unterleib kann sowohl auf eine bevorstehende Menstruation, als auch auf die Einnistung nach dem Eisprung hinweisen.
Das lässt sich durch die ähnliche Ursache der Beschwerden erklären: Sowohl die Symptome für PMS als auch die für eine Schwangerschaft werden durch Hormone ausgelöst. Trotzdem gibt es bestimmte Hinweise, die gegen das PMS und für eine beginnende Schwangerschaft sprechen:
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- Starke morgendliche Übelkeit
- Dunkle Verfärbung der Brustwarzen
- Eine erhöhte Temperatur, die mindestens 18 Tage anhält
Wenn dann auch noch die Periode ausbleibt und ein Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis anzeigt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass keine PMS vorliegt.
Trotzdem erlebt jede Frau das Prämenstruelle Syndrom oder eine beginnende Schwangerschaft anders. Wer jedoch immer wieder unter starken Beschwerden vor der Periode leidet, sollte sich nicht scheuen, die Frauenärztin oder den Frauenarzt um Rat zu fragen.
Migräne im Zusammenhang mit PMS und Schwangerschaft
Migräne kann sowohl im Zusammenhang mit PMS als auch mit einer Schwangerschaft auftreten. Hormonelle Veränderungen spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Migräne und PMS
Bei manchen Frauen kann PMS auch Übelkeit, Kopf- und Rückenschmerzen verursachen. Auch Kopfschmerzen und Migräne können durch die Hormonschwankungen ausgelöst werden.
Migräne und Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft verändert einiges. Der gesamte Körper widmet sich der Erschaffung und Entwicklung neuen Lebens und hat vieles zu tun. Bei mehr als 70% der betroffenen Frauen bleiben die Migräneattacken in der Schwangerschaft aus oder sind schwächer. Gerade in den letzten zwei Dritteln der Schwangerschaft müssen viele Frauen deutlich weniger oder gar keine Attacken mehr aushalten. Frauen, die unter hormoneller Migräne leiden und immer um ihre monatliche Periode herum von einer Attacke heimgesucht werden, profitieren in der Schwangerschaft vom Wegbleiben der Menstruation und der konstant hohen Konzentration an weiblichen Hormonen. Dieser hohe Spiegel von Östrogen und Progesteron, der nach der Geburt wieder abfällt, sorgt bei etwa der Hälfte der Frauen für erneut häufig und intensiv auftretende Migräneattacken. Bei manchen können sich diese im Wochenbett und in der Stillzeit auch verschlimmern, weil das Hormon Prolaktin vermehrt ausgeschüttet wird. Prolaktin wird vor allem gegen Ende der Schwangerschaft produziert und sorgt dafür, dass sich Milch in den Brüsten bildet.
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Doch auch andere körpereigene Botenstoffe, wie die Neurotransmitter Serotonin und Endorphin, können in der Schwangerschaft verhindern, dass die Schmerzreize ins Bewusstsein gelangen. Ebenso kann die gesündere Lebensweise von Schwangeren und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin dafür sorgen, dass weniger Migräneattacken auftreten. Bei einem kleinen Teil verstärkt sich die Migräne in der Schwangerschaft leider, vor allem bei denen, die an einer Migräne mit Aura leiden.
Es gibt jedoch auch Frauen, bei denen die Migräneattacken in der Schwangerschaft nicht ausbleiben, sondern ganz im Gegenteil vermehrt auftreten.
Medikamentöse Behandlung von Migräne in der Schwangerschaft
Bei einer medikamentösen Therapie in der Schwangerschaft muss man immer eine mögliche Gefährdung des Fötus berücksichtigen. Gerade im ersten kritischen Trimester, in der die Entwicklung des Ungeborenen besonders störanfällig ist, sollte auf Medikamente möglichst komplett verzichtet werden.
Bisher galt Paracetamol als das sicherste Schmerzmittel in der Schwangerschaft. Schwangeren wurde nahezu bedenkenlos die Einnahme dieses Schmerzmittels empfohlen. Aktuelle Studien zeigen jedoch Erschreckendes: Die Einnahme von Paracetamol bei Schwangeren kann später bei den Kindern zu einem bedeutsam erhöhten Risiko für die Entwicklung von ADHS, Asthma und Atemwegserkrankungen, sowie möglicher Unfruchtbarkeit bei Jungen führen. Mittlerweile wurde auch in den aktuellen Leitlinien zur Therapie der Migräne aufgenommen, dass Paracetamol in der Schwangerschaft unter anderem zu neurologischen Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen führen könnte. Von einer Einnahme wird abgeraten.
Die meisten wirksamen Therapeutika bei Migräne, wie beispielsweise Triptane, sind aufgrund einer unsicheren oder nicht eindeutigen Datenlage nur mit Vorsicht und nach einem ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Frauenärzt:innen und Neurolog:innen in Betracht zu ziehen.
Grundsätzlich ist es empfehlenswert in der Schwangerschaft - vor allem im ersten Drittel - komplett auf die Einnahme von Schmerzmitteln zu verzichten.
Bei besonders schweren Schmerzen kann nach ärztlicher Beratung natürlich dennoch eine Akutmedikation erwogen werden. In den Leitlinien zur Migränetherapie werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:
- Leichte Migräneattacken sollen nicht medikamentös durch Reizabschirmung und Ruhe behandelt werden.
- Metoclopramid (MCP) gegen Übelkeit und Erbrechen darf während der Schwangerschaft eingenommen werden.
- im 1. und 2. Trimenon dürfen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Metamizol eingesetzt werden, im 3. Trimenon nicht!!
- Paracetamol sollte in der Schwangerschaft nur gegeben werden, wenn keine anderen Optionen zur Verfügung stehen. Studien legen Risiken für neurologische Entwicklungsstörungen, Atopie und Reproduktionsstörungen bei dem ungeborenen Kind nahe.
- Bislang gibt es keine epidemiologischen Hinweise, dass Triptane zu Fehlbildungen oder anderen Komplikationen in der Schwangerschaft führen. Die umfangreichsten Erfahrungen liegen für Sumatriptan vor. und kann daher als Mittel der Wahl bei schweren Migräneattacken in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Bei Unwirksamkeit und dringlicher Behandlungsnotwendigkeit können auch andere Triptane verwendet werden.
Natürliche Behandlung von akuter Migräne
- Die Einnahme von hochdosiertem Magnesium wird nahe gelegt, sobald sich eine Migräneattacke anbahnt. Das Nahrungsergänzungsmittel entspannt die Muskeln, wirkt entzündungshemmend, stabilisiert den Blutdruck und beruhigt das Nervensystem.
- Kühlende Kompressen, sanfte Gesichtsmassagen und beruhigende ätherische Öle (wie Pfefferminz- oder Lavendelöl) können zur Linderung beitragen, jedoch die Schmerzen nie ganz nehmen.
- Akupunktur zeigt bei einigen ebenfalls eine gute Wirksamkeit in der Schwangerschaft und Stillzeit und kann ohne weitere Bedenken angewandt werden.
Kopfschmerzen in der Schwangerschaft können, abgesehen vom Hormonchaos, viele weitere Ursachen haben, denn der Körper reagiert unter Umständen empfindlicher auf Faktoren wie Stress, Nahrungsmittel oder Schlafmangel. Auch ein niedriger Blutzuckerspiegel oder Eisenmangel und eine damit einhergehende Blutarmut können Kopfschmerzen auslösen. Bei normalen Kopfschmerzen können ausreichend viel Schlaf (7,5 Stunden), viel Trinken (mind. 2 Liter), viel frische Luft und Bewegung (mind. 15 Minuten am Tag) sowie viele kleine regelmäßige Mahlzeiten vorbeugend Kopfschmerzen vermeiden. Auch Kaffee (maximal 200-300mg Koffein/2-3 Tassen Kaffee pro Tag) ist in der Schwangerschaft keineswegs tabu und kann helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen.
Natürliche Migräneprophylaxe
Besonders in der Schwangerschaft ist die Vorbeugung von Migräneattacken wichtig. Durch gezieltes Entspannungstraining, wie z.B. die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenem Training, Atem-Meditation oder auch Yoga kann sich die Muskulatur entspannen, Stresshormone abgebaut und körpereigene Schmerzabwehrsysteme aktiviert werden. Diese Methoden zielen auf die Reduktion der Anfallsbereitschaft ab. Zahlreiche Studien zeigen, dass die regelmäßige Anwendung solcher Entspannungstechniken langfristig die Anzahl der Attacken deutlich reduzieren kann.
Eine weitere wirkungsvolle & natürliche Migräneprophylaxe ohne Risiken und Nebenwirkungen bietet die App auf Rezept sinCephalea Migräneprophylaxe. In diversen Studien wurde herausgefunden, dass unser Zuckerstoffwechsel und insbesondere starke Blutzuckerschwankungen eine Rolle bei der Entstehung von Migräneattacken spielen und dass eine Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält, Migräneanfällen vorbeugen kann.
Frühe Schwangerschaftsanzeichen: Ein detaillierter Blick
Viele Frauen, die ein Baby bekommen möchten, achten besonders auf die Signale ihres Körpers, die auf eine mögliche Schwangerschaft hindeuten könnten. Der Körper zeigt oft schon frühzeitig an, dass im Inneren große Veränderungen stattfinden. Nicht jedes Anzeichen kann aber mit absoluter Sicherheit einer Schwangerschaft zugeordnet werden.
Hormonelle Veränderungen und ihre Auswirkungen
Schafft es eine befruchtete Eizelle, sich in die Gebärmutterhöhle einzunisten, sorgt das für deutliche Veränderungen im hormonellen Haushalt. Der Auslöser aller Schwangerschaftsanzeichen ist das Hormon Beta-hCG. Dieses Schwangerschaftshormon wird zunächst von der befruchteten Eizelle und im weiteren Verlauf dann von der Plazenta gebildet. Dieses Hormon ist zuständig für den Beginn und vor allem auch für den Erhalt einer Schwangerschaft. Im Inneren der Gebärmutter wird die Schleimhaut aufgebaut und auch die Brüste werden auf ihre spätere Aufgabe des Stillens vorbereitet. Die Hormone beeinflussen jedoch auch den Hautzustand sowie den Verdauungstrakt.
Unsichere Schwangerschaftsanzeichen
Ungefähr zwischen dem 7. sowie dem 10. Tag nach der Eizell-Befruchtung kann sich ein ziehender Schmerz im Unterleib - der sogenannte Einnistungsschmerz - bemerkbar machen. Dieser Unterleibsschmerz ist vergleichbar mit dem Gefühl einer beginnenden Regelblutung. Bei einigen Frauen kommt es begleitend auch zu einer schwachen, hellen Blutung, der Einnistungsblutung. Merke: Die meisten Frauen spüren erste Symptome einer Schwangerschaft zwischen der vierten bis sechsten Schwangerschaftswoche. Die Art und die Ausprägung dieser Anzeichen variieren allerdings von Frau zu Frau recht stark, denn jeder Körper ist einzigartig.
Weitere unsichere Schwangerschaftsanzeichen sind:
- Einnistungsblutung: Nach der Einnistung der Eizelle kann es infolge des Schleimhautaufbaus sowie der Umbauvorgänge in der Gebärmutter und der intensiveren Durchblutung auch zu einem stärkeren Scheidenausfluss kommen.
- Ziehen im Unterleib: Viele Frauen verspüren in der Frühschwangerschaft auch einen unangenehmen, ziehenden Schmerz im Beckenbereich.
- Veränderungen der Brüste: Schon recht früh werden die Brüste auf die künftigen Stillmahlzeiten vorbereitet. Bei manchen Frauen spannt die Brust und zieht unangenehm - ähnlich wie vor der monatlichen Regelblutung. Die Brust fühlt sich häufig auch größer und praller an. Ebenso sind die Brustwarzen sehr berührungsempfindlich und der Brustwarzenhof erscheint etwas dunkler als gewöhnlich.
- Müdigkeit: Die meisten Frauen klagen im ersten Trimester über Schwangerschaftsmüdigkeit und fühlen sich ausgelaugt. In diesem Zeitraum vollbringt der Körper wahre Meisterleistungen: So wird etwa die Plazenta aufgebaut, die das Baby während der gesamten Schwangerschaft versorgt.
- Hautveränderungen: Nicht nur um die Brustwarze herum, sondern auch im Schambereich kann es zu einer verstärkten Pigmentierung kommen. Zudem können Pigmentflecken im Gesicht oder Akne-Erscheinungen auftreten.
- Übelkeit: Während einige mehr über ein morgendliches Unwohlsein klagen, kämpfen andere schwangere Frauen ganztägig mit einem flauen Gefühl oder müssen sich sogar mehrmals am Tag übergeben (Hyperemesis).
- Veränderter Geschmacks- und Geruchssinn: Manche Frauen bekommen regelrechte Abneigungen gegenüber bestimmten Gerüchen oder Speisen, die sie zuvor eigentlich gerne gegessen haben. Besonders unangenehm wird Zigarettenrauch, Kaffee oder sehr intensiver Parfümduft wahrgenommen.
- Veränderte Essgewohnheiten: Der unbändige Appetit auf süße Speisen wechselt sich mit Gelüsten auf saure oder herzhafte Nahrungsmittel ab. Auch hinter diesem Schwangerschaftssymptom steckt der veränderte hormonelle Haushalt, denn der Körper braucht in der Schwangerschaft eine Extraportion Energie.
- Häufiger Harndrang: Bereits im Schwangerschaftsfrühstadium müssen viele Frauen häufiger eine Toilette aufsuchen. Verantwortlich dafür ist ebenfalls der veränderte Hormonspiegel im Körper, genauer gesagt, das Progesteron. Dieses Hormon sorgt nämlich unter anderem für eine Entspannung der Harnblasenmuskulatur.
- Bauchgefühl: Manche Frauen verspüren auch ein gewisses Bauchgefühl, vor allem Frauen mit einem sehr stark ausgeprägten Kinderwunsch.
Wahrscheinliche und sichere Schwangerschaftsanzeichen
Das wahrscheinlichste Anzeichen ist für die meisten Frauen das Ausbleiben der Menstruation, doch nicht immer muss eine Schwangerschaft der Grund dafür sein, dass die Periode nicht einsetzt. Vielmehr können auch körperliche und psychische Stressbelastungen oder akute Erkrankungen der Auslöser dafür sein.
Klare Gewissheit kann nur ein Schwangerschaftstest verschaffen. Sogenannte Schwangerschaftsfrühtests können schon 7 bis 10 Tage nach der Einnistung der befruchteten Eizelle eine Veränderung des hCG-Spiegels und somit eine mögliche Schwangerschaft erkennen. Ist eine Schwangerschaft möglich, steigt die Körperkerntemperatur, die sogenannte Basaltemperatur. Die Körperwärme liegt nach dem Aufwachen - ohne eine körperliche Belastung - bei ca. 36,5-37 Grad. Vor und auch während der monatlichen Regelblutung sinkt die Basaltemperatur. Bleibt die monatliche Menstruationsblutung aus, gilt das als sicherstes Schwangerschaftsanzeichen.
Sichere Gewissheit kann ein Schwangerschaftstest verschaffen. Einen Schwangerschaftstest bekommst du in jeder Apotheke oder Drogerie. Am sichersten sind Schwangerschaftstests, wenn Du sie nach Ausbleiben der Regelblutung durchführst. Es gibt auch Frühtests, die jedoch nicht ganz so sicher sind. Du kannst auch Deine Frauenärztin oder Deinen Frauenarzt kontaktieren. Mittels Blut- und/oder Ultraschalluntersuchung können sie eine Schwangerschaft bestätigen oder ausschließen.
Individuelle Unterschiede und Verlauf der Symptome
Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die veränderten Umstände und auch der hormonelle Haushalt normalisiert sich. Somit klingen auch die meisten Schwangerschaftsanzeichen ab, vor allem die unsicheren Schwangerschaftssymptome. Es gibt aber auch bestimmte Schwangerschaftsanzeichen, die erst nach der Geburt wieder verschwinden, so zum Beispiel die verstärkte Pigmentierung (Dunkelfärbung) der Brustwarzenhöfe oder auch die Linea Nigra, die sich bei vielen werdenden Müttern ab der 15. Schwangerschaftswoche zeigt. Nicht alle schwangeren Frauen haben aber eine Linea Nigra.
Du musst Dir keine Sorgen machen, wenn klassische Schwangerschaftsanzeichen bei Dir ausbleiben. Einige Frauen bemerken sehr viele Schwangerschaftssymptome, bei anderen wiederum zeigen sich nur wenige Anzeichen. Auch die Ausprägung der Schwangerschaftsanzeichen unterscheidet sich von einer Frau zur nächsten. Jeder Körper und jeder Schwangerschaftsverlauf ist unterschiedlich. Einige Mütter nehmen außer dem Ausbleiben der Regel keine Schwangerschaftssymptome wahr.
Das ABC der ersten unspezifischen Anzeichen einer Schwangerschaft
Es gibt eine Reihe früher, nicht ganz eindeutiger Anzeichen, die in den ersten Tagen und Wochen der Schwangerschaft auftreten können. Besonders wenn du diese Anzeichen vor dem Ausbleiben der Periode bemerkst, könnten diese unter Umständen auch durch andere Dinge ausgelöst werden. Viele schwangere Frauen berichten von folgenden frühen Schwangerschaftssymptomen:
- Blähungen und Verstopfung: Durch die Umstellungen des Verdauungssystems kannst du dich aufgebläht fühlen.
- Einnistungsblutung: Schmierblutungen könnten ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Möglicherweise handelt es sich dann um eine sogenannte Einnistungsblutung . Nach der Befruchtung nistet sich das Ei in der Gebärmutter ein, was leichte Blutungen zur Folge haben könnte.
- Gewichtszunahme: Einige Frauen nehmen in den ersten Wochen der Schwangerschaft zwischen einem halben und zwei Kilogramm zu.
- Häufiger Harndrang: Wenn du öfter als sonst zur Toilette musst, kann auch dies ein frühes Anzeichen einer Schwangerschaft sein. Die Niere produziert mehr Flüssigkeit und diese gelangt in die Blase.
- Hautveränderungen: Du könntest Veränderungen der Hautpigmentierung beobachten: Verdunkelungen um deine Brüste, dunkle Flecken im Gesicht oder eine braune Linie, die vom Nabel bis zum Schambein (Linea nigra) führt.
- Heißhungerattacken und Geruchssensibilität: Zu den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft zählen Geschmacks- und Geruchsveränderungen sowie Heißhungerattacken.
- Herzrasen: Hormonelle Veränderungen können außerdem zu Herzklopfen führen.
- Hitzewellen: Die Ausschüttung von Schwangerschaftshormonen und die Veränderungen des Stoffwechsels können deine Körpertemperatur ansteigen lassen. Daher ist dir öfter sehr warm.
- Kopfschmerzen: Einige Frauen leiden bereits zu Beginn der Schwangerschaft unter Kopfschmerzen. Die Ursache hierfür ist der Anstieg des Östrogenspiegels.
- Krämpfe: Im ersten Trimester sind leichte Gebärmutterkrämpfe normal.
- Morgendliche Übelkeit: Dieses sehr typisches Schwangerschaftssymptom tritt meist nach dem ersten Monat auf.
- Müdigkeit: Es ist natürlich, sich während der Schwangerschaft müde zu fühlen.
- Schmerzempfindliche, geschwollene Brüste: Schon gleich zu Beginn der Schwangerschaft könnten deine Brüste anschwellen und schmerzempfindlich werden.
- Schwindel: Ein niedriger Blutzuckerspiegel, Stress und Erschöpfung können zu Schwindelgefühlen führen.
- Sodbrennen: Während der Schwangerschaft lockert sich die Muskulatur. Dies betrifft auch die Muskeln, die die Speiseröhre verschließen und so normalerweise verhindern, dass Magensäure aufsteigt.
- Stimmungsschwankungen: Eine Schwangerschaft ist ein großer Einschnitt in deinem Leben. Es ist ganz normal, eine weite Spannbreite an Gefühlen - von Freude und Aufregung hin zu Angst und Zweifel - zu durchleben.
- Unreine Haut: Die Überproduktion von Talg in der Haut kann während der Schwangerschaft die Bildung von Pickeln begünstigen.
- Verstopfte Nase: Im frühen Stadium der Schwangerschaft könnten die Nasenschleimhäute anschwellen und trocken werden.
Weitere Symptome während der Schwangerschaft
Während deiner Schwangerschaft wird dein Körper einige sonderbare und vor allem ganz wunderbare Dinge vollbringen. Manche dieser körperlichen Veränderungen (wie die morgendliche Übelkeit) klingen oft im Laufe der Schwangerschaft allmählich ab, während andere (wie Sodbrennen oder eine verstopfte Nase) eventuell über die ganze Schwangerschaft bestehen bleiben. Folgende Veränderungen können im zweiten Trimester oder im dritten Trimester auftreten:
- Atemnot: Da dein wachsendes Baby auch auf deine Lungen drücken kann, hast du gegebenenfalls manchmal das Gefühl „außer Atem“ zu sein.
- Ausfluss: Einen klebrigen, klaren oder weißen vaginalen Ausfluss zu haben, ist ganz normal während der Schwangerschaft.
- Dehnungsstreifen: Durch die Dehnung deiner Haut können an Bauch, Oberschenkeln, Gesäß und Brüsten Dehnungsstreifen entstehen (auch Schwangerschaftsstreifen genannt).
- Häufiger Harndrang: Zwar lässt das häufige Wasserlassen oft im zweiten Trimester nach, es kann allerdings im letzten Drittel zurückkehren. Dies liegt daran, dass dein größer werdendes Baby tiefer ins Becken rutscht.
- Juckreiz: Dort, wo sich deine Haut während der Schwangerschaft dehnt (zum Beispiel am Bauch und an den Oberschenkeln), kann es anfangen zu jucken.
- Krämpfe oder Schmerzen im Unterbauch: In der fortgeschrittenen Schwangerschaft kann es zu Krämpfen bzw. Schmerzen im unteren Bauchbereich kommen, ähnlich des Periodenschmerzes. Dies können die sogenannten Braxton-Hicks-Kontraktionen sein.
- Rückenschmerzen: Rückenschmerzen können durch hormonelle Veränderungen, Gewichtszunahme oder durch eine veränderte Körperhaltung ausgelöst werden.
In jedem Stadium der Schwangerschaft können ganz unterschiedliche Symptome hinzutreten: Zahnschmerzen, Krampfadern, Hämorrhoiden, geschwollene Gelenke oder Wadenkrämpfe.