Polarisierende Brillengläser und Epilepsie: Erfahrungen und Überlegungen

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch plötzliche, unkontrollierte Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und reichen von genetischen Veranlagungen bis hin zu erworbenen Hirnschäden. Viele Menschen mit Epilepsie führen ein normales Leben, aber bestimmte Faktoren können Anfälle auslösen. Einer dieser Faktoren, der oft diskutiert wird, ist Licht, insbesondere flackerndes Licht.

Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Menschen mit Epilepsie im Zusammenhang mit polarisierenden Brillengläsern und der Arbeit am Computer. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der potenziellen Auswirkungen von Bildschirmarbeit und Lichtempfindlichkeit auf Epilepsie zu vermitteln und Betroffenen praktische Ratschläge zu geben.

Persönliche Erfahrungen mit Epilepsie

Als langjähriger Epileptiker mit idiopathisch primär generalisierter Epilepsie und der Einnahme von Levetiracetam (Keppra) habe ich sowohl Anfälle erlebt als auch solche verhindern können. Nach einem Rückfall nach erfolgreicher Behandlung und der Erfahrung, Anfälle im Sportunterricht gerade noch abwenden zu können, sind Bedenken entstanden. Glücklicherweise spüre ich Anfälle im Vorfeld, etwa 3-4 Minuten vorher, was mir ermöglicht, rechtzeitig zu reagieren, beispielsweise durch die nasale Verabreichung von Diazepam.

Obwohl ich zuvor nicht anfällig für Licht mit hohen Frequenzen war, hat ein Vorfall auf einer Abschlussparty, bei dem trotz Verbots Flackerlicht eingeschaltet wurde, zu spontaner Müdigkeit, Schwäche und leichten Kopfschmerzen geführt. Dies erinnerte mich an die Aussage meines Arztes, dass bestimmte Bildschirme mit Frequenzen zwischen 40 und 60 Hz Epilepsie provozieren könnten. Aktuell verwende ich einen Monitor mit 144 Hz, nachdem ich zuvor einen PC mit einem 60 Hz Bildschirm hatte. Obgleich ich nicht behaupten möchte, dass der Laptop meinen Gesundheitszustand verschlechtert, besteht die Möglichkeit eines Zusammenhangs.

Die Frage der Bildschirmarbeit und Epilepsie

Ein wichtiger Aspekt ist die potenzielle Auswirkung der Arbeit am Computer auf Epilepsie. Da ich bald eine Stelle in einer Behörde antreten werde, bei der viel Computerarbeit anfällt, stellt sich die Frage, ob dies meine Epilepsie beeinflussen könnte. Mein Arzt wies darauf hin, dass ältere Bildschirme mit einer Frequenz von 40 bis 60 Hz Anfälle auslösen könnten. Moderne Bildschirme mit höheren Bildwechselfrequenzen sind in der Regel unbedenklich. Es ist ratsam, die Bildschirmeinstellungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

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Photosensitive Epilepsie: Eine seltene Form

Die genauen Mechanismen der photosensitiven Epilepsie sind noch nicht vollständig verstanden, aber es wird angenommen, dass bestimmte Muster von Licht und Farben im Gehirn ungewöhnliche Aktivitäten in den Nervenzellen auslösen können. Photosensitive Epilepsie ist relativ selten und betrifft schätzungsweise etwa 5 % der Menschen mit Epilepsie.

Die Diagnose erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen Neurologen oder Epileptologen, einschließlich eines EEGs (Elektroenzephalogramms) mit visuellen Reizen wie flackerndem Licht. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder, der auf flackerndes Licht empfindlich reagiert, photosensitive Epilepsie hat.

Umgang mit Lichtempfindlichkeit und Epilepsie

Es gibt verschiedene Strategien, um mit Lichtempfindlichkeit und Epilepsie umzugehen:

  1. Arztbesuch: Ein Neurologe oder Epileptologe kann die Diagnose bestätigen und geeignete Medikamente verschreiben, um die Anfallshäufigkeit zu reduzieren.
  2. Trigger identifizieren: Es ist entscheidend, mögliche Auslöser für die Anfälle zu identifizieren und zu vermeiden. Dazu können flackerndes Licht, bestimmte Bildschirminhalte oder andere visuelle Reize gehören.
  3. Bildschirmeinstellungen: Moderne Computerbildschirme sind in der Regel unbedenklich, da sie mit hohen Bildwechselfrequenzen arbeiten. Dennoch ist es ratsam, die Einstellungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
  4. Lebensstil-Anpassungen: Ein stabiler Lebensstil mit ausreichend Schlaf, Stressbewältigungstechniken und einer gesunden Ernährung kann dazu beitragen, Anfälle zu reduzieren.
  5. Lichtschutzbrillen: Im Freien kann das Tragen einer Sonnenbrille mit polarisierenden Gläsern hilfreich sein. Für Menschen mit photosensitiver Epilepsie gibt es spezielle Brillen, die entwickelt wurden, um vor visuellen Auslösern zu schützen. Von Carl ZEISS Vision gibt es das Lichtschutz-Glas bei Epilepsie „Z1“.

Polarisierende Brillengläser: Eine Option für mehr Komfort

Polarisierende Brillengläser können im Alltag und bei bestimmten Aktivitäten wie Sport eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie reduzieren Blendungen und Reflexionen, was zu einem entspannteren Sehen führen kann.

Sportbrillen und polarisierende Gläser

Ob Joggen, Skifahren oder Radfahren - jede Sportart stellt besondere Ansprüche an das Sehvermögen. Eine passende Sportbrille mit polarisierenden Gläsern kann klare Sicht, vollen Schutz und besten Komfort bieten. Moderne Modelle sind bruchsicher, leicht und schützen zuverlässig vor UV-Strahlen, Blendung, Wind oder Staub.

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Materialien und physiologische Verträglichkeit

Bei der Auswahl von Brillengläsern ist die physiologische Verträglichkeit des Materials wichtig. Die Abbesche Zahl beschreibt das Verhältnis vom mittleren Ablenkungswinkel in Luft zur Hauptdispersion (Farbaufspaltung). Nicht jedes lichtbrechende Material ist für das Auge geeignet. Acetat, ein klassischer Werkstoff für Brillenfassungen, wird aus Baumwollfasern und Holz gewonnen.

Weitere Aspekte des Sehens

Adaption bezeichnet die Anpassung des Auges an verschiedene Situationen, wie Blendung und unterschiedliche Pupillendurchmesser. Das Aderhautmelanom ist das häufigste okuläre Primärmalignom des Erwachsenenalters und wird primär chirurgisch und strahlentherapeutisch behandelt.

Akanthamöben sind frei lebende Protozoen, die in zwei Lebensphasen vorkommen: als Amöbe (Trophozoit) und als Zyste. Im Zusammenhang mit Kontaktlinsen kann eine Akanthamöbenkeratitis eine verheerende Hornhautinfektion verursachen. Etwa 90 % der Entzündungen treten bei Kontaktlinsenträgern auf und hängen oft mit Leitungswasser zusammen.

Die altersbedingte Akkommodation (Presbyopie) wird durch Elastizitätsverlust der Augenlinse verursacht und kann nicht geheilt werden. Lesebrillen, Gleitsichtbrillen oder multifokale Kontaktlinsen kompensieren diesen dynamischen Prozess statisch.

Kantenfiltergläser können zur Absorption von kurzwelligem, energiereichem Ultraviolett-Licht und Blauanteilen des sichtbaren Lichts eingesetzt werden, was besonders für AMD-Patienten von Vorteil sein kann. Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) entwickelt sich langsam und führt zu Schwierigkeiten beim Lesen oder Erkennen von Gesichtern.

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Für Brillenträger bis 45 Jahre mit ermüdenden Augen gibt es Brillengläser mit leichter Unterstützung im unteren Glasbereich, die komfortables Sehen in allen Entfernungen bieten. Die Akkommodation erfolgt durch eine Wölbungsänderung der Augenlinse, die mit zunehmendem Alter an Flexibilität verliert.

Augenoptische Messungen und Korrekturen

Amsler-Tafeln helfen bei der Beurteilung zentraler und parazentraler Beeinträchtigungen, insbesondere bei Makulaerkrankungen. Eine anamorphotische Abbildung entsteht durch unterschiedliche Abbildungsmaßstäbe bei Linsen, wie sie in torischen oder zylindrischen Korrektionsbrillengläsern vorkommen.

Aniseikonie beschreibt die unterschiedlich große Wahrnehmung von Objekten durch unterschiedlich große Netzhautbilder und ist ein zerebrales Problem. Anisometropie beschreibt die unterschiedliche Brechkraft zwischen beiden Augen.

Forscher haben eine Brille entwickelt, die das für Anfälle verantwortliche rote Licht im Wellenlängenbereich von 660 bis 720 Nanometern filtert, was eine interessante nicht-pharmakologische Prävention darstellt. Asphäre beschreibt eine optische Flächenform, die von der Kugel abweicht. Astigmatismus, auch Hornhautverkrümmung genannt, ist auf eine Ungleichheit von Hornhaut und/oder Augenlinse zurückzuführen.

Atropin wird als pharmazeutische Intervention zur Weitung der Pupillen und Lähmung einzelner Muskeln eingesetzt, um das Fortschreiten der Myopie-Progression zu bremsen. Eine Phoriemessung sollte vor jeder Atropin-Therapie erfolgen.

Die AHK (Augen-Hand-Koordination) erfordert das Zusammenspiel mehrerer sensomotorischer Systeme, einschließlich des visuellen, vestibulären und propriozeptiven Systems sowie Aspekte der Kognition, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Erfahrung.

Ein Augenscreening ist ein präventiver Untersuchungsprozess, der darauf abzielt, frühe Anzeichen von Augenerkrankungen zu erkennen. Moderne 3D-Video-Zentriersysteme ermöglichen die hochpräzise Fertigung von Brillengläsern.

Die Netzhaut (Retina) ist die lichtempfindliche Rezeptoren-Haut, auf der die Seheindrücke in einen elektrischen Impuls umgewandelt werden. Für die Screening-Beurteilung der Netzhaut ist der zentralnahe Bereich von größtem Interesse.

Der Augeninnendruck wird durch das Kammerwasser reguliert. Ein Anstieg kann auf ein Glaukom hindeuten. 15 mmHg gilt als europäischer Durchschnitt, wobei Werte zwischen 10 und 21 mmHg als normal gelten. Eine Gonioskopie/Kammerwinkelmessung wird ebenfalls durchgeführt. Eine isolierte Messung des Augeninnendruckes ist ein Kunstfehler und sollte immer in Verbindung mit der Gewebe-, Gefäse- und Papillenbeurteilung erfolgen.

Optiker versorgen die Bevölkerung mit individuell gemessenen und angepassten Medizinprodukten und medizinnahen Dienstleistungen. Pilocarbin, Arcelidin oder Carbachol sind Augentropfen zur Presbyopiebehandlung, die jedoch in Europa nicht zugelassen sind.

Speziell für Autofahrer entwickelte Brillengläser können Blendung reduzieren und das sichere Fahren verbessern. Diese Gläser werden mit einem Aberrometer gemessen, um Korrektionswerte in Abhängigkeit von der Pupillengröße zu berechnen.

Brillenoberflächen können mit Mikroorganismen, Bakterien, Viren und Pilzen besiedelt sein. Feuchte Reinigungstücher sind zur hygienischen Reinigung besser geeignet als trockene Mikrofasertücher. Das Basaliom ist der häufigste bösartige Tumor im Lidbereich und kann schwer von anderen Erkrankungen unterschieden werden.

Für Brillengläser ist eine besonders wasserabweisende Oberfläche wünschenswert, während für Kontaktlinsen eine vollständige und gleichmäßige Benetzung wichtig ist. Bei der Augenglasbestimmung wird durch die Linsenkombination in einer Präzisions-Messbrille ein bestimmter Strahlengang erzeugt, der die beste Korrektion der Fehlsichtigkeit bewirkt.

Binokular-Sehtests überprüfen die Sehfähigkeit mit beiden Augen gleichzeitig und können Probleme wie Doppelbilder oder reduzierte Tiefenwahrnehmung identifizieren.

Epilepsie im Arbeitsleben

Die Broschüre „Wenn die Neuronen Sonderschicht machen″ ist eine umfassende Publikation, die sich auf Epilepsie und dessen Folgen im Arbeitskontext konzentriert. Sie richtet sich an Arbeitgeber, Arbeitsmediziner, Betroffene sowie deren Vorgesetzte und Kollegen.

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems, die sich aufgrund der Anfallsrisiken auf die berufliche Teilhabe betroffener Menschen auswirken kann. Viele Unternehmen beschäftigen bereits Menschen mit Epilepsie, aber es besteht oft mangelnde Information über die tatsächlichen Gefahren und Chancen.

Epileptische Anfälle treten meist ohne erkennbaren Grund immer wieder auf und sind die Folge von überschießenden Entladungen von Nervenzellen. Auslöser können Flackerlichteffekte, Schlafentzug oder ein gestörter Schlafrhythmus sein. Ein einzelner epileptischer Anfall ist nicht unbedingt Ausdruck einer Epilepsie. Von Epilepsie spricht man in der Regel erst, wenn mindestens zwei spontane Anfälle aufgetreten sind.

Neben den Anfällen können neuropsychologische, psychiatrische oder körperliche Begleitsymptome auftreten. Der Verlauf und die Auswirkungen epileptischer Anfälle sind sehr unterschiedlich. Die Anfallshäufigkeit kann variieren. Im Allgemeinen scheinen Anfälle seltener aufzutreten, wenn die Patientin oder der Patient in sicheren und strukturierten Verhältnissen lebt, sozial integriert ist und eine Perspektive hat.

Der Notfallausweis ist ein viersprachiges Ausweisdokument, das Informationen enthält, die bei einem Anfall im In- und Ausland hilfreich sind. Anfälle lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: einfach-fokale Anfälle (Bewusstsein erhalten) und komplex-fokale Anfälle (Bewusstsein eingeschränkt). Weitere Anfallstypen sind Absencen, Myoklonische Anfälle und Grand Mal.

Die Frage, ob Epilepsie eine Behinderung darstellt, kann nicht pauschal beantwortet werden. Der Grad der Behinderung (GdB) richtet sich nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung der Anfälle. Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikation drei Jahre Anfallsfreiheit besteht.

Die meisten Menschen mit Epilepsie können jedoch dank einer Therapie anfallsfrei leben und benötigen in der Regel keine besondere Unterstützung am Arbeitsplatz. Solange aber mit Anfällen gerechnet werden muss und die Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, bestehen Risiken für die erkrankte Person selbst und für andere Personen im Arbeitsumfeld.

Grundsätzlich sind alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nach § 5 Arbeitsschutzgesetz und nach der DGUV Vorschrift 1 verpflichtet, alle mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen zu beurteilen, um die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen.

Der Leitfaden bezieht sich auf ausgewählte Tätigkeiten (Bildschirmarbeit, Tätigkeiten mit Absturzgefahr, Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten) sowie auf ca. 50 beispielhafte Berufe. Die Empfehlungen beziehen sich ausschließlich auf die Epilepsie.

Nach den berufsgenossenschaftlichen Richtlinien des arbeitsmedizinischen Ausschusses der DGUV gelten besonders strenge Regelungen für Arbeiten in einer Höhe von 3 m über festem Boden mit Absturzgefahr.

Viele berufliche Tätigkeiten erfordern das Führen eines Fahrzeugs. Die Fahrerlaubnisregelungen sind je nach Anfallstyp und Anfallsfreiheit unterschiedlich.

Nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen können rhythmische Lichtreize fotosensible Reaktionen auslösen. Beispiele für solche Anfallsauslöser sind flackerndes Licht, schnell wechselnde kontrastreiche Bildschirminhalte oder Monitore mit einer sehr niedrigen Bildwechselfrequenz. Bei den heute überwiegend verwendeten Bildschirmen mit Flüssigkristallanzeige (LCD) besteht keine Anfallsgefahr.

Kein Arbeitsunfall liegt vor, wenn Beschäftigte während der Arbeitszeit oder auf dem Weg zur oder von der Arbeit einen Anfall erleiden und der Sturz zu einer behandlungsbedürftigen Verletzung führt.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind grundsätzlich nicht verpflichtet, ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber über ihre Erkrankung zu informieren. Wenn aber das Unternehmen jedoch bei der Auswahl oder der Gestaltung des Arbeitsplatzes auf wesentliche Funktionseinschränkungen im Hinblick auf die geforderten Tätigkeiten Rücksicht nehmen muss, sind die Beschäftigten verpflichtet, ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auf die Erkrankung hinzuweisen.

Um zu beurteilen, ob die betroffene Arbeitskraft für die berufliche Tätigkeit geeignet ist, muss zunächst geklärt werden, ob es sich tatsächlich um eine Epilepsie handelt und wie sie sich äußert. Wichtig bei der Darstellung der Erkrankung ist die Selbst- und Fremdbeschreibung.

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