Polyneuropathie durch Clindahexal: Ursachen, Symptome und Behandlung

Einführung

Eine Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die mehrere periphere Nerven betrifft und zu Funktionsstörungen führt. Diese Störungen können sich durch verschiedene Symptome äußern, wie beispielsweise Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen. Clindahexal ist ein Antibiotikum, das in bestimmten Fällen zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird. Obwohl es wirksam sein kann, ist es wichtig, die potenziellen Nebenwirkungen zu kennen, einschließlich der Möglichkeit einer Polyneuropathie. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Polyneuropathie im Zusammenhang mit Clindahexal und anderen Faktoren.

Was ist Clindahexal und wie wirkt es?

Clindahexal enthält den Wirkstoff Clindamycin, ein Antibiotikum, das zur Gruppe der Lincosamide gehört. Clindamycin wirkt, indem es die Produktion von Eiweißen in Bakterienzellen behindert. Dies hemmt das Wachstum und die Vermehrung der Bakterien, wodurch die Infektion bekämpft wird. Clindahexal wird zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt, darunter:

  • Infektionen der Atemwege (Bronchitis, Lungenentzündung, Lungenabszess)
  • Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (Mandelentzündung, Rachenentzündung, Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Scharlach)
  • Haut- und Gewebeinfektionen (Akne, Furunkel, entzündliche Zellulitis, Borkenflechte, Abszesse, Wundrose, entzündete Wunden, Nagelwallentzündung)
  • Knochen- und Gelenkinfektionen (Knochenmarksentzündung, akute Gelenkentzündungen)
  • Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane (Gebärmutterschleimhautentzündung, Eierstock- und Eileiterentzündungen, Gebärmutterhalsentzündung)
  • Infektionen im Becken- und Bauchraum (Bauchfellentzündung)
  • Zahn- und Kieferinfektionen (Zahnbettentzündungen, Parodontalabszesse)

Die Dosierung von Clindahexal wird vom Arzt individuell festgelegt. Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene nehmen in der Regel 1 Tablette Clindasol 600 mg zwei- bis dreimal täglich ein, unabhängig von den Mahlzeiten. Bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Polyneuropathie: Eine Übersicht

Polyneuropathie (PNP) ist eine Erkrankung, die durch Funktionsstörungen mehrerer peripherer Nerven gekennzeichnet ist. Diese Nerven sind für die Übertragung von Signalen zwischen dem Gehirn und dem Rückenmark sowie dem Rest des Körpers verantwortlich. Eine Schädigung dieser Nerven kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die von leichtem Kribbeln bis hin zu schweren Schmerzen und Muskelschwäche reichen können.

Ursachen von Polyneuropathie

Es gibt zahlreiche Ursachen für Polyneuropathie, darunter:

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  • Diabetes mellitus: Diabetes ist eine der häufigsten Ursachen für Polyneuropathie. Erhöhte Blutzuckerspiegel können die Nerven schädigen und zu einer diabetischen Neuropathie führen. Schätzungsweise 15 % aller Diabetiker leiden an einem Diabetischen-Fuß-Syndrom.
  • Alkoholmissbrauch: Chronischer Alkoholkonsum kann ebenfalls zu Nervenschäden und Polyneuropathie führen.
  • Infektionen: Bestimmte Infektionen, wie Borreliose, HIV, Gürtelrose und andere Infektionen, können Polyneuropathie verursachen.
  • Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Lupus und das Guillain-Barré-Syndrom können das Nervensystem angreifen und zu Polyneuropathie führen.
  • Vitaminmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere B12, kann Nervenschäden verursachen.
  • Toxine: Die Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien und Toxinen, einschließlich Schwermetallen und Lösungsmitteln, kann Polyneuropathie verursachen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, einschließlich bestimmter Antibiotika, Chemotherapeutika und Antiepileptika, können als Nebenwirkung Polyneuropathie verursachen.
  • Erbliche Faktoren: In einigen Fällen kann Polyneuropathie durch genetische Mutationen verursacht werden.
  • Andere Erkrankungen: Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen und Schilddrüsenerkrankungen können ebenfalls zu Polyneuropathie führen.

In etwa 20 % der Fälle bleibt die Ursache der Polyneuropathie unklar.

Symptome von Polyneuropathie

Die Symptome einer Polyneuropathie können je nach den betroffenen Nerven und dem Ausmaß der Schädigung variieren. Häufige Symptome sind:

  • Empfindungsstörungen: Kribbeln, Taubheitsgefühl, Brennen oder stechende Schmerzen in den Füßen und Händen (strumpf- oder handschuhförmige Verteilung)
  • Schmerzen: Scharfe, brennende oder pochende Schmerzen, die sich nachts verschlimmern können
  • Muskelschwäche: Schwierigkeiten beim Gehen, Heben von Gegenständen oder Ausführen anderer alltäglicher Aufgaben
  • Koordinationsprobleme: Schwierigkeiten beim Halten des Gleichgewichts und Koordinieren von Bewegungen
  • Verlust der Reflexe: Verminderte oder fehlende Reflexe in den Knöcheln und Knien
  • Autonome Symptome: Störungen der Verdauung, des Blutdrucks, der Herzfrequenz oder der Blasen- und Darmfunktion
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit: Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungen, Druck oder Temperaturveränderungen
  • Charcot-Fuß: Infolge einer Polyneuropathie kann es zum sogenannten Charcot-Fuß kommen. Durch die fortwährende Belastung trotz bestehender Überlastung kommt es im Fuß zu Ermüdungsbrüchen. Von Betroffenen werden diese Knochenbrüche durch die fehlende Schmerzempfindlichkeit häufig nicht bemerkt. Dadurch belasten sie den Fuß trotz teils gravierender Verletzungen weiter. Die Folge sind stark deformierte Füße und Geschwüre, die sich an den durch die Brüche entstandenen Druckstellen bilden.

Diagnose von Polyneuropathie

Die Diagnose einer Polyneuropathie umfasst in der Regel eine gründliche körperliche Untersuchung, eine detaillierte Anamnese und verschiedene diagnostische Tests. Zu den gängigen diagnostischen Verfahren gehören:

  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt untersucht die Reflexe, die Muskelkraft, die Sensibilität und die Koordination des Patienten.
  • Elektromyographie (EMG): Diese Untersuchung misst die elektrische Aktivität der Muskeln und kann helfen, Nervenschäden zu erkennen.
  • Nervenleitgeschwindigkeitsstudien: Diese Studien messen die Geschwindigkeit, mit der elektrische Signale durch die Nerven wandern. Eine verlangsamte Nervenleitgeschwindigkeit kann auf eine Nervenschädigung hinweisen.
  • Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können helfen, Grunderkrankungen wie Diabetes, Vitaminmangel oder Autoimmunerkrankungen zu identifizieren, die zu Polyneuropathie beitragen können.
  • Liquoruntersuchung: In einigen Fällen kann eine Liquoruntersuchung erforderlich sein, um Entzündungen oder Infektionen des Nervensystems auszuschließen.
  • Nervenbiopsie: In seltenen Fällen kann eine Nervenbiopsie durchgeführt werden, um die Nervenstruktur zu untersuchen und die Ursache der Polyneuropathie zu bestimmen.

Behandlung von Polyneuropathie

Die Behandlung der Polyneuropathie zielt darauf ab, die Grunderkrankung zu behandeln, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die Behandlungsmöglichkeiten können je nach Ursache und Schweregrad der Polyneuropathie variieren. Zu den gängigen Behandlungsansätzen gehören:

  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn die Polyneuropathie durch eine Grunderkrankung wie Diabetes verursacht wird, ist die Kontrolle dieser Erkrankung von entscheidender Bedeutung. Dies kann eine Anpassung der Ernährung, Bewegung, Medikamente oder Insulintherapie umfassen.
  • Medikamente: Verschiedene Medikamente können zur Linderung der Symptome der Polyneuropathie eingesetzt werden, darunter:
    • Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAIDs), Paracetamol oder Opioide können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
    • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva, wie Amitriptylin oder Duloxetin, können bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen wirksam sein.
    • Antiepileptika: Antiepileptika wie Gabapentin oder Pregabalin können ebenfalls zur Linderung neuropathischer Schmerzen eingesetzt werden.
    • Capsaicin-Creme: Capsaicin-Creme kann auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden, um Schmerzen zu lindern.
    • Lidocain-Pflaster: Lidocain-Pflaster können auf die Haut geklebt werden, um lokale Schmerzen zu lindern.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskelkraft, die Koordination und das Gleichgewicht zu verbessern.
  • Ergotherapie: Ergotherapie kann Patienten helfen, Strategien zu entwickeln, um alltägliche Aufgaben trotz ihrer Symptome zu bewältigen.
  • Hilfsmittel: Die Verwendung von Hilfsmitteln wie Gehstöcken, Orthesen oder speziellen Schuhen kann die Mobilität und Stabilität verbessern.
  • Alternative Therapien: Einige Patienten finden Linderung durch alternative Therapien wie Akupunktur, Massage oder Yoga.
  • Plasmapherese und Immunglobuline: Beim Guillain-Barré-Syndrom können Plasmapherese und intravenöse Immunglobuline eingesetzt werden, um die Autoimmunreaktion zu unterdrücken.
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Manchen Patienten hilft es, eine schmerzhafte Hautregion elektrisch zu stimulieren.
  • Magnettherapie: Neuere Studien zeigen positive Effekte bei diabetischer Neuropathie. Auf welchem Mechanismus die Wirkung der Magnettherapie beruht, ist aber derzeit noch unklar.

Clindahexal und Polyneuropathie: Ein möglicher Zusammenhang

Obwohl Clindahexal ein wirksames Antibiotikum ist, ist es wichtig zu beachten, dass es in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen führen kann, die das Nervensystem betreffen. Neuromuskuläre Blockaden sind beschrieben worden, die vor allem im Zusammenhang mit parenteraler Gabe im Rahmen einer Narkose aufgetreten sind.

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Es ist wichtig zu betonen, dass das Auftreten einer Polyneuropathie unter Clindahexal-Therapie selten ist. Die meisten Patienten vertragen das Medikament gut und erfahren keine neurologischen Nebenwirkungen. Wenn jedoch während der Behandlung mit Clindahexal Symptome einer Polyneuropathie auftreten, sollte der Arzt umgehend informiert werden.

Risikofaktoren für Neurotoxizität durch Antibiotika

Bestimmte Faktoren können das Risiko für neurotoxische Nebenwirkungen von Antibiotika erhöhen, darunter:

  • Hohes Alter: Ältere Menschen sind anfälliger für Nebenwirkungen von Medikamenten, da ihre Organfunktionen möglicherweise eingeschränkt sind.
  • Niereninsuffizienz: Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann dazu führen, dass sich Medikamente im Körper anreichern und das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.
  • Vorerkrankungen des Nervensystems: Patienten mit bestehenden neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie oder Myasthenia gravis können anfälliger für neurotoxische Effekte von Antibiotika sein.
  • Gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente: Die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente kann das Risiko für Wechselwirkungen und Nebenwirkungen erhöhen.

Antibiotika-assoziierte Enzephalopathie

Eine Antibiotika-assoziierte Enzephalopathie ist häufiger, als man glaubt, und gerade bei älteren Intensivpatienten relevant. Das Auftreten neuer neurologischer Symptome nach Verabreichung von Antibiotika sollte den Verdacht auf Neurotoxizität wecken. Besonders wichtig sind die vorsichtige Auswahl und Dosierung von Antibiotika bei alten und sehr alten Patienten sowie bei Niereninsuffizienz, Epilepsie und Myasthenia gravis.

Andere Antibiotika und Polyneuropathie

Es ist wichtig zu beachten, dass Clindahexal nicht das einzige Antibiotikum ist, das potenziell Polyneuropathie verursachen kann. Andere Antibiotika, die mit Nervenschäden in Verbindung gebracht wurden, sind:

  • Chinolone: Diese Antibiotikagruppe, zu der Ciprofloxacin und Levofloxacin gehören, kann in seltenen Fällen zu Polyneuropathie führen.
  • Metronidazol: Dieses Antibiotikum, das häufig zur Behandlung von bakteriellen und parasitären Infektionen eingesetzt wird, kann ebenfalls Nervenschäden verursachen.
  • Linezolid: Dieses Antibiotikum wird zur Behandlung von schweren bakteriellen Infektionen eingesetzt und kann in einigen Fällen zu Polyneuropathie führen.
  • Isoniazid: In der Behandlung der Tuberkulose greift Isoniazid in den körpereigenen Vitamin-B6-Stoffwechsel ein. Periphere Polyneuropathie mit Parästhesien und Sensibilitätsstörungen werden als häufige unerwünschte Nebenwirkung klassifiziert.

Was tun bei Verdacht auf Polyneuropathie durch Clindahexal?

Wenn während der Behandlung mit Clindahexal oder einem anderen Antibiotikum Symptome einer Polyneuropathie auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt informieren. Der Arzt wird eine gründliche Untersuchung durchführen, um die Ursache der Symptome zu ermitteln und die geeignete Behandlung einzuleiten.

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In einigen Fällen kann es erforderlich sein, das Antibiotikum abzusetzen oder durch ein anderes Medikament zu ersetzen. Darüber hinaus können Medikamente zur Schmerzlinderung, Physiotherapie und andere unterstützende Maßnahmen eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Das Diabetische-Fuß-Syndrom (DFS)

Das Diabetische-Fuß-Syndrom (DFS) (umgangssprachlich auch „diabetischer Fuß“ genannt) tritt häufig infolge einer langjährigen Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) auf. Durch schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel kommt es zu einer Schädigung von Blutgefäßen und/oder Nervenbahnen. Das führt zu einem verminderten Schmerzempfinden und/oder einer unzureichenden Durchblutung der Gliedmaßen, insbesondere der Füße und Zehen. Die Folge ist das Krankheitsbild des diabetischen Fußes, welches sich durch Deformationen, Infektionen und schlecht heilende, chronische Wunden äußern kann. Ohne zeitnahe und fachgerechte Behandlung besteht das Risiko der Ausbreitung von Infektionen und schlimmstenfalls einer Amputation.

Ursachen des Diabetischen-Fuß-Syndroms

Schätzungsweise 15 % aller Diabetiker leiden an einem Diabetischen-Fuß-Syndrom. Manche Betroffene erfahren erst beim Arzt, den sie wegen schlecht heilender Wunden aufsuchen, von ihrer Zuckerkrankheit. Diese ist gleichzeitig Auslöser der vielfältigen Beschwerden, die mit der Diagnose diabetischer Fuß einhergehen können. Denn ein über längere Zeit erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) schädigt Gefäße und Nerven im gesamten Körper. Betroffen sind vor allem die Extremitäten. Die infolge der Schädigung der Nervenenden (diabetische Polyneuropathie) verschlechterte Wahrnehmung führt dazu, dass Verletzungen an Füßen oder Händen spät oder gar nicht bemerkt werden. Diese können sich entzünden und bei einer gleichzeitig bestehenden Durchblutungsstörung (diabetische Angiopathie) schlecht heilen.

Neben einem schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel gibt es weitere Faktoren, die einen diabetischen Fuß begünstigen. Dazu zählen unter anderem Rauchen und Bewegungsmangel, aber auch unbehandelter Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte.

Symptome des Diabetischen-Fuß-Syndroms

Häufig treten erste Symptome bereits lange Zeit vor der Entstehung eines diabetischen Fußes auf. Diese werden von Betroffenen aber oft nicht als solche wahrgenommen und daher ignoriert. Sie können auch Anzeichen für eine beginnende periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) sein. Wichtige Symptome, die Sie aufhorchen lassen sollten, sind:

  • Häufig juckende oder kribbelnde Füße (Gefühl des Ameisenlaufens)
  • Ein schwer zu tastender Fußpuls (mittig auf dem Fußrücken)
  • Ein taubes Gefühl wie bei eingeschlafenen Füßen
  • Schmerzende Waden bei entspanntem Laufen

Im weiteren Verlauf zeigt sich der diabetische Fuß in unterschiedlichen Symptomen. Sie hängen einerseits vom Stadium der Erkrankung und andererseits von den vorliegenden Schädigungen ab. Infrage kommen Nervenschädigungen (Diabetische Neuropathie) und Gefäßschädigungen (Diabetische Angiopathie). Sie können gemeinsam, aber auch unabhängig voneinander, auftreten. In bis zu 60 % der Fälle ist die diabetische Neuropathie Auslöser des Diabetischen-Fuß-Syndroms und Grund, warum Patienten einen Arzt aufsuchen.

Diabetische Neuropathie

Bei der diabetischen Neuropathie kommt es durch die erhöhten Blutzuckerwerte zu einer Schädigung der Nerven (Polyneuropathie). Eine Folge ist ein herabgesetztes Schmerzempfinden. Verletzungen werden so gar nicht oder zu spät bemerkt und können sich infizieren. Häufig genügt der berühmte Stein im Schuh, der zu größeren Wunden führt. Aber auch eine nicht fachgerecht durchgeführte Fußpflege oder zu enges Schuhwerk können die Entwicklung eines diabetischen Fußes begünstigen.

Typische Symptome für eine diabetische Neuropathie an den Füßen sind:

  • Eine ausgeprägte Taubheit am Fuß und den Zehen
  • Ein brennendes oder kribbelndes Gefühl in den Füßen
  • Eine rötlich verfärbte und auffällig trockene Haut
  • Starke Fußschmerzen bei Ruhe, die vor allem nachts auftreten
  • Fußschmerzen, die sich bei Bewegung (Umherlaufen) bessern
  • Vermehrte Hornhautbildung und Anfälligkeit für Fußpilz
  • Ein verändertes Temperaturempfinden

Diabetische Angiopathie

Im Rahmen einer diabetischen Angiopathie kommt es zu einer Schädigung von kleinen und großen Blutgefäßen im Körper. Diese führen mit der Zeit zu Durchblutungsstörungen an Füßen und Zehen, die mit einem typischen Erscheinungsbild einhergehen.

Häufig kommt es bei einer Angiopathie zu:

  • Kalten Füßen
  • Auffällig verdickten Nägeln
  • Einer blassen, bläulichen Hautfarbe am Vorderfuß
  • Einer auffallend dünnen, pergamentartigen Haut
  • Rötlich gefärbten Druckstellen, die nicht verschwinden
  • Schmerzen und Krämpfen in den Waden beim Gehen

Diagnose des Diabetischen-Fuß-Syndroms

Um die Diagnose diabetischer Fuß zu sichern, stehen dem Arzt verschiedene Verfahren zur Verfügung. Im ersten Schritt erfolgt eine ausführliche Anamnese, bei der Sie als Patient zu Ihrer Krankheitsgeschichte und den akuten Beschwerden befragt werden. Im Anschluss daran erfolgt eine Untersuchung Ihrer Füße. Dabei achtet der Arzt zunächst auf die Beschaffenheit der Haut. Hier können ihm:

  • Risse
  • Trockene Stellen
  • Fehlende Schweißbildung
  • Geschwüre und/oder Schwielen
  • Fuß und/oder Nagelpilz sowie
  • Verletzungen und Infektionen

erste Hinweise auf das Vorliegen eines diabetischen Fußes geben. Darüber hinaus kann der Arzt das Schmerz-, Kälte- und Wärmeempfinden Ihrer Füße überprüfen. Liegt bereits eine Wunde vor, kann er mithilfe eines Abstrichs die möglichen Erreger identifizieren. Ebenso von Bedeutung ist das Vermessen der Wunde(n) für eine spätere Verlaufskontrolle und die Einstufung in eines von fünf Stadien:

  • Grad 0 (Keine Verletzungen, aber eventuell Deformationen)
  • Grad I (Ulzeration, die sich auf die Oberfläche beschränkt)
  • Grad II (Tiefreichende Wunde bis zur Sehne, Kapsel oder Knochen)
  • Grad III (Tiefe Wunde mit Schädigung von Gelenk oder Knochen)
  • Grad IV (Nekrotisches (abgestorbenes) Gewebe am Vorderfuß oder der Ferse)
  • Grad V (Nekrotisches (abgestorbenes) Gewebe am gesamten Fuß)

Vermutet der Arzt eine Durchblutungsstörung, stehen ihm verschiedene Tests zur Verfügung. Häufig kommt die Dopplersonografie als diagnostisches Mittel zum Einsatz. Mit ihr kann der Arzt die Gefäße Ihrer Beine und Füße schmerzfrei auf ihre Durchlässigkeit überprüfen. Ablagerungen und Engstellen lassen sich auf dem Monitor des Geräts sichtbar machen.

Weist Ihr Fuß Deformationen auf oder hegt Ihr Arzt den Verdacht, dass ein Knochenbruch vorliegt, kann er eine Röntgenuntersuchung anordnen. In einigen Fällen kommt auch die Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz. Sie erlaubt einen detaillierteren Blick auf die knöcherne Struktur des Fußes.

War eine Zuckererkrankung bei Ihnen bislang unbekannt, kann auch hier eine eingehende Diagnostik erforderlich sein. Neben einer Blutuntersuchung kann eine Langzeit-Blutzuckermessung angezeigt sein.

Behandlung des Diabetischen-Fuß-Syndroms

Die Behandlung Ihres diabetischen Fußes setzt bei seinem Auslöser, dem erhöhten Blutzuckerspiegel, an. Durch Einstellen des Wertes mittels Gabe von Insulin wird dieser auf ein Normalmaß reguliert. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Anpassung Ihrer Ernährung sowie mehr Bewegung, um die Zuckerwerte langfristig in den Griff zu bekommen.

Im zweiten Schritt werden Ihre bestehenden Beschwerden behandelt. Vor allem Geschwüre und offene Wunden müssen zeitnah fachgerecht versorgt werden, um das Eintreten von Krankheitserregern zu verhindern und eine Heilung zu ermöglichen. Das kann langwierig und im Einzelfall auch mit operativen Eingriffen verbunden sein. Die Wundversorgung übernimmt in den meisten Fällen ein Podologe. Seine Aufgabe besteht darin, das Wundbett regelmäßig von nekrotischen und fibrinösen Ablagerungen zu befreien, damit ein für die Heilung notwendiges Wundmilieu entsteht. Danach erfolgt eine feuchte Wundbehandlung, bei der je nach Wunde ein bis zweimal täglich der Verband gewechselt wird.

Sind Durchblutungsstörungen der Auslöser für Ihre offenen Wunden, müssen diese vor einer Weiterbehandlung beseitigt werden. Dies erfolgt durch das Umgehen der verstopften Gefäße durch einen sogenannten Bypass. Dazu ist ein in der Regel minimal-invasiver chirurgischer Eingriff erforderlich.

Ist es bereits zu einer Infektion gekommen, wird Ihnen Ihr Arzt nach einem Abstrich ein passendes Antibiotikum verschreiben. Häufig kommt Clindamycin zum Einsatz. Ziel der medikamentösen Therapie ist es, die Erreger zurückdrängen. Das ist wichtig, um ein Ausbreiten der Infektion im Körper zu vermeiden. Ansonsten steigt das Risiko, dass Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

Liegen Knochenbrüche vor oder leiden Sie an den Füßen unter Druckstellen, wird Ihr Arzt eine entsprechende Versorgung vornehmen. Bei komplizierten Brüchen kann eine operative Versorgung durch einen Chirurgen erforderlich sein.

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