Die Vorstellung, dass positive Gedanken zu positiven Ergebnissen führen, ist ein zentrales Thema in der Psychologie und Philosophie. Das Gesetz der Anziehung, populär gemacht durch Bücher wie "The Secret", besagt, dass wir das in unserem Leben anziehen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Diese Idee, dass wir unsere eigene Realität erschaffen können, ist nicht neu. Schon Pippi Langstrumpf wusste: "Ich mach´ mir die Welt, so wie sie mir gefällt".
Das Resonanzgesetz: Eine Grundlage für positive Energie
Das Resonanzgesetz geht davon aus, dass Menschen durch ihre Gedanken aktiv das Umfeld gestalten können, in dem sie sich bewegen möchten, und somit ihre Zukunft beeinflussen können. Die Basis für diese Theorie in der Neuzeit wurde von Helena Petrovna Blavatsky gelegt. Es wird angenommen, dass Gedanken Schwingungen erzeugen, die Gleichartiges anziehen. Das Resonanzgesetz ist jedoch kein Naturgesetz im Sinne der modernen Physik, sondern wurde von Menschen formuliert, wie im "Kybalion" von 1908 dargelegt. Dieses Buch spricht von sieben universellen Gesetzen und der Annahme, dass das All geistiger Natur ist, woraus folgt, dass mentale Schwingungen in andere mentale Schwingungen umgewandelt werden können.
Wie das Gesetz der Anziehung funktioniert
Das Gesetz der Anziehung basiert auf der Annahme einer gesetzmäßigen Wechselwirkung zwischen dem Inneren und dem Äußeren. Es wird oft als eine "Wissenschaft des bewussten Erschaffens" beschrieben. Wissenschaftliche Erklärungsversuche finden sich in der Physik, insbesondere in der Gravitation, wo Masse Masse anzieht. Auch die Quantenphysik liefert Ansätze, um das Resonanzgesetz zu erforschen. Einstein erkannte, dass Teilchen über große Distanzen miteinander verbunden sein können. Die Schwingung eines Teilchens kann benachbarte Teilchen in dieselbe Schwingung versetzen, wodurch eine Quantenresonanz entsteht und sich die Schwingung ausbreitet.
Übertragen auf das Resonanzgesetz bedeutet dies, dass die Schwingungen der eigenen Gedanken die Umwelt in dieselbe Schwingung versetzen. Positives zieht Positives an, Negatives zieht Negatives an.
Beispiele aus dem Alltag
Viele Beispiele aus dem Alltag illustrieren das Resonanzgesetz. Wer von einer Idee überzeugt ist, investiert mehr Energie in das Projekt, begeistert andere und erschafft etwas Ungewöhnliches. Ein Mensch, der sich "beschwingt" fühlt, strahlt einen positiven Vorwärtsdrang aus, während jemand, der "verstimmt" ist, in einer schlechten Schwingung ist. Lösungsorientiertes Denken führt zu Lösungen und Fortschritt, während negatives Denken zu Problemen führt. Wer sich im Liebeskummer verliert, statt sich neuen Gefühlen zu öffnen, wird dieses negative Gefühl schwer los. Wer sich Sorgen um Geld macht, statt nach Möglichkeiten zu suchen, neues Geld zu verdienen, blockiert neue Ideen. Wer in Angstszenarien denkt, lässt keinen Platz für positives Denken.
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Die Psychologie der positiven Menschen
Positive Menschen zeichnen sich durch bestimmte Merkmale aus. Sie sind für jeden Spaß zu haben, ehrlich, umgänglich und erfolgreich. Sie lassen andere zur Ruhe kommen und verbreiten positive Energie.
Merkmale positiver Menschen:
- Offen für Neues: Optimistische Personen probieren vieles aus und lassen sich schnell für neue Dinge begeistern.
- Authentizität: Sie sind ehrlich zu sich selbst und anderen und geben nicht vor, jemand anderes zu sein.
- Positive Ausstrahlung: Sie geben anderen ein gutes Gefühl, stecken mit ihrer guten Laune an und haben oft ein Lächeln im Gesicht.
- Erfolgsorientiert: Sie finden schnell eine gute Ebene mit Vorgesetzten und Kollegen und überzeugen durch ihre positive Ausstrahlung.
- Beruhigend: Sie können andere entspannen und zur Ruhe bringen.
Positive Menschen in unserem Leben
Eine Langzeitstudie der Harvard University hat gezeigt, dass gute Beziehungen der Schlüssel zum Glück sind. Menschen mit stabilen und guten Beziehungen leben länger, sind glücklicher und gesünder. Es ist daher wichtig, sich mit positiven Menschen zu umgeben, die das Leben bereichern.
Anzeichen für positive Menschen:
- Entspannung: Man fühlt sich in ihrer Gegenwart entspannt und sicher.
- Ehrlichkeit: Man gibt ehrliche und aufrichtige Antworten.
- Akzeptanz: Die eigenen Grenzen werden akzeptiert.
- Beständigkeit: Die Beziehung verändert sich nicht, auch wenn man sich selten sieht.
- Energie: Man fühlt sich nach dem Zusammensein energiegeladen.
Positive Psychologie: Mehr als nur positives Denken
Die Positive Psychologie ist ein relativ neuer Zweig der Psychologie, der sich darauf konzentriert, das Positive in den Vordergrund zu stellen und das menschliche Potenzial zur Entfaltung zu bringen. Sie stellt nicht die Frage nach den Ursachen psychischer Erkrankungen, sondern nach den Faktoren, die zu Gesundheit und einem gelingenden Leben beitragen.
Das PERMA-Modell:
Professor Martin Seligman von der Pennsylvania University hat das PERMA-Modell entwickelt, das fünf Bereiche umfasst, die zum Wohlbefinden beitragen:
- Positive Emotions (P): Gute Gefühle wie Freude, Dankbarkeit, Liebe, Inspiration oder Ehrfurcht erleben.
- Engagement (E): Flow im Tun erleben, sich in einer Tätigkeit verlieren, die weder über- noch unterfordert.
- Relationships (R): Vertrauensvolle Beziehungen zu anderen pflegen.
- Meaning (M): Einen Sinn im Leben finden, etwas Sinnvolles beitragen.
- Accomplishment (A): Erfolge erleben und Selbstwirksamkeit erfahren.
Wie man positive Gedanken kultiviert
Positives und optimistisches Denken kann man erlernen. Hier sind einige Tipps:
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- Dankbarkeitstagebuch: Schreiben Sie jeden Abend positive Erlebnisse des Tages auf.
- Meditation: Schaffen Sie ein Bewusstsein für Ihren Körper und entspannen Sie sich.
- Körperhaltung: Achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung und schenken Sie sich selbst ein Lächeln.
- Umfeld: Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen guttun, und gestalten Sie Ihr Zuhause gemütlich.
- Dankbarkeit: Reflektieren Sie am Ende des Tages, wofür Sie dankbar sind.
Flow: Die sieben Elemente des Glücks
Der US-Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi hat den Begriff "Flow" geprägt, um den Zustand optimaler Erfahrung zu beschreiben. Im Flow ist man so in eine Tätigkeit vertieft, dass sie spontan und fast automatisch wird. Dabei stellt sich ein Gefühl der Selbsttranszendenz ein, das die Grenzen des Seins ausdehnt.
Die sieben Komponenten der Freude:
- Die Aufgabe stellt eine Herausforderung dar, der man sich gewachsen fühlt.
- Man kann sich auf das konzentrieren, was man tut.
- Die Aufgabe hat deutliche Ziele und liefert unmittelbare Rückmeldung.
- Man handelt mit tiefer, aber müheloser Hingabe.
- Man erlebt ein Gefühl von Kontrolle über die Tätigkeit.
- Die Sorgen um das Selbst verschwinden.
- Das Gefühl für Zeitabläufe verändert sich.
Vergnügen vs. Freude
Vergnügen ist ein Gefühl von Zufriedenheit, das entsteht, wenn Erwartungen erfüllt werden. Freude hingegen findet statt, wenn man über seine Vorprogrammierung hinausgeht und etwas Unerwartetes erreicht. Vergnügen hilft, die Ordnung aufrechtzuerhalten, während Freude neue Ordnung im Bewusstsein schafft.
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