Leben mit Parkinson: Ein umfassender Leitfaden

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich beeinträchtigen kann. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte der Parkinson-Krankheit, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu den neuesten Behandlungsansätzen und Ernährungsempfehlungen.

Einführung

Zittern Ihre Hände, obwohl Sie sie entspannt ablegen? Stolpern Sie häufig? Leiden Sie unter Nacken- oder Rückenschmerzen? Haben Sie weniger Lust, unter Leute zu gehen? Auf den ersten Blick scheinen diese Beschwerden keinen Zusammenhang zu haben. Doch dies könnten Anzeichen für die Parkinson-Krankheit sein.

Morbus Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung nach Alzheimer. Sie führt zur Schädigung von Nervenzellen im Gehirn und ist leider nicht heilbar.

Was ist das Parkinson-Syndrom?

Das Parkinson-Syndrom, oft einfach als Parkinson bezeichnet, ist eine Erkrankung des Nervensystems. Sie führt zur Schädigung von Nervenzellen im Gehirn, die das Hormon Dopamin produzieren. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff, der unter anderem an der Bewegungssteuerung beteiligt ist.

Formen des Parkinson-Syndroms

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS): Dies ist die häufigste Form der Parkinson-Krankheit und macht den Großteil aller Parkinson-Erkrankungen aus. "Idiopathisch" bedeutet, dass es sich um eine eigenständige Krankheit handelt, deren Ursache unbekannt ist.
  • Genetische Formen: In sehr seltenen Fällen wird Parkinson vererbt. Diese genetischen Formen können schon in jüngeren Jahren auftreten.
  • Sekundäres Parkinson-Syndrom: Diese Form wird durch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente ausgelöst.
  • Atypisches Parkinson-Syndrom: Hier sind neurodegenerative Erkrankungen die Ursache. Es nimmt im Vergleich zum idiopathischen Parkinson einen anderen Verlauf.

Wie wirkt sich Parkinson auf den Körper aus?

Bei Menschen mit Parkinson sterben die Nervenzellen ab, die Dopamin produzieren. Diese Nervenzellen sitzen in der sogenannten schwarzen Substanz (Substantia nigra). Verantwortlich dafür ist das krankhaft veränderte Protein Alpha-Synuklein (α-Synuklein). Dieses Protein verklumpt im Gehirn und lagert sich in den Nervenzellen ab, was zu einem Dopaminmangel führt. Dieser Mangel fördert wiederum einen Überschuss an Acetylcholin.

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Lange Zeit ging man davon aus, dass das Absterben der Nervenzellen hauptsächlich im Gehirn stattfindet. Doch auch das vegetative Nervensystem, das Teil der inneren Organe ist, kann beteiligt sein. In diesem Zusammenhang rückt der Darm immer mehr in den Fokus der Wissenschaft.

Warum sterben Nervenzellen ab?

Warum die Nervenzellen bei Parkinson-Betroffenen absterben, ist eines der größten Rätsel der Wissenschaft. Eine eindeutige Antwort gibt es bis heute nicht. Es wird angenommen, dass mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, damit jemand an Parkinson erkrankt. Dazu gehören ein defektes Gen, eine schlechtere Reaktion der Nervenzellen auf einen bestimmten Wachstumsfaktor und das Alter.

Die Rolle des Darms bei Parkinson

Viele Betroffene mit dem idiopathischen Parkinson-Syndrom leiden zehn bis dreißig Jahre vor der Diagnose an Magen-Darm-Problemen. Der Vagus-Nerv, der verschiedene Organe mit dem Gehirn verbindet - unter anderem auch den Darm - rückte in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der Parkinson-Forschung. Es wird vermutet, dass bei einigen Menschen mit Parkinson krankmachende Eiweiße über den Vagus-Nerv vom Darm ins Gehirn aufsteigen können.

Eine schwedische Forscherteam untersuchte Studiendaten von Menschen, bei denen eine Vagotomie durchgeführt wurde. Dabei handelt es sich um einen Eingriff, bei dem der Vagus-Nerv durchtrennt wird, um die Magensäureproduktion zu minimieren. Der Vagus-Nerv ist an vielen verschiedenen Körperfunktionen beteiligt und Teil des Parasympathikus, der für Ruhe und Entspannung sorgt.

Die Darmflora und Parkinson

Die Darmflora beeinflusst viele Stoffwechselvorgänge im Körper und kann so zur Entstehung von Krankheiten beitragen. Das gilt auch für neurodegenerative Erkrankungen wie dem Parkinson-Syndrom. Es gibt Studien, die zeigen, dass sich die Darmflora von Menschen mit Parkinson von einer gesunden Darmflora unterscheidet. Eine Studie aus Japan fand im Stuhl mehr Enterobakterien. Zudem leiden viele Menschen mit Parkinson unter dem sogenannten Leaky-Gut-Syndrom, einer gestörten Schutzfunktion der Darmschleimhaut. Entzündungsstoffe können so vom Darm in das Gehirn gelangen.

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Symptome von Parkinson

Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist eine Krankheit, die sich schleichend entwickelt. Erste Anzeichen zeigen sich oft schon Jahre, bevor Betroffene die Diagnose erhalten. Je weiter das Parkinson-Syndrom voranschreitet, desto mehr beeinträchtigen die Beschwerden den Alltag der Betroffenen. Auch Stimmungsschwankungen können auftreten. Viele Betroffene bringen diese Symptome und Beschwerden mit typischen Altersbeschwerden in Verbindung und erkennen die Frühwarnzeichen für Parkinson nicht.

Hauptsymptome

  • Zittern (Tremor): Die Bewegungsstörung tritt am häufigsten an den Händen und Armen auf.
  • Bewegungsstörungen bzw. Muskelsteifheit (Rigor): Die Muskeln ziehen sich zusammen und versteifen sich.
  • Geh- und Haltungsstörungen (Posturale Instabilität): Die Fähigkeit, den Körper auszubalancieren, ist gestört.
  • Weitere Symptome: Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, Rücken- und Gelenkprobleme, Verdauungsprobleme, Blasenstörungen oder Schwindel.

Der Verlauf von Parkinson ist individuell. Typisch ist jedoch, dass die Beschwerden mit Voranschreiten der Krankheit zunehmen. In einem frühen Stadium können Medikamente die Beschwerden deutlich lindern. Nach fünf bis zehn Jahren treten diese dann aber wieder verstärkt auf und verschlimmern sich, da sich die Gehirnzellen weiter schädigen und die Medikamente irgendwann nicht mehr so gut bzw. nicht mehr konstant wirken. Im Spätstadium von Parkinson sind Betroffene im Alltag bei vielen Tätigkeiten auf Unterstützung angewiesen.

Diagnose von Parkinson

Da das Parkinson-Syndrom nicht heilbar ist, ist das oberste Ziel der Behandlung, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Vor allem im Frühstadium lindern Medikamente die Beschwerden zuverlässig.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie oder jemand in Ihrem Umfeld an Parkinson erkrankt sein könnte, ist die Hausärztin oder der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Die Diagnose von Parkinson ist sehr umfangreich. Zunächst informieren sich die Ärztin oder der Arzt über die Beschwerden, den Beginn, die Dauer und die Art der Symptome. Weitere Aspekte sind Vorerkrankungen, Medikamenten-Einnahmen und das Auftreten von Parkinson-Syndromen in der Verwandtschaft.

Diagnostische Verfahren

  • Körperliche und neurologische Untersuchung:
  • Bildgebung des Gehirns: MRT oder CT, um ein symptomatisches Parkinson-Syndrom auszuschließen.
  • L-Dopa-Test: Betroffene erhalten eine Einzeldosis des Parkinson-Medikaments L-Dopa.

Bei der ersten Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt erstmals den Schweregrad des Parkinson-Syndroms fest. In regelmäßigen Abständen erfolgen weitere Untersuchungen, die immer wieder dazu dienen, den aktuellen Schweregrad zu definieren. Das hilft bei der Behandlung und der Überwachung des Krankheitsverlaufs. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann feststellen, ob die jeweilige Therapie wirksam ist oder angepasst werden muss.

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Stadien von Parkinson

  • Stadium 1: Geringe Bewegungsstörungen.
  • Stadium 2: Die Symptome sind beidseitig.
  • Stadium 3: Standunsicherheiten.
  • Stadium 4: Schwere Beeinträchtigungen.
  • Stadium 5: Pflegebedürftigkeit.

Behandlung von Parkinson

Die wichtigste Therapie bei Parkinson ist die Gabe von Medikamenten. Es gibt drei gängige Medikamentengruppen:

  • Levodopa (L-Dopa): Wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt.
  • Dopaminagonisten: Ahmen im Gehirn die Wirkung von Dopamin nach und gleichen so den Mangel aus.

Vor allem im Frühstadium können Betroffene sehr davon profitieren. Durch die Medikamente nehmen die Beschwerden deutlich ab, einige können sogar ganz verschwinden. Viele Betroffene sind zumindest für einige Jahre weitgehend beschwerdefrei. Allerdings kann die Medikamenteneinnahme mit Nebenwirkungen einhergehen.

Ergänzende Therapien

  • Physiotherapie: Fördert und verbessert die Beweglichkeit, Koordination und das Gleichgewicht.
  • Logopädie: Hilft bei Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken.
  • Ergotherapie: Trainiert die feinmotorischen Fähigkeiten, wie zum Beispiel das Schreiben, das An- und Auskleiden, Essen und die Körperpflege. Auch Aufmerksamkeits- und Gedächtnisübungen sind Teil der Ergotherapie.

Tiefe Hirnstimulation

Je weiter Parkinson voranschreitet, desto schwieriger wird die Behandlung mit Medikamenten. Die Wirkung schwankt häufig. Um Wirkschwankungen auszugleichen, kann es helfen, das Einnahmeschema der Medikamente zu verändern. Einige Betroffene bekommen die Medikamente auch über ein Pumpensystem verabreicht.

Die sogenannte tiefe Hirnstimulation kann vor allem Zittern, Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung lindern. Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem Elektroden ins Gehirn eingesetzt werden. Sie kann auch Betroffenen in einem früheren Stadium in Kombination mit Medikamenten zugutekommen.

Ernährung bei Parkinson

Mit der richtigen Ernährung kann die Parkinson-Erkrankung zwar nicht geheilt werden, jedoch kann sie einen positiven Effekt auf den Verlauf haben. Vor allem mediterrane Ernährungsweisen rücken dabei immer mehr in den Fokus der Forschung. Die MIND-Diät ist eine Kombination aus der Mittelmeerdiät und der DASH-Diät (die den Blutdruck senken soll). Sie kann den Ausbruch von Parkinson verzögern.

Empfohlene Lebensmittel

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren: Sollen das Gehirn schützen, indem sie oxidativen Stress und Entzündungen reduzieren.

Zu vermeidende Lebensmittel

  • Butter und Margarine
  • Rotes Fleisch
  • Käse
  • Gebäck und Süßigkeiten
  • Fast Food und Frittiertes

Darmgesundheit fördern

Da die Darmgesundheit eine Rolle bei der Entstehung von Parkinson spielt, kann es hilfreich sein, bereits präventiv eine gesunde Darmflora zu fördern. Auf Ihrem Speiseplan sollten viele pro- und präbiotische Lebensmittel stehen. Probiotika sind natürliche Lebensmittel, die reich an speziellen Bakterienkulturen sind. Sie sind wichtige Helfer, um Ihre Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Präbiotika sind vor allen Dingen Ballaststoffe, also unverdauliche Nahrungsbestandteile. Die guten Darmbakterien ernähren sich von Präbiotika. Zudem tragen sie dazu bei, das Wachstum ungünstiger Darmbakterien zu verringern.

Ernährungstipps für Parkinson-Patienten

  • Appetitlosigkeit und Geschmacksverlust: Verwenden Sie möglichst frische und vielfältige Zutaten. Würzen Sie die Speisen kräftig mit Gewürzen und Kräutern. Zermahlen Sie die Gewürze fein in einem Mörser. Geben Sie einen kleinen Schuss Olivenöl zu Ihren fertigen Speisen.
  • Schluckstörungen: Essen Sie kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Trennen Sie das Essen und Trinken voneinander.
  • Verstopfungen: Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag. Achten Sie darauf, mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich zu nehmen.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Nehmen Sie Dopa-Medikamente nicht gleichzeitig mit eiweißhaltigen Lebensmitteln ein. Dadurch absorbieren Sie weniger L-Dopa.

Wichtige Nährstoffe

  • Omega-3-Fettsäuren: Wirken antientzündlich und können so die Nervenzellen schützen.
  • Vitamin B12: Eine gute Versorgung kann sich positiv auf das Parkinson-Syndrom auswirken.

Ernährung bei L-Dopa-Einnahme

Bei der Einnahme des Parkinson-Medikamentes L-Dopa ist Vorsicht beim Verzehr von Eiweiß geboten, da es seine Aufnahme hemmen kann. L-Dopa wird durch die Darmwand transportiert und konkurriert dabei mit anderen Aminosäuren aus der Nahrung. Eine eiweißreiche Ernährung hat aus diesem Grund einen negativen Effekt auf die Aufnahme des L-Dopa. Es wird empfohlen, das Medikament auf leeren Magen einzunehmen, idealerweise eine halbe Stunde vor oder eine Stunde nach dem Essen. Die notwendige Eiweißmenge sollte in kleinen Portionen über den Tag verteilt aufgenommen werden und nicht in einer großen Mahlzeit.

Weitere Ernährungsempfehlungen

  • Ballaststoffe: Ausreichend Ballaststoffe und dazu ausreichend trinken (2 bis 2 1/2 Liter pro Tag).
  • Kohlenhydrate: Gerne täglich Kartoffeln. Vollkornbrot und Vollkornnudeln, unpolierter Reis, Vollkornhaferflocken bieten sich ebenso an.
  • Obst und Gemüse: Fünf kleine Portionen Obst & Gemüse: Süßes nur in Maßen konsumieren, stattdessen lieber fünf gesunde Portion Obst & Gemüse pro Tag. Am besten frisch, möglichst unverarbeitet und ggf. nur kurz gegart. Auch Säfte sind zu empfehlen.
  • Spinat: Enthält ein wenig Protein und zusätzlich jede Menge wichtige Nährstoffe wie Flavonoide, Mineralstoffe, Vitamin C, Vitamin K, Eisen, Folsäure und Calcium.
  • Fleisch, Eier, Wurst und Fisch: Nur ein bis zwei Mal pro Woche (300 - 600 g). Diese Lebensmittel enthalten wichtige Nährstoffe, z.B. Omega-3-Fettsäuren (vor allem in fetten Kaltwasserfischen wie Lachs, Forelle, Hering, Heilbutt, Thunfisch oder Kabeljau). Fleisch enthält außerdem viel Eisen und Vitamin B1, B6 und B12.
  • Milchprodukte: Täglich Milchprodukte, um ausreichend Calcium aufzunehmen. Hier aber auf fettarme und ungesüßte Varianten zurückgreifen, also z.B. fettarmen Naturjoghur oder fettarme Milch.
  • Calcium und Vitamin D: Die Aufnahme von Calcium und Vitamin D ist wichtig, um dem erhöhten Osteoporose-Risiko von Parkinson-vorzubeugen.
  • Kräuter und Gewürze: Mit Kräutern und Gewürzen arbeiten, aber nur mit wenig Salz.

Osteoporose-Prävention

Sowohl die motorischen als auch die nicht-motorischen kognitiven Parkinson-Symptome führen mit der Zeit häufig zu signifikantem Bewegungsmangel. Dieser erhöht die Anfälligkeit für Osteoporose, also die Degeneration der Knochen. Eine ausreichende Aufnahme von Calcium und Vitamin D ist daher wichtig.

Tipps für die Nahrungsaufnahme bei Parkinson

  • Schluckprobleme: Vermeiden Sie Süßigkeiten, Puddings und Milchprodukte, weil sie für dicken, zähen und schleimigen Speichel sorgen. Als ungeeignet erweisen sich meist Speisen von körniger, trockener, faseriger oder harter Konsistenz. Bei flüssigen Speisen kommt es häufig zum Verschlucken. Besonders ungünstig sind Mischkonsistenzen wie klare Suppe mit Einlagen.
  • Verzögerte Magenentleerung: Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Vermeiden Sie große fettreiche Mahlzeiten.
  • Verstopfung: Sorgen Sie dafür, dass Sie genügend Ballaststoffe zu sich nehmen, z. B. in löslicher Form wie Flohsamen oder geschrotetem Leinsamen. Außerdem eignen sich Müsli, Trockenfrüchte in Wasser eingeweicht, Sauerkrautsaft und Vollkornprodukte.
  • Verminderter Geruchs- und Geschmackssinn: Gewürze und Kräuter in einem Mörser fein zermahlen - das regt den Geruchssinn an. Geben Sie einen kleinen Schuss Olivenöl zu zerkleinerten oder pürierten Speisen.

Mangelernährung vorbeugen

Häufig verlieren Parkinson-Patientinnen und Patienten an Körpergewicht. Sie haben weniger Appetit und Schwierigkeiten beim Essen, zum Beispiel aufgrund von Schluckstörungen und Verdauungsproblemen. Die Ausprägung der Parkinson-Erkrankung kann beim Überwiegen von Steifigkeit und Unbeweglichkeit zudem mit einer verminderten Kalorienaufnahme einhergehen, weshalb in jedem Fall eine Kontrolle des Körpergewichts erfolgen sollte. Eine gesunde und ausgewogene Kost ist nötig, damit der Körper mit Ballaststoffen, wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen versorgt wird. Das hilft nicht nur dabei, so weit wie möglich bei Kräften zu bleiben, sondern dient auch der Vermeidung von Begleiterkrankungen wie Osteoporose, die durch die körperliche Inaktivität begünstigt werden.

Mediterrane Ernährung

Die mediterrane Küche bietet eine gute Basis für eine ausgewogene Ernährung. Sie zeichnet sich durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln aus, die schonend zubereitet werden, um Geschmack, Farbe und wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten.

Nahrungsergänzungsmittel

Probiotika und Vitamine können in Einzelfällen sinnvoll und erforderlich sein. Joghurt mit zugesetzten Probiotika kann die Darmflora unterstützen. Da Vitamin D in der Nahrung nur in geringem Maße vorhanden ist, muss etwa 70 - 80 % der Vitamin-D-Zufuhr über ausreichende Sonnenzufuhr erfolgen. Menschen mit Parkinson haben oft niedrigere Vitamin-D-Spiegel als gleichaltrige Gesunde, da sie aufgrund der Bewegungseinschränkungen weniger mobil sind und deshalb seltener direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Vitamin B 12 ist für Zellteilung, Blutbildung und Nervenfunktion wichtig. Mangelzustände an Vitamin B12 und auch Vitamin B6 treten bei Menschen mit Parkinson möglicherweise häufiger auf als in der gesunden Bevölkerung.

Wichtige Hinweise zur Medikamenteneinnahme

Parkinson-Medikamente, insbesondere das häufig eingesetzte Präparat L-Dopa, sollen idealerweise auf nüchternen Magen und mind. 30 Minuten vor der nächsten Mahlzeit eingenommen werden. L-Dopa und Eiweiß sind sich in ihrer chemischen Struktur so ähnlich, dass sie an der gleichen Stelle im Dünndarm ins Blut übertreten. Kommt also L-Dopa gleichzeitig mit einer großen, eiweißreichen Mahlzeit im Dünndarm an, verzögert sich der Übertritt von L-Dopa ins Blut und die Wirkung auf die Parkinson-Symptome tritt dann erst verzögert oder gar nicht ein. Unabhängig von der Einnahmezeit ist zu beachten, dass L-Dopa auch nicht mit eiweißhaltigen Getränken eingenommen werden sollte.

Kochen als Therapie

Verwenden Sie ausreichend Zeit und Sorgfalt auf die Zubereitung der Speisen, essen Sie bewusst, vermeiden Sie Hektik und Ablenkung beim Essen und vor allem: genießen Sie Ihre Mahlzeiten und den Spaß beim Kochen.

LaVita: Mikronährstoffe für die Zellen

LaVita ist ein Produkt, das eine umfassende Versorgung der Zellen mit allen auf der Nährwerttabelle aufgezeigten Mikronährstoffen bietet. Es liefert reichlich Eisen, Folsäure, Magnesium, Niacin, Vitamin C, Vitamin B2, B12 und B6, die zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beitragen. Biotin, Chrom und Zink tragen zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei. Eisen, Jod und Zink sind an einer normalen kognitiven Funktion beteiligt. Vitamin B2, Selen, Vitamin C, Vitamin E und Zink helfen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel

Viele Betroffene erhoffen sich eine präventive Wirkung und / oder eine Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung von diversen Nahrungsergänzungsmitteln / Gewürzen. Für bestimmte Risikogruppen - und dazu gehören auch Parkinson-Patienten - kann die Einnahme ausgewählter Nahrungsergänzungsmittel (Supplements) jedoch sinnvoll sein. Gewürze wiederum sind im Unterschied zu NEM Pflanzenteile, welche in geringer Menge als geschmacks- bzw. geruchsgebende Zutaten zur allgemeinen Ernährung verwendet werden.

Studienlage zu Nahrungsergänzungsmitteln

In der von Mischley et al. 2017 veröffentlichten „CAM Care in PD“ Studie wurden 1 307 Parkinson- Patienten mit Online-Fragebögen nach ihren Krankheitsdaten und Ernährungsgewohnheiten befragt. Ergebnis: frisches Gemüse, frisches Obst, Nüsse, Samen, Olivenöl, Wein, Kokosöl, frische Kräuter und die Verwendung von Gewürzen waren mit einem langsameren Krankheitsverlauf assoziiert. Nach Ausschluss aller möglichen statistischen Fehler war nur Fischöl mit einer langsameren Progression assoziiert. Es ist reich an Omega-3- Fettsäuren, denen entzündungshemmende und zellschützende Effekte zugesprochen werden.

Ein Mangel an Vitamin-D ist bei Parkinson-Patienten häufig und mit einem erhöhten Sturz- sowie Verletzungsrisiko verbunden. In mehreren Studien führte eine orale Nahrungsergänzung mit Vitamin D (1000 IE / d) zu einer erheblichen Reduktion von Frakturen (Knochenbrüche).

Gewürze und ihre Wirkung

Für nikotinhaltige Nahrungsmittel, einschließlich Tomaten, Kartoffeln, Auberginen, Chili und Paprika, konnte ein reduziertes Parkinson-Risiko bei Männern und Frauen nachgewiesen werden, die nie geraucht hatten. Lycopin, der rote Farbstoff der Tomate, konnte im Tierversuch dopaminerge Nervenzellen vor oxidativem Stress schützen. Senfölglykoside verfügen im Tierversuch über einen antioxidativen Effekt. Sie befinden sich besonders in Kreuzblütengewächsen, wie Brokkoli, aber auch in Blumenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Meerrettich, Rucola, Kresse und Senf. Für mehrere Farbstoffe (Anthocyane) in roten Beeren und Gemüse wurde eine hemmende Wirkung auf die Monoaminooxidasen (MAO) A und B nachgewiesen. Auch für carotinhaltige Lebensmittel (u. a. Grünkohl, Karotten, Süßkartoffeln, Petersilie) und Beta-Carotin wurde in epidemiologischen Studien ein neuroprotektiver Effekt nachgewiesen: Sie verfügen über antioxidative Eigenschaften und schützen vor freien Radikalen.

Das Gewürz Curcumin wird seit 2500 Jahren in der ajurvedischen und chinesischen Medizin eingesetzt. Studien lassen auf einen antioxidativen, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Effekt schließen. In Parkinson-Labormodellen zeigte es eine neuroprotektive Wirkung.

Zusammenfassung zu Nahrungsergänzungsmitteln und Gewürzen

Zusammenfassend können Nahrungsergänzungsmittel vor allem aufgrund der durchwachsenen Studienlage zur Wirksamkeit speziell bei Parkinson nur bei einem bereits bestehenden Mangel uneingeschränkt empfohlen werden. Gewürze und eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen sind jedoch unbedenklich und nachgewiesenermaßen von Vorteil. Gegen den drohenden Muskelabbau (Sarkopenie) scheint neben regelmäßiger Bewegung eine Nahrungsergänzung mit Molkeprotein nützlich, zudem sollte von der über Jahre empfohlenen eiweißarmen Kost Abstand genommen werden.

Ergotherapie bei Parkinson

Ergotherapie hilft Menschen jeden Alters, welche durch Störungen der Beweglichkeit, des Bewegungsverhaltens, der Verarbeitung von Sinnesreizen und / oder der geistigen und psychischen Fähigkeiten in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind. Zu Behandlungsbeginn wird eine ergotherapeutische Befunderhebung und ein Anamnesegespräch durchgeführt. Ziel ist eine individuelle, differenzierte Analyse der Faktoren, die zum Gelingen oder auch Nichtgelingen von Handlungen, Bewegungen und Informationsarbeiten beitragen. Hieraus werden gemeinsam mit Ihnen, und bei Bedarf mit Ihren Angehörigen, die Therapieziele abgeleitet - anschließend wird Ihr Behandlungsplan erstellt.

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