Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit einem Verlust kognitiver Fähigkeiten einhergehen und das tägliche Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form, gefolgt von der vaskulären Demenz. Unabhängig von der konkreten Diagnose ist es wichtig, das Verhalten des Patienten und seine Reaktion auf bestimmte Reize zu berücksichtigen. Es stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zur Verfügung, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen, die Lebensqualität zu verbessern und Angehörige zu entlasten.
Einleitung
Die steigende Anzahl an Demenzerkrankungen, mit etwa 200.000 Neuerkrankungen jährlich, führt zu einem zunehmenden Bedarf an Demenzbetreuung und -pflege. Immer mehr Angehörige sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, eine angemessene Betreuung für ihre demenzkranken Familienmitglieder sicherzustellen. Viele Betroffene wünschen sich, im eigenen Zuhause wohnen bleiben zu können, da die eigenen vier Wände Geborgenheit und Sicherheit geben und die gewohnte Umgebung Erinnerungen birgt.
Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Die Ausprägung der Symptome lässt sich durch Medikamenteneinnahme häufig hinauszögern. Je früher die Therapie beginnt, desto besser. Bei einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Hausarzt oder Facharzt wird der individuelle Behandlungsplan erstellt.
Medikamentöse Behandlung von Alzheimer
Mit Medikamenten lassen sich insbesondere im frühen und mittleren Alzheimer-Stadium die Symptome lindern und der Verlauf hinauszögern. Häufig verschreiben Ärzte Medikamente gegen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie gegen Depressionen. Betroffene, die sich rechtzeitig behandeln lassen, gewinnen dadurch Zeit und mehr Lebensqualität.
Im Verlauf einer Alzheimer-Demenz lässt das Erinnerungs- und Denkvermögen immer mehr nach. Sich in bekannter Umgebung zu orientieren, fällt zunehmend schwer. Schuld daran ist das schleichende Absterben der Nervenzellen. Es lässt sich zwar nicht aufhalten, aber die damit einhergehenden Beschwerden lassen sich mildern. Auch Depressionen und Verhaltensstörungen lassen sich medikamentös behandeln. Wichtig ist, dass die behandelnde Ärztin oder der Arzt über andere Erkrankungen und Medikamente informiert wurde, bevor er oder sie ein Medikament verschreibt. Das vermeidet gefährliche Neben- und Wechselwirkungen.
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Länger eigenständig durch Antidementiva
Der Botenstoff Acetylcholin ist für die Signalübertragung im Gehirn mitzuständig. Bei Alzheimer-Patienten wird Acetylcholin nicht mehr in ausreichender Menge produziert. Dieser Mangel lässt sich im frühen bis mittleren Stadium der Demenz einige Zeit ausgleichen.
Acetylcholinesterasehemmer wie Donepezil, Galantamin oder Rivastigmin hemmen das Enzym Acetylcholinesterase, das für den Abbau von Acetylcholin verantwortlich ist. Kranke mit Alzheimer, Lewy-Körperchen-Demenz oder einer Mischform der Demenz können dadurch Alltagstätigkeiten länger allein meistern. Auch Fähigkeiten wie Denken, Lernen, Erinnern und Wahrnehmen bleiben länger erhalten. Allerdings können unter einigen Medikamenten Nebenwirkungen wie Erbrechen, Übelkeit und Durchfall auftreten.
Medikamente wirken nur richtig, wenn sie regelmäßig und nach Vorschrift eingenommen werden. Dies fällt Menschen mit Demenz zunehmend schwerer.
Behandlung mit Antidepressiva und Antipsychotika
Wenn die Diagnose einer Demenzform feststeht, stellt sich bei vielen Betroffenen eine reaktive Depression ein. Aber auch der Verlust der Nervenzellen selbst kann Ursache für depressive Stimmungen sein. Weil es ihrem Gehirn an den Botenstoffen Serotonin und Noradrenalin mangelt, fühlen sich die Betroffenen oft mut- und antriebslos. Antidepressiva wirken dem entgegen. Welches Medikament infrage kommt, muss die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit der Betroffenen oder dem Betroffenen und gegebenenfalls den Angehörigen entscheiden.
Manche Menschen mit Demenz legen auch ein aggressives Verhalten an den Tag, haben Sinnestäuschungen oder Verfolgungswahn. Antipsychotika unterdrücken diese Symptome, indem sie das verantwortliche Dopamin hemmen, einen weiteren Botenstoff im Gehirn. Häufig verordnete Antipsychotika sind Risperidon, Melperon und Pipamperon. Allerdings können Antipsychotika bei Menschen mit Demenz auch verschiedenste Nebenwirkungen hervorrufen. Deshalb sollte ihr Einsatz behutsam und mit Augenmaß erfolgen.
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Antidementiva und ihre Wirkung
Aktuell sind in Deutschland vier Antidementiva zugelassen, davon drei Acetylcholinesterase-Hemmer und ein Glutamat-Antagonist. Die Alzheimer-Behandlung mit Antidementiva wird von den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften empfohlen. In der Praxis werden zwei Drittel der Patienten über ein Jahr damit behandelt, weniger als die Hälfte über zwei Jahre und länger. Acetylcholinesterase-Hemmer blockieren das Enzym Cholinesterase und wirken damit dem Abbau von Acetylcholin entgegen. Glutamat-Antagonisten, auch als NMDA-Rezeptor-Antagonisten bekannt, wirken im Zusammenspiel mit dem Botenstoff Glutamat und regulieren dessen Ausschüttung.
Medikamente bei vaskulärer Demenz
Bei der vaskulären Demenz liegt die Ursache in einer Durchblutungsstörung der Nervenzellen im Gehirn. Deshalb sind Antidementiva bei vaskulärer Demenz nicht sinnvoll. Blutdrucksenkende und blutverdünnende Medikamente können hingegen eine sinnvolle Maßnahme gegen die Durchblutungsstörungen darstellen.
Weitere Medikamente
Antidepressiva sind psychopharmazeutische Medikamente, die stimmungsaufhellend wirken. Je nach Medikament wirken sie außerdem antriebssteigernd oder beruhigend. Sie wirken also nicht gegen die Demenz an sich, sondern gegen Depressionen, die als Begleiterscheinung häufig auftreten. Neuroleptika (oder Antipsychotika) sind psychopharmazeutische Medikamente, die bei Psychosen eingesetzt werden. Sie können lähmende Ängste, Wahnvorstellungen und schwere Denkstörungen verhindern und werden bei Demenzerkrankten gegen Halluzinationen und starke innere Unruhe eingesetzt.
Schmerzmittel
Demenz ist keine an sich schmerzhafte Krankheit. Aber sie kann dazu führen, dass Betroffene ihre eigenen Schmerzen zwar fühlen, aber nicht mehr als solche identifizieren können. Sie können also nicht mehr zum Ausdruck bringen, dass sie bestimmte Schmerzen spüren. Manchmal äußert sich Schmerzempfinden bei Demenzerkrankten auch durch auffälliges Verhalten. Wann genau und in welchem Umfang Schmerzmittel zum Einsatz kommen sollte grundsätzlich der behandelnde Arzt entscheiden.
Nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Es gibt eine Fülle nicht medikamentöser Therapien, die sich für Menschen mit Demenz eignen. Einige sind fester Bestandteil bestimmter Betreuungsangebote und finden oft in Gruppen statt. Andere orientieren sich stärker an den Bedürfnissen eines ganz bestimmten Menschen und kommen direkt in seinem sozialen Umfeld zum Einsatz.
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Ergotherapie
Die Ergotherapie hilft Patientinnen und Patienten im frühen und mittleren Stadium der Demenz, Alltagskompetenzen möglichst lange aufrechtzuerhalten. Gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten üben Betroffene Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen oder auch Zeitunglesen.
Physiotherapie
Regelmäßige und moderate körperliche Betätigung ist ein wirksames Mittel zur Vorbeugung von Krankheiten und ein wichtiger Baustein der Gesundheitsförderung bei älteren Menschen. In vielen Studien zeigt sich auch ein deutlicher positiver Zusammenhang zwischen der körperlichen Aktivität und dem kognitiven Leistungsvermögen älterer Menschen.
Über das gezielte Training von Ausdauer, Kraft und Koordination kann die Physiotherapie Menschen mit Demenz dabei helfen ein gesundes körperliches Aktivitätsniveau möglichst lange aufrecht zu erhalten, das Sturzrisiko im Alltag zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit bei der Bewältigung der Aktivitäten des täglichen Lebens zu stabilisieren oder gar zu verbessern. Körperliche Aktivierung kann dazu beitragen, Alltagsfunktionen, Beweglichkeit und Balance zu erhalten. Tanzen, Massagen und Anregungen für die Sinne können bei Patientinnen und Patienten mit mittlerer bis schwerer Demenz Freude und Aktivität auslösen.
Kognitives Training
Durch kognitives Training können Menschen mit Demenz im frühen bis mittleren Stadium ihre Wahrnehmung, ihre Lernfähigkeit und ihr Denkvermögen schulen. Einfache Wortspiele in Einzel- oder Gruppentherapie kommen dazu infrage. Auch Farben zu erkennen, Begriffe zu erraten oder Reime zu ergänzen, sind häufig gestellte Aufgaben. Gute Therapeuten achten darauf, dass die Betroffenen dabei weder unter- noch überfordert werden.
Verhaltenstherapie
Diese Form der Therapie ist besonders für Menschen im Frühstadium einer Demenz geeignet. Nach der Diagnose Demenz sind viele Betroffene verunsichert und haben Angst vor der Zukunft. Einige gleiten in eine Depression ab, andere reagieren mit Wut gegen sich und manchmal auch gegen ihre Mitmenschen. Unterstützt von einer Psychologin oder einem Psychologen oder einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten, lernen sie, diese Probleme zu bewältigen und mit ihrer Demenz besser umzugehen.
Biographiearbeit
Die biografische Arbeit eignet sich vor allem im frühen bis mittleren Stadium der Demenz. Durch gezielte Gespräche mit der oder dem Betroffenen - allein oder in der Gruppe - werden mithilfe von Fotos, Büchern und persönlichen Gegenständen positive Erinnerungen an frühere Lebensabschnitte wachgerufen. Dadurch behalten Menschen mit Demenz sehr lange das Gefühl für die eigene Identität und fühlen sich im Alltag sicherer. Dieses biografische Wissen nützt auch Angehörigen und Betreuerinnen und Betreuern, um später Reaktionen und Äußerungen der oder des Betroffenen besser zu verstehen.
Realitätsorientierung
Die sogenannte Realitätsorientierung hilft in allen Stadien der Demenz, sich räumlich und zeitlich zurechtzufinden und Personen und Situationen wieder besser einzuordnen. Angehörige wie auch professionelle Betreuerinnen und Betreuer können mithilfe von Uhren, Kalendern sowie Bildern von Jahreszeiten mit den Betroffenen die zeitliche Orientierung üben. Besonders wichtig ist es, Überforderungen zu vermeiden. Wenn Wohnräume wie Bad oder Küche mit Farben gekennzeichnet sind, finden sich Menschen mit Demenz besser zurecht. Zum Realitäts-Orientierungs-Training (ROT) gehört das Aufstellen von großen Kalendern und Uhren sowie Fotos und anderen identitätsstiftenden Gegenständen. Aber auch die Verwendung von orientierenden Sätzen in der Kommunikation.
Musiktherapie
Musiktherapie kann in allen Stadien der Demenz helfen. Im Frühstadium spielt nicht nur das Hören, sondern auch das Musikmachen eine wichtige Rolle. Die Menschen mit Demenz singen gemeinsam oder benutzen Instrumente wie Trommeln, Triangel und Xylofon. Im späten Stadium kann das Hören vertrauter Melodien beruhigen und Schmerzen lindern. Musik weckt positive Erinnerungen und Gefühle.
Kunsttherapie
Kunst weckt Erinnerungen - unabhängig davon, ob Menschen mit Demenz im Museum Werke von Künstlerinnen und Künstlern erleben oder selbst schöpferisch tätig werden. Kunst und Kunsttherapie ermöglichen die Begegnung mit sich selbst und anderen. Sie tragen dazu bei, die Lebensqualität zu erhalten.
Menschen mit Demenz profitieren vor allem im frühen Stadium von der Kunsttherapie. Bei der Kunsttherapie können sich Menschen mit Demenz neu oder wiederentdecken. Der kreative Schaffensprozess steht im Mittelpunkt. Dies aktiviert indirekt kognitive Fähigkeiten. Verloren geglaubte Fähigkeiten und vorhandene Ressourcen treten zutage; dies kann motivieren und positiv auf das Selbstwertgefühl wirken. Bei unruhigen Menschen kann die Konzentration gefördert werden.
Die Kunsttherapie arbeitet auf der nonverbalen Ebene. Sie kann einen Kommunikationsweg zwischen Menschen mit Demenz und anderen Personen darstellen. Insbesondere bei Beeinträchtigung der verbalen Kommunikation ermöglichen das Malen und Gestalten sich auszudrücken und mit der Umwelt zu kommunizieren und interagieren. Zeichnen, Malen und Gestalten sind nicht nur eine Beschäftigung, sondern auch eine Ausdrucksform. Sie erfordern motorisches Geschick, Konzentration und eine Auseinandersetzung mit eigenen Erinnerungen und Emotionen.
Milieutherapie
Die Milieutherapie ist in allen Stadien der Demenz sinnvoll. Sie zielt darauf ab, Wohn- und Lebensräume so umzugestalten, dass Betroffene sich darin wohlfühlen und möglichst selbstständig und selbstbestimmt leben können. Noch im späten Stadium können angenehme Materialien wie glattes Holz und weiche Stoffe sowie Düfte von bekannten Parfüms oder Lieblingsblumen positive Erinnerungen wecken und Verhaltensstörungen lindern. Je stärker eine dementielle Erkrankung fortschreitet, desto weniger sind Betroffene in der Lage, sich selbst der Umwelt anzupassen. Die Milieutherapie ist also keine Behandlung am Menschen, sondern betrifft die demenzgerechte Gestaltung der Umwelt der Erkrankten. Ein demenzgerecht gestaltetes Umfeld entfaltet dauerhaft seine therapeutische Wirkung. Insbesondere das Wohlbefinden können Sie durch die Milieutherapie steigen und in vielen Fällen sogar herausforderndes Verhalten verringern.
Unterstützung für Angehörige und Betroffene
Die Betreuung eines an Demenz erkrankten Menschen ist eine der größten Herausforderungen, die Angehörige meistern können. Sie erfordert Geduld, Einfühlungsvermögen und nicht selten viel Kraft. Unterstützung für die Pflege zuhause in Anspruch nehmen zu wollen, ist daher absolut verständlich - und möglich.
Betreuungsangebote und Entlastungsmöglichkeiten
- Ambulante Pflegedienste: Sie bieten wertvolle Unterstützung bei der Betreuung zu Hause und entlasten pflegende Angehörige im Alltag. Besonders hilfreich sind Pflegedienste, deren Mitarbeitende eine Zusatzqualifikation für Demenz besitzen. Zu den Aufgaben gehören neben der Grundpflege auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten.
- Stundenweise Betreuung: Sie kann dabei helfen, eine Struktur aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Solche Angebote bieten flexible Unterstützung, ohne dass Sie Ihren Angehörigen komplett in die Hände Dritter geben müssen.
- Teilstationäre Betreuung: Die betroffene Person wird tagsüber in einer spezialisierten Einrichtung betreut, während sie weiterhin überwiegend zu Hause lebt.
- Betreuungsgruppen: Hier können sich Demenzkranke in einem geschützten Rahmen wohlfühlen und an vielfältigen Aktivitäten teilnehmen, die an ihre noch vorhandenen Fähigkeiten anknüpfen.
- 24-Stunden-Betreuung: Durch Pflegehilfskräfte, die imIdealfall speziell für die Pflege von Demenzkranken ausgebildet sind, ermöglicht es Demenzerkrankten, weiterhin in den eigenen vier Wänden zu leben.
- Betreutes Wohnen: In einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft leben etwa sechs bis zwölf Menschen mit Demenz zusammen. Die Betreuung erfolgt ambulant durch einen Pflegedienst, der die medizinische Versorgung sicherstellt und den Alltag der Bewohner koordiniert.
- Stationäre Pflegeeinrichtung: Wenn der Zustand eines demenzerkrankten Menschen sich verschlechtert oder herausfordernde Verhaltensweisen wie Aggressionen häufiger auftreten, kann eine speziell auf Demenz ausgerichtete stationäre Pflegeeinrichtung die beste Lösung sein.
Finanzielle Hilfen
Um finanzielle Hilfen der Pflegeversicherung beanspruchen zu können, benötigt die demenzerkrankte Person einen Pflegegrad. Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungen, die je nach Pflegegrad in Anspruch genommen werden können. Dazu gehören Pflegesachleistungen, Pflegegeld, der Entlastungsbetrag und Leistungen für Kurzzeit- oder Verhinderungspflege.
Tagesstruktur und sicherer Haushalt
Eine feste Tagesstruktur gibt Menschen mit Demenz Halt und Orientierung. Wiederkehrende Abläufe helfen Ihrem Angehörigen, sich besser zurechtzufinden und das Gefühl der Sicherheit zu bewahren. Die eigene Wohnung sollte ein sicherer Ort sein. Rutschfeste Teppiche, klare Wege ohne Stolperfallen und gut erreichbare Lichtschalter tragen dazu bei, Stürze zu verhindern. Auch technische Hilfsmittel wie Herdabschaltsicherungen oder Türalarme können helfen, das Sicherheitsgefühl zu erhöhen.
Patientenverfügung
Eine Patientenverfügung stellt sicher, dass Ihre medizinischen Wünsche auch in unerwarteten Situationen respektiert werden und bewahrt so Ihre Selbstbestimmung. Sie greift in Situationen, in denen Sie aufgrund von Krankheit oder Verletzung nicht in der Lage sind, sie selbst auszudrücken. Dieses Dokument entlastet zudem Ihre Angehörigen von schwierigen Entscheidungen, vermeidet Missverständnisse und schützt vor unerwünschter Über- oder Unterbehandlung.
Behandlungspflege
Medizinische Behandlungspflege auf ärztliche Versorgung wird erst dann verordnet, wenn ein Patient aus der ärztlichen Behandlung zwar entlassen wurde, aber doch medizinische Pflegeleistungen vonnöten sind, die der Patient selbst nicht durchführen kann. In einem solchen Fall kann es beispielsweise zum Einsatz einer ausgebildeten Kranken- oder Altenpflegekraft kommen. Unter Leistungen im Rahmen der Behandlungspflege fallen jene medizinischen Leistungen, die auf Grundlage einer ärztlichen Anordnung bei pflegebedürftigen Menschen durchgeführt werden. Die erbrachten Leistungen können vielfältig sein und umfassen unter anderem Blutdruckmessung, Blutzuckermessungen, Wundpflege, Verabreichen von Medikamenten und Behandlung eines Dekubitus oder eine Vielzahl von weiteren Leistungen.
Kommunikation mit Demenzerkrankten
Die angemessene Kommunikation mit Demenzerkrankten setzt voraus, dass Sie ein Gespür für die veränderte Wahrnehmung des Betroffenen entwickeln. In jedem Fall sollten Sie einen wertschätzenden Umgang pflegen und die demenzerkrankte Person nicht ständig bevormunden, herabwürdigen oder vom Alltag ausschließen. Die erkrankte Person ist ein Individuum mit einer persönlichen Lebensleistung.
Selbsthilfegruppen und Angehörigenberatung
Angehörigen- bzw. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich in einer ähnlichen Pflegesituation befinden wie man selbst. Viele Angehörige nutzen das Angebot, um über ihre Sorgen, Ängste und Verzweiflung zu sprechen, aber auch, um sich gegenseitig Unterstützung, Anregungen und Tipps zu geben und die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Viele Angebote können zumindest teilweise aus Leistungen der Pflegeversicherung finanziert werden.
Weitere Therapieansätze
- Psychotherapie und Verhaltenstherapie: Sie können in erster Linie die Gedanken, Einstellungen und Bewertungen einer Person gegenüber der Diagnose Demenz verändern und einen guten Umgang mit der Demenz im Alltag finden.
- Selbsterhaltungstherapie (SET): Sie zielt darauf ab, das Selbstbild und die Wahrnehmung von sich selbst als Person zu erhalten. Sie sollten einen respektvollen Umgang pflegen und nicht jedes Missgeschick oder Fehlverhalten kritisch zur Sprache zu bringen.
- Sprachtherapie (Logopädie): Sie kann bei Wortfindungsproblemen, schlechter Aussprache und mangelndem Sprachverständnis helfen sowie bei Schluckstörungen den Kau- und Schluckapparat trainieren.
- Sensorische Therapie (Snoezelen): Sie ermöglicht vielfältige sinnliche Wahrnehmungen durch Lichtprojektionen, beruhigende Musik, Duftstoffe und Gegenstände zum Befühlen.
- Tiergestützte Therapie: Der Umgang mit Tieren spricht die sinnliche Wahrnehmung und die Sozialfähigkeit der demenzerkrankten Person an.
Zusammenfassung
Die professionelle Hilfe bei Demenz umfasst vielfältige Aspekte, von der medikamentösen Behandlung zur Linderung der Symptome bis hin zu nicht-medikamentösen Therapien, die die Lebensqualität verbessern und die Selbstständigkeit so lange wie möglich erhalten sollen. Die Unterstützung von Angehörigen ist ebenso wichtig, um Überlastung zu vermeiden und eine optimale Betreuung zu gewährleisten. Eine frühzeitige Diagnose und ein individueller Behandlungsplan sind entscheidend, um den Verlauf der Demenz positiv zu beeinflussen und den Betroffenen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.
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