Die komplexe Verbindung zwischen Puls und Nerven: Ein umfassender Überblick

Stresserkrankungen nehmen laut Statistiken immer weiter zu. Die Messung der Herzratenvariabilität (HRV) erfreut sich hierbei immer größerer Beliebtheit als Diagnose-Tool. Unser vegetatives Nervensystem (VNS) mit seinen Achsen Sympathikus und Parasympathikus steuert Körperfunktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel. Die VNS-Analyse visualisiert die Balance von Sympathikus (inneres Gaspedal) und Parasympathikus (innere Bremse) durch Beobachtung der Herzfrequenz bei tiefer Atmung. Fehlregulationen können zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Das vegetative Nervensystem und seine Rolle

Das vegetative Nervensystem (VNS) spielt eine entscheidende Rolle bei der Steuerung lebenswichtiger Körperfunktionen, ohne dass wir diese willentlich beeinflussen müssen. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  • Sympathikus: Dieser Teil des VNS ist für die Aktivierung des Körpers in Stresssituationen zuständig. Er erhöht Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz, um den Körper auf Kampf oder Flucht vorzubereiten.
  • Parasympathikus: Der Parasympathikus wirkt als Gegenspieler des Sympathikus und ist für Entspannung und Regeneration zuständig. Er senkt Herzfrequenz und Blutdruck, fördert die Verdauung und sorgt für Ruhe.

Ein gesundes VNS zeichnet sich durch ein ausgewogenes Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus aus. Dieses Gleichgewicht ermöglicht es dem Körper, flexibel auf unterschiedliche Anforderungen zu reagieren.

Die Herzratenvariabilität (HRV) als Spiegelbild des VNS

Die Herzratenvariabilität (HRV) ist ein Maß für die Veränderlichkeit der Zeitabstände zwischen einzelnen Herzschlägen. Sie gilt als wichtiger Indikator für die Funktionsfähigkeit des VNS und somit für die Fähigkeit des Körpers, sich an wechselnde Belastungen anzupassen. Eine hohe HRV deutet auf ein gesundes und flexibles VNS hin, während eine niedrige HRV auf eine eingeschränkte Anpassungsfähigkeit hindeuten kann.

Messung der HRV

Bei der VNS-Analyse werden die Zeitabstände zwischen den Herzschlägen in Millisekunden mittels Brustgurt gemessen. Ähnlich wie beim Blutdruckmessen sollte die zu messende Person vor der Durchführung mindestens 10 Minuten ruhen. Die Messung erfolgt im Sitzen unter völliger Ruhe (nicht sprechen, bewegen) und ist abgeschlossen, sobald etwa 520 Herzschläge aufgezeichnet wurden. Körperliche Bewegung selbst in kleinen Ausmaßen beeinflusst die Messung negativ. Bestimmte Uhr- bzw. Die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Ermäßigungen auf Fort- und Weiterbildungen inkl.

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Interpretation der HRV

Eine hohe HRV bedeutet, dass das Herz flexibel auf unterschiedliche Anforderungen reagieren kann. Dies ist ein Zeichen für ein gesundes und widerstandsfähiges VNS. Eine niedrige HRV hingegen deutet darauf hin, dass das Herz weniger flexibel ist und sich schlechter anpassen kann. Dies kann ein Hinweis auf Stress, Erschöpfung oder eine Erkrankung des VNS sein.

Stress und seine Auswirkungen auf Puls und Nerven

Stress ist ein allgegenwärtiges Phänomen in unserer modernen Gesellschaft. Akuter Stress führt zu erhöhtem Puls, Herzschlag und Blutdruck, um den Körper in Alarmbereitschaft zu halten. Langfristiger Stress verändert die Regulation hin zu einem überaktiven Sympathikus und einem hypoaktiven Parasympathikus, selbst in Ruhelage. Dies führt zu einer geänderten Erregung des Herzens, wodurch die Herzfrequenzvariabilität (Abstand von Herzschlag zu Herzschlag) entsprechend verändert und somit messbar ist.

Chronischer Stress kann zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen führen, darunter auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol erhöhen den Blutdruck, beschleunigen den Herzschlag und sorgen für Fettablagerungen an Gefäßen oder um das Herz herum, was langfristig zu chronischen und schwerwiegenden Erkrankungen führen kann. Verstärkt wird die Problematik, wenn psychisch Erkrankte durch die mentale Belastung ungesunden Verhaltensweisen, wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder dem Konsum von Alkohol und Nikotin verfallen.

Das Zusammenspiel von Herz und Gehirn

Unser Herz und unser Gehirn kommunizieren ständig miteinander. Geraten wir etwa in eine gefährliche Situation, sorgen Signale aus dem Gehirn dafür, dass der Puls steigt - und entsprechend wieder sinkt, wenn die Gefahr vorüber ist. Umgekehrt sendet auch das Herz Informationen ans Gehirn und beeinflusst darüber auch unsere Wahrnehmung. Bislang ist jedoch unklar, wie das funktioniert.

Schlägt das Herz in seinem regelmäßigen Rhythmus, zieht es sich während der sogenannten systolischen Phase zusammen und pumpt Blut in den Körper. In der anschließenden diastolischen Phase fließt das Blut zurück, das Herz füllt sich wieder. Aus einer früheren Studie am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften weiß man: Im Laufe dieses Zyklus verändert sich unsere Wahrnehmung.

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In der aktuellen Studie entdeckten nun die Wissenschaftlerinnen, was der Grund für diese veränderte Wahrnehmung ist: Mit dem Herzzyklus verändert sich auch die Hirnaktivität. Während der ersten Zyklusphase ist ein entscheidender Teil der Hirnaktivität unterdrückt, die sogenannte P300-Komponente. Bei der geht man davon aus, dass sie sonst den Übergang ins Bewusstsein kennzeichnet. Wird sie unterbunden, wird demnach die eintreffende Information nicht bewusst wahrgenommen. Das Gehirn scheint also zu erkennen, dass die durch den Puls hervorgerufenen Veränderungen im Körper nicht real als Reaktion auf eine veränderte Umgebung auftreten. Sie sind vielmehr nur eine Reaktion auf den regelmäßig wiederkehrenden Herzschlag. Dadurch stellt es sicher, dass wir uns nicht jedes Mal aufs Neue von unserem Puls stören lassen.

Während ihrer Untersuchungen entdeckten die Forscherinnen noch einen zweiten Effekt: Je stärker das Gehirn einer Person auf den Herzschlag reagiert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie den äußeren Reiz wahrnimmt. „In dieser Zeit scheint sich die Aufmerksamkeit von Signalen, die von außen eintreffen, auf solche zu verschieben, die wir aus dem Inneren erhalten“, erklärt Esra Al, Erstautorin der Studie. Eine starke Reaktion des Gehirns auf den Herzschlag bedeute demnach, dass es sich in einem Zustand befindet, in dem es sich mehr auf Informationen aus dem Körper und den Organen konzentriere.

Die Ergebnisse sind auch medizinisch von Interesse. Sie erklären nicht nur bei Gesunden den Zusammenhang von Herz- und Hirnfunktion, sondern auch bei Erkrankungen dieser Organe. Untersucht haben die Forscherinnen diese Zusammenhänge mithilfe von schwachen elektrischen Signalen, die sie den Studienteilnehmern über Elektroden am Finger gaben.

Herzrhythmusstörungen und Vagus-Manöver

Plötzlich schießt der Herzschlag hoch - und das ganz ohne körperliche Belastung, Angst oder Aufregung. So als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Genauso plötzlich hört das Herzrasen dann auch wieder auf. Eine solche Herzrhythmusstörung kann harmlos sein. Trotzdem sollte man sich erstmal an einen Arzt oder eine Ärztin wenden, wenn man so ein Herzrasen bei sich beobachtet.

Den prinzipiell können viele verschiedene Ursachen hinter Herzrasen stecken - es gilt also zunächst herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine recht harmlose Form des Herzrasens handelt. Ist das der Fall, können teilweise sogenannte Vagus-Manöver helfen, die Herzfrequenz wieder zu normalisieren. Aber wie genau funktioniert das? Für wen sind diese Manöver geeignet und für wen nicht?

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Vagus-Manöver bei Herzrhythmusstörungen

Vagus-Manöver wirken am besten bei Tachykardien also Herzrasen, bei dem der AV-Knoten seine bremsende Funktion nicht erfüllen kann. Das ist wird anfallsartige Vorhoftachykardie genannt, genauer: AVNRT (AV-Knoten-Reentrytachykardie) und AVRT (AV-Reentrytachykardie).

Der AV-Knoten ist mit dafür verantwortlich, dass das Herz einen regelmäßigen Rhythmus hat. Er sorgt dafür, dass es eine regelmäßige und rasche Überleitung der Impulse vom Vorhof des Herzens auf die Herzkammern. „Diese Herzrhythmusstörungen sind sehr unangenehm“, sagt Frau Prof. Isabel Deisenhofer, Leiterin der Abteilung für Elektrophysiologie am TUM Universitätsklinikum, Deutsches Herzzentrum München. „Dann schießt der Puls ohne Anstrengung plötzlich in die Höhe. Die Betroffenen schnappen nach Luft, suchen sich irgendeinen Stuhl und hoffen nur, dass es schnell wieder aufhört.

Wie wirkt die Stimulation des Nervus Vagus auf das Herz?

Wie stark unser Nervensystem auf das Herz wirkt, kennen die meisten Menschen aus ihrem Alltag. „Wenn wir zum Beispiel Stress haben oder uns erschrecken, ist das sympathische Nervensystem aktiv und wir bekommen sofort Herzklopfen“, sagt Bode. „Aber sobald wir uns am Abend entspannen, übernimmt der Parasympathikus - und die Herzfrequenz sinkt.“

Genau diesen Effekt hat auch das Vagus-Manöver - nur eben viel unmittelbarer. „Weil die Herzfrequenz nicht nur über die Hormonausschüttung, also beispielsweise Adrenalin, gesteuert wird, sondern auch über die Nerven, die am Herz ansetzen“, erklärt Sommer. „Der Sympathikus und der Parasympathikus wirken also ganz direkt auf die Funktionsweise des Herzens ein.“

Welche Vagus-Manöver gibt es und wie führt man sie durch?

Jede Patientin und jeder Patient muss ausprobieren, was ihr oder ihm am besten hilft, am besten unter Anleitung eines Arztes oder einer Ärztin. Allerdings funktioniert das Vagus-Manöver nur bei bestimmten Arten von Rhythmusstörungen - und auch nicht bei allen Patientinnen und Patienten. Wichtig ist es, die Herz-Rhythmus-Störungen beim Arzt oder der Ärztin abklären zu lassen und dabei auch darüber zu sprechen, ob eines der Vagus-Manöver sinnvoll sein könnte.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Vagusnerv zu stimulieren. Besonders gut untersucht ist das sogenannte Valsalva-Manöver: Die Betroffenen holen tief Luft und versuchen dann mit geschlossenem Mund, zugehaltener Nase und unter Anspannung der Atem- und Bauchmuskulatur für einige Sekunden auszuatmen. „Dieses auch als Bauchpressen bekannte Verfahren hilft in etwa 20 Prozent der Fälle, den Herzrhythmus zu normalisieren. Werden im Abschluss die Beine der Patientinnen und Patienten für 45 Sekunden angehoben, erhöht sich die Erfolgsquote auf über 40 Prozent“, erläutert Dr. med.

„Ebenfalls effektiv ist auch die sogenannte Karotissinus-Massage, bei der man mit zwei Fingern die Halsschlagader massiert“, ergänzt Deisenhofer. Dabei ist es sehr wichtig, vorher mit dem Arzt oder der Ärztin zu sprechen, ob diese Methode für die eigenen Beschwerden und den Heimgebrauch geeignet ist. Es muss vorher ärztlich abgeklärt werden, dass die Gefäße gesund sind, und am besten lässt man sich das Manöver einmal zeigen.

Auch kaltes Wasser kann den Vagusnerv stimulieren. Manche Betroffenen legen sich etwa kalte Kompressen ins Gesicht. Manchen hilft es auch, ein kaltes Glas Wasser zu trinken. Kardiologin Deisenhofer berichtet: „Einmal hatten wir eine junge Patientin, die bei Herzrasen immer einen Kopfstand gemacht hat. Mit solchen Verfahren kann man einen Puls von 180 auf 40 bis 60 Schläge pro Minute reduzieren.“ Einen Kopfstand kann natürlich nicht jeder oder jede. Das sollte man also auf keinen Fall einfach so nachmachen.

Wann sollte man wegen seines Herzrasens besser einen Arzt aufsuchen?

Anfälle von Herzrasen, die ohne äußere Anlässe auftreten, sollten ärztlich abgeklärt werden. Besondere Warnsignale, die auf akute lebensbedrohliche Probleme hinweisen können, sind starke Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Ohnmachtsanfälle oder starker Schwindel im Zusammenhang mit dem Herzrasen. Treten diese Symptome auf, sollte eine unmittelbare weitere Abklärung erfolgen! Rufen Sie dann den Rettungsdienst.

„Die Diagnosestellung erfolgt meist über ein EKG“, erklärt Deisenhofer. „Aber das im Moment des Herzrasens zu erstellen, ist manchmal schwierig. Vor allem, wenn das Herzrasen vielleicht nur einmal im Monat auftritt.“ Eine große Hilfe können Smartwatches oder bestimmte Apps auf den Smartphones sein, die einfache EKGs aufzeichnen. „Wenn Patientinnen oder Patienten die mitbringen, ist das auch für uns Behandler eine Erlösung“, sagt die Kardiologin.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.

Die Bedeutung der Psychokardiologie

Hirn und Herz beeinflussen einander massiv. Mit dem Herzschlag ändert sich unsere Wahrnehmung und sogar unsere Neigung zu Vorurteilen. Prof. Dr. Herz und Gehirn kommunizieren über das autonome Nervensystem und über Botenstoffe miteinander. Im Gehirn existiert ein Abbild des Herzens: Der Herzschlag ist dort über das Herzschlag-evozierte Potential (HEP) repräsentiert. Der Herzschlag beeinflusst die Wahrnehmung von Berührungsreizen und die Neigung zu Vorurteilen.

Die Psychokardiologie ist ein interdisziplinäres Feld, das sich mit den Wechselwirkungen zwischen psychischen Faktoren und Herzerkrankungen befasst. Sie untersucht, wie Stress, Depressionen, Angst und andere psychische Belastungen das Herz-Kreislauf-System beeinflussen können und wie Herzerkrankungen wiederum psychische Probleme verursachen oder verstärken können.

Psychische Erkrankungen und Herzrisiko

Depressionen sind nicht nur eine Last für die Seele, sondern auch für das Herz. Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Depressionen ein höheres Risiko für Herzerkrankungen aufweisen. Angststörungen können ebenfalls erhebliche Folgen für das Herz haben. Menschen mit Angststörungen erleben häufig Anzeichen wie Herzrasen, Atemnot und Brustschmerzen, die von Panikattacken herrühren können. Diese Reaktionen können das Organ belasten und langfristig zu Herzrhythmusstörungen führen.

Die Rolle des Vagusnervs in der Psychokardiologie

„Ein zentraler Ansatzpunkt könnte dabei der Vagusnerv sein. Er transportiert Signale vom Gehirn zum Herzen“, berichtet Privatdozentin Dr. „Der Vagusnerv gehört zum parasympathischen Nervensystem, das für die Entspannung zuständig ist“, erläutert die Chefärztin der Fachabteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in der Klinik Henningsdorf, Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin.

Der Vagusnerv spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Herz-Kreislauf-Systems und der Stressreaktion. Eine Stärkung des Vagusnervs kann dazu beitragen, Stress abzubauen, die Herzfrequenz zu senken und die HRV zu verbessern.

Therapieansätze in der Psychokardiologie

Die Psychotherapie kann vor allem bei den als quälend erlebten, aber ärztlich als funktionell bzw. nicht bedrohlich eingeschätzten Herzrhythmusstörungen hilfreich eingesetzt werden. Sie kann bei der Feststellung und Korrektur ungünstiger Verhaltensweisen helfen. Solche ungünstigen Verhaltensweisen sind öfter Teil anderer Erkrankungen wie depressive Verstimmungen, Angsterkrankungen etc.

Neben tiefenpsychologisch orientierten Verfahren bietet die Verhaltenstherapie sehr wirksame Programme, z. B. als Stressbewältigungstraining. Hierzu gehören auch die genannten Entspannungsverfahren, die eine eigenverantwortliche „Basis-Psychotherapie“ bei regelmäßiger Anwendung ermöglichen.

Präventive Maßnahmen für ein gesundes Herz und eine stabile Psyche

Treffen Sie vorbeugende Maßnahmen, um die mentale und kardiologische Gesundheit zu schützen.

  • Stressbewältigung: Effektive Stressminimierung ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Herzgesundheit und des psychischen Wohlbefindens, insbesondere bei Konflikten am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft oder in anderen Lebensbereichen. Offene Kommunikation und Konfliktlösungsstrategien sind wichtig, um zwischenmenschliche Spannungen zu reduzieren.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung spielt eine zentrale Rolle für die Herzgesundheit und das allgemeine Wohlbefinden. Der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel, Zucker und gesättigte Fette trägt ebenfalls zur Herzgesundheit bei.
  • Regelmäßige Bewegung: Durch körperliche Aktivität wird das Herz-Kreislauf-System gestärkt, der Blutdruck reguliert und die Durchblutung verbessert. Zudem fördert Bewegung die Ausschüttung von Endorphinen, den sogenannten Glückshormonen, die Stress reduzieren und die Stimmung heben.
  • Schlafhygiene: Routinierte Schlafgewohnheiten sind essenziell für das allgemeine Wohlbefinden und insbesondere für die Herzgesundheit. Regelmäßiger und ausreichend langer Schlaf unterstützen die Regeneration des Körpers und hilft, den Blutdruck zu regulieren.
  • Regelmäßige Entspannung: Egal ob Yoga, progressive Muskelentspannung oder autogenes Training - Entspannungstechniken bieten eine hervorragende Möglichkeit, Stress zu bekämpfen.
  • Regelmäßige ärztliche Untersuchungen: Regelmäßige ärztliche Untersuchungen sind wichtig, um frühzeitig mögliche Herzerkrankungen zu erkennen und rechtzeitig behandeln zu können.
  • Psychologische und psychotherapeutische Unterstützung: Psychologische und psychotherapeutische Unterstützung spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von seelischen Leiden wie Stress, Ärger, Niedergeschlagenheit und Angstzuständen.
  • Starke soziale Kontakte: Starke soziale Kontakte sind von großer Bedeutung für die psychische und körperliche Gesundheit der Patienten. Der Austausch mit Familie und Freunden bietet emotionale Unterstützung und kann das Gefühl der Einsamkeit reduzieren.

Das alternde Herz: Nerven und Blutgefäße im Zusammenspiel

Jüngste Forschungsergebnisse geben neue Einblicke in Alterungsprozesse des Herzens. Es ist vor allem die linke Herzkammer, die das Blut durch den Körperkreislauf pumpt, aber im Lauf des Lebens Spuren des Alterns zeigt: sie wird größer und kann mitunter vernarben, was die Pumpfunktion beeinträchtigt. Die Nerven bilden sich zurück. Dem Herzen fällt es danach schwerer, auf entsprechende Anforderungen unter Belastungssituationen mit der Herzschlagfrequenz, dem Puls, zu reagieren. Es kommt sozusagen aus dem Takt.

Ausgelöst wird diese Reaktion dadurch, dass Blutgefäße im Herzen mit zunehmendem Alter u.a. den Botenstoff Semaphorin-3A in ihre Umgebung freisetzen, der das Wachstum und die Aussprossung von Nervenzellen im Herzmuskelgewebe hemmt. Die Folge der verringerten Nerven im Herzen selbst ist, dass die Herzmuskelzellen nicht mehr von Impulsen der Nervenzellen „informiert“ werden, etwa durch einen schnelleren Herzschlag einen erhöhten Bedarf der Sauerstoffversorgung des Körpers unter Belastung zu gewährleisten.

Eine zentrale Rolle für den Rückgang der Nervenzellen im Herzen scheinen alternde, sogenannte ‚seneszente‘ Zellen des Gefäßsystems zu spielen. Verhindert man experimentell die Anzahl dieser ‚seneszenten‘ Zellen durch gezielte Medikamente (sogenannte Senolytica), wachsen die Nervenzellen wieder nach und das Herz gewinnt die autonome Kontrolle über die Pulsregulation wieder zurück.

Therapieansätze bei Herzrhythmusstörungen

Zur Therapie, vor allem bei Herzgesunden, sind Maßnahmen zur Stabilisierung des vegetativen Nervensystems günstig. Erreicht wird dies durch Entspannungsverfahren wie Autogenes Training und Tiefenmuskelentspannung nach Jacobson (PMR), mäßiges körperliches Ausdauertraining, genügend Schlaf, evtl. Reduktion von Genussmitteln. Höhergradige Herzrhythmusstörungen oder solche bei einer Herzkrankheit können medikamentös behandelt werden, vor allem mit dem sogenannten Betarezeptorenblockern. Als eingreifende Maßnahmen bei potenziell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen verschiedene Herzschrittmachersysteme zum Einsatz.

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