Querschnitt Rückenmark vergröbert Ursachen: Ein umfassender Überblick

Das Rückenmark, eine lebenswichtige Struktur des zentralen Nervensystems, verbindet das Gehirn mit dem Rest des Körpers. Eine Schädigung des Rückenmarks kann verheerende Folgen haben, einschließlich Lähmungen und Sensibilitätsverlust. In diesem Artikel werden die Ursachen einer Querschnittslähmung beleuchtet, von traumatischen Verletzungen bis hin zu Erkrankungen und Tumoren.

Einführung in das Rückenmark und seine Funktion

Das Rückenmark ist eine etwa fingerdicke Säule aus Nervengewebe, die sich vom Foramen magnum im Hinterhauptbein bis zur Höhe des 1. oder 2. Lendenwirbels erstreckt. Es ist Teil des zentralen Nervensystems (ZNS) und dient als Hauptleitungsweg für die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper. Das Rückenmark ist in Zervikal-, Thorakal-, Lumbal- und Sakralregionen unterteilt, die jedoch nicht vollständig mit den entsprechenden Wirbelniveaus übereinstimmen.

Im Querschnitt besteht das Rückenmark aus einem H-förmigen Bereich grauer Substanz (Zellkörper der Neuronen) und einem umgebenden Bereich weißer Substanz (auf- und absteigende Bahnen myelinisierter Axone). Die graue Substanz enthält verschiedene Kerngruppen, darunter mediale, laterale und zentrale Kerngruppen im Vorderhorn sowie den Nucleus dorsalis (Clark-Säule) und die intermediolaterale Zellsäule im Hinterhorn.

Das Rückenmark wird von drei Hirnhäuten (Meningen) umhüllt: Dura mater, Arachnoidea und Pia mater. Es wird von einer vorderen und zwei paarigen hinteren Spinalarterien versorgt, die aus den Aa. vertebrales bzw. der Aorta entspringen. Das venöse Blut wird über die Vv. spinales anteriores und posteriores abgeleitet, die in die V. vertebralis bzw. die (Hemi-)Azygosvenen münden.

Ursachen einer Querschnittslähmung

Eine Querschnittslähmung, auch bekannt als Querschnittssyndrom, entsteht durch eine Schädigung des Rückenmarks, die die Übertragung von Nervenimpulsen unterbricht. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und können in traumatische und nicht-traumatische Kategorien unterteilt werden.

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Traumatische Ursachen

Die häufigste Ursache für eine Querschnittslähmung sind traumatische Verletzungen des Rückenmarks, die typischerweise durch folgende Ereignisse verursacht werden:

  • Verkehrsunfälle: Autounfälle, Motorradunfälle und Fußgängerunfälle können zu schweren Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks führen.
  • Stürze: Stürze aus großer Höhe oder Stürze, die zu direkten Schlägen auf den Rücken führen, können das Rückenmark schädigen.
  • Sportverletzungen: Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko wie Football, Rugby, Eishockey und Skifahren können zu Rückenmarksverletzungen führen.
  • Gewaltverbrechen: Schussverletzungen, Stichverletzungen und andere Formen von Gewalt können das Rückenmark direkt schädigen.

Bei traumatischen Verletzungen kann es zu einer Quetschung, Zerrung oder Durchtrennung des Rückenmarks kommen. Die Schwere der Verletzung hängt von der Art und dem Ausmaß der Krafteinwirkung ab.

Nicht-traumatische Ursachen

Neben traumatischen Verletzungen gibt es auch eine Reihe von nicht-traumatischen Ursachen, die zu einer Querschnittslähmung führen können:

  • Tumore: Tumore, die im Rückenmark oder in der Nähe der Wirbelsäule wachsen, können auf das Rückenmark drücken und dessen Funktion beeinträchtigen. Es handelt sich oft um gutartige Tumore, meist Meningeome oder Neurinome. Je nach Tumorart können sie vollständig oder zum Teil operativ entfernt werden. Eine komplette Tumoroperation sollte angestrebt werden, aber nicht zu dem Preis einer Verschlechterung der neurologischen Symptomatik mit Verschlimmerung von Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen.
  • Infektionen: Infektionen wie Myelitis (Entzündung des Rückenmarks), Meningitis (Entzündung der Hirnhäute) und Abszesse können das Rückenmark schädigen. Zeckenbisse sind in Deutschland die Hauptursachen für eine Infektion mit Borrelien.
  • Entzündliche Erkrankungen: Entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und das Guillain-Barré-Syndrom können das Rückenmark angreifen und zu einer Querschnittslähmung führen.
  • Gefäßerkrankungen: Gefäßerkrankungen wie Rückenmarkinfarkt (Schlaganfall des Rückenmarks) und arteriovenöse Malformationen können die Blutversorgung des Rückenmarks unterbrechen und zu Schäden führen.
  • Degenerative Erkrankungen: Degenerative Erkrankungen wie Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals) und Bandscheibenvorfälle können auf das Rückenmark drücken und dessen Funktion beeinträchtigen.
  • Angeborene Fehlbildungen: Angeborene Fehlbildungen wie Spina bifida (offener Rücken) können zu einer Schädigung des Rückenmarks führen.
  • Radikulopathie: Eine Schädigung oder Reizung von Nervenwurzeln (Hinter-, Vorderwurzeln) kann neben Schmerzen auch Kribbeln, Taubheit oder gar Lähmungserscheinungen z. B. in den Armen oder Beinen auftreten. Ursachen sind unter anderem Infektionen, Einblutungen, Bandscheibenvorfälle und Tumore.

Spinalkanalstenose als Ursache

Die Spinalkanalstenose ist eine Verengung des Rückenmarkskanals, in dem sich das Rückenmark und die Nervenfasern befinden. Diese Verengung kann angeboren oder erworben sein und wird häufig durch degenerative Veränderungen der Wirbelsäule verursacht, wie z.B. Bandscheibenvorfälle, Knochensporne (Osteophyten) und Verdickung der Bänder.

Die Symptome einer Spinalkanalstenose hängen von der Höhe der Verengung ab. Bei einer Stenose der Halswirbelsäule kann es zu brennenden Schmerzen, einem Kribbelgefühl oder Taubheitsgefühlen im Schulter- und Armbereich kommen. Die meisten Patienten klagen über eine Mattheit in den Armen. Bei einer Stenose der Lendenwirbelsäule strahlen die Schmerzen in die Beine aus, weil in der Lendenwirbelsäule die Nerven liegen, die die Beine versorgen. Außerdem fühlen sich die Beine schwach an. Insbesondere beim Gehen kommt es zu starken Schmerzen oder Krämpfen in den Waden, weshalb Betroffene gezwungen sind, Pausen einzulegen. Manche versuchen die Schmerzen mit einem Hinkgang zu vermindern. Das Gleichgewicht kann auch gestört sein, weil Betroffene das Gefühl haben, wie auf Watte zu gehen. Bei einer sehr stark fortgeschrittenen Stenose mit einer deutlichen Verengung des Spinalkanals kann es zu einem Querschnittsyndrom mit erschlafften Beinen und Inkontinenz kommen.

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Die Diagnose der Spinalkanalstenose basiert auf einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung, einschließlich neurologischer Tests zur Beurteilung von Symptomen wie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) können die Diagnose bestätigen und das Ausmaß der Verengung beurteilen.

Die Behandlung der Spinalkanalstenose umfasst in der Regel konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und Injektionen. In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Wirbelkanal zu erweitern und den Druck auf das Rückenmark zu entlasten.

Symptome einer Querschnittslähmung

Die Symptome einer Querschnittslähmung hängen von der Höhe und dem Ausmaß der Schädigung des Rückenmarks ab. Je höher die Verletzung, desto mehr Körperfunktionen sind betroffen.

Zu den häufigsten Symptomen einer Querschnittslähmung gehören:

  • Lähmung: Verlust der willkürlichen Bewegungskontrolle in den Muskeln unterhalb der Verletzungsstelle.
  • Sensibilitätsverlust: Verlust der Empfindung von Berührung, Schmerz, Temperatur und Vibration unterhalb der Verletzungsstelle.
  • Blasen- und Darmfunktionsstörungen: Schwierigkeiten beim Entleeren der Blase und des Darms oder Verlust der Kontrolle über diese Funktionen.
  • Sexuelle Funktionsstörungen: Verlust der sexuellen Funktion, einschließlich Erektion, Ejakulation und Orgasmus bei Männern sowie Lubrikation und Orgasmus bei Frauen.
  • Atemprobleme: Bei Verletzungen der Halswirbelsäule können die Atemmuskeln beeinträchtigt sein, was zu Atembeschwerden oder der Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung führen kann.
  • Spastik: Unkontrollierbare Muskelkrämpfe oder -steifheit.
  • Chronische Schmerzen: Schmerzen können aufgrund von Nervenschäden, Muskelkrämpfen oder anderen Komplikationen auftreten.
  • Psychische Probleme: Depressionen, Angstzustände und andere psychische Probleme sind bei Menschen mit Querschnittslähmung häufig.

Diagnose einer Querschnittslähmung

Die Diagnose einer Querschnittslähmung umfasst in der Regel eine gründliche neurologische Untersuchung, um die motorischen und sensorischen Funktionen zu beurteilen. Bildgebende Verfahren wie MRT und CT können verwendet werden, um die Ursache und das Ausmaß der Rückenmarkschädigung zu bestimmen.

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Behandlung einer Querschnittslähmung

Die Behandlung einer Querschnittslähmung zielt darauf ab, die verbleibenden Funktionen zu erhalten, Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Behandlung kann Folgendes umfassen:

  • Medikamente: Schmerzmittel, Muskelrelaxantien, Antidepressiva und andere Medikamente können zur Linderung von Symptomen und zur Behandlung von Komplikationen eingesetzt werden.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskelkraft, Beweglichkeit und Koordination zu verbessern.
  • Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, die Fähigkeit zur Durchführung alltäglicher Aktivitäten wie Anziehen, Essen und Baden zu verbessern.
  • Logopädie: Logopädie kann helfen, Sprach-, Sprech- und Schluckprobleme zu behandeln.
  • Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, mit den psychischen Problemen umzugehen, die mit einer Querschnittslähmung verbunden sind.
  • Chirurgie: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um das Rückenmark zu dekomprimieren, die Wirbelsäule zu stabilisieren oder andere Probleme zu beheben.
  • Stammzelltherapie: Die Stammzelltherapie ist ein vielversprechender neuer Ansatz zur Behandlung von Rückenmarksverletzungen. Stammzellen haben das Potenzial, geschädigtes Gewebe zu reparieren und die Funktion wiederherzustellen.
  • Robotergestütztes Neurofunktionstraining: Das neurofunktionelle Training mit dem HAL-Roboter-Exoskelett hat sich als wirksam bei der Verbesserung der Gehfähigkeit und anderer Funktionen bei Patienten mit Rückenmarksverletzungen erwiesen.

Prävention einer Querschnittslähmung

Nicht alle Ursachen einer Querschnittslähmung können verhindert werden, aber es gibt Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Risiko zu verringern:

  • Sicheres Fahren: Befolgen Sie die Verkehrsregeln, fahren Sie nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen und vermeiden Sie Ablenkungen beim Fahren.
  • Sturzprävention: Sorgen Sie für eine sichere Umgebung zu Hause und am Arbeitsplatz, tragen Sie geeignetes Schuhwerk und verwenden Sie bei Bedarf Hilfsmittel wie Geländer und Gehstöcke.
  • Sportliche Sicherheit: Tragen Sie beim Sport geeignete Schutzausrüstung und befolgen Sie die Sicherheitsrichtlinien.
  • Gewaltprävention: Setzen Sie sich für Gewaltpräventionsprogramme ein und vermeiden Sie gefährliche Situationen.

Leben mit einer Querschnittslähmung

Das Leben mit einer Querschnittslähmung kann eine große Herausforderung sein, aber mit der richtigen Unterstützung und Behandlung können Menschen mit Querschnittslähmung ein erfülltes und aktives Leben führen. Es gibt viele Ressourcen und Unterstützungsgruppen, die Menschen mit Querschnittslähmung und ihren Familien helfen können.

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