Ratgeber zur Selbsthilfe bei Parkinson-Krankheit

Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. In Deutschland sind laut der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) derzeit rund 400.000 Menschen an Morbus Parkinson erkrankt. Die Krankheit manifestiert sich durch den Abbau von Gehirnzellen in einem bestimmten Bereich des Gehirns, was weitreichende Auswirkungen auf die Motorik und andere Körperfunktionen hat. Die Symptome und der Verlauf der Krankheit sind von Mensch zu Mensch verschieden. Dieser Ratgeber bietet Betroffenen und ihren Angehörigen Informationen und praktische Tipps zur Selbsthilfe im Umgang mit Parkinson.

Was ist Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson, auch bekannt als Parkinson-Krankheit oder idiopathisches Parkinson-Syndrom, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung. James Parkinson erkannte als Erster, dass die beobachteten Symptome auf eine einzige Ursache zurückzuführen sind. Er vermutete jedoch eine Schädigung des Rückenmarks. C. Tretjakow entdeckte bereits 1819 und später im frühen 20. Jahrhundert Veränderungen im Gehirn von verstorbenen Parkinson-Patienten. Dabei wurde festgestellt, dass sich ein normalerweise schwarzes Zellgebiet (Substantia nigra) hell verfärbt. Diese Substanz, die sich in der Mitte des Gehirns befindet und ihre schwarze Farbe durch das Pigment Melanin erhält, stirbt bei Parkinson-Patienten langsam ab und verliert dadurch ihre ursprüngliche schwarze Farbe. Die Funktion dieser schwarz gefärbten Zellen wurde um 1950 entdeckt.

Symptome und Diagnose

Die Parkinson-Krankheit macht sich erst allmählich bemerkbar. Viele Menschen spüren lange keine Beschwerden oder führen die Symptome auf andere Ursachen wie den normalen Alterungsprozess zurück. Manchmal fällt nahestehenden Menschen zuerst auf, dass etwas nicht stimmt. Vom Auftreten der ersten Beschwerden und Einschränkungen bis zur endgültigen Diagnose können Jahre vergehen.

Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Zittern: Ein Zittern, meist in Ruhe, das vor allem die Hände betrifft.
  • Muskelsteifigkeit: Steifheitsgefühle, die die Beweglichkeit einschränken.
  • Verlangsamung der Bewegungen: Verlangsamtes Gehen oder Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben.
  • Gleichgewichtsstörungen: Unsicherheit beim Stehen und Gehen.
  • Feinmotorische Störungen: Schwierigkeiten beim Schuhe zubinden oder Hemden zuknöpfen.

Weitere Beschwerden, die nicht unbedingt mit Parkinson in Verbindung gebracht werden, können Schlafstörungen oder Verstopfung sein.

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Wie bei vielen anderen ernsthaften Erkrankungen ist die Diagnose oft zunächst ein Schock. Zugleich kann es erleichternd sein, wenn es endlich eine Erklärung für die Beschwerden gibt und eine Behandlung begonnen werden kann. Die Beschwerden im Frühstadium lassen sich meist wirksam behandeln. So ist in der Regel Zeit, sich auf den Krankheitsverlauf einzustellen und den Umgang mit späteren Parkinson-Folgen vorzubereiten. Bis die Selbstständigkeit stark eingeschränkt wird, vergehen meist einige Jahre.

Behandlungsmöglichkeiten

Wird Morbus Parkinson frühzeitig erkannt, kann umgehend eine Therapie eingeleitet werden. Da sich die Ursache der Parkinson-Erkrankung derzeit noch nicht behandeln lässt, fokussiert sich die Therapie auf die Behandlung der Symptome. Allerdings gilt: Je früher eine solche Therapie beginnt, desto besser können die Symptome behandelt werden. Die sogenannte Doppelstrategie beruht auf einer medikamentösen Behandlung in Kombination mit einer begleitenden Behandlung (z. B. Physiotherapie).

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen oder die Symptome zu lindern. Häufig eingesetzte Medikamente sind:

  • L-Dopa: Eine Vorstufe von Dopamin, die im Gehirn in Dopamin umgewandelt wird.
  • Dopaminagonisten: Medikamente, die an Dopaminrezeptoren binden und diese aktivieren.
  • MAO-B-Hemmer: Medikamente, die den Abbau von Dopamin im Gehirn verlangsamen.
  • COMT-Hemmer: Medikamente, die den Abbau von L-Dopa im Körper verlangsamen und so dessen Wirkung verlängern.

Bei der Parkinson-Krankheit ist es besonders wichtig, die Medikamente nach einem festgelegten Zeitschema einzunehmen. Dies soll gewährleisten, dass die Mittel eine gleichmäßige Wirkung entfalten. Die tägliche Einnahme gehört für viele Erkrankte zur Routine, fällt aber nicht immer leicht. Es gibt verschiedene Tipps, wie es gelingen kann, Medikamente über einen langen Zeitraum einzunehmen. die Medikamenteneinnahme regelmäßig mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen,den Einnahmeplan einfach zu halten,Verpackungen oder Pillendosen zu benutzen, bei denen man sofort sieht, wenn man eine Dosis vergessen hat undautomatische Erinnerungen einzurichten, zum Beispiel per Smartphone.Die regelmäßige Einnahme gelingt zudem besser, wenn man gut über die Medikamente informiert ist und eine feste Routine entwickelt.

Viele Menschen mit Parkinson sind den Medikamenten gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt. Sie erleben aber auch, dass unerwünschte Wirkungen die Lebensqualität beeinträchtigen können. Sich gut über die häufigen Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente zu informieren, unterstützt zunächst bei der Entscheidung, welches Mittel man einnehmen möchte. Zudem hilft es, auftretende Beschwerden richtig zu deuten. Treten belastende Nebenwirkungen auf, ist ärztliche Beratung wichtig. Es ist dann möglich, die Dosis zu ändern oder ein anderes Medikament einzunehmen. Bei der Parkinson-Krankheit muss die Medikamenten-Behandlung regelmäßig angepasst werden.

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Begleitende Therapien

Neben der medikamentösen Behandlung spielen begleitende Therapien eine wichtige Rolle, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dazu gehören:

  • Physiotherapie: Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, Koordination und des Gleichgewichts.
  • Ergotherapie: Training von Alltagsaktivitäten, um die Selbstständigkeit zu erhalten.
  • Logopädie: Sprachtherapie zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit und des Schluckens.
  • Musiktherapie: Musik und Rhythmus können in vielen Fällen die Freude an der Bewegung zurückbringen. Darüber hinaus kann ein gleichmäßiger Rhythmus zum Taktgeber für Bewegungen werden. Bewegungsabläufe können so flüssiger werden.
  • Psychotherapie: Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und der Behandlung von Depressionen oder Angstzuständen.

Auch Sport und Bewegung können sich positiv auswirken. Dabei kommt es weniger auf die Art der Bewegung an - sondern mehr darauf, dass man sie langfristig betreibt. Die Parkinson-Krankheit und die damit verbundenen Zukunftsängste können schon im Frühstadium seelisch belasten. Manche Menschen erleben Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Beschwerden. Einige ziehen sich zurück, besonders wenn die Symptome für andere sichtbar werden, und sprechen nicht offen über die Krankheit. Sie reagieren manchmal sehr empfindlich und sorgen sich, was andere über sie und ihre Erkrankung denken könnten.

Viele Betroffene machen jedoch die Erfahrung, dass sie umso besser mit der Erkrankung zurechtkommen, je selbstverständlicher sie damit umgehen. Oft haben andere Menschen mehr Verständnis als zunächst angenommen. Falls nicht, sind sie vielleicht auch nur unsicher, wie sie mit der Erkrankung umgehen sollen, was sie sagen oder wie sie helfen könnten. Offen über die Erkrankung zu sprechen, kann Unsicherheiten auf beiden Seiten nehmen.

Selbsthilfe im Alltag

Eine auf individuelle Bedürfnisse abgestimmte Behandlung gegen das Parkinson-Syndrom ist unabdingbar. Mit nützlichen Hilfsmitteln und der richtigen Ernährung kann die persönliche Lebensqualität zusätzlich verbessert werden. Zwar erfordern diese Maßnahmen Selbstdisziplin, bieten den Betroffenen aber eine gute Möglichkeit, selbst gegen die eigene Parkinson-Erkrankung vorzugehen. Im Frühstadium der Parkinson-Krankheit führen viele Menschen ein selbstständiges und aktives Leben. Dennoch können Beschwerden, aber auch Sorgen um die Zukunft belasten. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, mit Einschränkungen im Alltag und psychischen Belastungen umzugehen.

Hilfsmittel

Es gibt eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die den Alltag erleichtern können. Dazu gehören:

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  • Im Badezimmer: Haltegriffe, Duschhocker, Toilettensitzerhöhungen.
  • Beim Ankleiden: Kleidung mit großen Knöpfen oder Klettverschlüssen, Knöpfhilfen, Strumpfanzieher.
  • In der Küche: Schraubverschlussöffner, ergonomisch geformtes Besteck, Tellerranderhöhungen.
  • Allgemein: Gehstöcke, Rollatoren, Aufstehhilfen.

Sprechen Sie Ihre Neurologin oder Neurologen oder auch Ihre Ergotherapeutin oder Ergotherapeuten auf für Sie gegebenenfalls nützliche Hilfsmittel an. Sie können Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten geben und Sie hinsichtlich ihrer Handhabung beraten. Die hier vorgestellten und eine ganze Reihe weiterer Hilfsmittel erhalten Sie im Sanitätshaus oder im Fachhandel. Liegt eine ärztliche Verordnung über die medizinische Notwendigkeit vor, können die Kosten dafür teilweise oder ganz von Ihrer Krankenkasse übernommen werden. Ob und in welchem Umfang Ihnen die Kosten für die Anschaffung von Hilfsmitteln erstattet werden, erfahren Sie von Ihrer Neurologin oder Ihrem Neurologen oder Ihrer Krankenkasse.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für das Wohlbefinden und kann die Symptome von Parkinson positiv beeinflussen. Empfehlenswert sind:

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Zur Vorbeugung von Verstopfung.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Um die Verdauung zu unterstützen.
  • Vermeidung von stark verarbeiteten Lebensmitteln: Um den Körper nicht unnötig zu belasten.
  • Individuelle Anpassung: Berücksichtigen Sie individuelle Bedürfnisse und Unverträglichkeiten.

Bewegung und Sport

Regelmäßige Bewegung und Sport sind wichtig, um die Beweglichkeit zu erhalten und die Muskeln zu stärken. Geeignete Sportarten sind:

  • Gehen: Spaziergänge oder Nordic Walking.
  • Tanzen: Um die Koordination und das Gleichgewicht zu verbessern.
  • Yoga und Tai Chi: Um die Flexibilität und Entspannung zu fördern.
  • Fahrradfahren: Auch auf dem Heimtrainer.
  • Boxen: Boxen als Sportart ist besonders für Patient:innen mit Parkinson relevant, um mehr Beweglichkeit, Kraft und Stabilität in ihren Alltag zu integrieren. Im Oktober veranstaltet die Parkinson Stiftung daher zum zweiten Mal einen Trainer:innen-Workshop im Parkinson-Boxen.

Viele berichten, dass ihnen körperliche Aktivität guttut - zum Beispiel Wandern, Radfahren (auch auf dem Heimtrainer), Yoga oder Tai Chi. Bewegung kann helfen, die Beschwerden zumindest vorübergehend zu lindern. Sie kann dazu beitragen, sich aktiv mit der Erkrankung auseinanderzusetzen, wieder positiver zu denken und optimistischer mit Herausforderungen umzugehen. Vielen Menschen tut es gut, körperliche Grenzen auszutesten: So kann es ein Erfolgserlebnis sein, trotz Parkinson eine lange Fahrradtour zu bewältigen.

Umgang mit psychischen Belastungen

Die Parkinson-Krankheit kann auch psychische Belastungen verursachen. Zukunftsängste sind völlig normal - dennoch sollte man versuchen, sich nicht von ihnen überwältigen zu lassen. Wichtig ist, sich zunächst auf die naheliegenden Schritte zu konzentrieren. Dazu gehört, sich ausführlich über die Erkrankung zu informieren und eine gute ärztliche Begleitung zu suchen. Sie ist besonders wichtig. Die Behandlung übernimmt in der Regel ein niedergelassener Neurologe oder eine niedergelassene Neurologin.

Weitere Unterstützung ist ebenfalls sehr wertvoll. Gerade in der ersten Zeit nach der Diagnose kann es helfen, mit anderen über die eigenen Sorgen zu sprechen und Rat zu medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Fragen einzuholen. Gute Anlaufstellen können zum Beispiel Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen sein. Die Parkinson-Krankheit und die damit verbundenen Zukunftsängste können schon im Frühstadium seelisch belasten. Manche Menschen erleben Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Beschwerden. Einige ziehen sich zurück, besonders wenn die Symptome für andere sichtbar werden, und sprechen nicht offen über die Krankheit. Sie reagieren manchmal sehr empfindlich und sorgen sich, was andere über sie und ihre Erkrankung denken könnten.

Mögliche Strategien zur Bewältigung sind:

  • Offene Kommunikation: Sprechen Sie mit Familie, Freunden oder einem Therapeuten über Ihre Ängste und Sorgen.
  • Selbsthilfegruppen: Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus und holen Sie sich Unterstützung.
  • Psychologische Beratung: Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, um mit Ihren Ängsten umzugehen.
  • Entspannungstechniken: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation, um Stress abzubauen.

In vielen Städten gibt es Selbsthilfegruppen, in denen ein Erfahrungsaustausch und Unterstützung durch andere Betroffene möglich ist. Auch Online-Foren oder andere soziale Netzwerke im Internet werden für den Austausch über den Umgang mit Krankheiten immer wichtiger. In der relativen Anonymität des Internets ist es manchmal sogar einfacher, über tabuisierte Themen wie Sexualität zu reden.

Eine psychologische Beratung und Begleitung kann für Erkrankte wie für Angehörige hilfreich sein. Bei stärkeren Problemen kann eine Psychotherapie infrage kommen.

Berufstätigkeit

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung fallen bestimmte Aktivitäten allmählich schwerer oder sind irgendwann gar nicht mehr möglich. Berufstätige Menschen mit Parkinson machen sich meist Sorgen, wie lange sie noch ihrer Arbeit nachgehen können. Einige sind unsicher, ob sie dem Kollegenkreis und dem Arbeitgeber von der Erkrankung erzählen sollen.

Wie lange ein Beruf ausgeübt werden kann, hängt sehr von der Tätigkeit und dem Verlauf der Erkrankung ab. Bei körperlich belastenden oder feinmotorisch anspruchsvollen Tätigkeiten kann man früher an Grenzen stoßen als beispielsweise bei Büroarbeiten. Mit der Diagnose ist das Berufsleben aber auf keinen Fall vorbei. Es gibt viele Menschen mit Parkinson, die aktiv im Beruf stehen. Entscheidend ist, die eigenen Einschränkungen zu erkennen und die Tätigkeiten anzupassen, wenn sie zu schwerfallen. Es gibt in vielen Bereichen die Möglichkeit, Hilfsmittel zu beantragen oder den Arbeitsplatz technisch umzugestalten.

Eine Möglichkeit ist zudem, einen Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung zu stellen. Dies kann Vor- und Nachteile mit sich bringen, die man für sich selbst abwägen muss. Einerseits hat man mit einer anerkannten Schwerbehinderung besondere Rechte, zum Beispiel einen verbesserten Kündigungsschutz. Auf der anderen Seite möchte nicht jeder Mensch mit Parkinson, dass Kolleginnen, Kollegen und der Arbeitgeber von der Erkrankung wissen. Manche haben Angst, dass sie als weniger leistungsfähig angesehen oder vor allem als Kranke wahrgenommen werden.

Jedoch kann Offenheit anderen gegenüber auch Verständnis wecken. Erst wenn andere davon wissen, lässt sich gemeinsam überlegen, wie die Arbeit auch künftig angemessen gestaltet werden kann. Zudem kann es den Druck nehmen, die Krankheit verbergen zu wollen. Ob und wann man die Erkrankung anderen mitteilt, ist eine persönliche Entscheidung. In größeren Firmen können der Betriebsrat oder eine Schwerbehindertenvertretung unterstützen.

Autofahren

Viele Menschen mit Parkinson fragen sich, wie lange sie noch Auto fahren können. Entscheidend ist auch hier, die eigenen Grenzen wahrzunehmen. Das heißt zum Beispiel: zu prüfen, ob man in kritischen Situationen noch schnell genug reagiert, ob man Lenkrad, Kupplung und Bremsen noch flüssig bedienen und den Kopf weit genug drehen kann, um über die Schulter schauen zu können.

Hinzu kommt, dass Parkinson-Medikamente müde machen und deshalb die Fahrtüchtigkeit herabsetzen können. Wenn man Einschränkungen spürt, ist es sinnvoll, in einer Fahrschule einen Test auf Fahrtauglichkeit zu machen. Es gibt technische Hilfsmittel, die das Autofahren erleichtern können.

Partnerschaft und Sexualität

Die Erkrankung kann die Partnerschaft beeinflussen - positiv wie negativ. Sie kann einerseits zu mehr Nähe führen, da man stärker aufeinander angewiesen ist und die Zeit vielleicht bewusster miteinander erlebt. Auf der anderen Seite können auftretende Probleme zu Spannungen führen. Nicht immer hat die Partnerin oder der Partner Geduld, wenn Dinge langsamer als vorher ablaufen und Gespräche schwieriger werden, weil Sprachprobleme zunehmen. Menschen, die ihr Leben lang eine starke Rolle in einer Partnerschaft hatten, müssen sich erst darauf einstellen, nun immer öfter auf den anderen angewiesen zu sein. Je stabiler die Partnerschaft ist, desto eher gelingt es meist, die Folgen der Erkrankung gemeinsam zu bewältigen. Wenn sich aber Streitigkeiten und Konflikte häufen, kann eine Paarberatung sinnvoll sein, um einen neuen, gemeinsamen Weg zu finden.

Viele Menschen mit Parkinson berichten, dass sich ihre Sexualität verändert. Wenn die sexuelle Lust abnimmt, kann das zum einen mit der zunehmenden Unbeweglichkeit zusammenhängen - aber auch mit dem Gefühl, nicht mehr attraktiv zu sein. Oder einfach damit, dass der Kopf nicht frei ist, weil die Erkrankung zu viele Sorgen bereitet. Mangelnde Lust kann auch eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein.

Ein größeres Problem ist aber bei vielen, dass Parkinson-Medikamente die Lust auf Sex stark steigern können. Dies kann sich in intensiven sexuellen Fantasien und häufiger Selbstbefriedigung äußern. Wenn dies die Beziehung belastet, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Vielleicht ist es trotz Parkinson-Erkrankung möglich, noch bis zum Lebensende eigene Entscheidungen zu treffen. Es kann aber auch sein, dass die Folgen der Krankheit dies nicht oder nur eingeschränkt zulassen. Deshalb ist es meist sinnvoll, schon im Frühstadium eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht zu erstellen.

In einer Patientenverfügung wird festgelegt, wie man ärztlich behandelt werden möchte, falls eine Situation eintritt, in der man sich nicht mehr selbst dazu äußern kann. Eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung dient dazu, zu bestimmen, wer wichtige Angelegenheiten für einen regeln soll, wenn man selbst nicht mehr dazu in der Lage sein sollte. Hilfe und Beratung zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht bieten zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte, Verbraucherzentralen, die Unabhängige Patientenberatung (UPD), Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände und Kirchen, Pflegestützpunkte und oft auch Hospize.

Werden Sie Laut

Schon im Frühstadium der Erkrankung kann die Sprache leiser und verwaschener werden. Zudem kann es manchmal schwerfallen, Gefühle auch über den Gesichtsausdruck zu zeigen. Manche Menschen fangen deshalb an, Gespräche mit anderen zu vermeiden, auch am Telefon. Sich zurückzuziehen, macht meist jedoch unglücklicher. Umgekehrt kann es bestärken, offen und selbstbewusst mit dieser Einschränkung umzugehen und dann zu merken, dass andere Menschen sich darauf einstellen.

Zwar bringt nicht jeder Unbeteiligte sofort die Geduld mit, einem Menschen zuzuhören, der sehr leise und langsam spricht. Eine starre Mimik oder angespannte Körperhaltung kann zusätzlich irritieren und zu Missverständnissen führen. Dies ist aber eine Frage der Gewohnheit. Man sollte deshalb ruhig den Mut zu Gesprächen aufbringen. Zusätzlich kann vielleicht eine Sprachtherapie helfen, etwas klarer und deutlicher zu sprechen und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Eine leise Stimme zählt zu den häufigsten Sprechstörungen, die bei einer Parkinson-Erkrankung auftreten können. Oft sprechen Betroffene so leise, dass sie von ihrem Umfeld nur schlecht verstanden werden. Diese eingeschränkte Kommunikation kann unter Umständen dazu führen, dass Menschen mit Parkinson sich isoliert fühlen oder sich gar nicht mehr zutrauen, mit anderen zu sprechen. Daher ist es wichtig, die eigene Stimme zu stärken und zu trainieren. Eine morgendliche Aufwärmübung kann Ihnen dabei helfen, Ihre Stimme in Schwung zu bringen. Dazu ist es zunächst einmal wichtig, tief Luft zu holen. Sprechen Sie nun jeweils zehnmal hintereinander die Silben MA, MO, HA und HO laut und deutlich aus. Achten Sie dabei darauf, jeden Vokal etwa drei Sekunden lang zu dehnen. Eine Logopädin oder ein Logopäde kann Ihnen weitere Übungen empfehlen und ein individuelles Stimmtraining für Sie zusammenstellen.

Die Kosten für eine logopädische Behandlung werden nach ärztlicher Verordnung in den meisten Fällen von den Krankenkassen übernommen. Sprechen Sie Ihre Neurologin oder Ihren Neurologen darauf an. Auch Ihre Krankenkasse kann Sie näher darüber informieren.

Selbsthilfegruppen und Informationsquellen

Eine wichtige Informationsquelle kann neben dem Gespräch mit Ihrer Neurologin oder Ihrem Neurologen auch der Austausch mit anderen Betroffenen und deren Angehörigen sein. In der Selbsthilfe treffen Sie auf Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation wie Sie befinden und die die Herausforderungen eines Lebens mit Parkinson kennen. Nutzen Sie diesen Erfahrungsaustausch und holen Sie sich Anregungen für Ihren eigenen Alltag. Vielen Betroffenen fällt es in diesem Rahmen auch leichter, über Unsicherheiten und Zweifel zu sprechen. Zu sehen, wie andere Menschen den Weg mit der Erkrankung gehen, kann Ihnen viel Kraft für Ihr eigenes Leben geben. Einige Selbsthilfegruppen richten sich mit ihrem Angebot auch an Partnerinnen, Partner und Angehörige von Betroffenen. Für junge Erkrankte gibt es spezielle Gruppen vor Ort.

Überregionale Selbsthilfegruppen

  • Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.: Die dPV bietet Informationen, stärkt das Selbstbewusstsein und unterstützt Betroffene bei der Wahl des bestmöglichen Behandlungswegs.
  • Jung & Parkinson - Die Selbsthilfe e.V.: Diese Plattform richtet sich speziell an junge Menschen mit Parkinson und bietet Kontakte zu lokalen Selbsthilfegruppen, Chatforen und Informationen zu altersrelevanten Themen.
  • Parkinson Pate e. V.: Das Team von Parkinson Pate e. V. steht Erkrankten und Angehörigen in jeder Krankheitsphase unterstützend zur Seite.

Weitere Informationsquellen

  • Deutsche Parkinson Stiftung: Die Parkinson Stiftung engagiert sich in den Bereichen „Forschen. Informieren. Betroffenen helfen“. Sie informiert und klärt zur Parkinson Erkrankung auf. Sie fördert die Prävention und Früherkennung und unterstützt die Selbsthilfe von Betroffenen.
  • Online-Akademie der Parkinson Stiftung: Spannende Themen rund um die Parkinson-Krankheit werden von Expert*Innen in Webinaren allgemeinverständlich aufbereitet und sollen insbesondere Betroffenen und Interessierten ein tieferes Verständnis der Parkinson-Krankheit und deren Behandlung vermitteln.
  • Infofilme der Parkinson Stiftung: Kurze Informationsfilme zeigen Ihnen, wie Sie gezielt bestimmte Abläufe trainieren können. In drei bis vier Minuten stellen wir Ihnen konkrete Übungen vor, die in jeden Alltag passen.
  • Chatbot jAImes der Parkinson Stiftung: Er macht wissenschaftlich fundiertes Wissen jederzeit und für alle zugänglich.

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