Es ist ein schmerzhaftes Gefühl, wenn man merkt, dass man andere Menschen nervt und sich von ihnen distanziert wird. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für dieses Problem und bietet Lösungsansätze, um die Situation zu verbessern.
Stiller Burnout als Ursache für Gereiztheit
Ein stiller Burnout, der sich schleichend entwickelt, kann zu Ungeduld und Gereiztheit führen. Betroffene nehmen Warnsignale nicht ernst und handeln nicht entsprechend, wodurch immer mehr Druck entsteht, der sich irgendwann in einem mentalen Zusammenbruch entlädt. Kurzfristig mögen sich Betroffene vielleicht "besser" oder erleichtert fühlen, nachdem sich ihre Erschöpfung in einem emotionalen Ausbruch Luft gemacht hat. Bleibt der Burnout auch nach dem Nervenzusammenbruch unbehandelt, drohen starke körperliche Symptome, langfristige Arbeitsunfähigkeit und Depression.
Ursachenforschung: Warum nerve ich?
Wenn Klassenkameraden oder Freunde plötzlich signalisieren, dass man sie nervt, ist es wichtig, die Ursachen zu erforschen.
Direkte Nachfrage
Der einfachste Weg, die Ursache zu finden, ist, direkt nachzufragen: "Hey Leute, warum nerve ich? Was genau nervt euch denn?" Ohne diese Information ist es schwierig, etwas zu ändern oder zu verbessern.
Ehrliche Selbstreflexion
Es ist wichtig, sich selbst ehrlich zu hinterfragen, ob man sich verändert hat oder ob man Verhaltensweisen zeigt, die andere stören.
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Mögliche Verhaltensweisen, die nerven können
- ständiges Kletten: Immer dabei sein wollen, nie Zeit ohne die Person gönnen.
- Falsche Themen: Unpassende oder uninteressante Themen ansprechen.
- Falsche Aussagen: Unüberlegte oder verletzende Aussagen treffen.
Polyneuropathie als mögliche Ursache für Verhaltensänderungen
Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die sich auf unterschiedlichsten Wegen ausbilden kann. In der medizinischen Literatur sind über dreihundert verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Polyneuropathie beschrieben. Die Symptome reichen von Missempfindungen oder Taubheit der Hautoberfläche bis zu Lähmungen, heftigen Schmerzattacken und Störungen von Organsystemen. Wie es genau zu den fortschreitenden Nervenschäden kommt, ist zur Zeit noch nicht bis ins Detail geklärt.
Ursachen von Polyneuropathie
Eine Polyneuropathie kann sich aus den unterschiedlichsten Gründen ausbilden. Häufig steht eine Stoffwechselerkrankung hinter dem Ausbruch. Aber auch Vergiftungen und Infektionen können zu einer Polyneuropathie führen. Inzwischen ist eine Vielzahl von Ursachen für das Nervenleiden entdeckt worden. Dennoch lassen sich noch immer bei einem Fünftel der Erkrankten keinerlei Krankheitsursachen nachweisen.
- Diabetes mellitus: Bis zu einem Drittel aller Menschen mit Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2 entwickeln Schäden an den peripheren Nerven als Folge ihrer Zuckerkrankheit.
- Alkoholmissbrauch: Langjähriger, hoher Alkoholkonsum kann eine Neuropathie auslösen.
- Vitamin-B12-Mangel: Etwa durch eine einseitige Ernährung.
- Nierenkrankheiten: Wichtige Nährstoffe werden vermehrt ausgeschieden.
- Lebererkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Infektionen mit Viren und Bakterien: Z. B. Borreliose, Herpes simplex, Pfeiffersches Drüsenfieber
- Autoimmunkrankheiten: Z. B. Guillain-Barré-Syndrom - die Nervenscheiden der peripheren Nerven nehmen Schaden
- Krebserkrankung: Die Neuropathie kann ein erstes Warnsignal sein
- Chemotherapie bei einer Krebserkrankung: Besonders platinhaltige Zytostatika wie Cisplatin fördern die Polyneuropathie
- Gifte: Z. B. Arsen, Blei oder Lösungsmittel
Symptome von Polyneuropathie
Von Polyneuropathie können unterschiedliche Nervenarten betroffen sein: die sensiblen Nerven, die motorischen Nerven und die autonomen Nerven. Abhängig davon, welche Nerven geschädigt sind, äußern sich nicht zuletzt auch Art und Schwere der Symptome.
- Schädigung der sensiblen Nerven: Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl oder stechende Schmerzen.
- Schädigung der motorischen Nerven: Bewegungseinschränkungen bis zu Lähmungen, unwillkürliches Zucken von Muskelpartien, Krämpfe der Muskulatur, Muskelschwäche, verminderte Belastungsfähigkeit, längerfristig auch Muskelschwund.
- Schädigung der autonomen Nerven: Verstopfung oder Durchfall, Magenlähmung, Störungen bei der Entleerung der Blase, Schwindel, Ohnmacht, ausbleibender Pupillenreflex, Schluckstörungen, Herzrhythmusstörungen oder Herzrasen, Blutdruckschwankungen, Geschwüre, Wassereinlagerungen im Körper, Impotenz, herabgesetzte Schweißbildung.
Vitamin-B12-Mangel als möglicher Faktor
Ein Vitamin-B12-Mangel kann ebenfalls zu psychischen Symptomen wie Verwirrtheit, Gedächtnisproblemen, Konzentrationsstörungen, depressiven Verstimmungen und Nervosität führen. Da Vitamin B12 für die Produktion von Neurotransmittern und Hormonen benötigt wird, kann ein Mangel die psychische Balance stören.
Risikogruppen für Vitamin-B12-Mangel
- Menschen mit hoher Stressbelastung
- Schwangere und stillende Frauen
- Veganer und Vegetarier
- Ältere Menschen
- Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
- Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen (z. B. Metformin)
Toxische Beziehungen und Red Flags
In zwischenmenschlichen Beziehungen gibt es Warnsignale, sogenannte Red Flags, die auf toxische Dynamiken hinweisen können. Es ist wichtig, diese Signale zu erkennen und zu verstehen, um sich vor Manipulation und Missbrauch zu schützen.
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Beispiele für Red Flags
- Ambient Abuse: Eine Atmosphäre der unterdrückten Wut und unterschwelligen Ablehnung.
- Benching: Warmhalten als Option B oder C.
- Breadcrumbing: Abspeisen mit Aufmerksamkeitskrümeln.
- Calculated Unavailability: Strategische Dosierung von Präsenz und Absenz.
- Coercive Control: Ein System aus Regeln, Überwachung, Bestrafung und Belohnung, das dich komplett kontrolliert.
- Competence Erosion: Die systematische Zerstörung deines Vertrauens in deine eigenen Fähigkeiten.
Umgang mit schwierigen Menschen
Manchmal ist es unvermeidlich, mit Menschen umzugehen, die als "nervig" empfunden werden. Hier sind einige Techniken, um die Situation zu meistern:
- Verständnis-Vorschuss: Versuchen, die Situation des anderen zu verstehen und das Verhalten nicht persönlich zu nehmen.
- Grenzen setzen: Höflich, aber bestimmt Grenzen setzen, wenn persönliche Grenzen überschritten werden.
- Emotionale Distanz: Eine größtmögliche emotionale Distanz zwischen sich und die Nervensäge bringen und die Perspektive von sich auf das Gegenüber lenken.
- Gespräch lenken: Versuchen, abschweifende Erzähler zum Anlass des Gespräches zurückzuführen.
- Mini-Auszeit: Sich eine kurze Auszeit nehmen, um die Situation zu entspannen.
- Unterschiede erkennen: Sich Unterschiede in den Persönlichkeiten klarzumachen, hilft, vermeintliche Nervensägen von echten zu unterscheiden.
- Gemeinsamkeiten suchen: Bewusst nach einer Gemeinsamkeit mit der Person suchen.
- Verhalten spiegeln: Unangenehmes Verhalten der Person spiegeln, um ihr die Wirkung ihres Verhaltens bewusst zu machen.
- Humor: Die Situation aus einer humorvollen Perspektive betrachten, um Distanz zu gewinnen.
Was tun, wenn man selbst als nervig wahrgenommen wird?
- Nachfragen: Direkt nachfragen, was genau als nervig empfunden wird.
- Zuhören: Aufmerksam zuhören, was die anderen zu sagen haben, ohne sich zu verteidigen.
- Verändern: Wenn die Kritikpunkte berechtigt sind und man sie ändern möchte, an den entsprechenden Verhaltensweisen arbeiten.
- Akzeptieren: Wenn man die Kritikpunkte nicht ändern möchte oder kann, die Konsequenzen akzeptieren und sich gegebenenfalls neue Freunde suchen.
Strategien zur Selbsthilfe
- Selbstfürsorge: Achten Sie auf sich selbst und Ihre Bedürfnisse.
- Entspannungstechniken: Lernen Sie Entspannungstechniken für den Alltag und führen Sie Abendrituale ein, in denen Sie sich nur um sich selbst kümmern.
- Psychotherapie: Eine Psychotherapie kann helfen, die Ursachen für die Probleme zu erkennen und zu bearbeiten.
- Anteilearbeit: Die 2-Stühle-Arbeit kann helfen, innere Konflikte zu klären.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann die Nerven stärken und die psychische Gesundheit fördern.
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