Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist ein entscheidender Schritt, um Betroffenen zu helfen, ihre Fähigkeiten wiederzuerlangen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. In Sachsen gibt es eine Vielzahl von Rehakliniken, die sich auf die neurologische Rehabilitation spezialisiert haben und ein umfassendes Leistungsspektrum anbieten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Rehabilitation nach Schlaganfall in Sachsen, von den spezialisierten Kliniken bis hin zu den vielfältigen Therapieangeboten und den Möglichkeiten der Unterstützung für Patienten und ihre Angehörigen.
Spezialisierte Rehakliniken in Sachsen
Sachsen verfügt über eine Reihe von Rehakliniken, die sich auf die neurologische Rehabilitation von Patienten nach Schlaganfällen, Hirnblutungen oder Schädel-Hirn-Traumata spezialisiert haben. Diese Kliniken bieten eine umfassende Versorgung von der Phase B bis zur Phase D der Rehabilitation an. Die KLINIK BAVARIA Kreischa|Zscheckwitz vereint sowohl die Versorgung von Rehabilitationspatienten als auch im Fachkrankenhaus die intensivmedizinische Behandlung schwerstkranker Patienten in den verschiedensten Fachbereichen.
Einige Kliniken, wie die KLINIK BAVARIA Kreischa, haben sich auch auf die Behandlung von Patienten mit Parkinson spezialisiert und verfügen über ein interdisziplinäres Team mit Erfahrung in der Behandlung der vielschichtigen Symptome dieser Erkrankung.
MEDIAN betreibt in Sachsen fünf Rehakliniken: MEDIAN Zentrum für Rehabilitation Schmannewitz, MEDIAN Klinik Berggießhübel, MEDIAN Klinik Bad Gottleuba und MEDIAN Klinik Brandis. Hinzu kommt das ambulante Reha-Angebot des MEDIAN Ambulanten Gesundheitszentrum Leipzig.
Die Michels Sachsenklinik Bad Lausick ist ebenfalls eine wichtige Anlaufstelle für neurologische Rehabilitation in Sachsen.
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Phasen der neurologischen Rehabilitation
Die neurologische Rehabilitation wird in verschiedene Phasen unterteilt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten in verschiedenen Stadien ihrer Genesung entsprechen:
- Phase B: Behandlung schwer betroffener Patienten nach z.B. Schlaganfällen, Hirnblutungen oder nach einem Schädel-Hirn-Trauma.
- Phase C: Begleitung von Patienten mit ersten Alltagsfähigkeiten - häufig nach einem Schlaganfall.
- Phase D: Behandlung von Patienten mit stabiler gesundheitlicher Verfassung und weiterem Rehabilitationsbedarf.
Therapieangebote für Schlaganfallpatienten
Die Rehakliniken in Sachsen bieten ein breites Spektrum an Therapien an, die auf die individuellen Bedürfnisse und Rehabilitationsziele der Patienten abgestimmt sind. Das Therapiespektrum ist eigens auf die Defizite und Rehabilitationsziele der Patient:innen abgestimmt, um eine mögliche Wiedereingliederung in Beruf und Privatleben zu erreichen. Die Therapieplanung wird täglich auf die individuellen Bedürfnisse angepasst.
Zu den wichtigsten Therapiebereichen gehören:
- Physiotherapie: Die aktive Behandlung von Bewegungsstörungen steht im Mittelpunkt der Physiotherapie. Ziel ist es, Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Spastizität und andere motorische Beeinträchtigungen zu reduzieren und die Beweglichkeit und Koordination zu verbessern. In der Michels Sachsenklinik Bad Lausick werden sowohl traditionelle physiotherapeutische Behandlungsverfahren wie PNF und Bobath als auch jüngere Behandlungsmethoden wie Laufbandtraining, repetitives sensomotorisches Handtraining, computergestützte Posturographie und CIMT eingesetzt. Auch die Behandlungsmethode nach Affolter, die zur Beeinflussung der gestörten Sensibilität und Wahrnehmung dient, fließen in die Behandlungen ein.
- Ergotherapie: Hauptziel der Ergotherapie in der Neurologie ist die Förderung von Aktivitäten alltäglicher Lebensführung (ADL-Training). Dies geschieht durch funktionelle Übungsbehandlung und das Üben des Umgangs mit Gegenständen des Alltags.
- Neuropsychologie: In der Neuropsychologie kümmern sich Spezialisten um Diagnostik und Therapie kognitiver und affektiver Veränderungen bei neurologischen Erkrankungen. Die neuropsychologische Untersuchung dient auch zur Beurteilung von Leistungsstärken, die im Rehabilitationsprozess eine wichtige Rolle spielen können. Für viele Patienten stellt neben der Wiederherstellung der Motorik, des Sprechens und der Sprache die aktive Teilnahme am Kraftverkehr ein wichtiges Rehabilitationsziel dar, auf das es sich lohnt hinzuarbeiten. In der neuropsychologischen Therapie gibt es im Wesentlichen zwei Ansätze: den restitutiven Ansatz, der darauf abzielt, bestimmte kognitive Fähigkeiten zu verbessern, und den kompensatorischen Ansatz, der die erhaltenen kognitiven Fähigkeiten bzw. Ressourcen des Patienten nutzt.
- Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schlucktherapie (Logopädie): Die Fähigkeit zur sprachlichen Kommunikation kann auf vielfältige Weise beeinträchtigt sein. Jedes sprachtherapeutische Behandlungsprogramm in der Michels Sachsenklinik Bad Lausick beginnt mit einer detaillierten Analyse der vorliegenden sprachsystematischen bzw. sprechmotorischen Störung, des daraus resultierenden Störungsbewusstseins und der voraussichtlichen sprachlichen Lernfähigkeit des Patienten. Ein weiterer wichtiger Aufgabenschwerpunkt der Logopädie ist die Dysphagietherapie, die Behandlung von Schluckstörungen.
- Sport- und Bewegungstherapie: Zusätzlich zu den Räumlichkeiten der Physiotherapie stehen für die Sporttherapie ein separater Bereich mit modernen Trainingsgeräten zur Verfügung. Angeboten wird eine Reihe von Gruppentherapieprogrammen, die z.T. spielerisch, z.T. als sequentielle Therapieformen an speziellen Therapiegeräten (Medizinische Trainingstherapie, MTT) durchgeführt werden.
- Ernährungs- und Diabetesberatung: Zur Förderung einer gesundheitsbewussten Lebensweise finden Präventions-, Schulungs- und Therapieangebote in Ernährungs- und Diabetesberatung statt.
Ganzheitlicher Ansatz und individuelle Betreuung
Die Rehakliniken in Sachsen legen großen Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz, der die individuellen Bedürfnisse und Ziele der Patienten berücksichtigt. Gesund werden bedeutet mehr als nur Therapie: Es geht um Vertrauen, persönliche Begleitung und Wege zurück in den Alltag. Die Nähe zur Natur unterstützt die Erholung und hilft dem Kopf, wieder frei zu werden.
Die Patienten profitieren von einer persönlichen Betreuung durch ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Therapeuten, Pflegekräften und anderen Fachkräften. Ob Pflege, Therapie, Verwaltung oder Küche: Persönlichkeit zählt.
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Unterstützung für Angehörige
Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall betrifft nicht nur den Patienten selbst, sondern auch seine Angehörigen. Viele Kliniken bieten daher auch Unterstützung und Beratung für Angehörige an. Wenn Angehörige bei der Beatmungsentwöhnung in der Intensivrehabilitation behandelt werden, bieten einige Kliniken die Möglichkeit für kostenfreie Übernachtungen inkl. Frühstück für medizinisch notwendige Begleitpersonen.
Qualität und Zertifizierung
Die Rehakliniken in Sachsen legen großen Wert auf Qualität und sind häufig nach anerkannten Qualitätsstandards zertifiziert. Die Michels Sachsenklinik wurde von FOCUS und dem unabhängigen Recherche-Institut FactField zur TOP Rehaklinik "Orthopädie" ausgezeichnet. Außerdem ist das Reha-Zentrum nach dem Qualitätsmanagementsystem QMS-REHA der Deutschen Rentenversicherung Bund zertifiziert und verfügt über das Qualitätssiegel des Bundesverbandes EFL (Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit) als zertifizierte EFL-Anwender.
Der Weg zur Reha in Sachsen
Wer eine Reha-Behandlung in Sachsen in Anspruch nehmen möchte, hat grundsätzlich ein Recht darauf. Durch das Wunsch- und Wahlrecht kann man selbst bestimmen, in welcher Klinik die Reha durchgeführt wird. Welcher Kostenträger für den Reha-Aufenthalt aufkommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Kliniken helfen gerne bei der Antragstellung und unterstützen mit Informationen.
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