Rehaklinik für ZNS-Indikationen: Ihre neurologische Gesundheit im Fokus

Die neurologische Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil des Genesungsprozesses nach einer Erkrankung oder Verletzung des zentralen Nervensystems (ZNS). Ziel ist es, die Teilhabe am Alltag zu sichern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. In einer Rehaklinik mit Spezialisierung auf ZNS-Indikationen erhalten Patienten eine umfassende und individuelle Betreuung durch ein interdisziplinäres Team.

Wann ist eine neurologische Reha sinnvoll?

Eine neurologische Rehabilitation kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Verletzungen des ZNS sinnvoll sein. Dazu gehören unter anderem:

  • Schlaganfall: In Deutschland ist der Schlaganfall die häufigste Erkrankung, die zu bleibenden Beeinträchtigungen führt. Auch im chronischen Stadium nach einem Schlaganfall kann eine Rehabilitation sinnvoll sein.
  • Hypoxische Hirnschädigung: Ursachen können Störungen der Hirndurchblutung (z.B. bei Herzstillstand) oder der Sauerstoffversorgung des Hirns (z.B. durch Ertrinken, Kohlenmonoxidvergiftungen, Status asthmaticus) sein. Bei Patienten, die eine hypoxische Hirnschädigung überlebt haben und nicht schwer pflegebedürftig sind, bestehen häufig leichte bis moderate Einschränkungen.
  • Schädel-Hirn-Trauma: Eine Gewalteinwirkung auf den Kopf führt zu einer Schädigung und Funktionseinschränkung des Gehirns. Je nach Schweregrad kann es zu Störungen der kognitiven Funktionen, emotionalen Einschränkungen, Sprach-, Sprechstörungen und Lähmungen kommen.
  • Hirntumor: Nach der erfolgreichen Behandlung eines Hirntumors ist die anschließende Nachsorge ein wichtiger Bestandteil des Genesungsprozesses.
  • Parkinson-Krankheit: Die Parkinson-Krankheit ist eine häufige neurologische Erkrankung, von der in der Altersgruppe über 60 ca. 1% betroffen sind. Auch atypische Parkinsonerkrankungen werden in Rehazentren behandelt.
  • Multiple Sklerose: Die Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche ZNS-Erkrankung, bei der sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark betroffen sein kann.
  • Periphere Nervenerkrankungen: Periphere Nervenerkrankungen können die Wurzeln der Nerven, das Geflecht der Nerven in Armen und Beinen und einzelne Nerven, die den ganzen Körper durchziehen, beeinträchtigen.
  • Rückenmarkschädigung: Das Rückenmark kann durch Bandscheibenvorfälle, einen verengten Wirbelkanal, Blutungen, Tumore oder Abszesse geschädigt werden.
  • Neurologische Komplikationen nach COVID-19: Sowohl Post-Covid als auch Long-Covid können länger anhaltende Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion sein, die neurologische Komplikationen verursachen.
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): In Kooperation mit der Ambulanz für ALS und Motoneuron-Erkrankungen der Universitätsklinik Bonn wird neurologische Rehabilitation für Menschen mit ALS angeboten.

Ziele der neurologischen Rehabilitation

Die neurologische Rehabilitation hat verschiedene Ziele, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden. Dazu gehören:

  • Wiederherstellung von Funktionen: Durch gezielte Therapien sollen verloren gegangene Funktionen wie Bewegung, Sprache oder Kognition wiederhergestellt oder verbessert werden.
  • Kompensation von Einschränkungen: Wenn eine vollständige Wiederherstellung nicht möglich ist, lernen die Patienten, mit ihren Einschränkungen umzugehen und alternative Strategien zu entwickeln.
  • Schmerzlinderung: Schmerzen können ein großes Problem für neurologische Patienten darstellen. Durch eine gezielte Schmerztherapie soll die Lebensqualität verbessert werden.
  • Verbesserung der Lebensqualität: Ziel ist es, den Patienten eine möglichst selbstständige und erfüllte Lebensführung zu ermöglichen.
  • Sicherung der Teilhabe: Die Rehabilitation soll den Patienten dabei helfen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, sei es im Beruf, in der Familie oder in der Freizeit.

Therapieangebote in der Rehaklinik

In einer Rehaklinik für ZNS-Indikationen steht ein breites Spektrum an Therapieangeboten zur Verfügung. Die Therapien werden individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt und von einem interdisziplinären Team durchgeführt. Zu den wichtigsten Therapieangeboten gehören:

  • Physiotherapie: Aktivierende Behandlungen, insbesondere in der Physiotherapie, stehen im Vordergrund. BIG-Therapie, LSVT Training, Laufbandtherapie, In- und Outdoor-Training. Verbesserung des Gleichgewichts, Sturzprophylaxe und Alltagstraining.
  • Ergotherapie: In der Ergotherapie werden Bewegungsabläufe optimiert und Hilfsmittel angepasst.
  • Logopädie: Verschiedene Leistungen der Logopädie stehen zur Verfügung. In der Logopädie wird an Sprechstörungen gearbeitet und Hilfsmanöver für die Schluckerleichterung gezeigt.
  • Neuropsychologie: Kognitive Testung und ggf. Therapie wird angeboten. Unterstützung durch neuropsychologische und psychologische Begleitung bei psychischer und kognitiver Minderbelastbarkeit.
  • Psychologische Unterstützung: Psychologische Unterstützung dient der Verarbeitung der Diagnose unter Einbezug der Angehörigen, wenn gewünscht.
  • Sozialdienst: Der Sozialdienst informiert zu allen sozialrechtlichen Belangen.
  • Atemtherapie: Bei der Atemtherapie wird das Abhusten von Sekret vermittelt.
  • Ernährungsberatung: In der Ernährungsberatung wird über angepasste Kost beraten.
  • Gerätegestützte Therapie: Neben den Behandlungen in Einzel- und Gruppentherapie wird auch gerätegestützte Therapie an hochmodernen Geräten angeboten.

Besonderheiten der neurologischen Rehabilitation

Die neurologische Rehabilitation unterscheidet sich von anderen Rehabilitationsformen durch ihre spezifische Ausrichtung auf die besonderen Bedürfnisse von Patienten mit ZNS-Erkrankungen. Dazu gehören:

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  • Interdisziplinärer Ansatz: Ein Team aus Ärzten, Therapeuten, Pflegekräften und Sozialarbeitern arbeitet eng zusammen, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten.
  • Individuelle Therapieplanung: Die Therapie wird individuell auf die Bedürfnisse und Ziele des Patienten abgestimmt.
  • Ganzheitlicher Ansatz: Neben der Behandlung der körperlichen Beschwerden werden auch die psychischen und sozialen Aspekte berücksichtigt.
  • Frühzeitige Rehabilitation: Eine frühe interdisziplinäre Behandlung im Rahmen einer Rehabilitation unterstützt die Betroffenen und ihre Familien, die Teilhabe der Betroffenen zu sichern.
  • Phasenübergreifende Behandlung: In vielen Krankheitsverläufen finden Phasenwechsel statt - zum Beispiel vom Akut- in den Rehabereich. Einige Kliniken bieten eine Phasenbehandlung aus einer Hand an, da alle Phasen unter einem Dach vereint sind.

Die Rolle der Angehörigen

Die Angehörigen spielen eine wichtige Rolle im Rehabilitationsprozess. Sie können den Patienten unterstützen, motivieren und bei der Umsetzung der Therapieziele im Alltag helfen. Die Rehaklinik bietet in der Regel auch Beratungsangebote für Angehörige an.

Auswahl der richtigen Rehaklinik

Bei der Auswahl der richtigen Rehaklinik sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

  • Spezialisierung: Die Klinik sollte auf die Behandlung von ZNS-Erkrankungen spezialisiert sein.
  • Therapieangebot: Die Klinik sollte ein breites Spektrum an Therapieangeboten anbieten, die auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sind.
  • Qualifikation des Personals: Das Personal sollte über eine hohe fachliche Kompetenz und Erfahrung in der Behandlung von neurologischen Patienten verfügen.
  • Lage: Die Lage der Klinik kann eine Rolle spielen, insbesondere wenn Angehörige den Patienten regelmäßig besuchen möchten.
  • Zertifizierung: Eine Zertifizierung der Klinik durch unabhängige Organisationen kann ein Zeichen für hohe Qualität sein.

Kostenübernahme

Die Kosten für eine neurologische Rehabilitation werden in der Regel von den Krankenkassen oder Rentenversicherungsträgern übernommen. Vor Beginn der Rehabilitation sollte jedoch ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden. Die Rehaklinik kann bei der Antragstellung behilflich sein.

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