Hast du jemals bemerkt, wie dein Baby plötzlich die Arme ausstreckt oder im Schlaf erschrickt? Dann hast du den Moro-Reflex beobachtet. Diese natürliche Reaktion ist ein faszinierender Teil der frühkindlichen Reflexe, kann Eltern jedoch manchmal überraschen oder beunruhigen. Dieser Artikel befasst sich mit dem Moro-Reflex, dem KiSS-Syndrom, Muskelhypotonie und Zerebralparese und bietet Informationen zu Ursachen, Erkennung, Behandlung und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte.
Der Moro-Reflex: Eine angeborene Schreckreaktion
Der Moro-Reflex, oft auch als Schreckreflex bezeichnet, ist eine automatische Reaktion, die bei Neugeborenen und Säuglingen zu beobachten ist und sich in ruckartigen Bewegungen äußert. Diese unwillkürliche Handlung ist ein natürlicher Teil der frühkindlichen Entwicklung und tritt auf, wenn das Nervensystem deines Babys auf unerwartete Veränderungen reagiert.
Auslöser und Ablauf
Wird der Moro-Reflex ausgelöst, kann es sein, dass dein Baby plötzlich die Arme mit leicht gebeugten Händen ausstreckt, die Beine streckt, den Hals dehnt - und die Arme dann schnell wieder an den Körper zieht. Oft folgt darauf ein kurzer Schreckmoment oder Weinen.
Wenn du dich fragst, warum dein Neugeborenes solche ruckartigen Bewegungen zeigt, können unter anderem die folgenden Auslöser dahinterstecken:
- Plötzliche Veränderungen in der Kopfposition
- Der Kopf fällt unerwartet nach hinten
- Plötzliche, erschreckende Reize wie laute Geräusche
- Störungen des Gleichgewichts durch abrupte Bewegungen
Beachte, dass der Moro-Reflex ein Zeichen für ein gesundes und sich entwickelndes Nervensystem ist. Bei Frühgeborenen kann dieser Reflex anfangs schwächer sein.
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Erkennung des Moro-Reflexes
Der Arzt deines Kindes überprüft den Moro-Reflex normalerweise kurz nach der Geburt und bei routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Während dein Baby auf einer weichen, gepolsterten Unterlage liegt, hebt der Arzt vorsichtig seinen Kopf an. Dann lässt er den Kopf kurz los, während er ihn stützt, sodass er leicht nach hinten fällt. Wenn dein Kind darauf reagiert, könnte es erschrocken aussehen. Es hebt möglicherweise die Arme über den Kopf, streckt sie aus und weint kurz. Danach zieht es die Arme wieder ein und entspannt sich.
Der Moro-Reflex tritt häufig im Schlaf auf und kann plötzliche, ruckartige Bewegungen auslösen. Manche Babys heben dabei sogar die Beine an. Das ist völlig normal und nur vorübergehend.
Wenn die Reaktion ungewöhnlich ist - etwa durch übermäßig ausgeprägte Bewegungen, Asymmetrie (wenn ein Arm anders reagiert als der andere) oder bei fehlender Schreckreaktion - könnte das auf ein tieferliegendes Problem hinweisen. In seltenen Fällen können diese Symptome auf einen zurückgehaltenen Moro-Reflex oder andere Entwicklungsprobleme hinweisen. Der Kinderarzt könnte weitere Untersuchungen vorschlagen, um die Ursache genauer zu bestimmen.
Beruhigungstechniken für den Moro-Reflex
Babys erschrecken sich oft im Schlaf wegen des Moro-Reflexes. Um das zu verhindern, kannst du dein Baby zur Schlafenszeit pucken. Das bedeutet, es fest in eine Puckdecke zu wickeln - wie ein Burrito - um Sicherheit zu geben und plötzliche Bewegungen zu vermeiden. Pucken kann deinem Baby helfen, ruhiger zu schlafen, weil es die Wahrscheinlichkeit verringert, dass es sich erschreckt und aufwacht.
Sanfte Bewegung gibt Sicherheit. Der Moro Reflex tritt seltener oder gar nicht auf, wenn dein Baby sanft bewegt wird. Vermutlich erinnert leichtes Hin- und Herschaukeln an seine Zeit in Mamas Bauch und es fühlt sich beschützt und geborgen.
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Dauer des Moro-Reflexes
Der Moro-Reflex zeigt sich normalerweise in den ersten Lebenswochen deines Babys und erreicht seinen Höhepunkt etwa im ersten Monat. Sobald der Reflex nachlässt, bewegt sich dein Baby gezielter und kontrollierter. Bei den meisten Babys hört der Moro-Reflex nach 2 Monaten auf, wenn ihr Nervensystem reift.
Wann sollte man einen Arzt konsultieren?
Der Moro-Reflex ist ein natürlicher Teil der kindlichen Entwicklung. Es gibt jedoch Situationen, in denen es wichtig ist, den Arzt deines Kindes zu konsultieren.
Wenn der Reflex stark oder asymmetrisch ausgeprägt ist, zum Beispiel wenn ein Arm anders reagiert als der andere, könnte das auf neurologische oder muskuläre Probleme hinweisen. Wenn der Reflex vollständig fehlt, könnte das auf Komplikationen hinweisen. Eine genauere Untersuchung wäre dann erforderlich.
Diese Situationen könnten auf Symptome eines zurückgehaltenen Moro-Reflexes oder andere Zustände hinweisen, die Aufmerksamkeit erfordern. Dein Arzt kann weitere Untersuchungen durchführen und bei Bedarf die nächsten Schritte empfehlen.
Das KiSS-Syndrom: Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung
Das KiSS-Syndrom, eine Abkürzung für Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung, betrifft insbesondere Babys und Kleinkinder. Das Syndrom bezeichnet die Fehlstellung beziehungsweise die Blockierung der oberen Halswirbelsäule. Es kann infolgedessen zu Entwicklungs- und Funktionsstörungen des gesamten Organismus kommen.
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Mögliche Ursachen
Als wahrscheinlichste Ursache des KiSS-Syndroms gilt der starke Zug oder Druck auf den Kopf und die obere Halswirbelsäule des Kindes während des Geburtsvorgangs. Angenommen werden traumatische Ereignisse während der Geburt wie:
- Einsatz von Saugglocke oder Zange
- Kaiserschnitt
- Querlage des Kindes im Mutterleib
- Mehrlingsschwangerschaft
- Geburtsgewicht von über 4.000 Gramm
- genetische Veranlagung
Insbesondere Kinder, bei deren Geburt eine Saugglocke oder Zange eingesetzt wurde, leiden unter dem KiSS-Syndrom. Auch sind häufiger Babys betroffen, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind.
Symptome bei Säuglingen
Häufig ist die Fehlhaltung einige Tage nach Geburt oder erst später im Laufe des zweiten Lebensmonats feststellbar. Die Fehlstellung kann zu verschiedenen Symptomen führen, darunter Asymmetrien im Erscheinungsbild und Bewegungseinschränkungen. Typisch sind Anzeichen wie:
- Schiefhaltung des Kopfes und Rumpfes
- Überstrecken des Körpers
- einseitiger Abrieb der Haare
- Kopfhalte- und Kopfdrehschwäche
- ungleiche beziehungsweise einseitige Bewegung von Armen und Beinen
- Druckempfindlichkeit im Nacken
- Schlafstörungen
Folgen des KiSS-Syndroms
Unbehandelt sind aufgrund der Fehlhaltung Spätfolgen für das Kind möglich. In Betracht kommen beispielsweise Auffälligkeiten wie:
- Kopfverformung
- Verschiebung der Gesichtszüge
- Koordinationsschwierigkeiten
- Sprachschwierigkeiten
- Wahrnehmungsstörungen
- Haltungsschwäche
- motorische und vokale Tics
Das Auftreten der Symptome wird unter dem Begriff Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie und Dysgnosie, als sogenanntes KiDD-Syndrom zusammengefasst. Dabei stehen die Bezeichnungen Dysgnosie für die Störung der Wahrnehmung und Dyspraxie für eine gewisse motorische Ungeschicklichkeit. Umstritten ist aktuell, ob ein unbehandeltes KiSS-Syndrom generell Spätfolgen hat. Aktuell basieren Behandlungserfolge nur auf Erfahrungen von Ärzten und Heilpraktikern.
Behandlungsmöglichkeiten
Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um rechtzeitig geeignete Therapiemaßnahmen einzuleiten. Dennoch benötigen viele Neugeborene einige Zeit, um sich von der Geburt zu erholen und sich an das Leben außerhalb des Mutterleibs zu gewöhnen. Verschiedene Therapiemöglichkeiten kommen zur Behandlung des KiSS-Syndroms infrage:
- Atlastherapie: Der behandelnde Therapeut konzentriert sich hierbei auf den Atlaswirbel. Ein schneller und präziser Druck sorgt dafür, dass das Gelenk wieder in die korrekte Form gebracht wird.
- HIO: Das Ziel der HIO ist es ebenfalls, das Gelenk wieder in eine korrekte Position zu bringen. Dabei wird ein stärkerer Druck auf das Gelenk als im Vergleich zur Atlastherapie ausgeübt.
- Therapie nach Biedermann: Diese Therapieform behandelt die obere Halswirbelsäule von der Schädelbasis bis zum unteren Halswirbel C3. Die Stimulation erfolgt dreidimensional.
- Craniosacrale Therapie: Ziel der Therapie ist es, dass die Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung korrigiert und Bewegungseinschränkungen behoben werden. Dabei wird sanfter Druck auf die betroffenen Stellen ausgeübt, um Einschränkungen und Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte des Immunsystems anzuregen.
Kritik am KiSS-Syndrom
Kritiker diskutieren, dass die Symptome der Fehlstellung weit verbreitet und häufig auch zu unspezifisch sind. Auftretende Beschwerden müssen nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem KiSS-Syndrom stehen. Aktuell gibt es keine anerkannten wissenschaftlichen Studien dazu. Ärzte warnen davor, die empfindliche Halswirbelsäule von Babys zu behandeln. Umstritten ist auch, ob ein unbehandeltes KiSS-Syndrom Folgen hat.
Muskelhypotonie: Verminderte Muskelspannung
Muskelhypotonie ist mehr als ein Symptom, selbst wenn sie im medizinischen Sinn nicht als eigenständige Krankheit verstanden wird. In der internationalen Klassifikation von Funktionen/ICF der WHO sind zahlreiche Funktionseinschränkungen definiert, die den Muskeltonus betreffen.
Symptome und Auswirkungen
Muskelhypotonie birgt einen Symptomenkomplex, der ohne Behandlung in der Säuglingsphase vielschichtige Entwicklungsverzögerungen nach sich ziehen kann. Im frühen und weiteren Kindesalter bilden sich Kompensationsstrategien und vermeidendes Verhalten aus, die es Fachleuten und Eltern erschweren, die Muskelhypotonie zu erkennen. Muskelhypotonie verzögert meist die sensomotorische Entwicklung, die selbstständige Aufrichtung in die Vertikale. Bewegungszwischenstufen werden ausgelassen, z. B. Die niedrige Muskelspannung vermindert die Wahrnehmung des Tastsinnessystems. Die ersten Lebensjahre sind von Antriebslosigkeit und fehlender Vitalität überschattet. Auf jeden Fall verringert unbehandelte Hypotonie der Skelettmuskulatur die Ausdauer und Leistungsfähigkeit in Schule und Beruf.
Säuglinge mit hypotoner Mund- und Schluckmuskulatur saugen schwach, langsam mit ungenügendem Mundschluss. Das Essen und Trinken ist sehr zeitaufwendig. Zwischen den Mahlzeiten schläft das Baby mit Muskelhypotonie auffällig lange, tagsüber ist es weniger als andere Säuglinge wach. Es meldet sich auch nachts seltener, wenn es hungrig ist.
Das Baby strampelt wenig. Die Beine liegen gestreckt wie auseinandergefallen auf der Unterlage. In Rückenlage stemmt es die Fersen nicht gegen den Widerstand einer Begrenzung. Es macht keine Brücke. Der Säugling zieht seine Füße mit den Händen nicht ins Blickfeld und zum Mund. Er berührt wenig seine Körperbereiche.
Beim Hochnehmen und Tragen hilft das Kind nicht mit. Der Kopf sinkt nach hinten, die Arme und Beine werden nicht gebeugt. Das Anklammern in der angeborenen Anspreiz-Hock-Stellung fehlt. Die Haltung beim Tragen wirkt puppenartig mit schlenkernden, baumelnden Gliedmaßen. Das Kleine fühlt sich schwer an und droht zu entgleiten.
Diagnose und Therapie
Die vorläufige Diagnose, die bei den Vorsorgeuntersuchungen gestellt wird, lautet häufig „Entwicklungsverzögerung“. Ein Säugling mit Muskelhypotonie greift nicht nach seinen Füßen, um damit zu spielen. Er rollt und dreht sich nicht vom Rücken auf den Bauch, er rutscht in der Bauchlage nicht im Kreis (Pivoting) und beginnt nicht zu robben.
Bereits beim ersten Verdacht auf eine Entwicklungsverzögerung ist es wichtig, mit kindesgerechter Physiotherapie nach einem neurophysiologisch orientierten Konzept zu beginnen. Im Säuglingsalter darf keine Zeit für die Förderung verloren werden, auch wenn der oft langwierige medizinisch-diagnostische Prozess noch nicht abgeschlossen ist.
Auswirkungen auf die Entwicklung
Das Kind mit Entwicklungsverzögerung braucht auch im sozialen Gefüge länger für seine seelische Reifung. Sein subjektives Körpergefühl vermittelt ihm Haltlosigkeit. Die fehlende Muskelspannung vermindert die Chancen des Kindes beim Spielen, Turnen und Klettern mitzuhalten.
Wenn die Mundmuskulatur von Muskelhypotonie mit betroffen ist und das ist häufig der Fall, verzögert sich nicht nur das Essenlernen, sondern häufig auch die Sprachentwicklung. Das Kleinkind ahmt weniger Mundbewegungen nach, imitiert kaum Geräusche und Tierstimmen, prustet nicht und kann keine Schnalzlaute machen. Wenn das sprachentwicklungsverzögerte Kind endlich Wörter bildet, so klingt die Aussprache verwaschen, ungenau.
Die Eltern sollten das sensible Zeitfenster zum Spracherwerb ihres Kindes unbedingt beachten und die Förderung nicht nur anderen Personen überlassen.
Schulische Herausforderungen
Ein Vormittag in der Schule bedeutet einen gewaltigen Kraftakt für Kinder mit ungenügender Haltungskontrolle wegen ihrer rasch ermüdenden Muskulatur. Beim Sitzen sind sie ständig mit der Suche nach einer aufrechten Haltung beschäftigt. Sie rutschen an die Stuhlkante, wippen, lehnen den Rumpf am Tisch an, stützen den Kopf auf oder legen ihn auf die Tischplatte, nesteln an Kleidung und Utensilien. Ein Alarmzeichen, das bedeutet: jetzt ist Aufstehen angesagt!
Das Schriftbild von Kindern mit Muskelhypotonie ist häufig auffällig. Die Druckschrift gelingt einigermaßen mit verkrampfter Stifthaltung, aber bei der Schreibschrift tanzen die Buchstaben auf den Linien.
Es kann eine bedeutsame Entlastung für alle Beteiligten sein, wenn ein Kind mit Muskelhypotonie in der Schule auf einer Tastatur schreiben darf.
Motorische Unruhe und Hyperaktivität
Die muskuläre Instabilität äußert sich als motorische Unruhe, als hyperkinetisches Verhalten, dass dann meist mit Hyperaktivität verwechselt wird. Dieses motorisch bedingte Verhalten wird generell als „Aufmerksamkeitsdefizit“ gesehen, leider auch von Fachleuten.
Ausdauer erfordernde feinmotorische Tätigkeiten, die mit Sitzen verbunden sind, bringen Kinder mit instabiler Körperhaltung an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Sie benötigen mehrmals während einer Unterrichtsstunde Positionswechsel, Stehpulte und wippende Hocker.
Sportliche Aktivitäten
Etliche ältere Schulkinder mit Muskelhypotonie werden zunehmend bewegungsärmer, vermeiden die Teilnahme am Schulsport, finden Ausreden für besonders ausdauernde Sportarten wie Ballsport auf großem Spielfeld. Ihr Umgang mit dem Ball ist ungeschickt, niemand will sie in seiner Mannschaft haben. Geräteturnen ist ihnen kaum möglich, sie können keinen Klimmzug machen, haben Angst vom Barren herunterzufallen. Ängste zu versagen mischen sich mit Furcht vor Mobbing.
Ergotherapie
Aufgrund dieser auffälligen grafomotorischen Probleme erhalten einige Kinder endlich eine Heilmittelverordnung zur Ergotherapie Jedoch helfen solitäre Schreibübungen wenig, wenn nicht die gesamte Skelettmuskulatur trainiert wird.
Zerebralparese: Eine lebenslange Erkrankung
Eine Zerebralparese ist eine lebenslange Erkrankung, die Bewegung oder Koordination beeinträchtigt. Das Leben mit einer Zerebralparese ist mit schwierigen körperlichen Herausforderungen verbunden. Eine dieser Herausforderungen ist häufig eine schwere Spastik, bei der bestimmte Muskeln kontinuierlich zusammengezogen werden.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache einer Zerebralparese sind Probleme, die die Entwicklung des Gehirns des Babys im Mutterleib beeinträchtigt. Zwar ist dies weniger häufig der Fall, aber eine Zerebralparese kann auch durch eine Schädigung des Gehirns des Babys während oder kurz nach der Geburt verursacht werden. Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Zerebralparese erhöhen können. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass diese Risikofaktoren nicht unbedingt zu einer Erkrankung führen.
Anzeichen und Symptome
Eine Zerebralparese ist mit einer Vielzahl von Anzeichen und Symptomen verbunden, die auf Bewegungs- und Koordinationsprobleme hindeuten.
- Variationen beim Muskeltonus, z. B.
- Bevorzugt eine Seite des Körpers, z. B.
- Zieht es vor, nur eine Körperseite einzusetzen, z. B.
- Schwierigkeiten bei der Feinmotorik, z. B.
Die durch eine Zerebralparese verursachte Behinderung könnte sich hauptsächlich auf eine Gliedmaße oder eine Körperseite beschränken oder aber den ganzen Körper betreffen. Die durch die Zerebralparese verursachte Hirnverletzung bleibt unverändert und die Symptome verschlimmern sich mit der Entwicklung der Kinder tendenziell nicht.
Diagnose und Behandlung
Eine Zerebralparese wird in der Regel früh im Leben diagnostiziert. Zusätzlich zur Überprüfung auf die typischen Symptome kann der Arzt spezielle Untersuchungen zur Diagnose der Erkrankung durchführen.
Eine Zerebralparese kann den Teil des Gehirns schädigen, der Bewegung und Muskeltonus steuert. Da das Gehirn die Flexibilität der Muskeln nicht kontrollieren kann, werden sie angespannt und können spastisch werden. Eine spastische Zerebralparese kann Bewegung, Körperhaltung und Gleichgewicht erschweren. Dieser Zustand kann Ihre Fähigkeit beeinflussen, eine oder mehrere Gliedmaßen oder eine Körperhälfte zu bewegen. Es gibt jedoch eine Reihe von Behandlungsoptionen für Patienten, die unter Spastik aufgrund einer Zerebralparese leiden.
Wann ist das Überstrecken besorgniserregend?
Im Laufe der kindlichen Entwicklung kann es immer wieder zu einer Überstreckung des Säuglings kommen. Somit ist es für Eltern oftmals schwierig zu entscheiden, wann es normal ist und wann medizinische Behandlung notwendig ist.
Sofern das Überstrecken symmetrisch erfolgt, also beide Körperseiten gleichermaßen betroffen sind, ist das normal. Überstreckt sich das Baby gelegentlich und nur kurz, ist das nicht schlimm. Passiert es aber häufig und über einen längeren Zeitraum, sprecht mit einem Arzt.
Manchmal kann das Überstrecken aber auch besorgniserregend sein. Das ist dann der Fall, wenn das Baby sich auffällig häufig überstreckt, die Muskeln steif sind oder eine übermäßige Spannung zeigen.
- Muskeltonusstörung: Hat das Baby eine erhöhte oder verminderte Muskelspannung, kann dies zu übermäßigem Überstrecken führen.
- Neurologische Probleme: Manche neurologischen Erkrankungen können zu einem übermäßigen Überstrecken führen.
Tipps für Eltern
- Beruhigung: Beruhigung kann schon sehr viel bewirken, damit sich das Baby entspannt und die Überstreckung weniger wird oder aufhört.
- Sicherheitsprüfung: Vergewissere dich, dass keine physische Ursache hinter dem Überstrecken steckt.
- Beruhigungs- und Kuscheltechniken: Halte das Baby sanft und sicher im Arm und schaukle es sachte.
- Bauchlage: Lege das Baby, wenn es wach ist, auf den Bauch.
- Massage: Massiere das Baby sanft in kreisenden Bewegungen.
- Ruhezonen: Sorge für eine ruhige Umgebung mit möglichst wenig Reizen.
- Ablenkung: Gib dem Baby sein Lieblingsspielzeug.
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