Der Tod von Boxlegende René Weller im August 2023 nach jahrelanger Demenzerkrankung hat viele bewegt. Seine Frau Maria Weller, die ihn aufopferungsvoll pflegte, musste Abschied nehmen. Doch wie kam es zu dieser Erkrankung und welche Faktoren könnten eine Rolle gespielt haben? Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen von René Wellers Demenz und gibt Einblicke in das Leben mit dieser Krankheit.
René Wellers Krankheitsgeschichte
Bei René Weller wurde 2014 eine Mischdemenz diagnostiziert. Seine Frau Maria berichtete von einem fortschreitenden Abbau des Hirngewebes. Weller konnte sich nicht mehr selbst anziehen, kaum noch laufen, zitterte am ganzen Körper und erkannte selbst seine geliebte Keksdose nicht mehr. Er war ans Bett gefesselt und auf ständige Hilfe angewiesen.
Mögliche Ursachen der Demenz
Die Frage, ob Wellers Boxkarriere und die damit verbundenen Kopftreffer zu seiner Demenz beigetragen haben, ist bisher nicht eindeutig bewiesen. Allerdings gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, die einen Zusammenhang zwischen wiederholten Hirntraumata und der Entwicklung einer chronisch-traumatischen Enzephalopathie (CTE) nahelegen.
Chronisch-traumatische Enzephalopathie (CTE)
Die CTE, auch Dementia pugilistica genannt, wurde erstmals 1928 bei Boxern beobachtet. Es handelt sich um eine degenerative Gehirnerkrankung, die typischerweise bei Kontaktsportlern, Militärveteranen und anderen Personen mit einer Vorgeschichte von wiederholten, kleineren Hirntraumata auftritt.
Bei der CTE bewirkt ein Protein namens "Tau" Fehlfunktionen im Gehirn, was zu einer Kettenreaktion führt, bei der auch andere, gesunde Proteine ihre Funktion einbüßen. Die Erkrankung kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, die sich in Stimmungs- und Verhaltensänderungen sowie in kognitiven Beeinträchtigungen äußern können.
Lesen Sie auch: René Weller: Hirnerkrankung im Fokus
Symptome der CTE
Zu den häufigsten Symptomen der CTE gehören:
- Probleme bei der Impulskontrolle
- Aggressionen
- Stimmungsschwankungen
- Depressionen
- Paranoia
- Angstzustände
- Verlust des Kurzzeitgedächtnisses
- Verwirrtheit
- Beeinträchtigtes Urteilsvermögen
- Demenz
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Person, die wiederholt Schläge gegen den Kopf erlitten hat, auch tatsächlich eine CTE entwickelt. Es spielen mehrere Risikofaktoren eine Rolle, die manche Menschen anfälliger für die Entwicklung einer CTE machen als andere.
Diagnose und Therapie der CTE
Derzeit gibt es keine zuverlässigen Tests zur Diagnose einer CTE zu Lebzeiten eines Patienten. Die Diagnose basiert auf einer positiven Vorgeschichte der Teilnahme an Kontaktsportarten sowie den Symptomen und klinischen Merkmalen der Patienten. Eine sichere Diagnose kann derzeit nur nach dem Tod durch eine Analyse des Gehirngewebes gestellt werden.
Eine heilende Therapie existiert für die CTE derzeit nicht. Der Therapieansatz besteht in der Linderung der Symptome und einer Verlangsamung der Erkrankung.
Weitere mögliche Ursachen von Demenz
Neben der CTE gibt es auch andere Ursachen für Demenz, wie zum Beispiel:
Lesen Sie auch: René Weller und sein Kampf gegen die Demenz
- Alzheimer-Krankheit: Die häufigste Form der Demenz, die durch Ablagerungen von Proteinen im Gehirn verursacht wird.
- Vaskuläre Demenz: Entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, beispielsweise nach einem Schlaganfall.
- Lewy-Körper-Demenz: Gekennzeichnet durch das Auftreten von Lewy-Körperchen (abnorme Proteinablagerungen) in den Nervenzellen des Gehirns.
- Frontotemporale Demenz: Betrifft vor allem die Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns und führt zu Veränderungen im Verhalten, der Persönlichkeit und der Sprache.
Es ist möglich, dass bei René Weller eine Kombination verschiedener Faktoren zu seiner Demenz beigetragen hat.
Das Leben mit Demenz: Maria Wellers aufopferungsvolle Pflege
Maria Weller kümmerte sich aufopferungsvoll um ihren Mann René bis zu seinem Tod. Sie machte die Demenz-Erkrankung öffentlich, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen und anderen Betroffenen Mut zu machen. Sie berichtete von den Herausforderungen des Alltags, der durch die fortschreitende Erkrankung immer schwieriger wurde.
Maria musste lernen, mit der Situation umzugehen und sich in der Pflege schlau zu machen. Sie war für René da, als er sich nicht mehr selbst anziehen konnte, kaum noch laufen konnte und sie nicht mehr erkannte. Sie fütterte ihn, sprach mit ihm und gab ihm Geborgenheit.
Die Liebe und Hingabe von Maria Weller sind ein beeindruckendes Beispiel für die Kraft der Angehörigen im Umgang mit Demenz.
Prävention und Früherkennung
Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, eine Demenz zu verhindern, gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko einer Erkrankung senken können:
Lesen Sie auch: René Weller im Schatten des Ruhms
- Regelmäßige körperliche Aktivität: Sport und Bewegung fördern die Durchblutung des Gehirns und können das Risiko von Demenz reduzieren.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist wichtig für die Gesundheit des Gehirns.
- Geistige Aktivität: Fordern Sie Ihr Gehirn regelmäßig durch Lesen, Rätsel lösen oder das Erlernen neuer Fähigkeiten heraus.
- Soziale Kontakte: Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte und bleiben Sie aktiv in Ihrer Gemeinde.
- Vermeidung von Kopfverletzungen: Tragen Sie beim Sport oder bei anderen Aktivitäten, bei denen ein Risiko für Kopfverletzungen besteht, einen Helm.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Gehen Sie regelmäßig zum Arzt und lassen Sie sich auf Risikofaktoren für Demenz untersuchen.
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Demenz kann den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.